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The Legend of Zelda: Breath of the Wild Review

Entwickler:         Nintendo 
Publisher:          Nintendo
Genre:              Rollenspiel
Plattformen:        Nintendo Switch, Wii U
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.zelda.com/breath-of-the-wild/

Eine Welt voller Möglichkeiten

Auch wenn Nintendo gern vorgeworfen wird sich nicht zu entwickeln, wagt sich das Unternehmen immer wieder zu neuen Ufern. The Legend of Zelda: Breath of the Wild stellt da keine Ausnahme dar. Link landet dieses Mal in einer riesigen offenen Welt, in der ihm zahlreiche Möglichkeiten offenstehen. Ich habe mich Dutzende Stunden in Hyrule umgesehen und berichte in meinem The Legend of Zelda: Breath of the Wild Review, ob ihr dies auch tun solltet.

Der Anfang von Breath of the Wild wirkt zunächst sehr vertraut. Mal wieder schlummert Link, Mal wieder beginnt sein Abenteuer damit, dass er erwacht. Seine nächste Amtshandlung ist dann die Öffnung einiger Schatzkisten. Auch nicht weiter ungewöhnlich. Aber spätestens wenn man einige Spielminuten später aus dem Startbereich tritt und erstmals der Blick auf die Spielwelt freigegeben wird, wird klar, dass das kein gewöhnliches Zelda ist. Obwohl man selbst in diesem Moment nur die tatsächliche Größe von Breath of the Wild erahnen kann, wirkt die Welt direkt gewaltig und auf so manchen wohl sogar überwältigend. Wer wie ich Ocarina of Time kennt, dürfte sofort von Sehnsucht ergriffen werden, wenn er in der Ferne den Todesberg erblickt. So nah und doch so fern.

Bevor ihr in die offene Welt entlassen werdet, müsst ihr zunächst den Prolog meistern. Dort gibt es einen ersten Vorgeschmack auf Breath of the Wild, ohne dass einen das Spiel gleich mit zu viel Umfang und Eigenheiten konfrontieren würde. Ihr bekommt in vier Schreinen eine Ahnung davon, wie die Rätsel in der Spielwelt aussehen. Dabei führt euch euer Weg auch in eine eisige Region, die einen Vorgeschmack darauf liefert, wie sich Link später immer wieder anpassen muss. Ihr lernt, wie ihr mit eurer Umgebung interagieren könnt, wie ihr zum Selbstversorger werdet und mit dem klarkommt, was euch das Spiel bietet. Gleichzeitig lernt ihr aber auch, dass es in The Legend of Zelda: Breath of the Wild nicht den einen Weg gibt.

Das Spiel bietet viel – wenn ihr es zu nutzen wisst. Häufig scheint es zwar einen festgelegten Weg zu geben, tatsächlich gibt es aber kaum etwas in diesem Spiel, was nur auf eine Art funktioniert. Genau hier liegt auch einer der größten Reize des Titels. Es gibt unglaublich viel zu entdecken und immer wieder neue Herangehensweisen zu erforschen. Selbst eine einfache Gruppe Gegner bietet euch diverse Optionen. Ihr könnt etwa ganz klassisch mit gezogener Waffe vorpreschen und euch in das Getümmel stürzen. Oder aber ihr schleicht euch ran und erkundet die Umgebung. Gibt es explosive Fässer, die ihr hochjagen könnt? Könnt ihr den Gegnern die Plattform unter den Füßen wegreißen, indem ihr die dünnen Stangen die sie halten mit dem Bogen zerstört? Gibt es Feuer? Manchmal muss man auch den Blick etwas in die Ferne schweifen lassen, um große und zerstörerische Felsen zu entdecken.

