Life Is Strange Episode 4: Dark Room

Entwickler:         Dontnod Entertainment
Publisher:          Square Enix
Genre:              Adventure
Plattformen:        PC, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One
Preis:              ca. 4,99 Euro oder 19,99 für den Season Pass
Offizielle Website: http://lifeisstrange.com

Dunkle Geheimnisse

Wow, einfach nur wow. Life Is Strange Episode 4: Dark Room hat mich – wie schon die vorherigen Teile – vom Hocker gerissen. Nach den wirklich gelungenen Höhepunkten der Episoden zwei und drei habe ich nicht erwartet, dass Dontnod noch einmal einen obendrauf setzen wird. Tatsächlich haben die Entwickler es allerdings geschafft, mich Mal wieder sprachlos und voller Emotionen zurückzulassen. Bevor überhaupt an dieses Review zu denken war, musste ich erst einmal Abstand gewinnen, damit all die entstandenen Gefühle verblassen konnten. Die Emotionen hallen allerdings noch immer nach. Mal wieder sitze ich hier und grüble darüber, wie das Spiel wohl enden wird. Immerhin ist Dark Room die Vorletzte der fünf angekündigten Episoden. Kaum zu glauben – aber in einigen Wochen gibt es das Finale. Könnte ich doch nur wie Max die Zeit manipulieren. Ginge es nach mir, würde ich vorspulen und sofort weiterspielen. Das Ende von Life Is Strange Episode 4: Dark Room hinterlässt Qual und Hoffnung zugleich.

Dark Room ist allerdings nicht nur aufgrund der letzten Spielminuten ausgesprochen interessant. Bevor ich an dieser Stelle nun ein paar Dinge über die vierte Episode erzähle, möchte ich allerdings eine Warnung aussprechen. Wer an dieser Stelle weiterliest, wird unweigerlich mit einigen Spoilern konfrontiert. Überlegt euch gut, ob ihr den Artikel weiterlesen möchtet, oder lieber aussteigt. Zurück zum Spiel. Episode 4 startet in der alternativen Zeitlinie, die sich am Ende von Episode 3 auftut. Das Spiel führt euch knallhart vor Augen, welche Veränderungen das Einschreiten von Max bewirkt hat. Einige dieser Änderungen sind durchaus erfreulich – wie die Reise nach Paris, die die Price-Familie endlich antreten durfte. Unterm Strich hat es das Schicksal mit der kleinen Familie allerdings nicht gut gemeint. Schließlich wird Max vor eine unmenschliche Entscheidung gestellt, bei der wohl so mancher Spieler schlucken wird.

Schon vor der Veröffentlichung von Dark Room hat Dontnod angekündigt, dass der vierte Teil düsterer als die vorherigen werden wird. Tatsächlich unterstreicht man diese Aussage schon im ersten Teil von Episode 4. Im Verlauf der vierten Episode können einige offene Fragen geklärt werden. Die Antworten sind allerdings zum Teil erschreckend und verstörend. Ihr erfahrt mehr über Nathan Prescott und das Verschwinden von Rachel Amber. Wirklich beeindruckend ist aber der titelgebende „Dark Room“, in dem es einem durchaus kalt den Rücken runterlaufen kann. Als wäre diese Entdeckung noch nicht genug, endet Episode 4 auf schockierende Weise und hinterlässt den Spieler fassungslos. Die Tatsache, dass der Teaser auf die nächste und letzte Episode dieses Mal verdammt kurz ausfällt, macht es nicht unbedingt besser. Dontnod hat Wort gehalten und eine wirklich düstere Episode geschaffen. Darüber hinaus ist es den Entwicklern gelungen, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und noch weiter auszureizen.

