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Dark Souls 3

… unverzeihlichen Fehlern, Todesmut und Heldentaten

Na, sterbt ihr auch schon in Dark Souls 3? Seit letzter Woche darf und will ich das Game zocken. Bandai Namco hat mir freundlicherweise ein Review-Muster zur Verfügung gestellt, dank dem ich jetzt schon zig Stunden die Spielwelt unsicher gemacht habe. Bis ich eine endgültige Meinung abgeben kann, wird´s noch ein paar Tage dauern. Immerhin dürfte es den wenigsten Gamern gelingen, Mal schnell durch Dark Souls 3 zu rennen.

Dabei ist das Spiel zumindest laut einigen Fans lächerlich einfach und inzwischen viel zu sehr Mainstream. Ist Dark Souls 3 wirklich beim Mainstream angekommen? Nein! Sicher bewegt sich der Charakter inzwischen schneller, Items haben ausführliche Beschreibungen und natürlich kann man sich das Leben auch einfacher machen, wenn man online einfach Spieler ruft. Ein Normalsterblicher Spieler wird sich aber trotz allen inzwischen vorgenommenen Vereinfachungen noch die Zähne am Spiel ausbeißen. Schon der erste Boss – Iudex Gundyr – hat es in sich.

Da ich selbst inzwischen länger nicht mehr mit der Dark Souls-Reihe in Berührung kam, hatte ich ebenfalls ganz schön mit dem Kerl zu kämpfen. Ich bin einige Male gescheitert, bis ich es endlich gepackt hatte. Da man vorab nicht aufleveln kann, ist nicht viel mit Vorbereitung. Man kann ein paar nützliche Items sammeln, hat je nach Klasse eventuell Fernkampf und wirkungsvolle Zauber zur Verfügung … viel mehr ist aber auch nicht drin.

Mein größtes Problem war letztlich aber nicht einmal Iudex Gundyr, sondern mein gewöhnlicher Spielstil. Ich habe mit Stealth nicht übermäßig viel am Hut, zocke vor allem offensiv ausgelegte Titel und bin jemand, der gern Mal vorprescht und dann dort wenn nötig die Deckung sucht. Natürlich kann ich auch ganz anders, aber dann und wann verfalle ich in bekannte und alte Muster. Fehler, die einem auch das angeblich viel zu leichte Dark Souls 3 nicht verzeiht. So sehr einem die Franchise inzwischen auch entgegenkommt, so sehr kann man nach wie vor auf die Fresse kriegen und fliegen.

Umso epischer fühlt es sich an, wenn man einen Boss gelegt hat. Noch epischer fühlt es sich an, wenn man beim zweiten Boss dann nur noch vier Anläufe gebraucht hat, während einen der erste noch eine ganze Weile beschäftigt hat. Dark Souls 3 vermittelt mir generell ein Gefühl, wirklich etwas geschafft zu haben. Ich bin über jede neu erreichte Stufe froh, erleichtert über jedes neue Leuchtfeuer, happy über jeden gelegten dicken Gegner und für jedes erbeutete Item dankbar. Ein Spielgefühl, welches sich bei mir seit dem ersten Teil hält. Obwohl die Franchise auch mit Grind verbunden ist, macht es mir Spaß, weil ich etwas zurückbekomme und für meine Mühe belohnt werde.

Als ich anfing Dark Souls 3 zu spielen, wurde mir zudem bewusst, wie verwöhnt man doch inzwischen ist. Einstellbare Schwierigkeitsgrade,  Mikrotransaktionen, ausführliche Tutorials und andere Mechaniken können einem das Leben in Spielen deutlich vereinfachen. Dark Souls 3 schenkt dem Spieler nichts. Entweder möchte man die Mechanik verstehen und sich damit befassen, oder man wird nie weit im Spiel kommen. Iudex Gundyr ist letztlich so etwas wie ein Tutorial. Hat man ihn gelegt, hat man die Mechanik zumindest teilweise begriffen und ist bereit. Man wird in die Spielwelt entlassen und das Abenteuer beginnt erst so richtig. Aber wenn man ihn gelegt hat, dann weil man gelernt hat mit der Ausdauer umzugehen, den Angriffen vom Boss zu entgehen und im richtigen Moment die richtige Menge Schaden zu machen. Man legt den Boss nicht, indem man den Schwierigkeitsgrad nach unten schraubt, online einen Kumpel zur Hilfe holt, einfach noch ein paar Level hochspielt oder sich via Mikrotransaktionen schnell ein bisschen Ausrüstung beschafft.

Übrigens war es bei mir am Ende nicht Iudex Gundyr der mir das Genick brach, sondern meine Art zu spielen. Ich fühlte mich nach dem besiegtem Boss toll, bin wie beflügelt weiter gegangen und habe mich unsterblich gefühlt. Ein böser Fehler! Im Feuerband-Schrein hab ich übereifrig einen NPC angegriffen, da ich schnell einen Gegner plätten wollte. Diesen Gegner gab es allerdings nie. Es war ein am Boden kauernder NPC, der mich natürlich nach meinen Axthieben prompt angriff. Da ich ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewachsen war, wurde jeder Besuch im Schrein zur Qual. Immer wieder hat er mich getötet. Kaum kam ich an, ging er auf mich los. Mal schnell ein Level aufsteigen? Pustekuchen! Vorher musste ich den NPC erstmal mühevoll weglocken, damit ich in Ruhe aufsteigen konnte. Letztlich habe ich mich schweren Herzens vom Spielstand getrennt und mit einer anderen Klasse noch einmal angefangen. Man kann zwar NPCs auch besänftigen, von dieser Möglichkeit war ich unmittelbar nach dem ersten Boss aber noch weit entfernt.

Seitdem mache ich Dark Souls 3 mit einer Pyromantin unsicher, die mir inzwischen doch sehr ans Herz gewachsen ist. Meine „Kleine“ ist nun schon Stufe 37 und mein erster Charakter – eine Ritterin – beinahe in Vergessenheit geraten. Im Moment liebe ich Dark Souls 3 einfach nur, weil es mich so richtig fordert und ich ranklotzen muss. Emotional nimmt es mich zudem so richtig mit. Mal könnte ich es einfach nur verfluchen, einige Male habe ich mich sogar gefragt, warum ich todesmutig ein Testmuster angefragt habe. Aber die meiste Zeit fühle ich mich einfach nur toll. Ich hoffe, mein Ziel zu erreichen. Ihr möchtet wissen, welches mein Ziel ist? Dark Souls 3 zu beenden, ohne einen Spieler zu rufen. Bisher läuft´s.

Dark Souls 3 Untotensiedlung

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Wieder ein sehr schöner Beitrag. :) Du weißt ja sowieso schon, dass ich großer Fan deiner „Ein Abend mit“-Reihe bin. Ich habe Dark Souls 3 noch nicht angezockt, bin aber auch ehrlich gesagt etwas eingeschüchtert worden. :D Das Spiel soll ja wirklich sehr sehr hart sein. Aber nun gut. Vielleicht, wenn ich nicht mehr so auf Stardew Valley fixiert bin, setze ich mich da mal dran.