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#Gamephilephoto 31: Familie

Gaming und Familie kann bisweilen ein schwieriges Thema sein. So manche Eltern finden es gar nicht gut, wenn der Nachwuchs sich die Zeit mit Videospielen vertreibt. Bei mir ist das glücklicherweise anders. Durch meinen Bruder kam ich einst überhaupt erst auf Spiele, als dieser einen Game Boy Classic bekam. Fortan buhlten wir um das Ding, welches ich natürlich fast nie zu fassen bekam, da er das Ding hütete wie seinen Augapfel. Gelegentlich durfte ich aber trotzdem Hand anlegen und machte meine ersten unsicheren Schritte durch The Legend of Zelda: Link‘s Awakening. Schnell folgten weitere Spiele und ein Nintendo 64.

Obwohl ich damals vieles noch nicht gebacken bekam, war ich von Spielen fasziniert. Fremde Welten, tolle Charaktere, magische Fähigkeiten … mein Kinderherz schlug höher. Meine Eltern zeigten diesem für uns neuem Medium gegenüber zwar eine gewisse Skepsis, doch sie akzeptierten unser neu gewonnenes Hobby und zeigten sich interessiert. Sie schauten zu, wie wir spielten, kannten sogar so manchen Charakter beim Namen und fragten gelegentlich nach.

Mein Dad war sogar so angetan, dass er sich schließlich selbst etwas zum daddeln besorgte, nämlich den Amiga 2000. Mit großer Begeisterung spielte er damals Trolls, welches er irgendwann auswendig kannte und immer wieder durchspielte. Mit Dad haben wir nie zusammengespielt, da er Ruhe vorzog, wenn er spielte. Dafür habe ich zahlreiche tolle Spielstunden mit meinem Bruder verbracht.

Bis heute verbinden uns Spiele miteinander. Darüber hinaus haben wir nicht unbedingt viel gemeinsam, aber spätestens, wenn es um Games geht, kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Auch hier unterscheidet sich unser Geschmack teilweise voneinander. Der Gesprächsstoff geht uns jedoch nie aus.

Ich bin froh, dass meine Eltern so locker mit dem Thema Videospiele umgegangen sind und sich dafür immer interessiert haben. Natürlich gab es auch für uns Grenzen, aber sie haben ein hohes Maß an Toleranz an den Tag gelegt, wie sie es auch sonst immer taten. Ebenso bin ich froh, dass Games mich und mein Bruderherz so sehr aneinanderschweißen.

Obwohl ich inzwischen der 30 sehr nahegekommen bin, können meine Eltern noch gut mit meinem Lieblingshobby umgehen. Fragen wie „Bist du dafür nicht langsam zu alt?“ bekomme ich nicht zu hören. Stattdessen ermuntern sie mich dazu, im Zimmer meines Bruders an der Xbox 360 zu zocken, wenn ich sie besuche. Beiden ist bewusst, dass ich mit meinen Kids nicht übermäßig viel Freizeit habe – vor allem nicht solche, in denen ich völlig in Ruhe etwas tun kann. Es ist o.k., wenn ich mich auch Mal für ein paar Stunden am Controller verschanze und sie die Kinder nehmen. Für diese ruhigen Rückzugsmomente bin ich ihnen sehr dankbar. Sehr dankbar bin ich auch meinem Bruder, der das Hobby Videospiele mit mir teilt und das völlig vorurteilsfrei. <3

PS Ich habe mich für ein Bild aus Super Smash Bros. entschieden. Ich habe das Game zig Stunden mit und gegen meinen Bruder gespielt. Wir hatten tonnenweise Spaß damit.

Super Smash Bros.

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keepshowkeeper

Bravo! Solche Artikel wünscht man öfter zu lesen im Netz! Die meisten Gamer erzählen nur Dinge, die man sowieso überall lesen kann: Bugs, schlechte Grafik, lahmes Gameplay etc. Ich find es viel interessanter, wenn die Games-Person schreibt, was ihr das jeweilige Game persönlich bedeutet hat und wie es ihre Weltsicht verändert/mitgeformt hat.