Fast RMX

Fast RMX Review

Entwickler:         Shin'en Multimedia 
Publisher:          Nintendo
Genre:              Rennspiel
Plattformen:        Nintendo Switch
Preis:              ca. 19,99 Euro 
Offizielle Website: http://fast.shinen.com/rmx/

I wanna be a hero

Unter den Launchtiteln der Nintendo Switch befand sich das futuristische Rennspiel Fast RMX. Ich habe mir den Titel genauer angesehen und viele Runden auf den virtuellen Rennstrecken gedreht. Ob dabei dauerhaft Spielspaß aufgekommen ist, kläre ich in diesem Review. Rein spielerisch erinnerte mich der Titel sofort an das gute alte F Zero X, welches ich in meiner Kindheit gedaddelt habe. Tatsächlich könnte man auf Fast RMX auch F Zero schreiben. Die beiden Reihen wirken wie Geschwister.

Los ging es in Fast RMX mit dem Modus Meisterschaft. Dabei werden mehrere Rennen gefahren. Die Platzierungen entscheiden am Ende eines jeden Rennens über die Punkte. Letztlich gewinnt, wer die meisten Gesamtpunkte hat. Bis zum Sieg werden die meisten aber wohl einige Rennen absolvieren müssen. Das Spiel ist nämlich verdammt schnell. Während man in Rennspielen wie Forza Horizon auch ganz gemütlich in einem D-Klasse Fahrzeug schleichen kann, geht es in RMX rasant zur Sache. Ein Problem stellt das hohe Geschwindigkeitsgefühl allerdings nicht dar. Obwohl ich mit meinen 30 Jahren wohl nicht mehr die Reflexe eines Teenagers habe, läuft es inzwischen ziemlich gut. Man sollte nur nicht mit der Erwartung starten, direkt den ersten Platz zu kassieren.

Fehler verzeiht einem das Spiel nämlich nur bedingt. Auf vielen Rennstrecken sind mehr oder weniger viele Sprünge gefragt. Setzt ihr nicht auf der Strecke auf, verliert ihr meist einige Platzierungen. Die Gegner holt man dann nur dann wieder ein, wenn man einige der Boost-Kugeln aufsammeln kann und möglichst viele Boostfelder mitnimmt. Bei diesen gefällt mir der Phasenwechsel besonders gut. Per Knopfdruck wechselt ihr von orange zu blau. Befindet sich euer Flitzer in der blauen Phase und ihr fliegt durch ein orangefarbens Boostfeld wird dieses eure Geschwindigkeit enorm drosseln. Wer nicht schon mit der Geschwindigkeit und den Sprüngen überfordert ist, kann vor den Feldern wenn nötig die Farbe wechseln und so noch mehr Boost rausholen.

Obwohl es ein Weilchen gedauert hat, bis ich es regelmäßig auf die vorderen Plätze geschafft habe, fühlt sich Fast RMX nie unfair an. Wenn ich Mal wieder eine der hinteren Platzierungen erreicht habe, lag dies einfach an zu vielen vergeigten Sprüngen oder zu wenig Boost. Lobenswert ist hier auch die KI. Diese ist zwar fordernd, aber nicht unfair. Die KI-Fahrer sind weder fehlerfrei, noch erwischen sie sämtliche Boostkugeln und -felder. Spielern stehen zudem drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Wer sich erst an das schnelle Spielgefühl gewöhnen muss, kann auf Anfänger starten.

Was mich jedoch etwas gestört hast, ist der zunächst gesperrte Hero Modus. Damit ihr den nutzen könnt, müsst ihr bei den Meisterschaften erst auf das Siegertreppchen kommen. Diese Anforderung klingt banal, erschien mir nach den ersten Meisterschaften aber zunächst ungreifbar. Ich hatte zwar rasch einige Siege eingefahren, habe von den drei Meisterschaftsrennen aber meist irgendeines komplett vermasselt. Vor allem die Strecken mit vielen Sprüngen sind zu Beginn eine ziemliche Herausforderung. Hat man erst einmal die Strecken im Kopf, sind die fast schon Routine. Bis man diesen Punkt erreicht, tut es aber schon ein falscher Winkel und der Sprung geht gewaltig schief.

Je nachdem wie gut man sich in das Spiel findet, kann es also ziemlich frustrierend sein, den Hero Modus zu bekommen. Dieser ist für mich persönlich dafür das Sahnehäubchen des Spiels. Ich liebe die knackige Herausforderung, die der Modus ist. Während online und in den Meisterschaften möglichst viel Boost gefragt ist, sieht es beim Hero Modus ganz anders aus. Ihr startet direkt mit einer vollen Boostleiste – die aber gleichzeitig eure Lebensenergie darstellt. Eckt ihr irgendwo an, ist ein Stück verschwunden. Gebt ihr mit dem Boost Gas, leert sich die Leiste natürlich auch. Ist sie gänzlich erschöpft, heißt es Game Over.

Die Schwierigkeit besteht daher darin, geschickt den Boost einzusetzen und die Lebenspunkte oben zu halten. Ich bin verliebt in den Spielmodus und möchte kaum noch etwas anderes spielen, seit ich ein Held sein darf. Erreicht man im Hero Modus dann noch den ersten Platz, fühlt man sich einfach nur super. So geht es jedenfalls mir.

Natürlich müsst ihr in Fast RMX nicht nur solo euer Dasein fristen. Wer einen oder mehrere Kumpel zur Hand hat, kann mit bis zu drei Freunden offline den Koop genießen. Dabei kommt jede Menge Spielspaß auf. Wer keine Freunde in greifbarer Nähe hat, kann sich online Mitspieler suchen. Dabei landet man in einem Spiel und steigt ein, sobald das aktuelle Rennen gelaufen ist. Bevor ein Onlinerennen startet, dürfen alle Spieler per Vote ihren Streckenfavorit wählen. Gefahren wird dann Rennen für Rennen. Hat man keine Lust mehr, geht man einfach nach Ende eines Rennens raus. Der Onlinemodus ist kurzweilig aber gut. Leider bietet er keinen nennenswerten Umfang. Derzeit ist hier der größte Kritikpunkt, die fehlende Möglichkeit mit seinen Freunden spielen zu können. Mit wem man in einer Lobby landet, entscheidet leider rein der Zufall. Hier ist allerdings schon ein Update unterwegs.

Optisch betrachtet finde ich Fast RMX übrigens richtig toll. Im Handheld-Modus sieht das Spiel wunderschön aus. Vor allem dann, wenn es regnet. Ich liebe diesen Anblick. Natürlich kann sich das Rennspiel auch im TV-Modus sehen lassen. Ich selbst mag meine Switch allerdings als Handheld sehr gern. Ich erfreue mich immer wieder an den sehr abwechslungsreich gestalteten Strecken. Mal geht es durch Gluthitze und eine Wüste, Mal durch einen Regenwald und wieder ein anderes Mal durch etwas wie ein Industriegebiet. Besonders schön finde ich eine Map, bei der man durch Wassertunnel fährt und Kreaturen wie Wale erspähen kann. Spiele können bei mir selten mit der Optik punkten – in diesem Fall ist es aber eindeutig gelungen. Danke Shin’en. Ihr habt einige wirklich tolle Spielumgebungen erstellt.

Was ich schade finde, ist der überschaubare Content. In Sachen Rennstrecken und Fahrzeugauswahl gibt es an Fast RMX überhaupt nichts zu meckern. Was mich hingegen etwas stört, sind die wenigen Spielmodi. Ich hätte es cool gefunden, wenn man sich da noch ein wenig mehr an den guten alten F Zero-Spielen orientiert hätte. Als Kind mochte ich da zum Beispiel die Rennen, bei denen man die Gegner rauskicken konnte und selbst darauf achten musste, nicht dauerhaft aus dem Rennen zu sein. Mit Kumpels ist so ein Modus pure Unterhaltung. Einzelrennen wären ebenfalls cool gewesen. Indirekt hat man diese im Hero Modus. Hier gelten allerdings andere Regeln, als bei den Meisterschaftsrennen.

Fairerweise muss man aber sagen, dass man trotz kleiner Abstriche für 20 Euro wirklich einiges an Content bekommt. Das Ding ist zwar vom Umfang her kein Gigant, aber es ist sofort in mein Herz und auch in das meiner Söhne gerast. Der Zwerg ist noch zu klein für Spiele, schaut aber gern zu. Der ältere mag die schnellen Flitzer und die Zugänglichkeit des Spiels. Trotz kleinerer Kritikpunkte sollte dieses Spiel auch in eure Sammlung gehören. Der Umfang wird künftig übrigens via Updates erweitert.

Fast RMX Regen

Mein Fazit:

Fast RMX hat sich rasant in das Herz meiner Kinder und auch in mein eigenes befördert. Für schlanke 20 Euro bekommt ihr ein cooles Rennspiel, welches einen Couch-Koop bietet, den grandiosen Hero Modus und jede Menge Meisterschaften. Dazu kommt die kurzweilige aber spaßige Online-Komponente.

Fast RMX rockt und gehört in die Sammlung aller Rennspielfans. Wer eine Nintendo Switch besitzt, sollte sich den Racer nicht entgehen lassen. Ihr dürft euch über eine große Auswahl an Strecken und auf diverse Flitzer freuen. Nur bei den Spielmodi hätte ich mir noch etwas mehr Vielfalt gewünscht. Hier ist der Titel ein wenig schwach auf der Brust. Trotzdem lohnt sich der Kauf. An dieser Stelle möchte ich die Entwickler loben, die in Kürze ein erstes kostenloses Update veröffentlichen, welches den Umfang erweitert. Betrachtet man den aktuellen Umfang und den Preis in Relation, stimmt das Gesamtpaket schon jetzt. Ich werde künftig definitiv noch viele Runden mit meinen Flitzern drehen. Allein schon, weil der Titel kurzweilig und wunderschön ist. Die Strecken sind ganz wunderbar gestaltet und sehr abwechslungsreich. Fast RMX ist Spielspaß für die ganze Familie.

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