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Wenn aus Abneigung Zuneigung wird

Manchmal gibt es Dinge, denen kann man einfach nicht viel abgewinnen. Dabei muss es für diese Abneigung nicht einmal zwingend einen tieferen Grund geben. So ging es mir jahrelang mit Superhelden, ich mochte sie einfach nicht. Dann und wann hatte ich als Teenager ein paar Filme mit meinen Eltern gesehen, in denen Batman, Superman und Co. heldenhaft zur Tat schritten und an ihrem guten Ruf feilten. So richtig warm wurde ich damit allerdings nie. Die Filme machten mich nicht an, für Schauspieler schwärmte ich genauso wenig wie für Sänger und mit Comics hatte ich nur dann etwas am Hut, wenn es sich dabei um Mangas handelte.

Jahre später sollte allerdings ausgerechnet ein Videospiel diese Tatsache ändern. Während ich vor Jahren nicht einmal wusste, was es mit DC und Marvel auf sich hatte, ist mein Partner bekennender Superhelden-Fan. So war es quasi Pflicht, dass sich Batman: Arkham Asylum in unsere Sammlung einfinden musste. Ich weiß noch, wie ich damals verzweifelt nach einer der seltenen Sammelausgaben Ausschau hielt und alle möglichen Läden abtelefonierte, bis ich endlich bei Müller fündig wurde und man mir dort eine reservierte.

Batman war nie mein Ding, aber Spielen gegenüber bin ich schon immer sehr aufgeschlossen. Es gibt nicht dieses eine Genre, in welchem ich mich bewege. Stattdessen probiere ich aus und zocke mich dabei durch fast alle Genres von Spielen. Es landete also auch Batman: Arkham Asylum in meinem Laufwerk und plötzlich war sie da, die Liebe zu Superhelden. Naja … vielleicht nicht zu allen Superhelden, aber Batman war von jetzt auf gleich wirklich cool und das Spiel katapultiere sich ganz weit hoch auf meine Favoritenliste. Es brauchte nur wenige Minuten des Spiels, um mich zu begeistern und eine Figur zu mögen, für die ich sonst nie Zuneigung aufbringen konnte.

Alle vorhandenen Zweifel waren quasi über Nacht wie weggefegt. Rocksteady? Nie gehört – wie auch, Arkham Asylum war ja schließlich deren zweites Projekt. Im Vorfeld hatte ich echt enorme Zweifel, was die Qualität des Spiels betrifft, denn seien wir einmal ehrlich … Lizenzspiele hatten zu dieser Zeit keinen nennenswerten Ruf. Doch was Rocksteady uns da geliefert hat, ist ein echter Spiele-Leckerbissen. Dabei ist es völlig egal, ob man nun bekennender Batman-Fan ist, oder einfach nur ein gutes Action-Spiel sucht.

Was mich damals vor allem begeisterte, war das gelungene Gameplay. Im Grunde genommen ist die Steuerung sehr schlicht und gut durchdacht. Dennoch ist es einiges an Arbeit, wirklich alles aus ihr zu kitzeln und zum ultimativen Superheld zu werden. Spätestens in den Herausforderungen dürfte man dies auch merklich spüren. Die Arkham-Reihe gehört für mich zu den besten Actionspielen der letzten Jahre, wobei ich zugeben muss, dass ich Origins bisher nicht gespielt habe. City und Asylum sind allerdings zwei verdammt gelungene Titel, die jeder Fan vom Dunklen Ritter kennen und haben sollte.

Batman: Arkham Asylum war schon extrem cool, aber Arkham City konnte meine Begeisterung noch einmal toppen. Einen großen Anteil hat daran natürlich Catwoman. Schon immer schlüpfe ich mit Vorliebe in die Haut weiblicher Pixel-Protagonistinnen und Catwoman ist ein echt heißer Feger. Selbst als Frau muss ich neidlos gestehen, dass sie einfach nur cool und sexy ist. Genau deshalb hoffe ich auch bis heute, dass Rocksteady dem Kätzchen eines Tages ein eigenes Spiel spendiert. Aber auch ein Koop-Abenteuer mit Batman und Catwoman wäre ziemlich cool, sofern ich dabei Catwoman übernehmen darf.

Im Moment freue ich mich allerdings riesig, auf Batman: Arkham Knight, welches nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Jeder neue Trailer macht mich hungriger und hungriger … dabei bin ich gar nicht so der Typ, der sich von diesen Dingen übermäßig stark mitreißen lässt. Arkham Knight ist hier eher eine von wenigen Ausnahmen, doch wer die Arkham-Spiele kennt, versteht meine Euphorie wohl sehr gut. Glücklicherweise gibt es derzeit ohnehin an allen Ecken Schnäppchen, Sales und Weihnachtsrabatte. Vielleicht genau die richtige Gelegenheit, um sich auch Origins zu holen und damit eine Lücke zu schließen.

Zum richtigen Comic-Nerd, wie man sie aus The Big Bang Theory kennt, werde ich zwar in diesem Leben nicht mehr, aber Superhelden finde auch ich dank Batman: Arkham Asylum und City endlich cool. Danke Rocksteady! Andernfalls wären mir in den letzten Jahren einige wirklich nette Filme von Marvel entgangen. Meine Lieblingsfilme kommen zwar nach wie vor aus anderen Genres, aber für einen gelegentlichen Ausflug ins Kino oder einen netten Filmabend sind die Dinger allemal brauchbar. Ich liebe die Kombination aus Action und Humor, die jedem Marvel-Film innewohnt. Jaja, ich weiß … Batman ist DC und DC kein Marvel. Trotzdem wäre ich ohne Batman und die Arkham-Spiele von Rocksteady niemals ein Fan der Marvel-Filme geworden.

Manchmal lohnt sich also ein Blick über den Tellerrand. In diesem Fall hat es sich gelohnt, ein Spiel zu spielen, welches ich eigentlich nie auf dem Radar hatte und noch dazu in die Rolle eines Superhelden zu schlüpfen. Natürlich funktioniert so was nicht in jedem Fall … ich bin noch heute kein großer Fan von Sportspielen. Trotzdem kann es nicht schaden, dann und wann den eigenen Horizont zu erweitern und neue Dinge zu probieren. Genau deshalb möchte ich auf die boomende Indie-Branche auch nicht verzichten. Gerade dort beweist man immer wieder Mut zur Lücke und bringt Spiele mit bisweilen abgefahrenen und völlig verrückten Konzepten auf den Markt. Immer mögen die nicht funktionieren, aber manchmal sind sie erst der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Die Batman Arkham-Spiele sind zwar keine Indie-Spiele, Mut hat Rocksteady mit ihnen dennoch bewiesen. Spiele rund um Superhelden waren zurzeit von Batman: Arkham Asylum schon längst verpönt. Die Qualität des Spiels spricht zudem dafür, dass die Entwicklung nicht ganz günstig gewesen ist. Schön, dass Rocksteady trotzdem den Mut hatte, ein wirklich gutes Lizenz-Spiel zu machen und damit quasi den Ruf von diesen gerettet hat.

Batman: Arkham Knight

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keepshowkeeper

Es sei vielleicht noch hinzugefügt, dass Superhelden bisher bei dir möglicherweise nie eine Chance hatten einfach weil es bis zum Arkham-Batman keine wirklich GUTEN Superhelden-Games gab. Und die Arkham-Games sind einfach genial. Geniale Werke erkennt man halt u.a. daran, dass sie einem die Augen öffnen. Willkommen bei den Superhelden-Nerds! :-)