Selbst wenn kein offensichtlicher Schwachpunkt zu finden ist, gibt es Möglichkeiten. Ihr könnt ein Feuer für Aufwinde legen und von der Luft hinaus Pfeile und Bomben zum Angriff nutzen. Oder aber ihr setzt das Wetter geschickt zu eurem Vorteil ein. Bei Regen könnt ihr eure Gegner mit einem gut platziertem Elektropfeil ärgern, bei Gewitter schleudert ihr ihnen einfach eine metallische Waffe entgegen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein Spiel mit gefühlt unendlichen Möglichkeiten. Gleichzeitig erinnert es mich aber auch sehr an die ersten Spiele mit offener Welt. Während einen viele aktuelle Spiele an die Hand nehmen, überlasst einem Zelda diese Welt fast schon kommentarlos. Wer Anregungen sucht, sollte ganz altmodisch Ladebildschirmtexte lesen, auf Hinweise von NPCs achten und selbst aktiv werden. Natürlich gibt es im Spiel unzählige Hinweise auf Kochrezepte und andere Dinge. Diese sind aber nicht so offensichtlich, wie man es vielleicht gewöhnt ist. Man muss auf Bilder an Wänden achten, in Büchern, die offen rumliegen lesen, NPCs lauschen und manchmal auch einfach nur genau beobachten.

Für diesen Weg bin ich Nintendo wirklich dankbar. Selbst wenn man Dutzende Stunden im Spiel verbracht hat, wird man noch neue Dinge entdecken und neue Taktiken erarbeiten. Langeweile kommt da so schnell also nicht auf. So wird zum Beispiel so mancher zunächst ratlos an einem Floß vorbeirennen und sich fragen, warum er das Ding nicht benutzen kann. Auf den ersten Blick scheint dies nämlich nicht möglich. Später stolpert man dann zum Beispiel über eine Nebenquest, bei der ein Junge ein Fass mit einem Ballon in die Luft steigen lassen möchte. Plötzlich schwirren im Kopf neue Ideen umher und das erlangte Wissen eröffnet dem Spieler weitere Möglichkeiten.

Was mir so gut gefällt, wird allerdings nicht jeden glücklich machen. Die vielfältigen Vorgehensweisen sind toll, aber gerade die Spieler, die noch nicht so lange dabei sind und vor allem jüngere Spiele kennen, werden vieles ohne Hilfe wohl niemals herausfinden. Moderne Spiele nehmen einen meist viel häufiger an die Hand und bieten überall eine Menge Winks mit Zaunpfählen. Diese hat auch ein The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Allerdings nicht so offensichtlich und oft sehr gut versteckt. Vieles erfährt man nur, wenn man genau hinsieht und liest. Schon im Prolog macht sich dies bemerkbar. Der Alte Mann hat jede Menge hilfreiche Tipps auf Lager. Dafür muss man allerdings auch die Zeit investieren und das Startgebiet genauer erkunden, um ihn hier und dort zu treffen. Außerdem muss man sich für die Dialoge Zeit nehmen und lernen.

Gerade für so alte Hasen wie mich ist das toll. Man fühlt sich nicht wie ein Volltrottel, dem alles vorgekaut wird, sondern wie ein Abenteurer in einer riesigen und wirklich geheimnisvollen Welt. Man bekommt gar nicht erst die Möglichkeit, Checkpoint für Checkpoint auf der Karte abzulaufen. Die gibt es nämlich nur in der Story. Aber selbst hier ist das Spiel sehr großzügig, was die Freiheit des Spieles anbelangt. Es bleibt euch überlassen, ob ihr direkt Richtung Endboss losstürmen wollt oder erst die vier Titanen machen möchtet. Entscheidet ihr euch für die zweite Variante, legt ihr die Reihenfolge selbst fest.

Die Tücken des offenen Prinzips

Da wir gerade beim Thema Story sind … die fällt für meinen Geschmack etwas zu kurz aus. Die Geschichte des Spiels passt ohne Probleme auf einen Bierdeckel. Auch wenn einem das Spiel ermöglicht direkt zum Endboss zu rasen, hätte ich mir mehr Möglichkeiten auf dem Weg dorthin gewünscht. Ich sehne mich fast schon, nach mehr festen Stationen in der Geschichte des Spiels. Dieses bietet beispielsweise einige wunderschöne Erinnerungen. Wer diese nicht findet, verpasst meiner Meinung nach einige der schönsten Momente, die das Spiel bietet. Es ist schade, dass all diese tollen Szenen optional bleiben, da sie vor allem Zelda unglaublich viel Tiefe verleihen. Ein wenig hätte man hier gern die Freiheit des Spielers beschneiden dürfen.

