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Banished

… weiteren Hungersnöten, Erfolgsaussichten und Bevölkerungswachstum

Für mich gehört Banished zu den bisherigen Höhepunkten des Spielejahrs 2014. Natürlich werden in den kommenden Monaten noch zahlreiche Titel erscheinen, schließlich steht der Blockbuster-Herbst vor der Tür … doch bisher steht das Strategiespiel weit oben auf meiner Favoritenliste. Während ich um SimCity nach wie vor einen Bogen mache, da es bis heute keine Vergrößerung der für mich viel zu kleinen Karten gibt, habe ich dem Ein-Mann-Projekt von Luke Hodorowicz endlich wieder reichlich Zeit gewidmet.

Seit der Titel im Februar für den PC erschienen ist, gab es einige Updates. Diese haben aber auf den ersten Blick nicht viele Änderungen mit sich gebracht. Es handelt sich dabei um Dinge wie behobene Bugs, inhaltlich hat sich seit dem Release hingegen nichts geändert. Im Juli hieß es, das Spiel solle schon bald Mod-Support bekommen, bisher ist dieser allerdings nicht implementiert. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich um ein kleines Projekt handelt, weshalb die Mühlen bei der Entwicklung deutlich langsamer mahlen, als bei einem Projekt mit zahlreichen Mitarbeitern.

Obwohl ich ihm Frühjahr schon etliche Stunden mit Banished gefüllt habe, erwies sich der erneute Einstieg als verdammt hart. Meine erste Stadt – die von mir wenig kreativ New Orleans getauft wurde – wirtschaftete ich schon in wenigen Jahren völlig vor den Baum. Dabei fing alles soooo gut an. Ich hatte mehr als genug Nahrung, Baumaterial, eine langsam wachsende Infrastruktur und eine zufriedene Bevölkerung. Trotz aller Vorsicht war ich am Ende doch zu übermütig und sah binnen eines Winters große Teile meiner Bevölkerung sterben. Der grausame Hungertod krallte sich fast alle Dorfbewohner und machte mein ohnehin nur sanft steigendes Wachstum gnadenlos zunichte.

Schon der kleinste Fehler kann fatal sein – hieran hat sich also bis heute nichts geändert. Doch genau diese Tatsache finde ich so gut an dem Strategiespiel. Während man in vielen anderen Genrevertretern mit Geld viel ausbügeln kann, oder einfach für genug Militär sorgen muss, kommt es in Banished einzig und allein auf eine lückenlose Planung und eine gute Wirtschaft mit den vorhandenen Ressourcen an.

Ernüchternd musste ich feststellen, dass es beinahe unmöglich gewesen wäre, mein eigentlich schon beschauliches Städtchen wieder aufzubauen. Es starben so viele meiner Siedler, dass es nur noch unter größter Anstrengung machbar wäre, alle nötigen Arbeiten verrichten zu lassen – wenn überhaupt. Ich habe also wieder einmal ein noch junges Dorf aufgegeben und einen Neuanfang gewagt. Ein Rettungsversuch scheiterte an meiner Faulheit.

Noch weniger kreativ als zuvor nannte ich meine neue Siedlung New Orleans. Nun ist also auch die Frage geklärt, ob ich es mit kreativen Städtenamen habe. Nööö, definitiv nicht. Dieses Mal war ich beim Aufbau noch zurückhaltender und habe tatsächlich binnen weniger Jahren meinen Nahrungsvorrat so sehr ausgebaut, dass ich die maximale Lagermenge verdreifachen konnte. Wenn ich nicht irre, lief ein Spiel in Banished nie so rund und sorgenfrei bei mir. Inzwischen habe ich ein relativ großes Städtchen auf die Beine gestellt, für eine mehr als ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln gesorgt und eine Schule für die Bildung meiner Siedler gebaut.

Natürlich wäre das Spiel nicht Banished, wenn ich nicht dennoch hier und dort einige Baustellen hätte. So ärgere ich mich zum Beispiel über den nicht florierenden Handel meiner Stadt. Zunächst habe ich Jahre auf das erste Handelsschiff warten müssen. Die kommen nun zwar regelmäßig vorbei, haben aber auch nach Jahren keine interessanten Waren für mich im Tausch gehabt. Dabei hätte ich gern ein paar Samen für neue Felder und einige Tiere. Vor allem Schafe strebe ich an, um an Wolle zu gelangen – aber nööööö, das Spiel scheint mich zu hassen. De meisten meiner Waren mag niemand haben, wääääh.

Auch die Winter treiben mich gern zur Weißglut. Fünf lange Jahre sind jedes Mal in der kalten Jahreszeit mehrere meiner Bewohner verhungert, da sie auf mir unerklärliche Weise weit weg von der Stadt eine Wanderung unternommen haben. Warum die Siedler diesen Weg in jedem Winter einschlagen, ist mir nach wie vor ein Rätsel – scheinbar ein Bug. Aufträge habe ich dort natürlich keine verteilt. Irgendwie ist es paradox … ich habe weit über 10.000 Einheiten Nahrungsmittel rumliegen, aber Menschen verhungern. Ob ich dieses Mysterium je lösen werde weiß ich nicht, bisher habe ich keine schlüssige Erklärung gefunden. Dafür jedoch eine Lösung. Einen Teil der Strecke, die gelaufen wird, habe ich mit einer Steinstraße versehen, womit die Strecke deutlich schneller zurückgelegt wird. Irgendwie blöd – aber lebensrettend.

Trotz dieser kleinen Macken hat mich das Spiel wieder für viel mehr Stunden als geplant in seinen Bann gezogen und mit seiner Schlichtheit und Gnadenlosigkeit begeistert. In Banished geht es um das Überleben. Die ärgsten Feinde sind Hunger, Kälte, Epidemien und die Natur. Glücklicherweise haben mich Seuchen und Naturkatastrophen bisher verschont. Andernfalls hätte sich mein bisher ganz gutes Blatt leicht wenden können. Diese Erfahrung durfte ich schon im Frühjahr sehr schmerzlich machen.

Ich bin schon jetzt gespannt, wann der Mod-Support endlich da ist. Das Spiel scheint nach wie vor sehr beliebt zu sein und dürfte daher mit reichlich Inhalten von der Community versorgt werden. Ich bin nicht gerade der Typ Spielerin, die sich regelmäßig mit neuen und tollen Mods versorgt. Aber hier bin ich echt neugierig. Dann und wann muss man eben auch einen Blick über den Tellerrand werfen.

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