Hyrule Warriors

Hyrule Warriors: Legends

Entwickler:         Team Ninja, Omega Force
Publisher:          Nintendo
Genre:              Action, Hack and Slay
Plattformen:        Nintendo 3DS
Preis:              ca. 39,99 Euro
Offizielle Website: http://www.nintendo.com/games/detail/hyrule-warriors-legends-3ds

Von der Konsole auf den Handheld

Im August 2014 erschien Hyrule Warriors. Nach anfänglichen Zweifeln mauserte sich der Titel schnell zum Überraschungshit. Der Mix aus The Legend of Zelda und Dynasty Warriors bescherte der Wii U sogar einen Höhenflug. Nun ist seit einigen Tagen die Handheld-Version Hyrule Warriors: Legends erhältlich. Funktioniert das Spielprinzip auch auf dem Nintendo 3DS? Ich habe mich in die virtuelle Schlacht gestürzt, um dieser Frage nachgehen zu können.

In Hyrule Warriors: Legends zieht ihr mit verschiedenen Charakteren aus dem Zelda-Universum in die Schlacht. Die 3DS-Version beinhaltet sechs neue Charaktere. Unter diesen befinden sich Linkle, Toon Link, Tetra und das Skull Kid. Besonders interessant ist Linkle, die wie eine weibliche Version von Link ist. Nachdem Nintendo die Figur ankündigte, musste sich das Unternehmen eine Menge Hohn und Spott anhören. Viele warfen Nintendo Ideenarmut vor. Tatsächlich waren diese Vorwürfe allerdings völlig unbegründet. Sie sind geradezu ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht vorschnell urteilen sollte.

Linkle startet mit zwei Armbrüsten und macht im Kampf eine hervorragende Figur. Zu Beginn ihrer ersten Mission sieht man sie im Bett – was natürlich eine Anspielung auf Link ist, dessen Abenteuer üblicherweise damit beginnen, dass er nicht aus den Federn kommt. Ihre zerstreute Art macht sie meiner Meinung nach wirklich liebenswert. Obwohl Linkle stets ihren Kompass dabei hat und überall Wegschilder sind, hat sie einen Hang zur Orientierungslosigkeit. Ich hoffe, wir sehen Linkle eines Tages als Protagonistin in ihrem eigenen Spiel.

Damit der Titel auf dem Handheld läuft, wurde ein wenig daran geändert. Die Gegnermengen auf dem Bildschirm fallen etwa kleiner aus. Nichtsdestotrotz bekommt ihr es mit zahlreichen Schergen des Bösen zu tun. Durch den kleinen Bildschirm kommt es gelegentlich zu Übersichtsproblemen. Trotzdem ist es nicht weiter schwer, im Kampf die Oberhand zu behalten. Man muss sich dafür lediglich zwei Dinge angewöhnen. Die Kamera kann per Knopfdruck hinter dem Charakter zentriert werden und die Minikarte verrät alle relevanten Informationen für den Kampf. Meine ersten Missionen waren teilweise ziemlich holprig, da ich mich schwer tat Ziele zu finden. Mit ein bisschen Übung kommt man aber auch auf dem Handheld sehr gut zurecht. Wichtig sind die beiden eben genannten Dinge.

Eine weitere Änderung ist der gestrichene Koop-Modus. Dafür findet ihr im Abenteuer-Modus gelegentlich andere Links. Startet ihr diese Missionen, bekommt ihr eine besonders knackige Herausforderung. Im Gegenzug gibt´s deutlich mehr Erfahrungspunkte. Inzwischen freue ich mich immer über Online-Links auf meiner Karte. Die Missionen sind eine tolle Herausforderung.

Während der Koop gestrichen wurde, gibt es mit den Fee-Gefährten ein gänzlich neues Feature für Hyrule Warriors: Legends. Im Abenteuer-Modus könnt ihr Fee-Gefährten sammeln, die euch im Kampf zur Seite stehen. Habt ihr genug Magie gesammelt, könnt ihr eure zuvor ausgewählte Fee eine mächtige Fähigkeit aktivieren lassen. Die Feen können mit Nahrung wie Deku-Nüssen gefüttert werden, womit sie im Level steigen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kleidungsstücke für die Begleiter. Die neuen Outfit-Teile müssen allerdings zunächst erspielt werden.

