The Walking Dead: The Telltale Series - A New Frontier

The Walking Dead: A New Frontier – Ties That Bind Part I und Part II

Entwickler:         Telltale Games
Publisher:          Telltale Games
Genre:              Adventure
Plattformen:        PC, PS4, Xbox One, iOS, Android
Preis:              ca. 22,99 Euro (Season Pass) 
Offizielle Website: https://telltale.com/series/the-walking-dead-a-new-frontier/

Doppelpack

Kurz vor Weihnachten bescherte uns Telltale Games noch The Walking Dead: A New Frontier. Dabei gab es überraschenderweise zum Launch direkt zwei Episoden: Ties That Bind Part I und Part II. Nachdem ich diese nun gespielt habe, kann ich diese Entscheidung aber sehr gut nachvollziehen. Ich habe gerade einmal zweieinhalb Stunden benötigt, um die beiden Teile zu beenden. Puh, ganz schön kurz. Trotzdem war der Auftakt grandios. Die Geschichte hat mich so richtig gepackt und bei der Stange gehalten. Die einzige Unterbrechung, die ich drinnen hatte, ließ sich leider nicht vermeiden. Andernfalls hätte ich direkt Ties That Bind Part I und Part II in einem Rutsch gespielt.

In der Auftaktepisode lernt ihr zunächst Javier kennen. Er ist eine der Hauptpersonen in der dritten Staffel der Telltale Reihe. Javier ist ein junger Mann, in dessen Leben es scheinbar ziemlich drunter und drüber geht. Familiäre Probleme sorgen für reichlich Spannungen. Mit dem verbliebenen Teil seiner Familie befindet er sich stetig auf der Flucht vor Untoten – bis er von seiner Familie getrennt wird. Lang bleibt er allerdings nicht allein. Javier begegnet Clementine. Obwohl diese viel lieber allein unterwegs ist, entsteht so etwas wie ein Band zwischen ihr und Javier. Dieses Band ist allerdings sehr zart und gebrechlich.

Während der beiden Auftaktepisoden erlebt ihr zudem immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit von Clementine. Der Spieler sieht auf der einen Seite ein scheinbar furchtloses Mädchen, welches beinahe schon kaltblütig erscheint und auf der anderen Seite ein Kind, welches viel zu schnell erwachsen werden musste und eine große Verantwortung auf ihren Schultern tragen muss. Verantwortung, die jemand in ihrem Alter überhaupt nicht tragen sollte.

Clementine ist in The Walking Dead nicht neu und einer der stärksten Charaktere, den die Reihe je hervorgebracht hat. Bisher hat mir aber auch Javier sehr gut gefallen. Das Abenteuer der beiden war sehr emotional und packend. Die Story hat mich regelrecht mitgerissen. Das i-Tüpfelchen ist dabei meiner Meinung nach das Ende. Seit ich die zweite Episode von The Walking Dead: A New Frontier abgeschlossen habe, möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Wie üblich dürft ihr wieder eure Spielstände aus vorherigen Seasons übernehmen, was die Geschichte von A New Frontier beeinflusst. In dieser Hinsicht solltet ihr euch allerdings nicht zu viel versprechen. Auch was die Entscheidungsfreiheit betrifft, bleibt die Story letztlich sehr linear. Eben so, wie man es inzwischen von Telltale gewohnt ist. Was diesen Punkt betrifft, ist die Konkurrenz teilweise einen Schritt voraus. Schade, aber zu verkraften. Obwohl sich letztlich kaum etwas ändert, lässt einen das Spiel zumindest immer wieder ins Grübeln geraten. Hätte man anders handeln sollen? Wohin hätte eine andere Wahl geführt? Hätte man ein Leben retten können?

Eine ebenfalls nach wie vor bestehende Baustelle ist das Gameplay. Man darf sich noch immer nur in sehr kleinen Arealen bewegen und marschiert ansonsten gegen unsichtbare Mauern. Auch anderweitig bleibt alles beim Alten. Es gibt wenig Interaktionen und die gewohnten Kämpfe. Für Telltale-Fans sind die Spiele daher längst Routine. Ich persönlich empfand Batman in Sachen Gameplay sogar einen Ticken angenehmer, da der Dunkle Ritter einiges an Detektivarbeit zu bewältigen hatte. Diese Parts waren zwar spielerisch nicht fordernd, aber durchaus spannend.

Obwohl The Walking Dead: A New Frontier auf die übliche Telltale-Formel setzt, können die beiden Auftaktepisoden dank ihrer Charaktere und Story punkten. Darüber hinaus hat man in Sachen Animationen und Optik eine Schippe draufgelegt. Erfreulicherweise hielten sich auch technische Probleme dieses Mal in Grenzen. In den letzten Batman-Episoden hatte ich teilweise böse Einbrüche bei der Framerate. Dergleichen blieb bei The Walking Dead: A New Frontier bisher gänzlich aus. Hier und da ein kleiner Ruckler – mehr nicht.

Alles in allem bin ich sehr gespannt auf die kommenden Episoden. Bisher ich bin sehr zufrieden mit der dritten Staffel, die für mich momentan sogar zu den Höhepunkten der Telltale-Spiele gehört. Ob dies so bleibt, müssen natürlich die folgenden Episoden erst noch zeigen. Ein abschließendes Urteil kann ich mir erst bilden, wenn ich alle Parts spielen konnte. Bisher bin ich aber trotz der enorm kurzen Spielzeit begeistert. Ich bin gespannt, wie sich Clementine und Javier weiter entwickeln werden und wo die Story hinführen wird. Für die kommenden Episoden wünsche ich mir etwas mehr Länge und Zeit für die Nebendarsteller. Javier und Clementine gefallen mir zwar wirklich gut, aber die Randfiguren sind bisher ziemlich flach geblieben. Die ersten beiden Episoden waren einfach zu kurz, um da viel Tiefe hineinzubringen. Die Zeit hat gerade einmal gereicht, um ein Bild von Javier und Clementine zu zeichnen.

The Walking Dead A New Frontier Screenshot 01

Mein Fazit:

The Walking Dead: A New Frontier ist nicht perfekt, aber bisher eine meiner Lieblingsreihen von Telltale. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Clementine und Javier sind zwei sehr unterschiedliche und spannende Figuren, deren Geschichte man gern erlebt. Technisch lief das Spiel auf meinem PC zudem sehr sauber. Im Gegensatz zu den letzten Batman-Episoden hatte ich keine nennenswerten Framerateeinbrüche. Erfreulich sind zudem die aufpolierten Animationen und die verbesserte Optik.

Was ein wenig schade ist, ist die Länge der beiden Auftaktepisoden – falls Länge hier überhaupt das richtige Wort ist. Für einen einfachen Spieldurchgang der beiden Auftaktepisoden habe ich gerade einmal zweieinhalb Stunden benötigt, was für zwei Episoden verdammt kurz ist. Darüber hinaus darf sich künftig gern in Sachen Gameplay hier und dort ein wenig bewegen, da man als Telltale-Fan inzwischen doch sehr an die typische Telltale-Formel gewöhnt ist. Mehr Mut zur Veränderung würde den Spielen sicher gut zu Gesicht stehen und für noch mehr Abwechslung und Spaß sorgen. Mir persönlich reichen hier Story und Charaktere. Ich habe allerdings einige Telltale-Reihen ausgelassen. Daher bin ich in Sachen Gameplay nicht so abgestumpft, wie Spieler die alle Reihen gezockt haben. Trotz dieser Kritik hatte ich ein paar wunderbare Stunden mit The Walking Dead: A New Frontier. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.

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