Yooka-Laylee Review

Yooka-Laylee Review (PC, Xbox One)

Entwickler:         Playtonic Games
Publisher:          Team17
Genre:              3D Plattformer
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 39,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.playtonicgames.com/games/yooka-laylee/

Denkt man an 3D-Plattformer kommt man nicht umher an die 90er Jahre zu denken. Mit Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie hat man nicht nur seinerzeit Spieler der N64 begeistert, sondern hat nachhaltig die Messlatte für das Genre hoch gesetzt. In die Liste dieser Hochzeit gesellen sich noch weitere Titel wie Donkey Kong oder Conker’s Bad Fur Day.

Yooka-Laylee möchte sich nahtlos an die Liste dieser Titel anschließen und das bald zwei Jahrzehnte später. Als bekennende Fans der alten Rare-Titel war es freilich unsere Pflicht, uns das Spiel für euch anzusehen. Kann man ein Genre was praktisch als tot war mit einem Titel wiederbeleben und vielleicht sogar noch verbessern?

Yooka-Laylee: They said this scene’s dead

Um die Frage zu beantworten, müssen wir eine kleine Zeitreise machen. Gehen wir doch zurück in das Jahr 1997. GoldenEye 007 ist die Spitze der Shooter-Generation auf der Konsole und geprügelt wird sich noch in Killer Instinct – nein, nicht in HD. Mit Banjo-Kazooie hat man ein bekanntes Genre in den 3D-Raum gebracht. Witzige Charaktere, eine eingängige Mechanik und Rätseleinlagen sorgten für viele Stunden Sprungvergnügen. Mit dem Nachfolger 2000 setzen man zwar auf gewohnte Mechanik, konnte jedoch nicht mehr so ganz begeistern, wie mit dem Vorgänger. Ein Jahr später schickte man Conker mit überarbeiteter Mechanik ins Rennen, ehe das Genre wortwörtlich von der Bildfläche verschwand.

Yooka-Laylee soll der Genre nun wiederbeleben und damit das gelingt, setzt man auf Bewährtes. Zum einem wurde das Spiel mithilfe der Fans über Kickstarter finanziert. 200.000 Pfund wollte man, über 2,5 Millionen erhielt man. Viel erfolgreicher geht’s nur noch, wenn man Chris Roberts aufstempelt. Zudem setzt man auf klassische Zutaten und hält sich nahe an der Vorlage. Nein, nicht nur nahe, man kopiert sein eigenes Werk. Die Hauptfiguren, den Grafikstil, die Dialoge, die Spielewelt, die Musik und überhaupt wirkt alles, als wollte man die Spieler auf eine Zeitreise mitnehmen.

Yooka-Laylee

Yooka-Laylee: A lizard and a bat, what’s up with that?

Doch irgendwie fehlt etwas. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Banjo und Kazooie und ich mag Yooka und Laylee doch irgendwie wirkt alles so, als hätte man es schon einmal gesehen. Ja, es macht wahnsinnig Spaß mit den beiden durch die Gegend zu hüpfen, rollen und zu fliegen. Die Dialoge sind witzig und man hält den Charme des Spieles von Anfang bis Ende aufrecht. Die Rätsel sind überwiegend lustig, wirken aber teilweise ein wenig uninspiriert. In zwei der fünf Welten hat man das Gefühl, die Entwickler seien etwas unter Zeitdruck geraten. Die ersten zwei sowie die letzte Welt wirken hier deutlich charmanter, detailverliebter und sie sind auch vom Schwierigkeitsgrad her knackiger.

Doch zurück zum Anfang: Der böse Capital B und Dr. Quack wollen alle Bücher der Welt stehlen und sie zu Geld zu machen. Dabei gelangt ihnen DAS eine Buch in die Finger, welches praktischerweise seine Seiten verliert. Yooka und Laylee sammeln im Laufe ihrer Abenteuer die Pagies auf und können mit diesen neue Welten freischalten oder die bestehenden erweitern. Jede Welt hält eigene Fähigkeiten und Pagies bereit. Mit der Erweiterung schaltet ihr neue Rätsel frei und gelangt somit an weitere Pagies. Für das Freischalten der Fähigkeiten sind in den Spielewelten Federn verteilt, außerdem gibt’s für den Abschluss kleiner Herausforderungen freischaltbare Boni, von denen ihr immer einen aktiv haben könnt.  Zum Beispiel einen extra Schadenspunkt.

