Transport Fever

Transport Fever

Entwickler:         Urban Games
Publisher:          Marchsreiter
Genre:              Simulation
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 31,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.transportfever.com/de/

Von Zug zu Transport

Im Jahr 2014 erschien die beliebte Simulation Train Fever. Zwei Jahre später ist nun der Nachfolger erschienen, der auf den Namen Transport Fever hört. Die Namensänderung von Train zu Transport kommt nicht von ungefähr. Im neuen Serienableger dürft ihr nämlich auch Flughäfen bauen und Waren verschiffen. Insgesamt erwarten euch über 120 Transportmittel. Die Entwickler haben also kräftig aufgestockt. In Train Fever waren es lediglich mehr als 50. In 150 Jahren Transportgeschichte habt ihr reichlich Gelegenheit, euch auf dem Land, in der Luft und zu Wasser auszutoben.

Wer neu im Transportgeschäft ist, hat die Möglichkeit sich zunächst mit einem kurzen Tutorial zu beschäftigen. Dieses vermittelt die nötigen Grundlagen, damit ihr später nicht im Regen stehen müsst. Transport Fever gelingt der Spagat aus Einsteigerfreundlichkeit und Anspruch wirklich gut. Selbst wenn man die Grundlagen über das Tutorial erlernt hat, muss es nicht zwingend Geld regnen. Darüber hinaus wird es schnell komplex, wenn man erst einmal einige Transportlinien eingerichtet hat. Nichtsdestotrotz tut das Spiel viel dafür, dass man all diese Dinge ohne Schwierigkeiten im Blick haben kann und gut hineinfindet. Es ist nicht zu tiefgründig, um Gelegenheitsspieler und Neulinge zu verschrecken, aber eben auch nicht zu flach, um Simulationsfans zu langweilen.

Doch was genau tut ihr eigentlich in Transport Fever? Eure Aufgabe ist es, ein möglichst erfolgreiches Transportunternehmen auf die Beine zu stellen. Sofern ihr nicht im Freien Spiel etwas anderes auswählt, beginnt ihr dabei im Jahr 1850. Statt Flughäfen stehen euch daher zunächst Transportmittel wie Pferdekutschen und einfache LKWs zur Verfügung. Ihr beginnt damit, eine einfache Versorgung mit grundlegenden Dingen auf die Beine zu stellen. So könnt ihr etwa von einem Feld Getreide und Vieh abtransportieren, um anderswo Lebensmittel daraus herstellen zu lassen. Diese wiederum können dann in eine Stadt gebracht werden, um die Menschen dort mit Lebensmitteln zu versorgen. Damit all dies reibungslos funktioniert, schafft ihr Linien und verschiedene Transportmöglichkeiten. Zu Beginn kommen vor allem Kutschen, LKWs und Eisenbahnen zum Einsatz. Läuft alles rund, setzt mit der Zeit Wachstum ein. Außerdem werfen die Linien im Idealfall Profit ab, was euch wiederum finanziellen Spielraum für weitere Transportlinien einräumt.

Zu euren Aufgaben gehört zudem auch der Transport von Passagieren. Die Menschen in euren virtuellen Städten möchten zu ihrem Arbeitsplatz, in andere Städte oder einfach nur nach Hause gebracht werden. Zunächst nutzt ihr dafür Transportmittel wie Pferdekutschen, später gibt es auch Busse, moderne Züge und Passagierflugzeuge. Egal ob ihr Güter oder Passagiere transportiert – eure Finanzen spielen dabei stets eine große Rolle. Natürlich könntet ihr einfach eine Straße von Ort A zu Ort B ziehen. Auf diese Art müsst ihr aber schneller Kredite aufnehmen, als ihr Kredit sagen könnt. Das Gelände spielt nämlich eine entscheidende Rolle bei euren Bauvorhaben. Müsst ihr eine Straße mit einem Tunnel durch einen Berg führen, können die Kosten schnell explodieren. Selbiges passiert, wenn ihr lange Brücken über Gewässer bauen müsst. Es gilt also, möglichst kostengünstige Transportwege zu finden. Gleichzeitig muss aber auch bedacht werden, dass jeder gefahrene Kilometer auch Geld kostet. Es ist also auch nicht hilfreich, eine Straße mit Dutzenden Kilometern Umweg über die halbe Map zu verlegen, nur um zwei Städte miteinander zu verbinden.