Was ich ebenfalls ein wenig bedaure, sind die vielen wenig genutzten Bereiche des Spiels. The Legend of Zelda: Breath of the Wild wirkt zunächst gar nicht so interessant, was die Spielwelt betrifft. Der erste Eindruck, wenn man auf das Plateau tritt ist überwältigend, dann aber folgen weite Graslandschaften, hügelige Gegenden und ein paar schlichte Wälder. Sofern man sich dann der vier Titanen annimmt, kommt man in eine Wüste, auf einen Vulkan, hoch in die Lüfte und ins Reich der Zora. Nichtsdestotrotz bleiben ganze Abschnitte wie das wunderschöne Akkala gänzlich unberührt. Vieles erschließt sich nur den entdeckungsfreudigen Augen der Spieler, die bereitwillig die Weiten von Hyrule erkunden und jeden noch so entlegenen Winkel erkunden wollen.

Es wäre schön, wenn das Spiel die Spieler mehr in diese wunderschönen Landschaftsstriche „schuben“ würde – zum Beispiel über Nebenquestreihen. Sehr viele Nebenquests beschränken sich auf kleinste Bereiche, obwohl die Spielwelt selbst riesig ist und soviel mehr hergeben könnte. Oft sind nur bestimmte Gegenstände gefragt, die man wenn man viel erkundet hat vielleicht sogar schon bei sich trägt. Oder aber ihr müsst binnen weniger Minuten ein Pferd fangen, welches nur wenige Hundert Meter entfernt zu finden ist. Das Spiel traut sich kaum, euch für Quest auf weite Reisen zu schicken. An entlegenen Orten findet man so häufig nur Krogs, Schreine und Feindlager. Gerade die Krogs und Schreine sind aber vermutlich Dinge, die so manchen nicht dauerhaft bei der Stange halten werden. Viele werden die Schreine wohl ignorieren, sobald sie genug Herzen und Ausdauer beisammen haben. Auf der einen Seite bietet Breath of the Wild eine der größten Spielwelten, die je erschaffen wurden. Auf der anderen Seite weiß das Spiel diese Größe nicht immer optimal zu nutzen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild Schildskaten

Fanservice soweit das Auge reicht und neue Wege

Nach all dem Gemecker möchte ich mich nun wieder den angenehmeren Seiten des Spiels widmen. Ganz vorn dabei ist hier der Fanservice. Dieser zieht sich durch das gesamte Spiel. Es geht schon beim Einstieg los. Wie üblich hat Link die Augen geschlossen und musst erst wach werden. Doch auch sonst finden sich im Spiel jede Menge Bezüge zu vorherigen Titeln. Ihr begegnet bekannten Charakteren, deren Nachfahren, bekannten Orten und Waffen. Wer ältere Spiele der Reihe kennt, wird viele Details in The Legend of Zelda: Breath of the Wild einem der anderen Spiele zuordnen können.

Ich selbst habe einst mit The Legend of Zelda: Link´s Awakening die Welt der Videospiele kennengelernt und in den letzten Jahrzehnten viele Zelda-Titel gespielt. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass Breath of the Wild zahlreiche bekannte Aspekte aufgreift und immer wieder auf seine Vorgänger verweist. Noch nie flossen in einem Zelda so viele Dinge aus anderen Spielen der Reihe zusammen. Dafür liebe ich Nintendo wirklich sehr. Ich habe oft beim Spielen gestrahlt und mich freudig an ältere Spiele zurückerinnert. Selbst beim Soundtrack wird einem vieles bekannt vorkommen, wenn man die entsprechenden Stücke im Spiel findet, was nicht immer einfach ist. Es ist einfach der Wahnsinn, wie es die Entwickler geschafft haben all diese Dinge in Breath of the Wild unterzubringen und diese auch noch völlig natürlich wirken zu lassen.

