Virtual Rides III

Virtual Rides III Review (PC)

Entwickler:         Zeichenkraftwerk Jeutter & Schaller 
Publisher:          2tainment 
Genre:              Simulation
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 24,99 Euro 
Offizielle Website: http://virtualrides.2tainment.com/

Kirmes in den eigenen vier Wänden

Keinen Bock auf reale Rummelplätze? Mit Virtual Rides III könnt ihr die Kirmes zu euch nach Hause holen. Auf dem virtuellen Rummelplatz warten mehr als 10 Fahrgeschäfte auf euch. Diese könnt ihr nach Herzenslust umgestalten, wofür euch diverse Effekte, Lichtspielereien, farbige Anstriche und Motive zur Verfügung stehen. Einige dieser Dinge könnt ihr kostenlos nutzen. Andere müsst ihr wiederum käuflich erwerben. Damit ihr euch Upgrades leisten könnt, müsst ihr Besucher anlocken und die Fahrgeschäfte bedienen. Ihr übernehmt die Kontrolle über Sicherheitsbügel, Motoren und Co., um eure Gäste durch die Luft zu wirbeln und in die Höhe zu katapultieren. Mit der Zeit habt ihr genug zusammen, um Stück für Stück Investitionen zu tätigen.

Obwohl die Zahl der Fahrgeschäfte überschaubar ist, kann man einiges an Zeit in Virtual Rides III verbringen. Egal ob man einfach ganz entspannt aus Kirmesbesucher-Sicht Kettenkarussell fährt, die Designmöglichkeiten ausreizt oder die Fahrgeschäfte bedient – das Spiel ist kurzweilig, leicht zu bedienen und unterhaltsam.

Unglücklicherweise funktioniert das Tutorial vom Spiel nicht, wie es soll, weshalb hier Eigeninitiative gefragt ist. Da die Fahrgeschäfte nicht wirklich kompliziert zu bedienen sind, lässt sich schnell herausarbeiten, wie man diese in Bewegung setzt. Möchte man den Motor doch einmal zu früh starten, weist einen das Spiel mit Hinweisen auf den falschen Vorgang hin. Ist der Groschen schließlich gefallen, fängt der Spielspaß an. Nichtsdestotrotz wäre es natürlich wünschenswert, dass da noch nachgebessert wird. Wer gern Simulationen spielt, wird das nicht sehr umfangreiche und nicht gut funktionierende Tutorial nicht weiter vermissen, da das Spiel nicht kompliziert ist.

Die Fahrgeschäfte sind mit wenigen Klicks zu bedienen und unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum voneinander. Aber gerade aufgrund der Thematik ist das Spiel sicher auch für so manchen Neuling auf dem Gebiet Simulationen interessant. Es ist schade, dass das Spiel riskiert, diese schon im Tutorial zu verlieren. Rummelplätze sind ein beliebtes Thema und für so manchen als Simulation sicher interessanter, als deutlich komplexere Themengebiete. Daher sollten die Entwickler zusehen, die Einführung zu überarbeiten und das Spiel so zugänglicher machen.

Obwohl Virtual Rides III vom Umfang her kein Gigant ist, überzeugt der Titel. Dafür sorgen vor allem viele liebevolle Details. So wissen zum Beispiel die Besucher des virtuellen Rummelplatzes zu gefallen. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, diese vielfältig zu gestalten. Statt einfach eine Klonarmee auf die Kirmes zu schicken, begeistern die Besucher mit vielen unterschiedlichen Klamotten und Looks, wodurch das Spiel lebendig wirkt. Die NPCs gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, aber es trägt zur Atmosphäre bei, dass man hier erfolgreich um Abwechslung bemüht war. Interessant sind auch die unterschiedlichen Reaktionen der Besucher. Während der eine euphorisch die Arme in die Luft wirft, scheint ein anderer deutlich weniger erfreut. Die Umgebung wirkt ebenfalls ansprechend, wenngleich diese sehr einfach gehalten ist. Wer mag, kann sich die Laufwege sparen, indem er per Schnellreise von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft eilt. Dabei müsst ihr allerdings mit Ladezeiten leben.

Am interessantesten ist es meiner Meinung nach, sich die Fahrgeschäfte mittels verschiedener Kameraperspektiven anzusehen und diese zu bedienen. Leider ist die Kamera teilweise ziemlich zickig. In einigen Perspektiven hat man keinen guten Blick auf die Fahrgeschäfte. Da hilft auch die oft eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit der Kamera nicht viel. Solche Macken lassen sich aber verschmerzen, da euch das Spiel ohnehin mehrere Kameras anbietet. Im Zweifelsfall schaltet man also einfach um. Trotzdem ist es blöd, wenn man ein Fahrgeschäft ums Verrecken nicht komplett auf den Bildschirm holen kann und fast nur Streben auf dem Monitor hat.

