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Dead or Alive 5

Sind Männerspiele die besseren Frauenspiele?

Gerade redet gefühlt die ganze Welt über GTA V. Kein Wunder, das Spiel ist wohl DER Release des Jahres und wie man zumindest den Kritikerstimmen entnehmen kann, wohl zu Recht. Ich selbst konnte und habe mich davon noch nicht überzeugt, weil ich trotz gigantischem Drang bisher vom Kauf abgesehen habe – was vorläufig auch hoffentlich so bleibt. So sehr ich GTA liebe, so sehr mache ich derzeit einen Bogen um meine Konsolen, die nur ausgesprochen selten in Betrieb sind. Obwohl ich mir regelmäßig vornehme, dieses oder jenes Spiel zu zocken, bleibe ich stets am PC hängen. Aus diesem Grunde bin ich (noch) gewillt, auf eine PC-Fassung von Grand Theft Auto V zu warten. Möglicherweise werde ich lange bevor eine solche erscheint doch noch schwach – falls eine solche überhaupt erscheint – aber für den Moment halte ich mich gut. Allerdings habe ich seit Release des Spiels auch kein Geschäft mehr betreten, welches Videospiele im Sortiment hat, also wer weiß.

Nun, ich habe zwar noch nicht GTA V im Regal stehen, trotzdem geistert auch mir dieses Spiel seit Tagen durch den Kopf, wobei ich mich nun nicht auf die ganzen News beziehe, die ich zu dem Titel gebracht habe. Stattdessen nistete sich eine andere Idee in meinem Kopf ein. Immer wieder stelle ich mir derzeit die Frage, ob Nintendogs, SingStar und X Faktor wirklich die besseren Frauenspiele sind.

Im Internet findet man immer wieder Diskussionen, in denen Spiele für Frauen gesucht werden, wobei früher oder später immer die üblichen Verdächtigen in den Raum geworfen werden – eben besagte Titel wie SingStar oder Nintendogs. Tatsächlich habe ich in den letzten Jahren einige Stunden mit diesen „typischen Frauenspielen“ verbracht. Lips etwa rotierte häufiger in meinem Laufwerk, aber das lag eigentlich mehr an der Tatsache, dass ich mich schon immer für Gesang begeistern kann und daran Spaß habe. So ein Spiel ist letztlich auch viel komfortabler als sich durch CDs und YouTube-Videos zu wühlen und dabei noch Lyrics im Netz zu suchen.

Tatsächlich hatte ich aus Sicht einer Frau aber viel mehr Vergnügen mit „Männerspielen“. Etwa oben erwähntes GTA. Natürlich habe ich den neuesten Ableger noch nicht, trotzdem hat mich die Reihe zahlreiche Stunden meines Lebens beschäftigt. Für mich der bisherige Höhepunkt der Reihe: San Andreas. Der ein oder andere Fan hat jetzt vermutlich das Gefühl mich sofort dafür wüst beschimpfen zu müssen, oder rollt zumindest mit den Augen – immerhin ist das Spiel unter Fans arg umstritten. Aus Sicht einer Frau ist San Andreas allerdings ein El Dorado. O.k., aus meiner Sicht zumindest.

CJ ins Fitnessstudio schicken, Kraftsport machen, Ausdauertraining, neue Klamotten shoppen, seinen Style verändern und auch noch die Möglichkeit aktiv auf sein Körpergewicht Einfluss zu haben. Wie geil ist das denn bitte? Als San Andreas seinerzeit aktuell war, hatte ich schnell alle anderen Spiele verdrängt und habe viele glückliche Stunden mit CJ verbracht. Wie die Story endet, habe ich bis heute nie herausgefunden, da Fitnessstudios und Co. eine viel zu große Verlockung darstellten. Aber hey, wenn man solche Spiele hat, warum braucht Frau dann ein total kitschiges Spiel, welches bewusst suggeriert es ist für Frauen gemacht und einen an Barbie erinnernde Figuren ankleiden lässt? CJ ist da doch um einiges ansehnlicher und kann sich zudem noch in einer offenen Spielwelt fortbewegen. Schließlich machen auch die weniger mädchenhaften Dinge eine Menge Spaß in solchen Spielen.

Ähnlich begeistern tun mich übrigens auch Spiele wie Saints Row: The Third. Dort habe ich eine Vorliebe dafür alle Frauen zu erschießen, die mir mein Outfit „geklaut“ haben – weiblicher Konkurrenzkampf lässt grüßen – und meine Garage mit allen erdenklichen Autos zu füllen. Von wegen nur Männer sind Jäger und Sammler.

Eine ebenso große Begeisterung wie für diese Spiele bringe ich übrigens für Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball und Dead or Alive Xtreme 2 auf. Abartige Männerspiele, Fleischbeschau und dämliche Brustphysik? DER Kleiderschrank für Frauen schlechthin, wenn es um Badebekleidung geht. Lange bevor Monokinis im echten Leben total angesagt waren, haben die Ladys in den Spielen schicke Einteiler mit wenig Stoff zur Schau gestellt. Einen cooleren virtuellen (Bademode-)Kleiderschrank gibt es meiner Ansicht nach nicht. Spätestens in Kombination mit den ganzen Accessoires und Schuhen ein feuchter Traum für Frauen. Die umstrittene Brustphysik – falls Physik hier überhaupt das richtige Wort ist – hat mich dabei nie gestört.