Breath of the Wild mag viele Dinge nicht so angehen, wie man es als Zelda-Fan gewöhnt ist. Ich kann aber nur jedem Fan raten, sich trotzdem an das Spiel zu wagen und es zu genießen. Wer sich auf die Spielwelt einlässt, wird trotz der immensen Größe sehr vieles wiederfinden, was ihm gefallen wird. Vielleicht dauert es ein bisschen, bis ihr über die ersten Dinge stolpert – aber ihr werdet mehr und mehr davon finden.

Trotz all diesen bekannten Faktoren, macht das Spiel auch vieles anders. So gibt es etwa Module. Dank diesen habt ihr beispielsweise unbegrenzte Bomben und die Möglichkeit Objekte aus Metall anzuheben und zu bewegen. Während euch Module dauerhaft zur Verfügung stehen und nur eine kurze Aufladezeit haben, verbrauchen sich eure normalen Waffen mehr oder weniger schnell. Auch die klassischen Dungeons gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es viele deutlich kleinere. Es gibt einige größere – trotzdem insgesamt sehr überschaubare – Dungeons die ihr während der Story betreten könnt und es gibt 120 Schreine. Schreine sind so etwas wie Mini-Dungeons und meist mithilfe der Module zu lösen. Obwohl die Schreine oft überschaubar sind, bieten sie viele verschiedene Rätsel und fast immer verschiedene Lösungswege. Auch wenn beim Spielen der Anschein entstehen mag, dass es nur eine Lösung gibt – tatsächlich gibt es sehr oft mehrere Optionen. Ich habe bei vielen Schreinen später verglichen, wie ich und mein Mann vorgegangen sind. Dabei haben wir sehr oft andere Lösungen gefunden. Natürlich gibt es auch Aufgaben, bei denen es keine Alternative gibt. Insgesamt beeindruckt das Spiel aber immer wieder mit den verschiedenen sich bietenden Lösungswegen.

Der Schwierigkeitsgrad vom Spiel funktioniert übrigens ganz ähnlich. Wer wenige Schreine macht, geht die Story mit wenigen Herzcontainern und Ausdauer an, was die Sache natürlich knackiger macht. Darüber hinaus ist alles eine Sache der Vorbereitung. Geht ihr mit Feen in den Kampf, könnt ihr mehrfach das Zeitliche segnen, ehe es den Game Over Bildschirm gibt. Stellt ihr euch an eine Feuerstelle, könnt ihr euch Medizin und Lebensmittel kochen, die euch das virtuelle Leben deutlich vereinfachen. Wer Zeit in seine Ausrüstung steckt, kann auch hier einiges an Bonus herausholen. Ihr entscheidet, ob ihr gut vorbereitet großen Gegnern entgegentretet, oder einfach eurer Wege zieht und euch auf die Möglichkeiten des Ausweichens und Konter verlasst. Der Spieler mit 4 Herzen kann genauso zum Abspann kommen, wie der mit 14.

Zauber einer anderen Welt

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist kein Spiel für Gamer, die sich gern Nonstop an die Hand nehmen lassen. Es ist auch kein Spiel für jene Leute, die gern von Markierung zu Markierung eilen und möglichst schnell durch sein möchten. Breath of the Wild ist ein Spiel für Entdecker, die bereit sind sich auf eine virtuelle Welt einzulassen. Es ist ein Spiel, welches sich mehr und mehr entfaltet und euch vor die nicht immer einfache Aufgabe stellt, zu lernen, euch stetig zu verbessern und seine Mechaniken zu meistern. Der Weg dorthin ist nicht immer einfach, er ist manchmal zäh, aber er lohnt sich.

Dem neuen Zelda-Spiel wird gern vorgeworfen, es gäbe keine typische Charakterentwicklung mehr, wie man sie aus Zelda kennt. Tatsächlich ist diese aber vorhanden – nur nicht linear. Mit jedem erledigten Titan eröffnen sich neue Möglichkeiten. Je mehr Schreine ihr erledigt, desto mehr Herzen und Ausdauer könnt ihr euch verdienen. Müsst ihr zunächst noch über Umwege hohe Berge erklimmen und euch regelrecht geeignete Routen rauspicken, könnt ihr euch später einfach mit Aufwinden hoch in die Lüfte katapultieren und dort dann zielstrebig klettern. Müsst ihr anfangs noch mühsam Wasserfälle umlaufen oder mit dem Cryomodul erklettern, schwimmt ihr später per Knopfdruck und mit der richtigen Ausrüstung nach oben.

