2013 – Ein persönlicher Gamingrückblick

2013 ist Geschichte und damit auch das Spielejahr 2013. Die Auswahl an Games war gewohnt hoch, eine neue Konsolengeneration steht seit Herbst in den Läden und ich habe „die Lager gewechselt“. Auf die übliche Top 10 möchte ich auf meiner Seite verzichten und auch ein Spiel des Jahres wird es nicht geben. Nichtsdestotrotz möchte in diesem Artikel über mein Spielejahr 2013 und meine persönlichen Highlights im letzten Jahr berichten.

Von der Konsole zum PC

Obwohl ich schon viele Jahre meine Freizeit mit Videospielen verbringe, war der PC nur selten ein größeres Thema für mich. Irgendwann in meiner Jugend hatte ich tatsächlich so ein Ding und habe darauf Perlen wie Syndicate gespielt. Unterm Strich war ich aber stets Konsolen – und einst auch Handhelds – treu. Ok, Handhelds sind für mich inzwischen stark in den Hintergrund gerückt. Das aktuellste Gerät, welches ich besitze ist ein GameBoy Advance, welcher auch schon wieder mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat. Nachdem ich bereits im letzten Jahr meine Liebe für die mobilen Spieleplattformen wiederentdeckt habe, kann ich irgendwann 2014 hoffentlich an der Aktualität meiner Handhelds etwas ändern.

Doch zurück zum PC. In den zurückliegenden Monaten ist regelrecht eine PC-Gamerin aus mir geworden. In den letzten Jahren habe ich zwar dann und wann einmal ein paar Spiele auf dem Rechner gespielt, doch letztlich waren Konsolen meine Plattform Nummer 1. Schuld an dieser Entwicklung sind übrigens Freunde, die mir zum Teil schon Jahre in den Ohren lagen, ich solle doch endlich einen Steam Account erstellen und mir PC-Spiele besorgen.

Da ich in der Tat immer weniger Gebrauch von meiner inzwischen abgelaufenen Xbox LIVE Goldmitgliedschaft machte, habe ich also entschieden, mich tatsächlich mehr mit Gaming am PC zu beschäftigen und mir ein paar günstige Spiele beim Steam Summer Sale geholt. Inzwischen schalte ich nur noch gelegentlich eine Konsole ein, statt Controller gibt es nun Maus und Tastatur. Kürzlich ertappte ich mich sogar dabei, wie ich ein für Gamepad optimiertes Spiel ohne Gamepad durchgespielt habe. Vor gar nicht so langer Zeit noch undenkbar.

Doch was ist 2013 eigentlich auf meinen Festplatten gelandet und mit welchen Games hatte ich am meisten Spaß? Lest selbst.

Mit Games habe ich mich bereits zu einer Zeit beschäftigt, in der das Hobby weder als cool galt, noch bei Frauen überhaupt viel Beachtung fand. Während heute fast jeder Kumpel einen PC oder eine Konsole im Haus stehen hat, oder zumindest Social Games spielt, war ich in meiner Anfangszeit noch so was wie ein bunter Paradiesvogel. In all der Zeit habe ich nicht nur mehrere Generationen kommen und gehen sehen, sondern auch reichlich Spiele gedaddelt.

Vor etwa 10 Jahren waren meine Highlights noch Need for Speed, Burnout und andere Fortsetzungen, auf die ich viele Monate voller Vorfreude gewartet habe. Heute tue ich mich mit den jährlichen Fortsetzungen deutlich schwerer und stürze mich viel lieber auf Spiele, die sich etwas trauen und versuchen das Rad zumindest ein Stück weit neu zu erfinden.

Contrast

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Eines dieser Spiele, die mir in Erinnerung geblieben sind, war und ist Contrast. Das Spiel mag nicht das individuellste im Jahr 2013 gewesen sein, aber das Gesamtpaket entspricht ziemlich genau dem, was ich mag. Dank der Spielerei mit Licht und Schatten fühlt sich das Gameplay nicht so altbacken an, sondern angenehm. Obwohl die Rätsel meist relativ schlicht ausfallen, macht es Spaß mit Licht und Schatten zu experimentieren und Didi und Dawn durch ihr Abenteuer zu begleiten.

