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Cities: Skylines

Cities: Skylines – Snowfall

Entwickler:         Colossal Order
Publisher:          Paradox Interactive
Genre:              Simulation
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 12,99 Euro
Offizielle Website: http://www.citiesskylines.com/

Brrr, der Winter ist da!

Entwickler Colossal Order hat die zweite Erweiterung für Cities: Skylines fertiggestellt, die den Titel Snowfall trägt. Der Name verrät bereits, was euch in dem Add-on erwartet: es wird kalt. Den virtuellen Winter gibt es aber leider nur mit Einschränkungen. Wer in den Genuss der hübschen Winterlandschaften kommen möchte, muss eine neue Stadt beginnen. Dafür stehen drei neue Karten zur Verfügung, auf denen der ewige Winter herrscht.

Genau dort findet sich auch die größte Schwäche von Snowfall. Es gibt in Cities: Skylines nur entweder und oder – kein dazwischen. Entscheidet ihr euch für eine der neuen Maps, wird es Winter bleiben, spielt ihr eine der alten Karten, bleibt es Sommer. Jahreszeitenwechsel? Fehlanzeige! Natürlich kann man von einem Add-on mit einem winterlichen Namen nicht erwarten, dass es mehr als nur eine neue Jahreszeit mitbringt. Schließlich heißt das Ding nicht „Four Seasons“. Dennoch wäre es schön gewesen, wenn es zumindest auf den neuen Karten eine Rotation zwischen Winter und Sommer geben würde. Auf alten tropischen Maps macht der Winter ohnehin keinen Sinn.

Schieben wir nun diesen weniger glücklichen Umstand beiseite und werfen einen Blick auf die neuen Features. Was genau bringt der Winter eigentlich mit? Beim Start von Snowfall fällt natürlich sofort die Winterlandschaft auf. Verschneite Straßen, schneebedeckte Dächer, vom Schnee überzogene Bäume, vom Himmel fallender Schnee oder gar Schneestürme. Optisch macht die kalte Jahreszeit einiges her. Besonders schick sind die Polarlichter, die für magische Momente sorgen.

Cities: Skylines Snowfall Nächtliche Schönheit

Virtuelles Schneeräumen

Spielerisch fällt das Add-on leider nicht ganz so spannend aus. Natürlich müssen die Straßen möglichst schneefrei gehalten werden, damit der Verkehr nicht ins Stocken gerät. Dank der neuen Schneedeponie könnt ihr die weiße Pracht im Zaum halten. Optisch ist die allerdings nur eine Mülldeponie mit neuem Look. Schade eigentlich, bei den wenigen neuen Gebäuden, hätte ich mir ein wenig mehr Liebe zum Detail erhofft.

Darüber hinaus sollte die neue Temperaturanzeige genau im Auge behalten werden. Zunächst reicht es aus, eure Stadt wie gewohnt zu planen und zu bauen. Früher oder später muss allerdings Wärme erzeugt werden, wofür ihr eine Kesselstation oder ein Kraftwerk bauen müsst. Außerdem gilt es verlegte Rohre aufzuwerten, damit diese neben Wasser auch Wärme transportieren. Der Energiebedarf schießt im Winter ganz schön in die Höhe, weshalb ihr zunächst ein großes Loch in der Haushaltskasse erwarten könnt. Letztlich ist das aber eine einmalige Herausforderung. Ist eure Stadt erst einmal fit für den Winter, bleibt nur noch die Freude über den Schnee. Früher oder später wird sich wohl so mancher die Schneeschmelze und den beginnenden Sommer wünschen.

Features wie das Wärmesystem halten auch in den alten Karten Einzug. Dort dürft ihr allerdings nicht die frostigen Temperaturen die es auf den Snowfall-Maps gibt erwarten. Die Tiefsttemperaturen sind wesentlich milder. Dafür gibt es seit Snowfall Regen und Nebel. Beides sieht optisch ansprechend aus. Letztlich aber ein schwacher Trost, für den nicht vorhandenen Jahreszeitenwechsel.

Die größte Neuerung ist die Straßenbahn. Mit der Tram eröffnen sich dem Spieler neue Möglichkeiten, was die Regelung des Verkehrs betrifft. Fans haben sich das Feature schon lange gewünscht. Umso schöner ist es, dass es endlich den Weg ins Spiel gefunden hat. Die Straßenbahnen sind eine tolle und sinnvolle Ergänzung der bisherigen Verkehrsmöglichkeiten. Praktischerweise kann man die auch jenseits der bestehenden Straßen platzieren, was neue Möglichkeiten bei der Stadtplanung eröffnet. Der Kauf von Snowfall lohnt sich also auch durchaus dann, wenn ihr mit der weißen Winterpracht wenig anfangen könnt.

Cities: Skylines Snowfall Winterlandschaft

Mein Fazit:

So schlecht wie sein Ruf ist Cities: Skylines Snowfall meiner Meinung nach nicht. Im Gegenteil – das Add-on hat seine Momente und birgt ein paar sinnvolle Erweiterungen. Nichtsdestotrotz haben sich die Entwickler hier nicht mit Ruhm bekleckert. Die strikte Trennung zwischen Sommerkarten und Winterkarten ist ziemlich unglücklich. Es mag zwar keine vier Jahreszeiten geben, ein Jahreszeitenwechsel wäre aber trotzdem schön gewesen. Dieser würde auch gleich wesentlich mehr Schwung in das Spiel bringen, als die Wahl zwischen Dauer-Winter und Dauer-Sommer. Es wird wohl nicht jedem Städtebauer erfreuen, dass er für den Winter eine neue Stadt bauen muss, da dieser nur auf den drei Karten der Erweiterung verfügbar ist. Alternativ kann man natürlich auch zum Editor greifen und sich eine Map nach Maß erstellen.

Das größte Problem liegt nicht unbedingt am Content – der geht so nämlich durchaus in Ordnung – sondern beim Preis. 12,99 Euro wirken ein wenig überzogen. Keine Frage, der Winter macht Spaß. Das Gameplay ändert sich auf den Winter-Karten aber kaum. Es gibt die neue Temperaturanzeige, Schnee muss geräumt werden und das Heizsystem sorgt für neue Herausforderungen. Da Dauerwinter herrscht, hat man die Wintermaps allerdings schnell darauf eingerichtet und dann bleibt nur noch, sich an der hübschen Winterlandschaft zu erfreuen. So mancher alte Hase hätte sich sicher darüber gefreut, wenn der Winter mehr und vor allem dauerhafte Herausforderungen bieten würde. Wer sich vor dem Add-on bereits schwergetan hat, was die Motivation betrifft, wird auch mit der Erweiterung langfristig nicht glücklich.

Immerhin gibt es mit den Straßenbahnen dann noch ein richtiges Highlight, welches sich die Spieler lange gewünscht haben. Die Trams fügen sich hervorragend in die bisherigen Verkehrsoptionen ein. Fans von Cities: Skylines, werden auch mit Snowfall ihren Spaß haben. Wer weniger auf Schnee und Straßenbahnen steht, kann allerdings getrost einen Sale abwarten, da sich die Neuerungen unterm Strich in Grenzen halten. Vor allem wenn man die Erweiterung mit After Dark vergleicht. Beim nächsten Mal darf´s also gern wieder etwas mehr sein – oder man setzt stattdessen den Preis niedriger an. Sammler dürfen sich übrigens über eine klassische Box-Version freuen, die im Handel erhältlich ist.

Vielen Dank an Koch Media, für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes.

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