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ABZÛ Wale

Walking Simulationen? Gerne mehr davon!

Im Moment sind Walking Simulationen wieder ein beliebtes Thema. ABZÛ hat in den vergangenen Tagen für viel Begeisterung gesorgt. Einige Leute stören sich allerdings gewaltig an den wenigen Interaktionsmöglichkeiten, der nur angedeuteten Geschichte und dem viel zu einfachem Spiel. Kann man so sehen – muss man aber nicht.

Geschmäcker sind ohnehin verschieden. Schon vor vielen Tausend Jahren gab es unterschiedliche Ansichten und in Zukunft bleiben Geschmäcker hoffentlich auch so vielfältig, wie sie es heute sind. Niemand ist gezwungen, irgendetwas zu mögen. Keiner muss Shooter spielen, keiner muss auf Rollenspiele abfahren, keiner muss Rennspiele daddeln … jeder soll einfach zocken, was ihm Spaß macht.

Mir machen Spiele wie ABZÛ, The Vanishing of Ethan Carter, 9.03m, The Stanley Parable oder Dear Esther viel Spaß. Der Alltag kann bisweilen ziemlich stressig sein – gerade für mich als Dreifachmama. An solchen Tagen habe ich herzlich wenig Lust auf ein packendes Strategiespiel, Actiontitel, bei denen es in einer Tour kracht oder Zerstörungsorgien. Generell bin ich ein ziemlich actionverliebtes Mädchen. Aber eben nicht immer.

Im realen Leben versuche ich mir gelegentlich Tage zu gönnen, an denen ich möglichst wenig tue. Einfach um auch Mal zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen und den Alltagsstress und die tägliche Routine ein wenig abzuschütteln. In Spielen kann man so etwas auch tun – indem man Spiele wie ABZÛ zockt.

Vollmond

Die gern häufig kritisierten Walking Simulationen fordern mich als langjährige Spielerin nicht, da ich ganz andere Kaliber von Spielen kenne. Müssen sie allerdings auch nicht. Dafür sind die Spielwelten in diesen Spielen oft besonders faszinierend und mit wahnsinnig viel Liebe gestaltet. Wann immer ich solche Games zocke, mache ich dabei zig Screenshots, weil mich die virtuellen Welten so sehr faszinieren.

Auch die häufig sehr offen gehaltenen Geschichten finde ich toll. Man kann im Spiel nicht viel mit der Spielwelt machen, dafür rattert der Kopf in einer Tour. Warum sind diese Dinge dort? Wer mag hier wohl einst gelebt haben? Wieso ist man an diesem Ort? Das Ausschmücken einer Geschichte fand ich schon als Kind toll. Egal ob offene Enden, oder eine Story die viel Platz für eigene Ideen lässt. Ich persönlich fühle mich da pudelwohl.

Letztlich ist es für solche Spiele sogar ein Vorteil, dass sie dem Spieler kaum etwas abverlangen. Kennt ihr Spiele, bei denen ihr irgendwann einfach verzweifelt und euch an bestimmten Stellen die Zähne ausbeißt? Mir ist so etwas in über 20 Jahren Gaming einige Male passiert. Natürlich meistert man früher oder später solche Parts, aber der Weg dahin kann sehr steinig sein. So sehr mich solche Dinge motivieren … so entspannend ist es, wenn man manchmal einfach ans Ziel kommt, ohne gefordert zu sein. Bei ABZÛ und anderen Spielen dieser Art zerstören schwierige Abschnitte nicht den Spielfluss, da es keine gibt. Man wird daher auch nicht aus der tollen Atmosphäre und der Welt gerissen.

Oft möchte ich von Spielen gefordert werden – aber eben nicht immer. An solchen Tagen sind gameplaytechnisch schlicht gehaltene Titel ideal. Es gibt ohnehin viele Arten von Gamern. Umso schöner, wenn es auch viele Arten von Spielen gibt. Inzwischen sind Spiele etwas, was man in allen Altersgruppen findet. Meine Mom daddelt auf ihrem Tablet, meine Tochter spielt gern auf meinem Handheld und in den letzten Wochen habe ich viele Eltern auf Pokémon-Jagd gesehen. Die Vielfalt an Spielen und Spielern ist toll. Von mir aus darf es gern noch mehr Spiele wie ABZÛ geben. Ich genieße diese Form der Entspannung.

Selbstverständlich freue ich mich auch, wenn ich meinen Nachbarn in ARK treffe, mit meinem Bruder Borderlands 2 daddeln kann oder in Forza Horizon 2 durch Felder, Wälder und über Straßen rase. Nur eben nicht immer.

9.03m Schmetterlinge

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