Charaktere und Kulisse gehören für mich zu den großen Pluspunkten des Spiels. Didi und Dawn sind letztes Jahr neben Booker DeWitt und Elizabeth das Zweiergespann schlechthin für mich gewesen. Während Dawn bis zum Ende geheimnisvoll bleibt und der Spieler nicht viel über sie erfährt, entpuppt sich Didi als lebhaftes Mädchen, das versucht die Erwachsenenwelt zu verstehen und dabei zu einem nächtlichen Streifzug aufbricht.  Dazu kommt die tolle, nächtliche Kulisse des Spiels, die ich sehr ansprechend finde – schließlich spielen die Augen mit.

Fortsetzungen muss ich nicht unbedingt haben, aber in diesem Fall hoffe ich wirklich, dass da noch etwas kommt. Sei es ein DLC, sei es ein zweiter Teil – von Contrast möchte ich unbedingt noch mehr sehen. Kaum ein Spiel hat mich 2013 so sehr begeistert wie dieses kleine Indie-Spiel. Trotz einiger technischer Schwächen, die dank Patch inzwischen deutlich reduziert sind, haben mich Didi und Dawn verzaubert.

BioShock Infinite

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BioShock und ich … aus der einstigen Abneigung ist inzwischen tatsächlich Liebe geworden. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Teil zurück, den ich lange nach Release erstanden habe. Fast bis zum Ende des Spiels habe ich gebraucht, um Gefallen daran zu finden. Kurz vor dem Abspann platzte dann aber der Knoten und ich habe es wirklich geliebt. Seit jenem Tag bin ich ein Fan der Reihe.

BioShock Infinite ist eines von gerade einmal zwei Spielen, welches ich im letzten Jahr zum Release hatte und das einzige Retail-Spiel, welches es mit Launch in mein Regal geschafft hat. Schon meine Vorfreude auf das Spiel war alles andere als gering, doch sie wurde nicht enttäuscht. Das luftige Columbia hat mir unglaublich gut gefallen und die Story gehört zu meinen absoluten Favoriten im vergangenen Jahr. Bis zum Ende habe ich die Geschichte genossen, deren Finale mich sprachlos zurückgelassen hat. Während ich nicht selten irgendwann während eines Spiels ahne, wohin mich mein Weg führen wird, tappte ich hier bis zu den letzten Augenblicken des Spiels völlig im Dunkeln, wodurch das Ende für mich zu einem DER Spielehighlights 2013 wurde.

Doch auch darüber hinaus hat mich BioShock Infinite so gut unterhalten, wie kaum ein anderes Spiel im letzten Jahr. Booker und Elizabeth haben mir als Zweiergespann ausgesprochen gut gefallen. Einzig die stellenweise langen Schusswechsel-Passagen haben mich gegen Ende ein wenig gestört. Auf die hätte ich durchaus verzichten können. Obwohl ich das Gameplay mag, wollte ich oft einfach nur die Geschichte weiter erleben, statt mich mit den vielen Gegnern rumschlagen zu müssen. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens war der Shooter für mich eines der Spiele schlechthin.

Tomb Raider

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Dann und wann habe ich vor Tomb Raider Spiele mit Lara Croft in der Hauptrolle gespielt, in besonderer Erinnerung blieb mir allerdings bisher nur Guardian of Light. Letztes Jahr hat sich diese Tatsache schlagartig geändert. Auch Tomb Raider ist einer meiner 2013-Favoriten geworden. Für gewöhnlich tue ich mich mit Stealth relativ schwer. Ich bin eher der offensive Typ und stürme zunächst vor, ehe ich mich – unter Umständen – in Deckung begebe. Miss Croft hat es mit ihrem Abenteuer tatsächlich geschafft, mir Gefallen an Schleicheinlagen zu vermitteln.