Technisch sollten die Entwickler aber ohnehin noch einmal ein wenig Hand anlegen. Die Performance lässt teilweise zu wünschen übrig. Bevor ihr loslegt, solltet ihr unbedingt die Voreinstellungen über Bord werfen und probieren, wie das Spiel bei euch gut läuft. Ein halbwegs leistungsstarker Rechner ist für Virtual Rides III auch nicht verkehrt, damit es sauber läuft. Hier und da ist bei meinem Test die Framerate eingebrochen, obwohl meine Kiste genug Power haben sollte. Man darf da allerdings guter Dinge sein.

Die Entwickler kommunizieren sehr offen mit den Spielern und stehen diesen auch vorbildlich Rede und Antwort. Derzeit planen die Macher des Spiels sowohl einige Verbesserungen als auch zusätzlichen Content. Auf den freue ich mich ehrlicherweise schon jetzt. Einige beliebte Fahrgeschäfte fehlen leider noch. Virtual Rides III macht trotz einiger Macken und Kinderkrankheiten Spaß, kann aber definitiv noch mehr Inhalt gebrauchen. Nach einigen Stunden stellte sich bei mir nämlich dann doch langsam die Langeweile ein, da durch die geringen Unterschiede bei der Bedienung der einzelnen Fahrgeschäfte nicht viel Abwechslung aufkommt.

Ermüdend sind zudem einige schwache Zeiten auf dem Rummelplatz. Während teilweise der Bär steppt, wirkt die Kirmes zu anderen Zeiten fast schon vereinsamt. Eine Zeit lang war ich deshalb sogar verunsichert und dachte, ich mache etwas falsch. Betrübt sitzt man dann in der kleinen Kabine eines Fahrgeschäfts und hofft, dass das Ding endlich Mal jemand betritt und fahren möchte. Letztlich startet man dann wegen zwei mageren Interessierten den Motor. Die Freude ebbt dann rasch ab. Sobald die Besucher dann wieder Schlange stehen und ihr bei einsetzender Dunkelheit die Lichteffekte bewundern könnt, kehrt die dann aber zurück. Sofern im Spiel reges Treiben herrscht, macht es richtig Spaß. Zum Glück kann man die Zeit im Spiel schnell verfliegen lassen.

Virtual Rides III Screenshot 04

Mein Fazit:

Ich bin kein Fan der Kirmes, fühle mich auf dem Rummelplatz in Virtual Rides III aber pudelwohl. Während ich im realen Leben eher wenig Freude an Fahrgeschäften habe, gefällt es mir gut, virtuell das Steuer zu übernehmen. Obwohl das Tutorial bei mir nicht wie es sollte funktioniert hat, kam ich relativ zügig in das Spiel rein. Dies lag natürlich nicht zuletzt daran, dass das Game nicht sonderlich komplex ist und mit wenigen Klicks bedienbar ist. Nachbessern muss man hier aber auf jeden Fall, da nicht jeder mit dem Genre vertraut ist. Wer neu auf dem Gebiet ist, wird verleitet schnell die Segel zu streichen.

Warum aber macht ein solches Spiel Spaß, obwohl es letztlich sehr simpel ist? Das Spiel reizt vor allem mit seiner Thematik, einigen liebevollen Details und gestalterischen Möglichkeiten. Da sieht man gern über den knappen Content und einige Macken hinweg. Der Titel kommt zwar nicht über Durchschnitt hinaus und ist kein Must Have, wird aber ohne jeden Zweifel seine Fans finden. Virtuelle Rummelplätze haben einfach ihren Reiz – auch in Virtual Rides III. Es ist spaßig, die unterschiedlichen Fahrgeschäfte anzupassen, mit der Beleuchtung zu spielen und das bunte Treiben zu beobachten. Dank Details wie verschiedenen Jingles kommt dabei durchaus Kirmesatmosphäre auf. Aufgrund der einfachen Bedienung ist der Titel super für jüngere Spieler geeignet. Alternativ kann man natürlich auch zusammen mit dem Nachwuchs das Steuer übernehmen. Kids haben hier auch als Zuschauer ihre Freude.

Sollte es den Entwicklern gelingen Kinderkrankheiten wie die mäßige Kameraführung, die nicht ideale Performance und das lückenhafte Tutorial auszumerzen, dürfte das Spiel einiges an zusätzlichen Sympathien gewinnen. Derzeit ist es eher für Genrefans interessant. Wer Rummelplätze und Simulationen mag, holt sich die Kirmes in die eigenen vier Wände.

Anmerkung: Der VR-Modus konnte von mir leider nicht getestet werden.

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