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Deponia Doomsday

Deponia Doomsday

Entwickler:         Daedalic Entertainment
Publisher:          Daedalic Entertainment
Genre:              Adventure
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 29,99 Euro
Offizielle Website: http://www.deponia.de/

Hussa, er ist wieder da!

Wie aus dem Nichts veröffentliche Daedalic Entertainment kürzlich Deponia Doomsday. Dabei sollte ursprünglich nach dem dritten Teil Schluss sein. Umso überraschender kam die Doomsday-Ankündigung, die nur wenige Tage vor Release des Spiels erfolgte. Ich habe die letzten Tage genutzt, um das neue Abenteuer von Rufus zu bestreiten.

Gleich zu Beginn überschlagen sich die Ereignisse. Die fliegende Stadt Elysium ist abgestürzt und Rufus scheint der letzte Überlebende auf Deponia zu sein. Obendrein hat er es mit zahlreichen Fewlocks zu tun. Ihm bleibt nur eine Wahl: er muss Deponia sprengen. Doch halt – plötzlich erwacht Rufus. War etwa alles nur ein böser Traum? Glücklicherweise trifft er kurz darauf Professor McChronicle. Auf der Suche nach ein paar merkwürdigen Zeit-Anomalien zerstört der dummerweise die Gläser von Rufus Verlobter. Das Chaos ist perfekt.

Wenig später jagt Rufus einen rosa Elefanten, versucht seine Beziehung zu retten und gibt Tipps für eine Typveränderung. Ganz nebenbei macht unser chaotischer Anti-Held natürlich einige Dinge kaputt – immerhin reden wir hier von Rufus. Egal ob einzelne Gebäude, oder eine ganze Stadt … Rufus bekommt alles kaputt. Aber wir haben ja den guten alten McChronicle und seine Zeitmaschine. In der Theorie könnte man damit so manches unglückliche Ereignis ausbügeln. In der Praxis geht dabei auch schon Mal noch mehr kaputt.

Deponia Doomsday Liebenswerte Blicke

Altbewährt meets Angriff auf die Lachmuskeln

In Sachen Gameplay verlassen sich die Entwickler überwiegend auf bekannte und klassische Point & Click-Elemente. Es gilt also reichlich eventuell irgendwann noch nützliches Zeug zu sammeln, Gegenstände zu kombinieren und die richtigen Dialog-Optionen zu finden. Darüber hinaus kommen gelegentlich Minispiele und Quick-Time-Events zum Einsatz. Die meisten Aufgaben lassen sich schnell mit Logik meisten. Dann und wann gibt´s allerdings ein paar fiese Kopfnüsse. Manche Zeitsprünge haben es echt in sich, genauso wie Rätsel mit Timer.

Wer feststeckt, kann per Leertaste alle Objekte anzeigen lassen, mit denen interagiert werden kann. Darüber hinaus gibt es vom Spiel allerdings keine Hilfestellung. Weder Hinweise, noch die Möglichkeit Rätsel zu überspringen.

Dafür darf beim Spielen kräftig gelacht werden. Der schwarze und stellenweise bitterböse Humor von Rufus ist genial. In natura will man den komischen Kauz vermutlich nicht um sich haben, aber als virtuelle Figur versprüht er reichlich Charme. Egal wie viele Dinge Rufus in die Luft jagt – man muss ihn einfach lieben. Da der Synchronsprecher wie die Faust aufs Auge passt, kommen die Witze hervorragend rüber. Auch bei den anderen Charakteren haben die Entwickler ein gutes Händchen bei der Wahl der Sprecher bewiesen. Jeder hat seinen Job wirklich gut gemacht, was letztlich viel zur tollen Atmosphäre des Spiels beiträgt. Im Spiel gibt es selbstverständlich ein Wiedersehen mit zahlreichen alten Bekannten, wie Schnabeltier und Goal.

Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Entwickler immer wieder selbst auf die Schippe nehmen. Man war sich für keinen noch so dreckigen Witz zu schade. So manches Mal hab ich mich gefragt, wie viele Clowns Poki wohl schon zum Frühstück verschlungen haben muss, um sich so einen Kram auszudenken. Mit Deponia Doomsday hat er noch einmal unterstrichen, warum seine Spiele so gut sind. Man muss das Spiel nicht einmal selbst zocken, um prima unterhalten zu werden. Selbst als Zuschauer hat man seinen Spaß.

Nur für Neueinsteiger könnte es ein wenig knifflig werden, all die Anspielungen zu verstehen. Deponia Doomsday ist im Grunde genommen eine große Ansammlung von Fanservice. Natürlich kann man auch als Neuling Gefallen am vierten Deponia-Ableger finden, da das Spiel Unmengen Witz und Charme hat. Vorkenntnisse machen den Einstieg allerdings leichter. Neulingen fehlt darüber hinaus natürlich der Bezug zu Schnabeltier und Co. Mit dem vierten Teil sind allerdings auch viele neue Figuren hinzugekommen.

Was mich ein wenig gestört hat, ist das Steam-Interface. Deponia Doomsday sieht toll aus, weshalb ich zahlreiche Screenshots angefertigt habe. Leider zickt das Steam-Overlay bei dem Spiel gewaltig. Eine Macke, die mir bereits bei Fire aufgefallen ist. Das Overlay kann natürlich – wie bei allen Games – abgeschaltet werden. Ich hoffe trotzdem, dass man diesen kleinen Schönheitsfehler noch beheben wird.

Deponia Doomsday Hallo?

Mein Fazit:

Danke Poki, danke Daedalic, danke Rufus … ohne euch hätte ich die letzten Tage auf gar keinen Fall so viel Spaß gehabt. Deponia Doomsday ist Mal wieder ein wunderbares Spiel aus dem Hause Daedalic Entertainment. Kein Wunder, dass das Unternehmen in den letzten Jahren ständig Preise eingeheimst hat. Es freut mich immer wieder, dass man auch in Deutschland zu solchen Perlen wie der Deponia-Reihe fähig ist. Yes, we can! Aber nun genug der Lobeshymne. Daedalic-Fans wissen ohnehin schon lange, warum sie deren Spiele so lieben.

Deponia Doomsday ist kein perfektes Spiel, aber es ist nah dran. Die Charaktere sind verrückt, liebenswert, charmant und einzigartig. Man behält sie auch nach dem Abspann noch lange in Erinnerung. Allen voran natürlich Anti-Held Rufus, der zu den liebenswertesten Chaoten der Videospielgeschichte gehört. Die durchweg guten Synchronsprecher und die toll gezeichneten Charaktere tragen ihr Übriges zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Es gibt tonnenweise (teils sehr dreckige) Witze. Selbst sich selbst nehmen die Entwickler auf die Schippe. Bei den Rätseln verlässt man sich hingegen meist auf typische Point & Click-Elemente. Nur dann und wann wird der Spieler mit echt fiesen Kopfnüssen und Minispielen konfrontiert.

Der größte Wermutstropfen ist wohl der Fanservice, der gleichzeitig auch eines der Highlights ist. Für Kenner der Reihe ist der Berg Fanservice natürlich super. Neulinge werden hingegen viele Anspielungen gar nicht als solche wahrnehmen – wie könnten sie auch? Jetzt aber genug. Warum lest ihr hier noch? Geht endlich Deponia Doomsday spielen und trainiert eure Lachmuskeln. Raus hier! Echt jetzt … geht zocken!

Vielen Dank an Daedalic Entertainment, für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes.

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AniMage

Ich habe Deponia Doomsday auch gestern zu Ende gebracht. :)
Wirklich genial, dass doch noch ein vierter Teil raus kam. Zu lachen gab es, wie du ja schon schreibst, auch genug. Rufus ist und bleibt einzigartig. :D