Während ich sonst ganz gern mit Sturmgewehr im Anschlag durch ein Spiel rase, habe ich hier keine Versteckmöglichkeit ungenutzt gelassen, mich tatsächlich mit dem Bogen angefreundet und mich an Feinde herangeschlichen. Bisher waren Bögen meine Hasswaffe schlechthin in Spielen und der Teufel persönlich hätte mich reiten müssen, um so ein Ding freiwillig in die Hand zu nehmen. Aber siehe da … auch ein Gewohnheitstier wie ich kann Gefallen an neuen Dingen finden. Genau deshalb hat mir Tomb Raider so viel Spaß gemacht.

Natürlich mag ich das Spiel auch darüber hinaus. Die Story ist vielleicht nicht übermäßig beeindruckend, aber doch fesselnd. Dazu kommt die unglaublich tolle Protagonistin, die ich seit jeher mag. Dank der relativ sinnvollen Sammelsachen habe ich mich auch dann und wann nach dem Abspann noch in das Spiel begeben.

The Stanley Parable

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The Stanley Parable ist wie Contrast eines dieser Spiele, mit denen ich unterm Strich gar nicht so viel Zeit verbracht habe. Doch es braucht nicht 100 Stunden Spielzeit, um begeistern zu können. Stanley ist ein stinknormaler Durchschnittstyp, der gewissenhaft seinen Job macht und eines Tages die Räumlichkeiten seines Arbeitgebers leer vorfindet. In seinem Büro startet man sein einsames Abenteuer, welches lediglich von einem Erzähler begleitet wird, der die eigenen Schritte kommentiert, ganz gern das Gefühl vermittelt ertappt worden zu sein und versucht die Schritte von Stanley zu lenken. Zu viel möchte ich an dieser Stelle gar nicht über The Stanley Parable verraten – denn man muss es gespielt haben.

BIT.TRIP Presents… Runner2: Future Legend of Rhythm Alien

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BIT.TRIP Presents… Runner2: Future Legend of Rhythm Alien ist nicht nur heißer Anwärter auf das Spiel mit dem längsten und merkwürdigsten Titel des letzten Jahres, sondern auch Anwärter auf eines der unterhaltsamsten Spiele. Mit Sprungeinlagen tue ich mich nicht selten schwer, dennoch hat Runner 2 – wie ich es der Einfachheit halber lieber nenne – für einige Stunden Spaß bei mir gesorgt. Wie oft ich in diesem Spiel bei Kontrollpunkten neuanfangen musste … man munkelt der Zähler ist auf gigantische Höhen geklettert. Frust ist dabei allerdings ausgeblieben. Runner 2 ist ein Plattformer, wie er im Buche steht. Alles funktioniert wie es soll und macht unheimlich viel Spaß. Dazu kommt eine tolle musikalische Untermalung. Runner 2 ist im Grunde genommen sehr schlicht – aber es ist auch ein sehr unterhaltsames Spiel.

Was sonst noch?

Neben Spielen, die im letzten Jahr erschienen sind, habe ich mir das vergangene Jahr natürlich auch mit zahlreichen „älteren“ Titeln vertrieben. Auch hier gibt es ein paar Dinge, die aus dem Rest hervorstechen.

Borderlands 2

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Loot, Loot, Loot! Ok, im Grunde genommen ist der für mich kein Anreiz, um Borderlands 2 zu spielen. Schon Borderlands war bei mir ein Dauerbrenner, was vor allem dem Koop zu verdanken ist. Auch beim zweiten Teil ist genau der der Grund dafür, dass ich mich so gern auf Pandora vergnüge. Ein Ende? Noch lange nicht in Sicht. Auch im neuen Jahr wird mich Borderlands 2 wohl noch sehr oft unterhalten. Schließlich habe ich fleißigem Weihnachtsmann sei Dank nun auch jeden erdenklichen DLC für das Actionspiel und somit noch eine Menge Arbeit vor mir. Den ersten habe ich kurz vor Jahresende noch angefangen und dabei häufig schmunzeln müssen. Die Rede ist hier freilich von Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep, welches meiner Meinung nach einen hervorragenden Humor mitbringt.

