Geld? Ja, bitte! Service? Nee, lass mal!

Einer der größten Aufreger aktuell in der Gamingbranche? Ein auf den ersten Blick beinahe unscheinbarer Beitrag in einem Forum. Es geht um das Spiel Batman: Arkham Origins, welches derzeit mit einigen zum Teil gravierenden Bugs zu kämpfen hat. Glücklicherweise gibt es so tolle Dinge wie das Internet und Patches, mit denen man Fehler in Spielen nachträglich beheben kann. Vorausgesetzt man will …

Genau hier fängt unsere Geschichte an. Warner Bros. und Entwickler WB Games Montréal wollen scheinbar nicht. In einem Forumpost lässt man die Spieler wissen, dass man sich aktuell auf einen DLC konzentriert, der sich in Arbeit befindet. Einen Patch hat man hingegen gar nicht auf dem Radar, entsprechende Pläne sind schlicht nicht vorhanden.

Dabei gibt es immer noch diverse bekannte Fehler im Spiel, von denen einige sogar den Spielfortschritt verhindern. Wer mit einem solchen Bug zu kämpfen hat, muss dies wohl auch in Zukunft tun. In dem Beitrag ist davon die Rede, dass irgendwann noch ein Patch kommen könnte. Doch selbst wenn dies der Fall ist, wird man sich mit dem nur auf die schwerwiegenden Fehler beschränken – besagte Fehler, die den Spielfortschritt behindern.

Während einige Käufer aufgrund von Bugs noch nicht einmal das Hauptspiel beendet haben, werkeln die Macher fleißig an einer Story-Erweiterung. Da Unternehmen nur selten etwas zu verschenken haben, wird man für den DLC vermutlich Geld verlangen. Eine Prioritätenverteilung, die vielen Fans nicht gefällt. Ehrlich währt am längsten, lautet ein altes Sprichwort. Ob Ehrlichkeit in diesem Fall nicht eher als Dreistigkeit ausgelegt werden kann, sei dahingestellt. Fans dürfte man mit solchen Aussagen jedenfalls nur schwer gewinnen.

Leider ist diese Geschichte kein trauriger Einzelfall. Populär ist auch ein ähnlicher Fall, der das Downloadspiel FEZ betrifft. Entwickler Polytron brachte hier einen Patch für die Xbox 360, der zwar einige Bugs beseitigte, zugleich allerdings einen schwerwiegenden Fehler integrierte. Wer von dem seltenen Bug betroffen ist, muss das Spiel von vorn beginnen, da der Speicherstand unbrauchbar wird.

Polytron gab seinerzeit offen zu, dass die Kosten für einen weiteren Patch zu hoch für den kleinen Entwickler sind und man daher kein weiteres Update anbieten wird.  Das Problem lag damals an den immens hohen Kosten für eine erneute Zertifizierung durch Microsoft – ohne die man keinen Patch für die Microsoft-Konsole veröffentlichen kann. Eine Tatsache, die weite Kreise zog und das Redmonder Unternehmen zum Umdenken bewegte.

Warum ein Spiel letztlich nicht mit nötigen Updates versorgt wird, spielt unterm Strich jedoch keine Rolle. Leidtragend ist am Ende immer einer: der Käufer. Wer selbst schon einmal von einem Fehler betroffen war, der es verhindert hat ein Spiel abschließen zu können weiß, wie ärgerlich solche Bugs sind. Mir ging es einst mit Fable II so. Monate habe ich gehofft, mein Fehler gehört zu jenen, welche via Patch behoben werden. Kurz vor Ende der Story war es nicht mehr möglich, in dieser weiter zu kommen. Lust wurde zu Frust, Vergnügen zu Ärger.

Bis heute gibt es kein Update, welches meinen Spielstand rettet. Dieser ist zwar nicht völlig unbrauchbar, beenden werde ich das Spiel mit dem betroffenen Charakter allerdings nie – geht ja auch nicht. Es dauerte schließlich Monate, bis ich resigniert zu der Feststellung kam, dass es wohl nicht viel nützen wird, auf ein Update zu hoffen. Schweren Herzens erstellte ich mir einen neuen Charakter, um diesen durch das Spiel zu bringen. Inzwischen habe ich Fable II immerhin zwei Mal durchgespielt. Der bittere Beigeschmack blieb jedoch trotz aller spaßigen Spielstunden haften.

Liebe Entwickler … gern gebe ich euch für ein Spiel welches mir Spaß bereitet noch mehr Geld und kaufe DLC’s. Ein klein wenig Service erwarte ich allerdings auch von euch. Wenn ein Spiel mit Fehlern auf den Markt kommt, ist dies für uns Spieler ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es jedoch, wenn wirklich schwerwiegende Bugs einfach ignoriert werden. Die Aussage von WB Games Montréal finde ich schlicht dreist. Ein Schlag ins Gesicht der Fans, die bereits Geld für das Spiel gezahlt haben. Muss man so wirklich mit seinen Kunden umgehen? Ich plädiere auf Nein!

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