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… Brothers – A Tale of Two Sons

Es ist Winter. Zugegeben, die Temperaturen lassen nicht unbedingt auf diese Tatsache schließen … dafür aber mein Zockerverhalten. Was Neuerscheinungen betrifft, ist derzeit glücklicherweise Flaute angesagt. Wie jedes Jahr zu dieser Zeit, arbeite ich also einen Berg von Spielen ab, die ich mir in den Monaten zuvor zugelegt habe, nicht selten bis dato aber sträflich vernachlässigt habe. Eines dieser Spiele, die ich so endlich in vollen Zügen genießen konnte, ist Brothers – A Tale of Two Sons.

O.k., dann und wann war genießen schon verdammt schwer, wenn ich so darüber nachdenke. Rein optisch ist das Spiel hübsch und ich habe jede Menge Screenshots angefertigt, weil ich unbedingt so viele Dinge festhalten wollte. Doch während Brothers meine Augen verzaubert hat, haben meine Hände regelmäßig die Krise bekommen. Die Steuerung … falls die diesen Namen überhaupt noch verdient hat … ist verdammt fummelig.

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Genau diese Tatsache war auch der Grund dafür, dass ich das Spiel nach dem ersten Anlauf schnell wieder beendet hatte. Uff … was ein fummeliger Mist. Wären da nur nicht all die tollen Berichte gewesen, die ein emotionales Abenteuer versprachen. Zu guter Letzt habe ich mich also doch dazu durchgerungen es noch einmal zu versuchen und das Abenteuer der beiden Brüder tatsächlich durchgespielt. Irgendwann im zweiten Teil hatte ich mich dann auch tatsächlich mit der schrecklichen Steuerung arrangiert, die ich nach wie vor nicht zu meinen Lieblingen zähle.

Und tatsächlich … das Spiel ist toll. Obwohl ich mir dank der furchtbaren Steuerung regelmäßig die Haare hätte raufen können, hat es sich am Ende wirklich gelohnt, so viel Durchhaltevermögen und Nachsicht an den Tag zu legen. Gerade gegen Ende kann die Story des Spiels verzaubern, obwohl das Finale unglaublich traurig ist. So ein richtiges Happy End geht irgendwie anders, aber hey, dafür dürfte hier jeder seine Freude dran haben, der dem klassischem Happy End so überhaupt nichts abgewinnen kann.

Dabei fand ich die Story zu Beginn erst gar nicht so überragend, wie vielerorts behauptet wurde. Die beiden Brüder, die die Protagonisten des Spiels sind, gefallen mir zwar von der Sache her gut, im Falle von Brothers – A Tale of Two Sons hätte ich mir aber lieber eine Vertonung gewünscht. Die sucht man hier nämlich vergeblich. Es gibt Spiele, da vermitteln stumme Helden einen ganz besonderen Zauber – hier hatte ich diese Empfindung jedoch nicht. Aber gut, Geschmäcker sind schließlich verschieden.

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Nichtsdestotrotz, obwohl ich Anlaufschwierigkeiten hatte und diesen und jenen Aspekt des Spiels so überhaupt nicht mag, haben sich die wenigen Spielstunden – es waren gerade einmal fünf – am Ende eben doch gelohnt. Die letzten Züge des kurzen Abenteuers waren sehr emotional, teilweise aufwühlend und sehr berührend. Auch darüber hinaus hat mir die kleine Geschichte sehr gut gefallen. Den ersten Teil fand ich hier noch ein wenig fad und träge, dafür kam ich später aus dem Staunen kaum noch raus.

Brothers gehört für mich zwar nicht zu den Spielen, die mich durch die Bank weg in Verzückung geraten ließen, wie es etwa bei Bastion oder Dust: An Elysian Tail der Fall war, dennoch würde ich mir wünschen, dass es mehr Entwickler schaffen ihre Spiele so emotional und berührend zu gestalten. Mir sind solche Abenteuer deutlich lieber, als irgendein weiterer stumpfer Shooter, der mit einer gewöhnlichen Story daherkommt. Nicht das ich etwas gegen Shooter und dumpfe Storys hätte, aber es sind Spiele wie Brothers – A Tale of Two Sons, die ich liebevoll in Erinnerung behalte. Selbst die wirklich miese Steuerung gerät hier in Vergessenheit.

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360hcopa

Hat dies auf Liebes Tagebuch….. rebloggt und kommentierte:
Das bei diesem Titel kein coop dahinter steht fand ich enttäuschend.

arwen1234

Bei uns tauchte das Spiel zu einer Zeit auf, wo viel Stress herrschte und man einfach auf ein paar Stunden Zerstreuung hoffte. Und dafür war es perfekt. Die Steuerung fand ich gar nicht so schlimm, obwohl ich überhaupt kein Konsolenspieler bin. Ich hab mir nur die Jungs immer sortiert. Der Große musste stets vor dem Kleinen laufen, dann ging es. Die Art des entdeckenden Spielens hat mich sehr gefallen und auf so bittersüße Storys steh ich sowieso. Für den Abend war es genau das, wonach wir gesucht hatten. Dafür war die Spielzeit auch perfekt.