Ich wünschte, mein PC würde aktuell nicht streiken. Leider ist genau dies aber der Fall, weswegen Koop-Ausflüge nach Pandora vorerst von der Tagesordnung verbannt sind. Meine derzeitige Ersatzhardware ist dafür nicht leistungsstark genug. Aber dieses Jahr ist ja noch lang … und die Kammerjäger und ich freuen uns garantiert über ein Wiedersehen.

Terraria

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Buddeln, bauen, erkunden … ich liebe Terraria. Auch hier bin ich vorzugsweise im Koop unterwegs, habe allerdings auch allein etliche Spielstunden in dem Sandkasten-Spiel versenkt. Während ich zu Minecraft nie die ganz große Liebe entdecken konnte, kann mich Terraria stundenlang fesseln. Schon vor längerer Zeit hatte ich das Spiel auf der Xbox 360 angezockt, so richtig warm bin ich aber erst mit der PC-Fassung geworden. Diese hatte ich mir geholt, nachdem im Herbst das große Content-Update erschien. Inzwischen ist mein Save leider verschwunden … vermutlich dem Kopiervorgang beim Wechsel der Festplatte zum Opfer gefallen. Damit dürfte ich aber auch 2014 noch einige Stunden für Terraria aufwenden können – zum Beispiel um wieder einen Charakter mit voller Lebensenergie und Mana vorweisen zu können. Ganz davon abgesehen, ist auch mein überdimensioniertes Luftschloss noch lange nicht fertig erbaut. Höchste Zeit, wieder die Spitzhacke zu schwingen!

Guild Wars 2

guildwars2

Das MMO ist wohl DER Dauerbrenner schlechthin bei mir. In keinem Spiel habe ich so viel Zeit verbracht wie hier. Trotz gelegentlicher Durststrecken spiele ich in relativ regelmäßigen Abständen Guild Wars 2. Da ich in allen Bereichen des Spiels zu finden bin – PvE, WvW und sPvP – bleibt die Langeweile meist aus. Wenn mich der Reiz auf etwas gerade nicht packt, ziehe ich eben in einen anderen Bereich und tobe mich dort aus … bis sich mein Schwerpunkt wieder verschiebt.

Auch die Lebendige Geschichte hat einen großen Anteil an meiner nach wie vor vorhandenen Aktivität. Obwohl ich die letzten Episoden nicht übermäßig herausragend fand, hat mich die lebendige Welt in den Monaten davor lange bei der Stange gehalten. Nur selten kam es vor, dass ich eine der Veröffentlichungen weitestgehend ignoriert habe. Guild Wars 2 gehört ganz sicher zu den Spielen, die mich auch 2014 wieder begleiten werden. Ich bin schon jetzt gespannt, wie die Lebendige Geschichte weitergehen wird und welche neuen Aspekte uns sonst in diesem Jahr noch erwarten.

Abschließend kann ich wohl sagen, dass ich so wenige aktuelle Spiele wie noch nie gezockt habe. Auch was Neuerscheinungen betrifft, habe ich mich 2013 enorm zurückgehalten, was oft einfach an fehlendem Interesse lag. Viele Veröffentlichungen sind einfach Nachfolger, die ich mir irgendwann günstig in einem der vielen Sales hole. Der Reiz ein Spiel sofort haben zu müssen war bei mir nie geringer, als im letzten Jahr.

Obwohl ich nach wie vor viele sogenannte Blockbuster spiele, verbringe ich deutlich mehr Zeit mit Indie-Spielen als noch 2012. Trotz vieler „älterer“ Sachen war 2013 ein unterhaltsames und spannendes Gamingjahr für mich.

Siehe auch

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