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Nintendo Switch

… und es kommt doch nicht auf die Leistung an

Totgesagte leben länger

Als Nintendo vor nicht langer Zeit die Nintendo Switch vorgestellt hat, brach Mal wieder eine Diskussion über die Leistung aus. Viele unterstellten der Konsole, dass sie viel zu schwach auf der Brust wäre und von vornherein dadurch zum Scheitern verurteilt sei. Das Problem beginnt aber bereits bei diesen Aussagen. Was steckt eigentlich in der Nintendo Switch? Diese Frage steht nach wie vor offen im Raum. Bisher sind nur einige Eckdaten bekannt. Über die komplette Technik, die verbaut ist, kann derzeit nur spekuliert werden.

Man muss nun freilich nicht vermuten, dass das Ding in Sachen Leistungsfähigkeit die PlayStation 4 toppen wird. Derlei ist aber auch überhaupt nicht nötig. Warum es am Ende doch nicht auf die Leistung ankommt, hat uns Big N gerade selbst bewiesen – übrigens nicht zum ersten Mal. Aus Amerika gibt es aktuelle Zahlen zum Nintendo 3DS. Zahlen, die beeindruckend sind und die für Erstaunen sorgen. So wurde etwa bekannt, dass im letzten Quartal 2016 satte 7,3 Millionen Nintendo 3DS-Spiele über amerikanische Ladentheken wanderten. Aber halt! Bei diesen 7,3 Millionen Games handelt es sich nur (!) um First Party Titel. Sprich Titel, die von Nintendo selbst verlegt werden. Es dürften also insgesamt noch einige mehr gewesen sein, da es in den letzten Monaten auch einige potenziell verkaufsstarke Third Party Spiele gab.

An der Spitze der Verkäufe steht natürlich unangefochten Pokémon mit den beiden neuen Editionen Mond und Sonne. Satte 4,5 Millionen Mal haben sich die Editionen zusammen verkauft – allein in den USA. International sind es noch einmal einige Millionen verkaufte Exemplare mehr. Außerdem lockte der Super Mario Maker zahlreiche Käufer. Dank des guten Software-Angebots so kurz vor Weihnachten, konnte auch die Nachfrage nach dem Nintendo 3DS selbst noch einmal angekurbelt werden.

Der Handheld hat inzwischen zwar einige Jahre auf dem Buckel, aber für Nintendo war das vierte Quartal 2016 das erfolgreichste seit Launch. Da erscheint es geradezu ironisch, dass einige schon lange behaupten, der 3DS wäre längst gestorben. Er lebt und hat Mal wieder allen gezeigt, warum es noch zu früh ist, den 3DS abzuschreiben.

Zukunft mit Aussicht

Tatsächlich setzt Big N auch weiterhin auf den nach wie vor beliebten Nintendo 3DS, der auch 2017 mit Spielen versorgt wird. Nintendo selbst bringt in Kürze Poochy & Yoshi’s Woolly World und nur wenige Monate später Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia. Im Herbst folgt Fire Emblem Warriors, welches für die Switch ebenfalls erscheinen wird. Auch im Third Party Bereich ist einiges zu erwarten – auch wenn teilweise noch Ankündigungen ausstehen. Der neue Story of Seasons Teil erschien kürzlich in Nordamerika und soll auch zu uns kommen und Atlus hat nach Shin Megami Tensei IV: Apocalypse ein weiteres Shin Megami für den 3DS begonnen. Etrian V und der jüngste Monster Hunter Teil dürften ebenfalls früher oder später noch den Weg zu uns finden.

