Vision of Aurora Borealis

Vision of Aurora Borealis

Entwickler:         Purin Productions
Publisher:          Purin Productions
Genre:              Kinetic Novel
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 3,99 Euro 
Offizielle Website: http://purinproductions.blogspot.com

Kurzes Vergnügen

Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Visual Novels und kann vor allem kurzen Genrevertretern kaum widerstehen. Deshalb landete auch Vision of Aurora Borealis in meiner Steam Bibliothek. Dort wird es nach einmaligem durchspielen nun aber wohl einstauben. Dabei ist die Geschichte eigentlich gar nicht so übel. Der Aufbau tut allerdings sein Möglichstes, um die Story zu ruinieren. Los geht es mit einer mystisch angehauchten Einleitung. Auf einmal steht ihr in einer Ausstellung voll mit Fotografien und ehe ihr euch verseht, wird der Bildschirm schwarz und die Geschichte macht schon wieder einen Sprung. Der Protagonist hat eine verbale Auseinandersetzung mit seiner Schwester, ehe er schließlich nach Island aufbricht.

Leider landet ihr auch dort mit einem Sprung. Gerade der Anfang der Geschichte zeichnet sich durch solche extremen Sprünge aus. Mir wäre es lieber gewesen, wenn man diesen nicht so eilig abgetan hätte. Ein wenig mehr Spielzeit hätte dem Titel ohnehin gut getan. Vision of Aurora Borealis ist in rund 30 Minuten beendet. Damit ist die Visual Novel selbst für einen kurzen Genrevertreter sehr schnell durchgespielt. Die Sprünge haben mich gewaltig gestört und einmal zweifelte ich sogar an mir selbst. Habe ich ausversehen weitergeklickt, oder wie zum Henker bin ich da gelandet?

Am Ende versteht man zwar die Geschichte, aber qualitativ ist die leider nur mäßig gut. Die Grundidee ist zwar ganz nett, aber man hätte hier und dort noch deutlich ausschmücken sollen. Darüber hinaus fand ich eine Elfe mit Spielkonsole auch nicht sonderlich romantisch, süß oder anderweitig überzeugend. Selbst das eigentlich positive Ende hat eher einen faden Beigeschmack hinterlassen. Die Szenen davor lassen eine solche Wendung einfach nicht vermuten und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, an welcher Stelle ich etwas verpasst habe. Achtung Spoiler: Eben noch verschwindet Gryla, da sie nie lange für Menschen sichtbar ist und plötzlich besucht sie eine Schule? Leider wollte mir dafür das Verständnis nicht so recht aufkommen.

Obwohl die Grundidee der Story wirklich süß ist, hat mich Vision of Aurora Borealis so gar nicht überzeugen können. Die Story wirkt gehetzt, sprunghaft und ist auch sprachlich nur von mäßiger Qualität. Schade. Die wirklich hübschen Zeichnungen reißen da leider nicht mehr viel raus und auch die ganz nette musikalische Untermalung kann nicht wirklich viel retten. Apropos musikalische Untermalung – auch hier kann der Titel nicht wirklich überzeugen. Was man zu hören bekommt, ist durchaus nett. Die meiste Zeit hört man aber nur vereinzelte Geräusche oder Stille. Wie aus dem Nichts setzt gelegentlich der Soundtrack ein. Da es auch keine Sprachausgabe gibt, ist das Spiel oft einfach nur stumm. Zu stumm für meinen Geschmack.

Vision of Aurora Borealis ist übrigens eine sogenannte Kinetic Novel. Heißt im Klartext, dass ihr während des Spiels keinerlei Entscheidungen trefft. Ihr klickt euch einfach von Text zu Text, oder lasst den automatisch laufen. Je nachdem, was ihr lieber mögt.

Vision of Aurora Borealis Screenshot 01

Mein Fazit:

In der Kürze liegt die Würze. So lautet zumindest eine berühmte Redewendung. Im Fall von Vision of Aurora Borealis trifft diese aber so gar nicht zu. Es dauert rund 30 Minuten, die Kinetic Novel abzuschließen. Leider! Die Geschichte macht einige Sprünge und wirkt auch sonst sehr gehetzt. Man hat sich wenig Zeit für den Aufbau der Story genommen. Leider kann das Spiel auch dort kaum punkten. Die Grundidee ist sogar ganz süß, aber die Umsetzung nicht unbedingt der Renner. Das Ende ist für mich zudem nicht nachvollziehbar, da es dem zu widersprechen scheint, was wenig zuvor noch erzählt wurde.  Schade, da das Spiel optisch einiges hermacht.

Obwohl das Game nur schlanke 3,99 Euro kostet, kann ich die Kinetic Novel nicht wirklich empfehlen. In dem Preissegment findet man einige qualitativ bessere Visual Novels. Wer etwas kurzes und günstiges sucht, sollte lieber zu Alternativen wie Shan Gui und Season of 12 Colors greifen. Die sind zwar qualitativ auch kein CLANNAD, dergleichen darf man bei dem Preisunterschied aber auch nicht erwarten. Gerade Season of 12 Colors ist überraschend gut, wenn man einmal den mühsamen Einstieg bewältigt hat. Nicht einmal Einsteigern kann ich Vision of Aurora Borealis empfehlen. Das Spiel würde wohl eher abschrecken, als jemanden seine Liebe für Visual Novels welcher Art auch immer entdecken zu lassen.

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Siehe auch

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