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PAYDAY 2

… Nervenkitzel und fetter Beute

Inzwischen zocke ich schon mehr als 20 Jahre Videospiele und habe vieles ausprobiert. Gewisse Tendenzen sind in all dieser Zeit geblieben, doch manche Dinge haben sich auch geändert. Während ich bis heute wenig mit Sportspielen anfangen kann, entdecke ich immer mehr Stealth für mich. Erste Berührungen hatte ich damit schon vor Jahren. Ich habe Splinter Cell gezockt, habe mich an einigen Rainbow Six-Ablegern probiert und habe in diversen The Elder Scrolls-Teilen eine Karriere als Langfinger verfolgt.

So richtig war die Schleicherei allerdings nie mein Ding. Erst mit Tomb Raider entdeckte ich eine gewisse Leidenschaft dafür. Normalerweise bin ich der Typ Gamer, der sofort losstürmt und sich dann Gedanken über alles andere macht. Gekommen ist diese Gewohnheit nicht zuletzt durch Halo, welches bekanntlich ohne Deckungssystem auskommt. Mit dem Sturmgewehr im Anschlag bin ich also vorgestürmt und habe aufgeräumt. Natürlich gab es mit solch einer offensiven Vorgehensweise auch einige Male eins aufs Maul – aber hey, ich bin ja eine geduldige Spielerin.

Jahre später lernte ich meinen Partner kennen, der von Gears of War schwärmte und beschloss, das Game mit mir zu zocken. Natürlich haben wir es geschafft, aber der Weg bis zum Abspann erforderte von uns beiden eine Menge Geduld. Während er den Shooter bereits auf Wahnsinnig kannte, machte mir das Deckungssystem zu schaffen. Ein derart defensives Vorgehen lag mir einfach nicht. Immer wieder bin ich vorgestürmt – und lag folglich schnell am Boden. Das Deckungssystem hat Gears of War nicht ohne Grund. Wer davon keinen Gebrauch macht, wird nicht übermäßig weit kommen. Heute gehört die Franchise zu meinen Lieblingen, doch der Einstieg war für mich eine harte Nuss. Ich musste mein Tempo zügeln, meine übliche Vorgehensweise ignorieren und dabei noch Nerven für die Flüche meines Partners haben, der meine ersten Gehversuche mit dem Spiel ertragen musste. Dabei wird jetzt vermutlich so mancher von euch lachen – denn Gears of War ist kein Taktik-Shooter, der viel Planung und geschicktes Vorgehen verlangen würde. Dennoch hat das Deckungssystem schon gereicht, um mich am Anfang wahnsinnig zu machen.

Jahre später bin ich nun deutlich ruhiger und gelassener – zumindest wenn es ein Spiel erfordert. Tomb Raider habe ich sogar in großen Teilen schleichend und mit Bogen absolviert, weil ich einfach unheimlich viel Spaß daran hatte. Natürlich ist es kein Stealth-Spiel wie Thief oder Metal Gear Solid … dennoch kann man einen gewissen Fokus darauf legen. Früher hätte ich mir einfach ein paar fette Knarren geschnappt und wäre durchgerannt, doch heute bin ich dazu in der Lage, die Dinge ruhiger angehen zu können.

Dieser Veränderung sei Dank, habe ich derzeit einen neuen Lieblingszeitvertreib gefunden: PAYDAY 2. Das Spiel reizte mich schon lange, was nicht zuletzt an den coolen Artworks liegt. Allerdings bekam ich zu hören, dass das wohl eher nicht mein Ding sei und ich nicht unbedingt für dieses Spiel geschaffen sei. Tatsächlich bin ich nun aber schon Ruf-Level 41 und noch immer schwer begeistert. So begeistert, dass ich direkt in die ersten DLCs investiert habe. Darunter befindet sich sogar ein Waffen-DLC, was mir so überhaupt nicht ähnlich sieht. Üblicherweise gebe ich für solche Spielereien gar kein Geld aus. Wenn mich ein Spiel dazu bewegt, für eine Waffe Geld zu zahlen, hat es mich überzeugt und als Fan gewonnen. Für eine vorübergehende Liaison mit einem Game würde ich kein Echtgeld in ein paar zusätzliche Waffen stecken – dafür bin ich viel zu knausrig.

Doch wie kam ich ausgerechnet zu PAYDAY 2, welches ich erst gar nicht ausprobieren wollte? Irgendwann im Herbst gab es den Vorgänger kostenlos bei Steam und ich habe ihn mir geholt. Seitdem habe ich dort ein wenig Zeit verbracht. Auf der Suche nach einem neuen Koop-Spiel bin ich kürzlich im SteamOS Sale über PAYDAY 2 gestolpert. Ich schlug meinem Partner dieses und eine Reihe weiterer Games vor und fragte, ob er nicht Lust hätte Mal wieder etwas mit mir zu koopen. Kurze Zeit später waren wir Besitzer eines PAYDAY 2 Four-Packs, wovon die dritte Kopie an meinen Schwager ging – ist ja schließlich ein Koop-Spiel.