Hyrule Warriors: Legends - Linkle Artwork

El Dorado für Perfektionisten und Sammelfreunde

Apropos erspielen … wer Hyrule Warriors: Legends komplett abschließen möchte, sollte viel, viel, viel und noch viel mehr Zeit einplanen. Die Wii U-Version bot bereits zahlreiche Spielstunden. Bei der 3DS-Fassung sieht es nicht anders aus. Der Handheld verwöhnt uns in diesem Jahr wirklich mit Dauerbrennern. Ich habe inzwischen zahlreiche Stunden in Legends gelassen – ein Ende ist allerdings noch lange nicht in Sicht. Es gibt ganze Berge von Waffen, Abenteuer-Modus Karten, Feen-Kleidung und Co., weshalb man sich mit dem Spiel auch über Monate beschäftigen kann. Anders sieht es natürlich aus, wenn man nur die Geschichte erleben möchte. In diesem Fall könnt ihr rund 15 Stunden Spielzeit einplanen.

Das eigentliche Spiel ist damit allerdings längst nicht abgeschlossen. So könnt ihr etwa im Kampf Materialien sammeln. Diese werden in der Medaillen-Schmiede verarbeitet. Mit denen könnt ihr zum Beispiel neue Kombo-Angriffe freischalten und Flaschen, um nützliche Elixiere mitzunehmen. Medaillen sind immer an einen Charakter gebunden, weshalb ihr eine Menge zu tun habt, wenn ihr alle Figuren vollständig aufwerten möchtet. Nach dem ersten Spieldurchgang warten außerdem höhere Schwierigkeitsgrade und neue Schätze auf euch. Wer ein Spiel sucht, welches langfristig bei der Stange halten kann, macht mit Hyrule Warriors: Legends keinen Fehler.

Als Zelda-Fan hatte und habe ich eine Menge Spaß mit dem Spiel. Die Story baut auf verschiedenen Zelda-Spielen auf und das Spielprinzip macht nach wie vor sehr viel Spaß. Es ist als Fan der Reihe natürlich toll, wenn man auch Mal als Impa, Shiek, Ganondorf, Ruto und Co. spielen darf. Darüber hinaus machen die Massenschlachten reichlich Fun, wenn man sich in die Handheld-Version eingefunden hat. Dazu kommt ein ganzer Berg Anspielungen auf die Zelda-Spiele. Trotz aller Freude hat der Titel allerdings auch ein paar Macken.

Zunächst ist da natürlich die schon eingangs erwähnte Übersicht, die nicht immer optimal ist. Hat man große Gegner wie König Dodongo, kann man schnell den Überblick verlieren. Mit ein bisschen Übung lernt man allerdings damit umzugehen. Nach ein paar Missionen hatte ich keine Probleme mehr damit. Ihr solltet euch also nicht zu schnell abschrecken lassen. Es kann ein wenig dauern, bis man mit dem Spiel auf dem Handheld warm wird – aber es wird. Gebt euch Zeit.

Im Zusammenhang mit Hyrule Warriors: Legends wird zudem häufiger über Probleme mit der Framerate berichtet. Ich selbst hatte nur zweimal Probleme mit niedrigen FPS. In beiden Fällen konnte ein Neustart meines Handhelds Abhilfe schaffen. Da diese Vorfälle immer zu Beginn einer Mission kamen, habe ich mich nicht über verlorenen Fortschritt ärgern müssen. Allerdings habe ich nur einen New Nintendo 3DS. Daher kann ich nicht sagen, wie die Performance auf älteren 3DS-Modellen ist. An dieser Stelle verweise ich auf die kostenlose Demo im eShop, mit der 3DS-Besitzer einen Probelauf wagen können.

Davon abgesehen hat der Titel ein für das Genre sehr typisches Problem: Klonkrieger. Natürlich trefft ihr im Spielverlauf auf zahlreiche Gegenspieler wie Ganondorf, Gohma, Cia und König Dodongo. Im Wesentlichen erwarten euch aber Horden von gleich aussehenden Gegnern. Auch die KI ist nicht die allerbeste. Gerade zu Beginn bin ich öfter genervt über die halbe Map gerast, um irgendeinen wichtigen NPC zu heilen und ihn vor Gegnern zu schützen. Die KI-Kollegen halten leider relativ wenig aus – vor allem wenn sie es mit stärkeren Gegnern zu tun haben. Trash-Mob machen euren Begleitern normalerweise nur sehr wenig aus.

