Shelter 2

Shelter 2

Entwickler: Might and Delight
Publisher: Might and Delight
Genre: Survival
Plattformen: PC
Preis: ca 14,99 Euro 
Offizielle Website: http://mightanddelight.com/index.php?page=shelter2

Tierische Abenteuer

Nachdem ihr in Shelter bereits zur Dachsmama werden durftet, lässt euch Shelter 2 nun zur Luchsmami werden. Diese muss sich um die Aufzucht ihrer vier Jungtiere kümmern und hat damit alle Hän… pardon, Pfoten … voll zu tun. Doch zunächst einmal müssen die Jungtiere überhaupt das Licht der Welt erblicken, was nach einer kurzen Einführung passiert, an deren Ende wir eine sichere Höhle finden, die den nötigen Schutz bietet. Kaum auf der Welt, hat die Rasselbande auch schon Hunger, weshalb das Muttertier die Höhle verlassen muss, um auf die Jagd zu gehen.

Glücklicherweise gibt es in unmittelbarer Nähe zum Unterschlupf diverse Hasen, die mit ein wenig Geschick schnell gefangen sind. Nach einem erfolgreichen Raubzug geht es zurück zu den noch schwachen Jungtieren, die sich hungrig auf die Beute stürzen – während Mama schon wieder auf der Suche nach Nachschub ist. Glücklicherweise werden die Kleinen schon bald kräftiger und sind dann imstande, den Bau zu verlassen. Fortan folgen sie ihrer Mutter auf Schritt und Tritt, weshalb man sich daran machen kann, die offene Spielwelt zu erkunden. In dieser finden sich verschiedene Areale wie Wald und Sumpf.

Das Nahrungsangebot fällt dabei je nach Umgebung anders aus. So könnt ihr im Schilf Frösche fangen, während euch im Wald schon einmal ein Vogelnest hoch oben auf einem Baum erwartet, welches heruntergeschüttelt werden kann. Während es mancherorts nur so vor Nahrung wimmelt, kann es in anderen Regionen deutlich schwieriger werden, ausreichend Beute zu beschaffen.
Shelter 2 Raubtierfütterung

Insgesamt ist das Spiel aber deutlich zu einfach. Während ich mehrere Generationen heraufgezogen habe, ist mir nur einmal ein Jungtier gestorben, was sich allerdings leicht hätte verhindern lassen. Schuld am Ableben meines Kleinen waren nur meine Unwissenheit und die Tatsache, dass ich zunächst nicht ganz so sicher war bei der Jagd. Wäre mir klar gewesen, dass ich meinem geschwächten Jungtier einfach Beute vor die Pfoten legen muss und dieses dann wieder zu Kräften kommt, hätte sich der Verlust vermeiden lassen. Schwamm drüber, hinterher ist man eben immer schlauer.

So richtig schockiert und mitgenommen hat mich das Ableben meines Kleinen aber ohnehin nicht, obwohl das Spiel eigentlich darauf abzielt. Die Aufzucht der Jungen besteht im Grunde genommen nur darin, sie gelegentlich an eine Wasserstelle zu führen und ihnen Beute hinzulegen, die gefressen wird. Per Mausklick kann man den Luchsnachwuchs zudem rufen, doch da hört die Möglichkeit der Interaktion auch schon wieder auf. Eigentlich schade, denn so entsteht keine richtige Bindung. Die Tiere haben keinerlei Unterschied im Charakter und unterscheiden sich nur in der Fellfarbe voneinander. Unmittelbar nach der Geburt darf man ihnen zudem einen Namen geben. Die Eingabe von ein paar Buchstaben schafft allerdings keine enge Bindung.

Dazu kommt, dass das Spiel einfach zu leicht ausfällt, weshalb man kaum mit Verlustangst konfrontiert wird. Anfangs mag sich die Jagd als knifflig erweisen, doch wer da erst einmal den Dreh raushat, wird bald schon keine Schwierigkeiten mehr haben. Dann gilt es nur noch darauf zu achten, welche Jungtiere wie viel gefressen haben, damit nicht eines auf der Strecke bleibt. Dann und wann mag ein flinkes und wendiges Tier durch geschickte Haken entkommen, aber dann klappt es eben beim nächsten Mal wieder.

Neben dem Hunger gibt es nur wenige Gefahren. Gelegentlich taucht eine schwarze sich ausbreitende Masse auf und hungrige Wölfe können ebenfalls den Weg kreuzen. In meinen sechs Spielstunden bin ich denen allerdings nur einmal in der offenen Spielwelt begegnet und konnte ihnen schnell und unbeschadet mit allen Jungtieren entkommen, indem ich einfach einen gerade gerissenen Hase zurückgelassen habe. Die größte Herausforderung bestand für mich im Grunde genommen darin, Rehe zu Fall zu bringen, da die echt flink und ausdauernd sind. Ein Muss sind die allerdings nicht. Man könnte sich genauso gut nur von Hasen ernähren.
Shelter 2 Familienglück

Ansonsten kann man sich die Zeit noch damit vertreiben, Sammelgegenstände zu suchen, die allerdings nur dazu dienen, Erfolge freizuschalten. Irgendwie wirken diese zudem deplatziert. Hier und dort kann man ein paar Dinge entdecken, wie eine Schwanenfamilie die über das Wasser gleitet oder Enten auf einem Gewässer. Derlei Höhepunkte gibt es aber insgesamt viel zu wenig in Shelter 2.

