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… Beinahe-Frakturen

Seit ich mich mit Steam angefreundet habe, steigt die Zahl meiner Spiele schneller als mir eigentlich lieb ist. So hat sich kürzlich auch Super Meat Boy in meine Sammlung eingeschlichen. Natürlich ist das Spiel für mich nicht wirklich neu gewesen. Eigentlich stand der Titel schon vor einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Wunschliste, wo er landete, als er für die Xbox 360 veröffentlicht wurde. Lange ist aus Meat Boy und mir jedoch nichts geworden, bis es schließlich doch noch geklappt hat.

Liebe auf den ersten Blick ist es trotzdem nicht. Ich liebe dieses Spiel – und doch hasse ich es. Verteufelt noch mal, beim Spielen ist mir einmal mehr bewusst geworden, warum ich eigentlich Jump’nRun’s meide, wenn es sich irgendwie verhindern lässt und ich nicht schwach werde – was eh ständig der Fall ist. Kaum hatte ich mich durch einige wenige Level gequält, kam mein Controller zum Einsatz. Alle guten Vorwürfe waren damit dahin. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, mich nach fast zwei Jahrzenten Zockerei endlich mit PC-Steuerung vertraut zu machen. Uneigentlich hat Super Meat Boy diese Pläne erfolgreich durchkreuzt. Kaum hatte ich einen meiner geliebten Controller in der Hand, ging die Sache deutlich besser.

Deutlich besser bedeutet, dass ich nur noch ein Dutzend Mal Meat Boy in eine Kreissäge springen lassen hab, ehe ich ein Level gepackt habe. Zuvor – ich schwöre – waren es sicher zwei Dutzend Morde, die auf mein Konto gingen. In all den Jahren die ich nun schon zocke, ist es mir doch nie gelungen mit dem Genre Jump’n’Run warm zu werden. Dabei finde ich diese Spiele ganz lustig. Dennoch treiben sie mich regelmäßig in den Wahnsinn. Trotz Controller hatte ich größte Mühe, mir nicht alle Finger zu brechen, beim Versuch Meat Boy heil und in einem Stück durch diverse Level zu manövrieren. Letztlich habe ich es geschafft, den ersten Boss zu erreichen.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein Spiel am liebsten sofort beenden möchtet, aber immer und immer wieder einen neuen Anlauf wagt, weil ihr endlich ein Stück mehr vom Level gepackt, eine Stelle endlich begriffen und endlich den passenden Absprungpunkt ausgemacht habt und letztlich irgendwie motiviert bei der Sache seit? Mich sucht dieses Gefühl regelmäßig heim, wenn ich mich mal wieder mit mehr oder weniger Erfolg an einem Jump’n’Run versuche. Trotz allem habe ich Super Meat Boy nach mehr als vier Dutzend Anläufen im mühsam erspielten Boss-Level beendet. Zum Wohle meiner Nerven und zum Glück für meine Finger. Ich werde auf ewig jene Leute bewundern, die spielend leicht solche Games bewältigen. Mich treiben schon die simpelsten Jumping Puzzles in Guild Wars 2 an den Rande der Verzweiflung. Sprungeinlagen und ich … ob wir in diesem Leben noch Freunde werden?

Dennoch, ich liebe Super Meat Boy. Nur für den Moment habe ich Meat Boy in den Urlaub geschickt. Meat Boy und ich, an einem anderen Tage werden wir erneut unser Glück zusammen versuchen. Ich hoffe der kleine Fleischklotz verzeiht mir die zahlreichen Kettensägen, in die ich ihn dann wieder treiben werde. Immerhin treibt er mich im Gegenzug in den Wahnsinn. Ein ziemlich fairer Tausch, wie ich finde.

PS: Warnt mich, wenn ich demnächst wieder im Begriff bin, ein Jump’n’Run zu kaufen. Irgendwann bekomme ich sonst noch graue Haare von dem Versuch diese Dinger zu spielen.

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Vinterblot

Super Meat Boy ist klasse und natürlich auf’s Gamepad ausgelegt – keine Schande also. Bzgl. des Gefühls – spiel Dark Souls. Da wird es dir 100 Stunden lang so gehen und jede Minute ist es wert.

Roberto

Meat Boy ist auch einer meiner absoluten Genre-Favoriten. Irgendwann versuche ich mich auch noch mal an den übrigen Darkworld Levels :)

PS:
Bitte mehr von solchen Postings und dafür weniger News ;)

trackback

[…] ewig und drei Jahre überlegt, ob ich mir dieses Spiel wirklich zumuten soll. Nachdem ich aber hier tönte, ich hole mir das Spiel im nächsten Sale, habe ich mein Wort gehalten und zugeschlagen. […]