Seitdem haben wir einige spaßige Stunden mit Banküberfällen und Co. verbracht. Anfangs fielen unsere Raubzüge noch ziemlich blutig und laienhaft aus. Inzwischen haben wir erste Perk-Karten freigeschaltet und Fertigkeiten verbessert, weshalb wir immer sicherer, gezielter und verborgener vorgehen. Bisher haben wir es zwar noch nicht geschafft, eine Mission gänzlich im Stealth abzuschließen, doch wir werden routinierter und es gelingt uns immer länger, ungesehen zu agieren. Eines kann ich – zumindest für mich – jetzt schon sagen: PAYDAY 2 war eine gute Investition. Betrachtet man den Preis und die schon in das Spiel investierten Stunden, hat sich der Kauf gelohnt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich endlich wieder ein Spiel gefunden habe, bei dem mein Partner mitmacht. Nach einem solchen Game habe ich zuletzt sehr lange gesucht, da unsere Geschmäcker zum Teil sehr verschieden sind.

Vor Jahren hätte mir PAYDAY 2 allerdings nicht über den Weg laufen dürfen. Der Einstieg ist meiner Meinung nach nämlich ganz schön zäh. Mit steigenden Fertigkeiten wird vieles einfacher. Doch gerade am Anfang benötigt man Geduld. Vieles dauert länger und einige Missionen schlugen zunächst fehl. Als blutiger Anfänger ist es ziemlich hart, wenigstens einen Teil der Missionen ungesehen zu erledigen. Inzwischen kann ich Schlösser schneller knacken, mit Beute schneller rennen und auch die lästigen Anfängerwaffen sind weg. Der Anfang war jedoch steinig, da es einige erfolgreiche Überfälle braucht, um an das nötige Kleingeld und Fertigkeitspunkte zu kommen.

Außerdem kann man natürlich auch in PAYDAY 2 einige typische Anfängerfehler machen. Kameras gar nicht erst bemerkt, zu lange in der Nähe eines Wachmannes gestanden, Hinterhöfe gar zu lang besucht, dem Türsteher zu nahe kommen … Schnell hat dann ein aufmerksamer Beobachter den Alarm ausgelöst oder sein Handy gezückt und die Polizei rückt an. Der zu begegnen, kann wiederum einige dumme Fehler auslösen. Schlecht positioniert, von Brettern und Co. keinen Gebrauch gemacht, die Beute einfach unbeobachtet liegenlassen oder auch die Beute viel zu offensiv zum Fluchtauto gebracht.

Doch es macht richtig Spaß, sich Auftrag für Auftrag neue virtuelle Dollarscheine zu sichern, bergeweise dick bepackte Beutetaschen zum Fluchtauto zu schleppen und neue, noch bessere Taktiken zu entwickeln. Natürlich kommt dann und wann der alte Rowdy in mir raus und es wird einfach losgestürmt. Doch egal wie man nun PAYDAY 2 angeht – es macht auf beide Arten viel Spaß.

Dank der langsamen Erweiterung der Fertigkeiten ändert sich das Spiel auch gewissermaßen. Vieles funktioniert erst dann richtig gut, wenn man die nötigen Fertigkeiten freigeschaltet hat. So kann man Missionen auf eine neue Art entdecken und immer wieder neue Strategien probieren. Obwohl es gar nicht so viele Heists gibt, reichen die für viele Stunden Spielzeit aus. Also heißt es bei mir jetzt immer am Abend: „Hey, Lust eine Bank zu überfallen?“ Schließlich haben wir noch einige Missionen gar nicht probiert und erst eine auf „Sehr schwer“ probiert und auch gemeistert. In „Schwer“ ist die Liste schon länger – doch auch da geht noch mehr und irgendwann wollen auch die anderen Schwierigkeitsgrade getestet und bezwungen werden. Bis dahin fehlen aber noch einige virtuelle Dollar und Skills. Glücklicherweise sind wir inzwischen ein gut funktionierendes Drei-Man(n)-Team, mit steigendem Vermögen auf dem Offshore-Konto. Weitere Millionen werden garantiert folgen.

PAYDAY 2 macht mir persönlich viel zu viel Spaß, um es so schnell wieder zu vergessen. Scheint ganz so, als hätte ich eine neue Langzeit-Liebe gefunden. Dafür ist das Spiel … wenn man denn Mal drin ist … übrigens richtig gut. Hat man erst mal ein wenig Ahnung von der Materie, ist ein Überfall durchaus in zehn Minuten zu meistern. Kommt natürlich auf den Auftrag, den Schwierigkeitsgrad und andere Dinge an – aber das Spiel kann sehr kurzweilig sein. Für mich ein dicker Pluspunkt. Manchmal finde ich erst spät Zeit und bin dann froh, wenn man in wenigen Minuten noch was machen kann. Üblicherweise entscheide ich mich an solchen Abenden für eine Runde PvP in Guild Wars 2. Nun stehen allerdings auch Raubüberfälle ganz ganz hoch im Kurs.

P.S.: Natürlich bin ich nach wie vor sehr actionverliebt. Ich liebe Haudrauf-Spiele, wie Saints Row. Aber inzwischen bin ich auch dazu in der Lage Dinge zu spielen, die etwas Vorplanung benötigen und muss nicht mehr sofort mit dem Kopf durch die Wand.

PAYDAY 2 Gruppenfoto
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360hcopa

Bei meinen Kumpel steht das auch als nächstes auf der Agenda, da er , im Gegensatz zu mir, zur XBOX One gewechselt ist, bleiben nur ein paar alte Schinken mit coop übrig. Left for Dead haben wir als letztes gespielt, da gibt´s nicht einen Hauch von stealth …. (;-) oder solche Knalltütengames, wie Brink …… na ein paar Gamerscorepunkte waren zumindest drin.