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#Gamephilephoto 26: Halbzeit

In der aktuellen Woche lautet das Thema bei Gamephilephoto Halbzeit. Zunächst habe ich gegrübelt, wie ich dieses Wort in einem Beitrag verwenden kann, doch nach ein paar Tagen Bedenkzeit machte es endlich Klick. Kennt ihr auch den Halbzeit-Fluch? Die Welt ist voller guter Spiele – aber selbst drei Leben würden nicht ausreichen, um alle ausgiebig zu daddeln. Vermutlich gibt es da draußen nicht einen Gamer, der keinen Pile of Shame hat. Ein meist gigantischer Berg mit Spielen, die noch gezockt werden wollen. Dummerweise schwindet mit dem Älterwerden auch die Zeit. Früher habe ich mich immer und immer wieder auf dieselben Rollenspiele gestürzt. Heutzutage bin ich froh, wenn ich Mal Zeit für ein umfangreiches RPG habe.

Nicht selten passiert es mir – egal ob Rollenspiel oder anderes Genre – dass ich ein Spiel mittendrin aus dem Auge verliere. Gerade war noch Halbzeit und nun setzt es plötzlich Staub an. Das Leben kommt dazwischen, tagelang ist kaum oder gar keine Zeit für Spiele, der Kopf ist nicht frei genug und ehe ich mich versehe, ist es in Vergessenheit geraten. Die entstandene Pause hält dann oft soooo lange an, dass ich bei einer Wiederaufnahme gar nicht mehr weiß, wie das Game eigentlich funktioniert. Nach einer monatelangen GTA IV-Pause schoss ich ausversehen ein paar Zivilisten über den Haufen … hatte ungewollt den Abzug betätigt. Sofort war die Polizei hinter mir her und ich armer Tropf wusste nicht einmal, wie die verdammte Steuerung eigentlich funktioniert. Monate verstaubte das Ding im Regal … obwohl ich es echt mochte.

Natürlich haben Spiele oft eine ähnliche Steuerung … aber hier und da gibt es eben doch Unterschiede und Nuancen. Selten scheitert es bei mir an der Story – in die komme ich sofort wieder rein, wenn ich sie überhaupt vergessen hatte. Doch die Steuerung ist bei mir oft weg. Also fange ich letztlich von vorn an, damit mir das Spiel sagt, wie ich dieses und jenes zu tun habe. So kommt es also, dass ich viele wirklich grandiose Games bis heute nie beendet habe. Dabei habe ich mit einigen von ihnen durchaus viel Zeit verbracht … aber immer nur in der ersten Halbzeit der Spiele.

Ob ich je den Abspann von Mafia 2 sehen werde? Grand Theft Auto IV? Just Cause? Magicka? Ehe mein Gewissen nun noch schlechter wird, höre ich lieber auf mit der Aufzählung … die Liste wäre eh viel zu lang. Alle dieser Spiele habe ich lange gedaddelt … doch bei keinem habe ich je den Abspann gesehen. Ich weiß nicht wie oft ich den Anfang von Magicka erlebt habe, mich durch die ersten Grand Theft Auto IV-Missionen geballert habe oder in Just Cause gewütet habe … aber in der ersten Halbzeit bin ich inzwischen Profi. Irgendwann lerne ich hoffentlich auch die zweite Halbzeit von diesen und anderen Games kennen … denn sie alle sind fantastisch und haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben mich viele Stunden gefesselt und begeistert. Dummerweise habe ich alle zur falschen Zeit gezockt und sie irgendwann aus dem Blick verloren. Irgendwann erwische ich hoffentlich den richtigen Zeitpunkt dafür und kann den Halbzeit-Fluch durchbrechen.

Bei manchen Games habe ich es inzwischen geschafft. Trine 2 ist eines dieser Beispiele, genauso wie Saints Row: The Third, Borderlands 2, Torchlight II und BioShock. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt und der Halbzeit-Fluch ist kein übermächtiger Bossgegner, der nicht bezwungen werden kann. Auf die Knie mit dir, böser Wicht!

 

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Massimo
Massimo

Das kenne ich nur zu gut. Für RPGs habe ich auch keine Zeit mehr. Ich habe jedoch viele Spiel dann zu ende gespielt. Es gibt jedoch immer Leichen im Keller. =)