Ist man etwas aufgelevelt, kann man diese Sache gelassener sehen, weil man dann meist das nächste Zwischenziel rasch erreicht. Selbst Endbosse sind dann häufig schnell platt. Ist die Mission erst vorbei, muss natürlich keiner mehr gerettet werden. Diesen Punkt muss man aber zunächst erreichen.  Am Anfang habe ich einige Missionen ganz oder in Teilen neu spielen müssen, weil KI-Mitspieler das zeitliche gesegnet haben. Da es nicht überall Eulenstatuen für die Schnellreise gibt, ist man nicht immer schnell bei seinen Begleitern. Je nach Mission hilft es auch, wenn man zunächst die Karte säubert. Geht aber nicht in jedem Fall – da in einigen Schlachten ständig neue Gegner nachkommen.

Unterm Strich hat mir Hyrule Warriors: Legends aber sehr viel Freude bereitet. Einige der Probleme sind zudem – wie bereits erklärt – nur zeitlich begrenzt. Es ist kein perfektes Spiel, aber wenn man dem Titel etwas Zeit gibt, kann man eine Menge Spaß damit haben. Ich hatte zunächst wirklich Zweifel, ob ich mit den Massenschlachten auf dem kleinen Bildschirm warm werde. Diese Zweifel sind aber schon lange weggefegt.

Offen bleibt nun natürlich noch die Frage, ob sich der Kauf lohnt, wenn ihr bereits Hyrule Warriors habt. Es ist in diesem Fall schwer, die Frage einfach mit Ja oder Nein zu beantworten. Wer die Konsolen-Version besitzt weiß natürlich, wie umfangreich der Titel ist. Charaktere leveln, Kostüme freischalten, der Abenteuer-Modus … all diese Dinge fressen viel Zeit. Wer die hat und sich nicht daran stört noch einmal von vorn zu beginnen, kann ruhigen Gewissens zuschlagen. Hyrule Warriors: Legends bietet einige interessante Neuerungen und macht auch auf dem Handheld viel Spaß. Ihr werdet noch einmal Monate mit dem ganzen Content verbringen können.

Erfreulicherweise sind die ganzen DLCs der Konsolen-Fassung bereits enthalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also wirklich gut. Obendrauf gibt es unter anderem sechs neue Charaktere, die Fee-Gefährten und neue Missionen.

Hyrule Warriors: Legends - Horror Kid Artwork

Mein Fazit:

Zunächst hatte ich Zweifel, ob ich mit Hyrule Warriors: Legends auf dem New Nintendo 3DS warm werden kann. Massenschlachten auf einem kleinen Bildschirm? Es funktioniert! Es funktioniert sogar prima. Die ersten Missionen waren ziemlich holprig und ich hatte wenig Orientierung. Letztlich ist es aber nur eine Frage der Übung. Daher kann ich nur jedem den Rat geben, nicht vorschnell zu urteilen. Seht euch das Spiel und seine Mechaniken in aller Ruhe an, gebt ihm Zeit und gewöhnt euch den Umgang mit der Karte an. Nach ein paar Schlachten hat man sich an daran gewöhnt und den vollen Durchblick.

Hyrule Warriors: Legends ist ein weiterer Dauerbrenner für den Nintendo 3DS. Perfektionisten werden Hunderte Stunden mit dem Spiel verbringen können. Ein großes Plus sind dabei die kostenlos enthaltenen Wii U-DLCs. Es gibt also viel Spiel für wenig Geld.

Ein paar kleinen Macken hat der Titel trotzdem. Ihr bekommt es in erster Linie mit immer gleich aussehenden Gegnern zu tun. Zu Beginn nervt zudem bisweilen die KI. Einige Missionen habe ich vergeigt, weil wichtige Charaktere gestorben sind. Ist man aufgelevelt, kann man auch dicke Gegner im Legenden Modus schnell zur Strecke bringen. Anfangs braucht es aber einige Angriffe mehr. Es nervt, wenn mitten im Bosskampf ein wichtiger NPC in Bedrängnis gerät. Natürlich passieren solche Dinge weit weg auf der Karte und nicht in eurer Nähe. Zum Glück gibt es Checkpoints in den Missionen.

Trotz einiger kleiner Kritikpunkte ist der Titel insgesamt betrachtet unterhaltsam und spaßig. Fast schon zu meinem Leidwesen. Derzeit kann ich nämlich gar nicht die Finger von Hyrule Warriors: Legends lassen. Ich bin inzwischen so sehr von der Handheld-Version überzeugt, dass ich mir sämtliche DLCs holen werde. Ich möchte mehr. Sehr gern auch einen Nachfolger.

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