Snake Pass

Snake Pass Review (PC)

Entwickler:         Sumo Digital
Publisher:          Sumo Digital
Genre:              3D Plattformer
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch
Preis:              ca. 19,99 Euro 
Offizielle Website: www.snake-pass.com

Um den Finger geschlängelt

Es gibt so Spiele, die fallen – zumindest mir – schon lange vor Release auf. Eines dieser Spiele ist Snake Pass. Der Titel wirkt allein schon durch sein Konzept sehr interessant. Wie cool ist denn bitte die Idee, eine Schlange steuern zu dürfen? Ich war sofort von dieser Idee begeistert. Auch optisch wirkte das Spiel bereits im Vorfeld sehr ansprechend. Dementsprechend gespannt habe ich daher dem Launch entgegengeblickt. Ich durfte mir nun die PC-Version des 3D Plattformers ansehen.

Die ersten „Schritte“ meines Abenteuers waren ein wenig ungeschickt. Puh, gar nicht Mal so einfach, eine Schlange zu steuern. In den Trailern vor Release sah alles sehr einfach und mühelos aus. Beim Spielen stellt man aber schnell fest, dass so ein langer Schlangenkörper nicht wirklich simpel zu positionieren ist. So passierte es mir des Öfteren, dass ich zwar mit dem Vorderteil der Schlange dorthin gelangte, wo ich hinwollte, dann aber der Hinterteil wie ein nasser Sack nach unten sauste. Schwerkraft sei Dank, folgte dann auch rasch der Rest von Noodle – so heißt der tierissssche Protagonist.

Zugegeben, die Steuerung ist ganz schön tricky und manches Mal musste ich einige Anläufe nehmen, um Höhen zu erklimmen. Nichtsdestotrotz hat mir das Spiel überwiegend Freude bereitet. Das Spiel ist optisch sehr ansprechend und liebevoll gestaltet, womit der Titel zweifelsohne punkten kann. Darüber hinaus empfand ich das Game als sehr erfrischend. Die Idee eine Schlange spielen zu können ist trotz der dadurch entstehenden Tücken toll. Zweibeiner, Aliens, Tiere auf vier Pfoten … alles oft da gewesen. Eine Schlange ist aber zumindest für mich Neuland und ich habe im Laufe meines Lebens verdammt viele Games in die Finger bekommen. Natürlich habe ich auch irgendwann als Teenager Mal Snake gespielt. Hiermist ist Snake aber nicht einmal ansatzweise zu vergleichen.

Auf der Steamseite von Snake Pass steht unter anderem der folgende Text: „Das Spiel wurde von Seb Liese als Liebesbekundung an die Lieblingsspiele seiner Jugend und seine Schlange entworfen.“ Das Spiel schafft es, diese Liebe zum Spieler zu transportieren. Der Titel ist eine schöne Hommage an die 90er Jahre und die inzwischen leider vergessenen 3D Plattformer dieser Zeit. Sicher merkt man dem Titel dann und wann an, warum nicht jeder Fan solcher Titel ist und hier und dort blitzen die typischen Schwächen durch. Wer die Zeit damals mochte, wird mit Snake Pass aber höchstwahrscheinlich sehr viel Spaß haben. Auch wenn hier nicht gehüpft und geflogen wird, sondern eben geschlängelt.

Noodle und sein Begleiter Doodle – ein Kolibri – wickeln einen schnell um den Finger, wenn man erst mal die Steuerung gemeistert hat. Mit dem gefedertem Freund begebt ihr euch auf die Suche nach Schlüsselsteinen, mit denen ihr die magischen Tore von Haven Tor öffnet. Ihr schlängelt euch von Welt zu Welt und müsst an immer schwieriger zu erreichenden Orten die Schlüsselsteine beschaffen. Optional könnt ihr diverse Sammelgegenstände mitnehmen. Es ist ein wenig schade, dass Doodle dabei zu oft im Hintergrund bleibt.