Dabei gibt es diverse Alternativen zum Nintendo 3DS. So gibt es beispielsweise längst sehr leistungsstarke Tablets, mit denen man ebenso mobil spielen kann, wie mit einem 3DS. Außerdem hat Sony die leistungsstärkere PlayStation Vita auf dem Markt. Leider ist es um die spieletechnisch eher schlecht bestellt. Wer auf japanische Spiele steht, wird mit der Vita trotzdem glücklich werden. Alle anderen dürften deutlich schwerer einen Kaufgrund finden. Während viele japanische Entwickler und Publisher noch immer die Vita unterstützen und fleißig Spiele für den Sony-Handheld bringen, hat man das Gerät in westlichen Gefilden offenbar gänzlich abgeschrieben. Sony selbst entwickelt ebenfalls nicht mehr für die Vita.

Der Nintendo 3DS ist allerdings keine Ausnahme. Auch die Wii war unglaublich erfolgreich, obwohl sie seinerzeit keine herausragenden technischen Komponenten verbaut hatte. Gefragt war die Konsole wegen Titeln wie Wii Sports. Selbst Hausfrauen, die vorher nie eine Konsole hatten, haben sich eine Wii samt Wii Fit ins Haus geholt.

Auch wenn man sich die aktuelle Konsolengeneration ansieht fällt auf, dass das Potenzial nicht (nur) von der Technik abhängt. Die Xbox One hatte zwar einen denkbar schlechten Start, hat zuletzt aber ganz ordentliche Verkaufszahlen vorgelegt. Dabei hat Sony erst vor wenigen Monaten die PlayStation 4 Pro auf den Markt gebracht. Die Xbox One liegt zwar nach wie vor deutlich hinter der PlayStation 4, die Kluft scheint inzwischen aber zu schrumpfen. Spätestens mit der Xbox One Scorpio dürfte es noch einmal spannend werden.

Doch egal ob Nintendo, Sony oder Microsoft … es reicht schon die Tatsache, dass sich Konsolen millionenfach verkaufen. Wer einfach nur ein leistungsstarkes Gerät möchte, könnte einfach zum PC greifen. Am Ende ist eben doch nicht nur die Technik die eine Konsole oder ein Hanheld verbaut hat entscheidend. Sicher gibt es auch viele Menschen, die ihre Kaufentscheidung anhand der Leistungsstärke treffen. Nicht selten kommt es aber mehr auf Faktoren wie die Spiele an, als auf viel RAM, eine starke CPU und eine leistungsstarke GPU. Ich selbst zähle mich übrigens auch zu jenen Spielern, die Konsolen und Co. aufgrund der Spiele kaufen und nicht wegen technischen Tabellen. Diese interessieren mich so überhaupt nicht. Mein Nintendo 3DS bereitet mir genauso viel Freude, wie es mein PC tut. Ob ein Spiel begeistern kann, hängt in erster Linie von Faktoren wie Gameplay ab. Die beste Grafik dieser Welt nützt herzlich wenig, wenn das Game nicht mehr bieten kann. Tolle Grafik ist kein negativer Aspekt – aber sie ist auch kein Muss.

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Jacura
Jacura

Jetzt bin ich schon recht lange stille Mitleserin auf deinem Blog und gerade Dieser Artikel hat mich doch sehr angesprochen und ich wollte ihn eigentlich schon lange kommentiert haben, das wird jetzt endlich mal nachgeholt – Achtung das wird wohl ein „Roman“ werden, ich kann mich nie kurz fassen, also sorry dafür im Vorraus… xD Gerade im Internet trifft man doch selten auf Artikel wie diesen – den meisten scheint die Grafik (bei Spielen) bzw. die Leistung (bei Konsolen) am aller Wichtigsten zu sein, was eine Entwicklung ist die ich persönlich sehr, sehr schade finde, vorallem weil ich das Gefühl habe, dass die super Grafik immer mehr zu lasten des Spielgefühls geht, dass die Spiele dadurch irgendwie ihre „Seele“ verlieren und teilweise einfach total lieblos und kalt wirken (man darf natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, wozu ich immer gerne neige -.-)… Ich liebe meine alten Konsolen vom Atari,… Weiterlesen »