Dabei kann man sich in Hyrule wunderbar verlieren. Mir ist es immer wieder passiert, dass mich der Weg vom Ziel abgelenkt hat. Wollte ich eigentlich nur zu einem Schrein, sind mir unterwegs plötzlich Tiere aufgefallen, die ich jagen wollte, dann ein Turm, den ich unbedingt erklimmen möchte und wenig später sah ich mich in einer Horde Gegner wieder, nachdem ich zuvor noch fix einen Wald nach Kochzutaten durchsucht hatte. So ist es mir zum Beispiel passiert, dass ich gerade erst einen Berg mühsam erklettert hatte, nur um mich wegen eines Krog-Samens wieder nach unten zu stürzen.

Auch die vielfältige Landschaft hat mich immer wieder Umwege in Kauf nehmen lassen. Wollte ich eigentlich gerade zu einem Schrein, erblickte ich irgendwo in der Ferne einen herbstlichen Landabstrich mit tollen und farbenfrohen Bäumen. Ein anderes Mal fiel mir ein Dschungel auf und wieder ein anderes Mal zog mich das Donner Plateau magisch an.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild Sheikah Turm

Technische Ärgernisse und Feinheiten

An The Legend of Zelda: Breath of the Wild gibt es nicht viel auszusetzen. Der Großteil ist Gemecker auf sehr hohem Niveau. Wenn ein Spiel nahezu perfekt ist, dann ist es Breath of the Wild. Für mich ist das größte Ärgernis die technische Seite. Die Framerate brach beim Anspielevent im Januar ziemlich oft ein. Leider hat auch die fertige Version mit Day One Update diese Macke. Im Handheld-Modus kommt es nur gelegentlich zu Microrucklern. Schlimmer trifft es den TV-Modus. Hier muss man in einigen Spielabschnitten teilweise böse Framerateeinbrüche in Kauf nehmen. Ganz schlimm ist es zum Beispiel, wenn man den Wald der Krogs betritt. Auch am Todesberg kommt es aufgrund der aufwendig zu berechnenden Lava gern Mal zu einem Absacken der Framerate.

Wer einen Blick für derlei Dinge hat, wird sich gelegentlich wohl daran stören. Ich hoffe, dass diese FPS-Drops mit späteren Updates noch ein wenig entschärft werden. Manchmal stören diese, obwohl das Spiel dadurch für mich nicht an Reiz verliert. Dennoch ärgert es mich, wenn mitten in einem Kampf merklich die Framerate einbricht. Ich spiele das Spiel daher fast ausnahmslos im Handheld-Modus.

Obwohl sich in Sachen FPS gern noch etwas tun darf, gefallen mir viele andere technische Seiten des Spiels. Da ist zum einem der Look, der zwar zunächst simpel wirkt, aber trotzdem mit vielen Details überzeugt. Die Spielwelt sieht toll aus und punktet mit liebevollen Details. Gras wiegt sich im Wind, entzündet sich bei Feuer, fliegt davon, wenn ihr es mit einer Waffe zerschneidet und weicht euren Schritten.

Toll sind auch die vielen Möglichkeiten, die sich durch die jeweiligen Umstände ergeben. Regnet es, könnt ihr in Gegner einen Elektropfeil schießen, der dann die Elektrizität leitet. Steht ihr an einem Gewässer, könnt ihr in die Nähe von herumschwimmenden Fischen mit Elektropfeil schießen, um diese zu töten. Diese könnt ihr dann aufsammeln, da sie an der Wasseroberfläche treiben. Zieht ihr Pfeil und Bogen und stellt euch dann an ein Feuer, könnt ihr den Pfeil entzünden. Schießt ihr dann auf Gras, wird sich wiederum dieses entzünden.