Snake Pass Nacht

Für rund 20 Euro bekommt ihr einige Stunden Spielspaß. Wer einfach nur die 15 Level meistern möchte, wird in relativ kurzer Zeit mit dem Spiel abschließen können. Wer alle Sammelobjekte mitnehmen möchte, muss auch so manches waghalsige Manöver wagen und wird so einige zusätzliche Stunden extra rausholen können. So oder so verspricht der Titel ein paar unterhaltsame Stunden. Zumindest mich stört es auch nicht, dass nach einigen Spielstunden der Spaß vorbei ist. Sicher, so ein umfangreicher Gigant ist ganz nett … mit zunehmendem Alter wird die Freizeit aber nicht unbedingt mehr und es ist eben auch ganz angenehm, wenn man ein Spiel in überschaubarer Zeit beenden kann. Für mich ist die Länge perfekt.

Die großen Pluspunkte des Spiels sind die optische Gestaltung und die ungewöhnliche Spielmechanik. Die Story ist dafür leider ziemlich flach und kein Vergleich zu großen Genrevertretern wie Banjoo-Kazooie. Hier wäre noch einiges an Potenzial vorhanden gewesen. Den Charakteren hätte ebenfalls mehr Tiefgang nicht geschadet und was auch verbesserungswürdig ist, ist die Kamera. Stellenweise ist die ziemlich bockig, was die Übersicht schwierig macht. Auch in Sachen Abwechslung hätte gern noch mehr drin sein dürfen. Obwohl das Spiel optisch hübsch anzusehen ist, langweilt sich das Auge stellenweise, da es manchmal einfach an Abwechslung fehlt. Das Spiel wirkt zeitweise ziemlich monoton.

Trotz dieser Kritikpunkte war die Zeit mit Snake Pass angenehm und ich hätte auch gegen einen Nachfolger Nichts einzuwenden. Das Spiel fühlt sich wunderbar unverbraucht und erfrischend an. Genau deshalb wird das Game vor allem bei jenen Gamern gut ankommen, die ähnlich viel gespielt haben wie ich und bereits alles Mögliche erlebt haben. Mit der Zeit wünscht man sich, aus dem alltäglichem Trott Mal ausbrechen zu können. Es ist schön, wenn man dann noch ein Spiel findet, welches einem das Gefühl vermittelt, man hätte nicht schon drölfzig Mal etwas ähnliches in den Fingern gehabt. Genau dieses Gefühl konnte mir Snake Pass geben.

Mein Fazit:

Dieses tierische Abenteuer hat mir tierisch viel Spaß gemacht. Die Steuerung von Snake Pass ist ziemlich tricky, da so ein langer Schlangenkörper nicht immer leicht unter Kontrolle zu bringen ist. Mal fiel das Hinterteil wie ein nasser Sack nach unten und riss den Rest von Noodle gleich mit in die Tiefe, Mal glitt ich beim Erklimmen großer Höhen ab und durfte mich mit einem Abgrund unter mir anfreunden. Trotzdem konnte mich der Titel bei der Stange halten.

Das Konzept gefällt mir sehr gut und das Game wirkt trotz seiner Ecken und Kanten sehr liebenswürdig. Für mich ist das Spiel ein Paradebeispiel dafür, warum ich die Indieszene und kleine Spiele so sehr liebe. Snake Pass ist ausgefallen, eigenwillig, liebevoll gestaltet, nicht alltäglich und es hat Wiedererkennungswert. So etwas ist mir trotz ein paar Macken viel lieber, als ein Spiel welches sich wie der x-te Aufguss eines ausgelutschten Spielprinzips anfühlt.

Snake Pass ist eine tolle Hommage an ein längst vergessenes Genre – die 3D Plattformer der 90er Jahre. Ein Blick auf das Spiel lohnt sich. Vor allem dann, wenn ihr die 90er miterlebt habt und die 3D Plattformer-Ära genossen habt.

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