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Dark Souls 3 Tür

Dark Souls 3 Easy Mode? Nein Danke!

Seit einigen Wochen ist Dark Souls 3 raus. In meinem Review habe ich bereits ausführlich darüber berichtet, wie ich das Spiel finde und weshalb ich es mag. Trotzdem möchte ich das Thema nun noch einmal aufgreifen und in eine aktuelle Diskussion einsteigen. Seit Wochen wird heftig darüber diskutiert, ob das Spiel einen Easy Mode braucht. Aber halt … Stopp … warum wird schon wieder auf dem Schwierigkeitsgrad rumgeritten? Ich finde es ehrlich gesagt furchtbar. Wird irgendwo über Dark Souls geredet, wird meist auch über den Schwierigkeitsgrad gesprochen. Warum eigentlich? Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn man wieder einen Boss gelegt hat und dadurch wieder ein neues Gebiet erreichen konnte. Trotzdem ist Dark Souls viel mehr, als eine schwierige Spielereihe.

Es macht mich ein wenig traurig zu sehen, wie sehr viele den Schwierigkeitsgrad in den Fokus rücken. Viele andere Aspekte werden dabei – meiner Meinung nach völlig zu Unrecht – ausgeblendet. Ich werfe einfach einmal die Theorie in den Raum, es hätte niemals drei Dark Souls Spiele gegeben, wenn das Spiel nur einen hohen Schwierigkeitsgrad zu bieten hätte. Die Reihe überzeugt auch dank Spielgefühl, Lore und einer unglaublich gut gestalteten Spielwelt. Sicher gab es da innerhalb der Reihe qualitativ Unterschiede. Trotzdem muss sich keines der Spiele verstecken.

Ich habe selbst einige Spielstunden mit der Reihe verbracht und frage mich, wie ein Easy Mode in Dark Souls funktionieren soll? Ein frommer Wunsch – der allerdings ein solcher bleiben sollte. Leben die Spiele nicht davon, dass man sich großartig fühlt, wenn man endlich eine weitere Hürde geschafft hat? Egal wie lange ich darüber nachdenke … ich kann mir einen Easy Mode einfach nicht vorstellen. Wie sollte ich mich über eine gute Waffe freuen, wenn der Weg dorthin ein Spaziergang war? Wie sollte ich ein neues Gebiet schätzen, wenn der Weg dorthin ein Spaziergang war?

Ein Easy Mode würde das typische Dark Souls Spielgefühl zerstören. Darüber hinaus würde man Dark Souls 3 vermutlich binnen Stunden durchspielen können. Veteranen benötigen schon jetzt nur rund ein Dutzend Spielstunden, um es bis zum Abspann zu schaffen. Wenn man sich Dark Souls 3 genauer ansieht, fällt zudem eines auf: es ist einsteigerfreundlicher als die Vorgänger. Soll es wirklich noch einsteigerfreundlicher werden? Nein! In Dark Souls 3 kann man sich ohnehin einige Spieler und teilweise auch NPCs beschwören. Bosskämpfe werden so teilweise lächerlich einfach.

Ich habe am Wochenende ein wenig Zeit damit verbracht, mich für Bosskämpfe anzubieten, indem ich ein entsprechendes Rufsymbol platziert habe. So mancher Host hat sich dabei im Background gehalten und nicht viel – manchmal auch noch weniger – beigetragen. Was ich damit sagen möchte? Man kann es sich jetzt schon einfach machen. Warum noch leichter? Wer mag, kann sogar das Spiel im Koop mit einem Freund durchzocken. Dank Passwort kein Problem. Via Trick kann man sogar Gebiete gemeinsam betreten, bei denen der Endboss bereits gelegt wurde. Wer gewillt ist den ersten Boss zu meistern, sollte es auch bis zum Ende des Spiels schaffen. Notfalls eben mit Hilfe. Den kleinen Finger hat man den Spielern also ohnehin längst gereicht. Muss es nun noch die ganze Hand sein?

Ich finde es gut, wie man mit Dark Souls 3 auch Neueinsteiger anspricht und begrüße die Einsteigerfreundlichkeit. Ein Easy Mode würde allerdings ohne gravierende Änderungen meiner Ansicht nach nicht funktionieren. Man müsste mehr am Spiel ändern, als nur den Schwierigkeitsgrad deutlich zu entschärfen. Letztlich wäre Dark Souls 3 ein gänzlich anderes Spiel. Obwohl ich kein Freund davon bin, die Reihe nur auf ihren Schwierigkeitsgrad zu beschränken, baut doch vieles darauf auf.

Da man sich stellenweise echt durchbeißen muss, fühlen sich selbst kleine Fortschritte wie eine neue Stufe, eine Estus-Scherbe oder eine neue Waffe super an. Wer freut sich noch wie ein Schneekönig über einen Untoten-Knochensplitter, wenn man den ohnehin ohne Probleme erreichen kann? Wer freut sich noch so richtig über das Erreichen eines neuen Gebiets, wenn er mühelos hinkommt? Wer sieht sich noch mit viel Bedacht die Gebiete an, wenn man die Gegner einfach spielerisch plätten könnte?

Ich hoffe, From Software bleibt weiterhin stark und verzichtet auf einen Dark Souls 3 Easy Mode. So mancher Spieler, der die Reihe nicht kennt, aber danach ruft, wäre hinterher wohl ohnehin enttäuscht. Darüber hinaus hat auch ein Dark Souls 3 das Recht, zu sein, wie es ist. Man sollte als Spieler nicht den Anspruch haben, jedes Spiel zu mögen. Es wird vermutlich auch keiner alle Genres gut finden. Es gibt schwere Spiele und es gibt leichte Spiele. Nicht jedes leichte Spiel braucht einen Hard Mode und nicht jedes schwere Spiel einen Easy Mode. Manche Dinge funktionieren einfach so am besten, wie sie sind.

Dark Souls 3 Yhorm

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GwynGaming

Genauso wie deine Rezension über dieses fabelhafte Spiel, spricht mir auch dieser Beitrag aus vollstem Herzen! Besonders schön finde ich den Satz „Manche Dinge funktionieren einfach so am besten, wie sie sind.“!
Leider ist im Zeitalter des virtuellen Schwanzvergleichs nur eine Diskussion über die Schwierigkeit möglich und die Atmosphäre wird leider nicht beachtet. Das ist wirklich schade, wie du ja auch schon schriebst.