Little Inferno

Little Inferno Review (Nintendo Switch)

Entwickler:         Tomorrow Corporation 
Publisher:          Tomorrow Corporation 
Genre:              Puzzle
Plattformen:        Nintendo Switch
Preis:              ca. 9,99 Euro 
Offizielle Website: http://tomorrowcorporation.com/littleinferno

I´m on fire

Hat euch Feuer als Kind auch magisch angezogen? Trotz Verbot fand ich es wirklich toll, in den Kachelofen meines Kinderzimmers Zeitungsschnipsel und Reste von Zweigen zu werfen. Das wunderschöne aber auch gefährliche Spiel mit lodernden Flammen zieht wohl so manches Kind magisch an. Zumindest in meinem Fall halfen da auch die Ermahnungen der Eltern herzlich wenig. Wie gebannt saß ich an kalten Winterabenden vor dem Ofen und bewunderte das Spiel hinter dem Glas. Die wohlige Wärme war toll und ich hätte dem Schauspiel stundenlang zusehen können. Also warf ich immer wieder etwas hinein, um das Feuer am Leben zu halten. Meine Eltern legten am Abend nicht mehr nach. Etwas, womit ich nie einverstanden war. Also nahm ich die Sache selbst in die Hand.

Während das Spiel mit dem Feuer im realen Leben eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit ist, von der abzuraten ist, darf man sich virtuell austoben. In Little Inferno könnt ihr völlig erlaubt und hemmungslos mit dem Feuer spielen. Ihr sitzt dabei vor einem Kamin, den ihr befeuern könnt. Dafür müsst ihr euch gegen Ingamegeld brennbares Material beschaffen. Brennbar bedeutet in diesem Fall eine ganze Menge. Egal ob Kugelfisch, Batterien, ein Spielzeugbär oder ein Wecker … ihr dürft in Little Inferno alles mögliche verbrennen. Vieles sind normale Gegenstände, einig Items sind aber eher abgefahren.

Als wäre das Spiel mit dem Feuer nicht genug, bekommt ihr immer wieder Briefe von einem Mädchen. Habt ihr diese gelesen, wandern sie ebenfalls ins Feuer. Dann und wann müsst ihr aber auch antworten, indem ihr einen von ihr gesuchten Gegenstand zurückschickt. Eure Brieffreundschaft befindet sich nur wenige Meter von euch entfernt. Lediglich eine Wand trennt euch beide. Das Mädchen scheint so nah und doch so fern. Auf den ersten Blick scheint die Geschichte sehr banal zu sein und nicht mehr als schmückendes Beiwerk. Mit der Zeit kristallisiert sich allerdings heraus, dass dieser Eindruck täuscht. Nach und nach gewinnt die Geschichte an Tiefe und Ernsthaftigkeit. Dabei kommen später auch weitere Figuren ins Spiel. In der düsteren Welt um euch herum schneit und schneit es. Unaufhörlich rieselt der Schnee herab.

Das Gameplay steht dazu im krassen Gegensatz. Während die Geschichte später Töne anschlägt, die man dem Spiel zunächst gar nicht zutrauen würde, lässt euch das Spiel alles verbrennen, was ihr in die Finger bekommt. Zunächst stehen euch dafür nur einige wenige Inventarplätze und eine kleine Auswahl an Items zur Verfügung. Die Kosten dafür sind überschaubar und die Lieferung geht flott. Um weitere Möglichkeiten zu erhalten, müsst ihr Kombos erzielen, indem ihr bestimmte Gegenstände zusammen verbrennt. Einige dieser Kombinationen sind anhand des Namens leicht zu erraten. So werden zum Beispiel ein Fernseher und Mais – wird Popcorn – zu einem Filmabend. Bei anderen Dingen kommt man hingegen ziemlich ins Schwitzen. Zum Glück bekommt man immer wieder reichlich Geld, um neues Brennmaterial zu beschaffen.

Little Inferno Pirat

Habt ihr alle Gegenstände eines Katalogs gekauft und genug Kombos herausgefunden, könnt ihr euch eine weitere Kategorie hinzukaufen und so mehr brennbare Gegenstände freischalten. Da ihr für die Kombos später auch Gegenstände verschiedener Kategorien mixen müsst, wird es mit der Zeit teilweise ziemlich knackig. Zudem bestehen spätere Kombos nicht mehr nur aus zwei Gegenständen. Teilweise sind auch mehr gefragt. Je nach Geschick, könnt ihr so für das Spiel rund drei Stunden einplanen.

Manchmal ist es ein wenig nervig, auf die Lieferung der gekauften Gegenstände zu warten. Zum Glück kann man die aber häufig beschleunigen. Dafür findet man nämlich Items, mit denen man die Wartezeit umgehen kann. Da es die ziemlich großzügig gibt, könnt ihr so zumindest einen großen Teil der Lieferzeiten umgehen.

Gespielt wird Little Inferno auf der Nintendo Switch übrigens via Touchscreen. Die Steuerung ist einfach und auch für Kinder kein Problem. Durch die schmal gehaltenen Menüs arbeitet ihr euch mit Fingertipps und Gegenstände zieht ihr einfach vom unteren Bildschirmrand nach oben in den Kamin. Als Dreingabe gibt es den Soundtrack, den ihr über das Hauptmenü abspielen könnt. Dafür tippt ihr einfach das entsprechende Symbol an. Darüber hinaus hat die Switch-Version des Spiels einen exklusiven Multiplayer. Ihr könnt also auch mit einem Freund zusammen Gegenstände verfeuern. Es macht Spaß – probiert´s Mal aus.

Mein Fazit:

Klein, aber oho beschreibt Little Inferno wohl sehr gut. Das Spiel bietet auf den ersten Blick nicht viel, überzeugt dann aber mit einer tollen Story, die mehr Tiefe entwickelt, als man zunächst vermuten würde. Darüber hinaus macht es viel Spaß, mit dem Feuer zu spielen. Im realen Leben ist dergleichen eine gefährliche Sache, von der man lieber die Finger lassen sollte. Virtuell darf man sich dafür so richtig austoben und alles Mögliche verfeuern. Kombiniet man dabei geschickt Gegenstände, kommt es zu Stichflammen und lauten Knallgeräuschen. Wer mag, darf sich in der Switch-Version sogar Verstärkung holen und im Multiplayer spielen.

Little Inferno ist kurzweilig und prima geeignet, wenn man etwas sucht, was man auch zwischendurch spielen kann. Man braucht nicht viel Zeit, um ein bisschen zu zündeln. Ein heißer Tipp für Besitzer der Nintendo Switch.

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