Max lernt in der jüngsten Episode keine neue Facette ihrer mysteriösen Kraft kennen. Sie zweifelt zunehmend an ihrer Fähigkeit die Zeit zu manipulieren und nutzt sie nun deutlich bedachter. Nachdem sie das Ende der dritten Episode in eine alternative Zeitlinie katapultiert hat, zweifelt Max zunehmend daran, dass ihre Kraft tatsächlich ein Segen ist. Die fast schon naive und sorglose Max der vorherigen Episoden ist verschwunden. Das Erlebte hat die Studentin deutlich gezeichnet und erwachsener gemacht. Während also die Fähigkeit etwas in den Hintergrund rückt, gibt es ein größeres Puzzle im Verlauf der Story, welches gelöst werden muss. Wer aufmerksam liest, kann diese Aufgabe allerdings rasch meistern. An einer Pinnwand müssen diverse Hinweise sortiert und korrekt miteinander kombiniert werden. So ergibt sich zum Beispiel ein Ort, den ihr anschließend aufsuchen müsst, um die Story fortzusetzen. Die vierte Episode macht zudem wieder deutlich, dass eure früheren Entscheidungen tatsächlich Einfluss haben. So gibt es zum Beispiel häufig Unterschiede bei den Dialogen. Diese ändern sich, je nachdem wie ihr euch bestimmten Charakteren gegenüber früher verhalten habt.

Die Wartezeit auf den fünften Teil scheint unerträglich zu sein. Dontnod hat die Spieler geschickt in die Irre geführt – beinahe zum Narren gehalten. Am Ende von Episode 4 mag es wohl so manchem wie Schuppen von den Augen fallen. Gleichzeitig tun sich zahlreiche neue Fragen auf. Die Autoren haben wieder verdammt gute Arbeit geleistet. Spätestens mit Life Is Strange Episode 4: Dark Room gibt Dontnod zu verstehen, dass man ein hervorragendes Händchen für Spiele im Episoden-Format hat. Ich weiß nicht, was mit Episode 5 noch kommen mag … die Macher des Spiels müssten allerdings eine ganze Menge falsch machen, um das Projekt noch zu verhauen. Nach der vierten Episode bin ich mir nun noch mehr sicher, dass das Spiel ein sehr heißer Anwärter auf den Titel Game of the Year sein wird. Hoffentlich spielen alle Entwickler Life Is Strange, die Spiele im Episodenformat veröffentlichen möchten. Von Life Is Strange kann sich schon jetzt so mancher eine dicke Scheibe abschneiden.

Meckern kann man hier nur auf hohem Niveau. Die vierte Episode hat meiner Meinung nach relativ wenige Entscheidungen zu bieten und die Dialoge sind gewohnt gewöhnungsbedürftig. Nach dem aufwühlenden Start der vierten Episode nehmen die Entwickler zudem einiges an Tempo raus. Es gibt viele Dialoge und das erwähnte Puzzle – allerdings stellenweise nur wenige Handlungen. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen. Die Geschichte von Life Is Strange ist fesselnd, faszinierend, spannend und voller Überraschungen.

Mein Fazit:

So gehen Spiele im Episodenformat! Life Is Strange Episode 4: Dark Room unterstreicht einmal mehr, welch gutes Spiel Dontnod da gerade abliefert. Völlig zurecht wird das Game mit Lob überschüttet. Von Episode zu Episode steigern sich die Entwickler. Auch Dark Room hinterlässt wieder sprachlos und kann einen – wenn man sich denn darauf einlassen mag – wirklich lange beschäftigen. Obwohl inzwischen einiges an Zeit verstrichen ist, seit ich den vierten Teil durchgespielt habe, geistert die Handlung noch immer in meinem Kopf umher. Eine große Rolle nehmen hierbei wieder die Entscheidungen ein. In Life Is Strange ist es schwer, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Machen diese Kategorien überhaupt Sinn? Schon relativ früh stellt einen Dark Room vor eine knallharte Entscheidung, die einen daran zweifeln lässt. Im Mittelteil darf man sich dann davon erholen – ehe Episode 4 den Spieler mit einem Schock zurücklässt.

Getestet wurde die PC-Fassung.

Das Spiel ist nur in Englisch (oder Alternativ mit franzöischen Untertiteln) verfügbar – bitte bedenkt diese Tatsache vor dem Kauf. Entsprechende Sprachkenntnisse sollten zumindest grundlegend vorhanden sein. Tiefgreifende Kenntnisse werden euch nicht abverlangt

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