Transport Fever Passagierflugzeug

Zurück in die Kindheit

Transport Fever hat mir erstaunlich viel Spaß gemacht. Ich habe zwar schon lange vor Release mit dem Titel geliebäugelt, war am Ende aber wirklich überrascht, wie viel Freude ich mit dem Game hatte. Ich bin ja sonst eher wenig an Zügen, Flugzeugen und Co. interessiert. Gerade der technische Aspekt und Details machen mich wenig an. Transport Fever ist aber fast so, als würde man in einem Kinderzimmer sitzen und Teile einer Holzeisenbahn verlegen. Man fühlt sich wie ein Kind, welches im Kinderzimmer zig Gleise verlegt und Eisenbahnen darüber fahren lässt. Praktischerweise kann man in der virtuellen Variante jedes Transportmittel verfolgen. Es macht viel Spaß, von Zeit zu Zeit einfach der Dampflook bei ihrer Arbeit zuzusehen, oder die Pferdekutsche auf dem Monitor im Blick zu haben. Während die Umgebungen im Spiel eher fad aussehen, überzeugen die liebevoll gestalteten Transportmittel sofort.

Spannung bringen zudem die verschiedenen Epochen. Ihr startet wie bereits erwähnt im Jahr 1850 und arbeitet euch in die aktuelle Zeit vor. Neben Pferdekutsche und Dampflook gibt es später auch Hochgeschwindigkeitszüge, schicke Linienbusse und riesige Passagierflugzeuge. Ein Stück erlebbare Geschichte. Wer sich dafür interessiert, dürfte vor allem mit den zwei Kampagnen eine Menge Freude haben. Es gibt eine USA- und eine Europa-Kampagne. In beiden erlebt ihr historische Ereignisse wie den Bau des Gotthardtunnels oder die Verlegung der ersten Gleise in Amerika. Als Geschichtsfan hatte ich damit eine Menge Freude.

Nach den beiden Kampagnen ist aber noch lange nicht Schluss. Das Freie Spiel sorgt für Dutzende – wenn nicht Hunderte – Stunden Spielspaß. Vor dem Spielstart habt ihr diverse Anpassungsmöglichkeiten. So könnt ihr etwa entscheiden, welchen Landschaftstyp ihr möchtet, in welchem der drei Schwierigkeitsgrade ihr spielen wollt, in welchem Zeitalter begonnen werden soll und mehr. Da die Karten zufällig generiert werden, könnt ihr immer wieder von vorn beginnen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Darüber hinaus ist natürlich der Mod-Support und die Einbindung vom Steam Workshop ein großes Plus. Schon jetzt gibt es weit über 400 Objekte im Steam Workshop. Finden lassen sich dort Dinge wie bekannte und historische Bahnhöfe, Brücken, Züge und Gebäude. Egal ob ihr deutsche Züge mögt, den Schweriner Bahnhof möchtet oder Großbritannien und Irland als Karte möchtet – der Workshop erfüllt viele Wünsche. Die Community ist äußerst fleißig.

Trotz der Lobeshymne ist Transport Fever nicht perfekt. Die Performance ist im Moment nicht die allerbeste. Da hilft auch ein aktueller und leistungsfähiger PC nicht viel. Bewegt man sich über die Karte, ist dies im Moment auch noch sehr träge. Während meiner Testzeit kam es zudem zu ein paar Abstürzen. Die Performance-Schwierigkeiten sind allerdings auch den Entwicklern bekannt, die bereits an Lösungen arbeiten. Bereits kurz nach Release meldete man sich zu Wort und hat versprochen, dass man sich dieser Macken annimmt. Derzeit werkelt man an einem umfangreichen Performance-Update und diversen Verbesserungen. Ein erster Patch hat bereits etwas Besserung gebracht. Dennoch liegt hier noch etwas Arbeit vor den Entwicklern.