Als ich anfing Videospiele zu zocken, was in den 90ern der Fall war, haben sich Entwickler über so etwas wie Frauenspiele noch gar keine Gedanken gemacht. Videospiele galten damals noch als Randerscheinung und fanden relativ wenig Beachtung. Ich als Frau galt in dieser Domäne ohnehin als exotischer Paradiesvogel. Kein Entwickler wäre damals auf die Idee gekommen, Spiele speziell auf Frauen zuzuschneiden – schließlich haben diese damals kaum Kontakt mit Spielen gehabt. Überlebt habe ich diesen Umstand dennoch und abgehalten hat mich dergleichen schon gar nicht. Natürlich habe ich schon in den 90ern Spiele ein wenig anders wahrgenommen als die Männerwelt. In Zelda-Spielen war ich von Prinzessin Zelda viel mehr angetan als von Link und Prinzessin Peach gehört zu meinen absoluten Nintendo-Lieblingen.

Nach bald 20 Jahren Videospielen kann ich für mich aber behaupten, dass Männerspiele für mich die besseren Frauenspiele sind. Um einschlägige Produkte, die im Laden so gern rumstehen mache ich sofort einen großen Bogen. Germany’s Next Topmodel? Ich seh mir nicht einmal das zugehörige TV-Format an – überhaupt sehe ich gar kein TV-Programm. Ein hoch auf Saints Row, GTA, Dead or Alive und andere Männerspiele, die mich zahlreiche Stunden unterhalten haben.

PS: Sollte ich bei GTA V schwach werden, liegt die Verlockung an so coolen Dingen wie Yoga. Wtf, Yoga? Als die Entwickler erstmals von dieser Option sprachen, war es völlig um meinen Verstand geschehen. Ich hoffe daher auch, dass das Spiel aus weiblicher Sicht so spannend und unterhaltsam wie San Andreas sein wird. Was habe ich Rockstar Games dafür gehasst, dass sie mich in GTA IV um mein heiß geliebtes Fitnessstudio gebracht haben.

PPS: Natürlich beschäftige ich mich in solchen Spielen nicht nur mit diesen „Weibersachen“. Strip Clubs und Schusswechsel finde ich genauso spannend. Ich sehe diese Spiele nur mit ganz eigenen, weiblichen Augen.

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lesuddenplottwist

Ich finde ja auch, dass San Andreas bis jetzt der durchdachteste (ich traue mich nicht, „beste“ zu sagen) Teil der Serie ist. Du hast zwar nicht unbedingt eine superkrasse Story verpasst, weil die echt nicht so toll ist, aber (ich weiß ja nicht wie weit du bist) einige der besten Missionen der GTA-Geschichte, Stichworte „Casinoüberfall“ und „Aufstand“. Musst du auf jeden Fall nachholen!

Abgesehen davon finde ich deinen Artikel extrem interessant, weil ich viele Gameplayfeatures gar nicht in dem Maß wahrgenommen und auch nicht genutzt habe, wie du. Bis auf Dead or Alive hab ich aber auch keins deiner genannten Spiele als „Männerspiel“ wahrgenommen.
Auch habe ich noch nie ein Mädchen getroffen, das Nintendogs gezockt hat! :P

afictionesse

„Dort habe ich eine Vorliebe dafür alle Frauen zu erschießen, die mir mein Outfit „geklaut“ haben – weiblicher Konkurrenzkampf lässt grüßen…“

… alles okay? XD Dafür lohnen sich solche Spiele doch glatt.

Komischerweise habe ich GTA nie als Männerspiel wahrgenommen. Ich fand’s einfach nur doof, aber es war so urban, das war schon wieder unisex.

sammelpunk
sammelpunk

Super Artikel :)
Ich habe auch oft erlebt, dass viele Frauen einen Bogen um diese sogenannten Frauenspiele machen. Ich finde ohnehin nicht, dass man das so kategorisieren sollte. Fast alle meine Freundinnen zocken Survival Horrorgames und ich glaube kaum eine zu kennen, die tatsächlich Germany’s Next etc. spielt. Mir ist meistens die Story am wichtigsten und das Gameplay.

Vermutlich sind die Frauenspiele auch eher für die jüngere Generation gedacht, soll heißen so bis 10 Jahre? Meine Nichte beispielsweise kann von Koch-Spielen, Germany’s Next und so überhaupt nicht genug bekommen.

Ich finde, dass man nicht in Frauen und Männerspiele unterteilen sollte. Ich denke einfach, dass es genügend Männer gibt, die das Umkleiden und Stylen ihres Charakters auch ziemlich toll finden. Insbesondere in Saints Row, was ja auch nicht minder frauenfeindlich ist, wenn man auf diesen Zug aufspringen will.