Da wir gerade beim Thema Waffen sind, möchte ich zu diesen noch ein paar Worte verlieren. Die Waffen in Breath of the Wild nutzen sich ab, was gerade am Anfang sehr störend ist. Im Laufe der Zeit wird es besser, vor allem dann, wenn man lernt, mit diesen umzugehen. Für so ziemlich jede Situation gibt es die „richtige“ Waffe. Möchtet ihr etwa ein Feuer anzünden, lohnt sich der Griff zur Fackel. Dafür ist diese im Kampf nach wenigen Schlägen hinüber. Wollt ihr einen Wächter mit Schild angreifen, lohnt es sich nicht auf das Schild zu schlagen, da eure Waffen so im Handumdrehen den Geist aufgeben. Dafür könnt ihr mit nur einem Pfeil und dem richtigem Ziel eine Menge Schaden anrichten.

Das Waffensystem wird aber jene Spieler verärgern und nerven, die nicht bereit sind sich mit dessen Feinheiten zu befassen. Setzt man Waffen klug ein und nutzt wenn möglich auch die Umgebung für Interaktionen, wird man mit seinen Waffen eine ganze Weile Freude haben. Wer einfach jeden Gegner mit der gleichen Waffe angehen möchte und auf Interaktionen mit der Spielwelt verzichtet, wird hingegen einen hohen Verschleiß haben. Da das Spiel auch hier nicht viel Input liefert, muss man bereit sein, sich näher mit den Waffen, deren Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten zu befassen. Breath of the Wild serviert euch auch hier das Wissen nicht auf dem Silbertablett.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild Pfeile sammeln

Mein Fazit:

Wow! Einfach nur wow. The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein fantastisches Spiel. Allein schon wegen des Fanservice liebe ich es einfach. Überall gibt es Anspielungen auf vorherige Zelda-Titel. Wer zumindest einen Teil der älteren Ableger kennt, wird viel Freude damit haben, diese Dinge zu finden. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Orientierung an älteren Spielen. Moderne Titel nehmen einen leider manchmal viel zu sehr und häufig an die Hand. Manche lassen einen gar überhaupt nicht mehr los. Breath of the Wild bietet zwar gefühlt unendliche Möglichkeiten, liefert die aber nicht auf dem Präsentierteller.

Der Spieler muss selbst herausfinden, welche Optionen die offene Welt bietet. Viele Dinge findet man nur raus, wenn man bereitwillig mit NPCs spricht und jedes Detail aufsaugt, welches sich bietet. Jede noch so banale Nebenquest kann einem die Augen öffnen und neue Hinweisse liefern. Diese Vorgehensweise wird nicht jeder mögen, aber ich finde sie hervorragend. The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist endlich wieder ein Spiel, welches mich dazu bringt viel genauer auf eine Spielwelt, Dialoge und Details zu achten. Da die Spielwelt wunderschön gestaltet ist, kann man sich dabei immer wieder darin verlieren und wandelt plötzlich auf Pfaden, die man gar nicht einschlagen wollte. Genau so sieht für mich ein gutes Open World Spiel aus. Am liebsten würde ich euch hier einige meiner über Tausend Screenshots zeigen, mit denen ich versucht habe viele der schönen Szenen, Momente und Augenblicke einzufangen. Aufgrund von Spoilern verzichte ich allerdings darauf. Nehmt euch Zeit, lasst euch auf Hyrule ein und erkundet es selbst.

Hier und dort gibt es sicher noch Luft nach oben – wie bei jedem anderen Spiel auch. Breath of the Wild ist allerdings nahezu perfekt. Die Einbrüche der Framerate im TV-Modus werden hoffentlich mit einem Patch noch ausgemerzt und hier und dort sind sicher noch Landstriche, die man besser hätte füllen können. Ein wenig gibt mir dies aber auch Hoffnung. Breath of the Wild bietet sich geradezu für klassische Add-ons an. Hoffentlich denkt auch Nintendo in dieser Hinsicht wie ich. Ich hatte schon jetzt so viel Spaß mit dem Spiel, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken viel mehr nehmen würde, als nur die angekündigten DLCs. Gebt uns mehr davon!

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