Hier und dort wünsche ich mir vor allem noch einige Komfortfunktionen. So erreicht zum Beispiel jedes Fahrzeug irgendwann ein hohes Alter und sollte ausgetauscht werden. Ist die Kutsche nach 15 Jahren verbraucht, muss diese aber mühsam ersetzt werden, indem sie zum Depot geschickt wird, um sie dort zu verkaufen. Gleichzeitig muss man eine neue kaufen und der entsprechenden Linie zuweisen. Zunächst klingt dieser Vorgang nicht weiter dramatisch. Ist doch kein Problem? Leider doch. Schon nach kürzester Zeit hat man einige Linien eingerichtet, die genutzt werden. Bei einer Handvoll Linien ist es keine große Sache, wenn man jedes Fahrzeug manuell und einzeln ersetzt. Hat man aber erst Dutzende Linien und ein komplexes Transportsystem wird es lästig, wenn auf einmal diverse Warnungen aufblinken, weil Fahrzeuge gealtert sind. Hier und dort könnte einem der Titel aus Komfortgründen durchaus entgegenkommen. Von mir aus auch gern optional.

Darüber hinaus müssen an einigen Stellen noch Bugs ausgemerzt werden. Manchmal stellen Betriebe einfach die Produktion ein, obwohl der Bedarf vorhanden ist und die Transportlinie befahren wird. Derlei Dinge stehen allerdings auch schon auf dem Plan der Entwickler. Die offene Kommunikation möchte ich an dieser Stelle hervorheben und loben. Transport Fever ist mit einigen kleinen Macken an den Start gegangen. Die Macher haben diese aber sofort eingeräumt und sind auf Fans und Spieler zugegangen. Wer trotzdem ein Problem mit den noch vorhandenen kleinen Macken hat, kann mit dem Kauf einfach noch abwarten und die weitere Entwicklung im Auge behalten.

Trotz der erwähnten Startschwierigkeiten kann man aber auch im jetzigen Zustand sehr viel Spaß mit dem Game haben. Ich freue mich auf die ruhige Weihnachtszeit, da ich auch nach meinem Review gern Zeit mit der Errichtung von Transportnetzen verbringen möchte. Das Spiel macht mir noch viel mehr Spaß, als ich im Vorfeld erwartet hatte. Darüber hinaus ist es natürlich die Art Spiel, die auch bei Kids gut ankommt. Meine Jungs lieben es, wenn sie mir ein wenig zuschauen dürfen, wie ich Transport Fever zocke. Welcher Junge wäre da auch nicht begeistert? Die Faszination ist so groß, wie beim Landwirtschafts-Simulator 17. Transportnetze sind eben so cool wie landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Transport Fever Dampflock

Mein Fazit:

Transport Fever hat sich direkt in mein Herz transportiert. Der Titel hat zwar noch ein paar Macken und Bugs, macht aber auch in diesem Zustand verdammt viel Spaß. Simulationen gehören zu den Spielen, die ich schon fast seit Beginn meiner Zockerzeit zu schätzen weiß. Während ich früher in SimCity gigantische Metropolen errichtet habe, ist das Angebot an Simulationen heute größer denn je zuvor. So mancher Kandidat ist dabei eher uninteressant, oder gar höchst kurios. Mit Spielen in denen ich die Bäuche schwangerer Frauen aufschneiden soll kann ich nicht viel anfangen. Transport Fever ist hingegen eine Bereicherung für die Bibliothek von Simulationsfans.

Es macht verdammt viel Spaß, sich Stück für Stück ein Transportunternehmen aufzubauen und dabei die wirtschaftlichen Aspekte im Blick zu haben. Mit der Zeit entsteht dabei ein sehr umfangreiches Transportnetz, mit Schiffen, Flugzeugen und Transportmitteln auf dem Festland. Die Tatsache, dass man dabei historische Ereignisse nachspielen darf und zahlreiche alte und auch neue Transportmittel einsetzen kann, weiß zu begeistern. Dank dem Freien Spiel kann man unzählige Stunden mit Transport Fever verbringen, ohne Langeweile zu bekommen. Quasi eine Holzeisenbahn für Erwachsene, die auch noch wirtschaftliche Aspekte mit ins Spiel bringt. Yeah, so machen Simulationen Spaß! Die letzten Tage habe ich öfter bis in die Nacht gespielt und bin wieder zum Kind geworden. Danke Urban Games.

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