tt:
Startseite » Gedanken eines Zockerweibchens » 52 Games #20: Grenzen
Dark Souls 3

52 Games #20: Grenzen

Wenn es um Spiele geht, habe ich einen beinahe grenzenlosen Geschmack. Egal ob Simulation, Visual Novel, Shooter oder Taktik-RPG – ich bin für die meisten Dinge zu begeistern. Bei 52 Games geht es in dieser Woche allerdings um das Thema Grenzen und nicht um die Grenzenlosigkeit.

Als Dreifachmama bin ich oft sehr stark eingespannt und Langeweile kann kaum bis gar nicht aufkommen. Umso lieber spiele ich Dinge wie Visual Novels, bei denen ich nicht viel mehr tun muss, als zu klicken. Auch die sogenannten Walking Simulationen treffen bei mir genau den richtigen Nerv. Hach, wie wunderbar entspannend. Nichtsdestotrotz weiß ich es auch heute noch zu schätzen, wenn mich ein Spiel so richtig fordert und mir immer wieder meine Grenzen aufzeigt. Ein solches Game ist zum Beispiel Dark Souls 3.

Allein der erste Boss hat mich verdammt viele Nerven gekostet. Ich bin zwar mit dem dritten Teil nicht in die Serie eingestiegen, aber mein letzter Ausflug als Untoter lag zum Release von Dark Souls 3 schon ziemlich lange zurück. Ich lag also innerhalb der ersten Spielstunden immer wieder im Dreck. Es gab wirklich Momente, in denen ich dachte, das Spiel wäre an dieser Stelle schon wieder für mich vorbei. Natürlich konnte ich es dabei nicht belassen, da es ein Testmuster war und man daher auch ein Review von mir erwartete. Doch auch davon abgesehen war aufgeben für mich keine Option.

Ich bin generell eine Spielerin, die sich nur selten aufregt und noch deutlich seltener laut wird. Mein Mann hört mich sicher gelegentlich fluchen, aber wirklich laut bei einem Spiel schimpfen hat absoluten Seltenheitswert. Auch wenn es um Game Over Bildschirme geht, kann ich wahnsinnig viel einstecken. Selbst nach Dutzenden Anläufen mache ich weiter. Es kann vorkommen, dass ich irgendwann ein Spiel beende, um erst einmal Abstand zu gewinne, da ich innerlich doch ziemlich aufgebracht bin. Nach einigen Stunden oder Tagen kehre ich dann aber zurück.

Während es bei den meisten Spielen immer nur eine einzelne Szene oder wenige Abschnitte sind, die mich verzweifeln lassen, hat mich Dark Souls 3 in den Dutzenden Spielstunden immer wieder an Grenzen stoßen lassen. Manchmal war es ein besonders zäher Boss, manchmal auch nur ein ziemlich langer Laufweg und manchmal ein paar besonders heikle Standardgegner. Da ich viele Japano-Rollenspiele gezockt habe, habe ich mich notfalls mit einigen Extrastunden Leveling durchgebissen. Letztlich fiel so eine Grenze nach der anderen. Ein tolles Gefühl! Aber Dark Souls 3 ist ohnehin eines dieser Spiele, welche einen für alle noch so kleinen Handlungen belohnen. Mal liest man am Ende einer Sackgasse ein Item auf, Mal ergattert man einen neuen Zauber, Mal einfach nur einige Extraseelen. Genau diese Dinge sind es auch, die einen dazu ermuntern auch die nächste Grenze so lange anzugehen, bis sie niedergerissen ist. Wahrscheinlich dachte ich Dutzende Male, ich hätte das Ende für mich erreicht – am Ende aber ging es stets weiter.

Grenzen mögen einen zurückwerfen, aber sie sind nicht unbezwingbar. Mit ein wenig Heldenmut, Zähigkeit und Durchhaltevermögen kann man Grenzen überwinden. Ein solches Erlebnis ist umso schöner, wenn sich hinter der Grenze etwas verbirgt, was den Aufwand umso lohnenswerter erscheinen lässt.

dark_souls_3_grenzen

 

Schreibe etwas dazu!

avatar
2000
  Kommentare Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: