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#gamers4refugees

Ein Nein gegen den Hass

Gefühlt täglich liest und hört man in den Medien, dass irgendwo in Deutschland eine (geplante) Flüchtlingsunterkunft gebrannt hat. Immer wieder liest man von Hass, Gewalt und Ängsten. Die Zahl der Flüchtlinge steigt mit jedem Tag weiter an. Immer wieder höre ich Menschen über die Flüchtlinge schimpfen. Im selben Zug fallen oft Sätze wie „Uns hilft ja auch keiner.“ und „Was kümmern uns diese Menschen?“

Ich möchte gar nicht abstreiten, dass auch wir in unserem Land Probleme haben. Nichtsdestotrotz geht es uns deutlich besser, als den Menschen die uns nach Jahren des Krieges und teilweise Monaten der Flucht erreicht haben. Viele haben sich mit letzter Kraft nach Deutschland geschleppt, besitzen kaum mehr als die Kleidung die sie am Leib tragen und blicken nun in eine ungewisse Zukunft. Werden diese Menschen überhaupt in Deutschland bleiben können? Wie wird man sie hier empfangen?

All die Menschen, die nun zu uns kommen, hatten irgendwann einmal ein geregeltes Leben, vielleicht eine Arbeit, Träume, Hoffnungen, Familie … Nun sind sie hier und werden mit dem zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge konfrontiert. Sie werden damit konfrontiert, dass die Politik für viele Dinge noch gar keine Lösung hat und nach wie vor berät, wie man überhaupt mit der Situation umgehen soll.

Auch ich finde nicht alles an der aktuellen Situation nachvollziehbar und richtig. Es fällt mir schwer zu verstehen, warum trotz nahenden Winters Zeltstädte entstehen, während hier – und auch anderswo – seit Jahren leer stehende Kasernen zerfallen. Seit Jahren gibt es angebliche Pläne, die ehemalige US-Kaserne zu nutzen … zumindest sichtbar hat sich dort aber nicht viel getan. Ginge es nach mir, würde man dort Flüchtlingen eine Unterkunft bieten – schlechter als eine Zeltstadt kann es dort doch nicht sein? Natürlich kann ich diese Dinge nicht entscheiden.

Aber ich kann helfen, so wie jeder andere auch helfen kann. Für mich und meine Familie sind Spenden schon lange eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn wir mit drei Kindern hohe Lebenserhaltungskosten und wenig Einkommen haben, ist Hilfe für uns immer ein Thema geblieben. Schon Jahre haben wir einen Spendendauerauftrag, der monatlich einen kleinen Betrag von unserem Konto abbucht. Ich kann es mir nicht leisten, einer Vielzahl wohltätiger Organisationen regelmäßig Geld zukommen zu lassen. Helfen kann man jedoch auf vielen Wegen.

Zum Beispiel indem darüber gesprochen wird. An dieser Stelle möchte ich auf das Projekt #gamers4refugees aufmerksam machen. Via betterplace.org sammelt das Projekt Spenden, um Flüchtlingen zu helfen. Selbst wer kein Geld für eine Spende hat, kann die Aktion unterstützen. Redet darüber, berichtet darüber, macht andere auf das Projekt aufmerksam und setzt ein Zeichen gegen den Hass.

Eine wunderbare Möglichkeit sind zudem Sachspenden. Die können zum Beispiel an #GamingAid4Refugees übermittelt werden. Egal ob Kleidung, Spielzeug, Nahrung oder Gebrauchsgegenstände – es gibt viele Dinge, die benötigt werden und helfen. Frei nach diesem Motto werde auch ich am Wochenende mit meinen Kids durch unsere Schränke stöbern und einen Karton mit Sachspenden zusammenwürfeln, den ich anschließend hier vor Ort abgeben werde.

Vielleicht habt auch ihr ein paar Dinge in eurem Haushalt, die ihr entbehren könnt? Dinge die schon längst verstauben, anderen Menschen aber eine Freude bereiten können? Selbst ein scheinbar wertloses Spielzeug kann helfen, indem es einem Flüchtlingskind den Tag versüßt. Schließlich haben diese Menschen selbst fast nichts mehr und mussten ihren Besitz bis auf wenige Habseligkeiten aufgeben. Was für euch wertlos erscheinen mag, kann anderen Menschen vielleicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ein Lächeln ist definitiv viel schöner als Hass.

Das Leben ist kein Ponyhof und wird es auch niemals sein. Aber wir alle können dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Ort wird. Lasst uns nicht immer nur auf die eigenen Ängste, Sorgen und Probleme blicken, sondern auch die Ängste, Sorgen und Probleme anderer Menschen sehen.

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Ertronic
Ertronic

Ich finde es erstmal absolut richtig und wichtig, das Sie ihre Blogroutine für dieses Thema unterbrechen, es ist eine Zeitenwende, die wir erleben. Allerdings gehen wir politisch gesehen konträ und ich werde mich als Mitleser dieses Bloges verabschieden. Und es ist kein Hass auf Flüchtlinge der mich da antreibt, aber eine Willkommenskultur in dieser Hinsicht kann ich nicht mehr unterstützen. Das ging vielleicht noch bei 100.000 – 200.000, aber wer nicht begreift, dass wir nicht alle aufnehmen können und dringend eine Grenze einziehen müssen, sieht die Wirklichkeit nicht mehr. Amüsiert hat mich der Satz „besitzen kaum mehr als die Kleidung die sie am Leib tragen“ – haben sie schon mal einen Flüchtling in ECHT gesehen? Ich mache dies seit einem Jahr, in ECHT, die Handy/Smartphone dichte liegt bei 80 %. Dazu noch eine Anekdote vom Sonntag: die zeigt, bei einigen Flüchtlingen herrscht nicht mal Dankbarkeit für die Leistungen die wir… Weiterlesen »