Yooka-Laylee

Yooka-Laylee: The Pagies in cagies, who’ll set them free? Yooka-Laylee!

Bis auf einzelne Stellen reduziert man sich beim Einsatz der Fähigkeiten auf das Wesentliche: Rollen, Fliegen, Prügeln. Manche Gegner sind einfacher mit vorheriger Betäubung zu besiegen und es gibt Passagen, für die ihr erst später im Spiel die Fähigkeiten erhaltet. So bewegt das Spiel den Spieler dazu, auch den früheren Welten noch einen Besuch abzustatten. Zugleich stellen die Fähigkeiten so eine künstliche Barriere dar. Doch von diesen abgesehen, liegt es an euch, wie viel ihr von welcher Welt erkundet und es liegt auch an euch herauszufinden, wie ihr an die Pagies gelangt. Das mag die Generation Minimap/Ausrufezeichen/Den-Pfeilen-auf-dem-Boden-nach/Ich-muss-dahin-wo-es-blinkt möglicherweise zu Anfang überfordern. Wir geben zu, auch wir mussten uns erst wieder an die nicht vorhandene Spielerlenkung gewöhnen.

Eine Dreingabe sind noch Rextros Minispiele, doch diese können und wollen wir nicht ernsthaft als Teil des Spiels in Betracht ziehen. Sie wirken viel mehr wie der verzweifelte Versuch, das Spiel um eine Minispielkomponente zu erweitern. Ungenaue Steuerung und langweilige sowie stark vereinfachte Mechaniken lassen keinen Spaß aufkommen. Schwamm drüber, das Hauptspiel ist ungeachtet dessen gute Gamerkost. Die Minispiele kann man – so wie wir – einfach ignorieren.

Aufgrund der zackigen Spielweise ist das Spielerlebnis mit 60 Bildern pro Sekunde (FPS) optimal. Am PC erreicht ihr diese bereits mit mittelstarker Hardware, auf der Konsole bleibt hier momentan nur die PS4 Pro Variante. Auf der Xbox One müssen Spieler gelegentlich mit leicht auffälligen Ruckelpasagen kämpfen, diese lenken jedoch selten vom Spielvergnügen ab. Wer Yooka-Laylee einmal mit 60 FPS gespielt hat, wird vermutlich nicht mehr zu den 30 FPS zurückwollen. Dennoch, es ist auch mit niedrigerer Framerate spielbar. Die gelegentlich zickige Kamera stört eher selten – dafür dann aber so richtig.

Unser Fazit:

Yooka-Laylee hat den Anspruch das Genre des 3D-Plattformers wiederzubeleben. Dem Spiel ist es mit Witz, Charme und bewährten Spielmechaniken gelungen. Zugleich kämpft das Game mit den gleichen Schwächen wie die Genrevertreter von vor 20 Jahren. Eine gewöhnungsbedürftige und teils schwammige Steuerung gehört ebenso zum Spiel, wie die zickige Kamera. Doch diese können den Spielspaß nur bedingt trüben.

Wer das Duo Banjo und Kazooie mochte, der kommt auch nicht um Yooka und Laylee herum. Wer die beiden nicht kannte, läuft dennoch große Gefahr Spaß an dem Spiel zu finden. Wer mit 3D-Plattformern früher nichts anfangen konnte, der braucht ein solches Spiel heute auch nicht in die Hand nehmen. Auch Spieler die gesagt haben wollen, was sie machen müssen, werden hier nicht weit kommen. Den Weg zu finden bleibt euch überlassen.

Yooka-Laylee ist genau das, was es sein will, ein Revival des Genres. Nicht weniger und als Wermutstropfen auch nicht mehr.

Siehe auch

Xbox One und PlayStation 4 laut AMD 150+ Millionen Mal verkauft

AMD hat ihm Rahmen des Financial Day 2020 Verkaufszahlen aus der aktuellen Konsolengeneration bekannt gegeben. …

PlayStation Plus Februar 2020 Spiele stehen fest

Die PlayStation Plus Februar 2020 Spiele wurden heute von Sony bekannt gegeben. Mit der The …

Kommentare Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
0
Ein Penny für deine Gedanken, hinterlasse einen Kommentarx