Guild Wars 2

Guild Wars 2 – Höhen und Tiefen

Seit geraumer Zeit läuft in Guild Wars 2 die zweite Staffel Lebendige Geschichte. Bisher sind vier Episoden erschienen – womit die Halbzeitpause erreicht ist. Glücklicherweise kann man inzwischen die Inhalte jedoch wann immer man möchte spielen, da es seit dem großen Feature-Update im Frühjahr das sogenannte Chronik-Feature gibt.

Erfreulicherweise haben die Entwickler aus den Fehlern der ersten Staffel gelernt und qualitativ einige Schippen obendrauf gelegt. Endlich gibt es eine zusammenhängende Geschichte, die Folge für Folge erzählt wird. Ansatzweise gab es die natürlich schon in der letzten Staffel, doch dort wurde die Handlung oft nur schleppend vorangetrieben und immer wieder durch scheinbar nicht passende Episoden unterbrochen.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich zunächst nicht viel erwartet habe. Im Vorfeld gab es nur sehr wenige Informationen, weshalb ich das Schlimmste befürchtete. Glücklicherweise haben sich meine Ängste mit dem Start der zweiten Staffel zerschlagen, denn die Geschichte weiß zu gefallen und begann nicht mit dem Aufstellen von Schildern. Auch die folgenden Episoden erwiesen sich als spannend und haben mir einige Abende Spielspaß bereitet. Besonders schwer fiel dabei die Wartezeit auf den dritten Teil, der mit einem tollen Video beworben wurde.

Hach … es könnte alles so schön sein. Doch am Himmel sind längst dunkle Wolken aufgezogen, die die Stimmung trüben wollen. Während die Living Story das Gefühl vermittelt, die Entwickler haben endlich auf ihre treuen Fans gehört und gelernt mit Kritik umzugehen, lassen andere Dinge stark an dieser Annahme zweifeln.

Da ist zum Beispiel die gamescom, auf der die Entwickler auch fleißig Interviews gaben. Leider haben viele Fans über die anschließend nur erschrocken den Kopf geschüttelt – was im Hinblick auf die Inhalte wenig verwunderlich ist. So wissen Fans von Guild Wars 2 nun etwa, dass die beliebte Super Adventure Box vorläufig nicht zurückkommt, neue Dungeons demnächst nicht zu erwarten sind und auch Fraktale derzeit eher stiefmütterlich behandelt werden. Worauf dürfen sich die Spieler dann eigentlich freuen, wenn man einmal von der Living Story absieht, die nach wie vor mit ihrem Konzept nicht jeden begeistern kann? Man weiß es nicht.

Sicher ist immerhin, dass im September ein neues Feature-Update veröffentlicht wird. Die Inhalte haben zumindest bei mir bisher allerdings nur wenig Begeisterung auslösen können. Die erste Informationswoche fing wirklich vielversprechend an, endete letztlich aber doch eher enttäuschend. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass von neuen PvP-Modi und Karten nicht die Rede war. Dabei spiele ich wirklich gern PvP. Dummerweise fehlt dem irgendwie die Abwechslung, weshalb ich mir wirklich gewünscht hätte, hier würde sich endlich etwas tun. In letzter Zeit veranstaltet ArenaNet immerhin regelmäßig Turniere. Umso mehr habe ich gehofft, dass dieser Teil des MMO’s künftig nicht mehr so stiefmütterlich behandelt wird.

PvP-Spieler rufen schon lange laut nach neuen Inhalten, Modi und Maps … doch es scheint, als wollten die Entwickler einfach nicht auf die Spieler hören. Generell ist die Kommunikation mit den Machern des Spiels im Moment scheinbar nicht gegeben. Viele Fans haben gehofft, die Super Adventure Box käme anlässlich des zweiten Geburtstages wieder ins Spiel zurück – Pustekuchen. Neue Dungeons werden gefühlt seit einer Ewigkeit gewünscht … die Entwickler sehen dies scheinbar gänzlich anders. Die Schnittstelle zwischen Spielern und Entwicklern schwächelt gewaltig. Entsprechend düstere Wolken sind über dem Himmel von Guild Wars 2 aufgezogen. Kritik wird immer lauter und kommt aus immer mehr Ecken.

Die deutsche Community wunderte sich zudem jüngst über den Weggang von Martin Kerstein, der hier jahrelang DAS Gesicht von Guild Wars war. Warum er nun nicht mehr bei ArenaNet beschäftig ist? Weiß kein Außenstehender. Beiträge auf Twitter lassen jedoch eine Menge dicke Luft vermuten. Eifrig wird darüber spekuliert, ob er wohl selbst das Handtuch geworfen hat, oder gegangen wurde.

Inzwischen halte ich ArenaNet und der Franchise Guild Wars schon lange die Treue, woran sich auch so schnell nichts ändern wird. Dennoch steigt selbst bei mir der Frust. Eine Entwicklung, die ich auch zunehmend in meiner Gilde feststellen muss und mit Erschrecken beobachte. Viele liebgewonnene Mitglieder sind längst von dannen gezogen oder nur noch selten anzutreffen – dabei kennt man sich bereits aus Guild Wars Zeiten. Im Moment ist die Stimmung im Chat sehr getrübt. Obwohl kaum noch jemand Erwartungen hat, enttäuschte der zweite Geburtstag. Kein Event, kein Minipet … dafür natürlich eine Aktion im Gemstore, die über Tage anhält. Überhaupt hat man das Gefühl, dass der Fokus viel zu sehr auf dem Gemstore liegt – beziehungsweise darüber hinaus der Rest vom Spiel zu sehr vernachlässigt wird. Der Blaster ist immerhin ganz nett, aber ein 10 Minuten anhaltender Buff dürfte auf lange Sicht nicht interessant sein. Andere Buffs halten wesentlich länger und man muss dafür nicht zunächst ein Item ausrüsten, um Kuchen abzufeuern.

Irgendwie schade. Die Entwickler haben zuletzt einiges richtig gemacht und doch tut man sich damit schwer, den Fans Gehör zu schenken. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf. Gerade bei einem sich ständig ändernden Online-Spiel wie Guild Wars 2 sollten Entwickler und Spieler eine funktionierende Schnittstelle haben. Natürlich ist nicht alles gut, was die Fans mitunter so fordern. Doch Dinge wie die Rückkehr der Super Adventure Box – sei es ohne neue Inhalte – tun ArenaNet sicher nicht weh. All die positiven Dinge nützen nicht viel, wenn zu viele andere nicht funktionieren.

Bei all dem Gemecker mag ich natürlich nicht vergessen, dass erwähnte Living Story Season 2 und andere Dinge trotz aller düsteren Wolken am Himmel des MMO’s Grund zur Hoffnung geben. Nicht alles ist schlecht und einiges hat sich klar in die richtige Richtung entwickelt. Leider nicht konstant genug, hier muss einfach noch mehr passieren. Ein guter Anfang wäre es, sich an alte Aussagen zu erinnern. Die vielgeforderte Precursor-Jagd integrieren, gewünschte Features umsetzen und endlich das PvP ausbauen – welches im Vorgänger hervorragend war.

Guild Wars 2 Beitragsbild PvP

Siehe auch

Guild Wars 2 Path of Fire

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