Optisch ist Shelter 2 hingegen hübsch anzusehen, wenngleich die sehr eigenwillige Grafik definitiv Geschmackssache ist. Jede Region sieht anders aus, was immer wieder für optische Highlights sorgt. Natürlich gibt es auch Jahreszeiten. Verschneite Landschaften, saftige Wiesen im Sommer und herbstliche Wälder verwöhnen die Augen. Darüber hinaus hat das Spiel einen wunderschönen Soundtrack, der wunderbar zu den jeweiligen Situationen passt und die Ohren erfreut.

So ganz möchte der Titel dann allerdings doch nicht überzeugen. Zu einfach, zu wenig Gefahren, zu monoton, zu wenig Abwechslung in der großen und offenen Spielwelt. In Banished fürchte ich zum Beispiel auch nach vielen Jahren oft noch den nahenden Winter, da der mein Dorf schneller dahinraffen kann, als ich Einwohnerschwund sagen kann. In Shelter 2 ist der Winter nur hübsch anzusehen, wie der Wechsel der Jahreszeiten generell. Auch gibt es nichts was mir vergleichbar viel Angst einjagen würde. Von Nervenkitzel und Anspannung fehlt hier jede Spur. Derzeit gibt es zudem noch einige technische Schwierigkeiten. Gelegentlich bricht die Framerate ein und hier und dort blieb ich in Objekten hängen. Auch die Kollisionsabfrage kann zur Geduldsprobe werden.

Das Grundgerüst vom Spiel ist hervorragend, aber bei der Umsetzung hätten die Entwickler ein wenig mehr Kreativität zeigen sollen. Rund eine Stunde dauert es, bis der Abspann erreicht ist. Anschließend kann man die eher schwache Geschichte immer und immer wiederholen. Abweichungen gibt es dabei keine. Mit der Story verhält es sich, wie mit dem Rest vom Spiel: eigentlich ganz nett, aber noch viel Potenzial nach oben. Im Grunde genommen könnte man diese mit einem Satz zusammenfassen.

Mein Fazit:

Shelter 2 ist ganz nett, hätte aber viel mehr sein können. Das Spiel vergießt literweise Potenzial, was schade ist. Eigentlich sollte man Verlustangst haben und die Härte der Natur zu spüren bekommen. Stattdessen erwies sich die Aufzucht von vier Luchskindern als anspruchsloses und ziemlich monotones Abenteuer. Hier und dort gibt es in der großen, offenen Spielwelt Höhepunkte zu entdecken, die sind aber insgesamt zu wenig – es mangelt einfach an Abwechslung.

Auch die Bindung zu den Jungtieren will nicht so richtig aufkommen, da man im Grunde genommen als Muttertier nur zur Nahrungsbeschaffung da ist. Das Muttertier wird unnötigerweise auf diesen Faktor reduziert. Nur während der kurzen Zwischensequenz am Anfang sieht man auch so etwas wie Bindung. Liegt dann später ein geschwächtes Tier am Boden, oder verendet sogar eines, kann man dieses nicht einmal betrauern, beschnuppern, anstupsen oder ablecken. Als Mutter bleibt mir also nur, meinem Nachwuchs immer wieder Nahrung vor die Füße zu werfen … und anschließend neue zu beschaffen.

Optisch ist das Spiel hingegen ein echter Leckerbissen und auch die Ohren dürfen sich an einem grandiosen Soundtrack erfreuen. Schade dass das Gameplay nicht genauso abwechslungsreich wie die wunderschöne Optik und der Soundtrack ausfallen. So kann Shelter 2 nur für kurze Zeit begeistern. Außerdem ist es eher etwas für eine gemütliche Spielstunde, da der Schwierigkeitsgrad zu niedrig angesetzt ist. In der Theorie mag man es hier mit Survival zu tun haben, in der Praxis merkt man davon jedoch nicht viel.

Der geforderte Preis für das Spiel erscheint in Anbetracht dessen was man bekommt zu hoch. Unabhängig von aller Kritik, bleibt das Spielprinzip interessant, wenngleich es dank Monotonie nur kurz bei der Stange hält. Dennoch würde ich auch ein Shelter 3 spielen. Das Abenteuer der kleinen Luchsfamilie ist zwar kein Überflieger, aber es war interessant, in die Rolle der Luchsmama zu schlüpfen. Ich wünschte nur Entwickler Might and Delight wäre es gelungen, dieses Interesse länger aufrechtzuerhalten.

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