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VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI-

VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- Review (PC)

Entwickler:         Meteorise , HONEY∞PARADE GAMES  
Publisher:          Marvelous 
Genre:              Action-Brawler
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 29,99 Euro 
Offizielle Website: https://marvelousgames.com/

Ab auf die Insel!

Ende 2015 lief in Japan der Anime Valkyrie Drive: Mermaid an. Noch im selben Jahr folgte ein Videospiel mit den Namen VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI-. Das Spiel war bisher der PlayStation Vita vorbehalten. Nun gibt es das Game auch für den PC. Veröffentlicht wurde es – wie sollte es auch anders sein – via Steam. Damit folgt man also einem beliebten Trend. Dieser Tage werden zahlreiche Spiele aus Japan auf der beliebten Plattform veröffentlicht. Auch Nischenspiele wie Valkyrie Drive finden dort ihren Platz. Ich habe VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- schon vor einigen Tagen bekommen, damit ich das Spiel für euch testen kann.

Zugegebenermaßen bin ich schon im Vorfeld sehr neugierig gewesen, da man das Spiel damit bewirbt, dass es von den Senran Kagura Entwicklern ist. Tatsächlich fallen einem relativ schnell gewisse Parallelen auf. So kann man zum Beispiel in den Kämpfen die Kleidung der Gegner in Einzelteile zerlegen. Das Gaderoben-System erinnert auch sofort an Senran Kagura – was ich persönlich positiv finde. Es klingt vielleicht ein wenig banal – aber ich schätze die Möglichkeit, meine Charaktere optisch zu verändern. Mir macht ein großer virtueller Kleiderschrank sehr viel Spaß und ich tobe mich da gern aus. Dabei stört es mich auch herzlich wenig, dass ein beachtlicher Teil in diesem Fall auf Unterwäsche entfällt.

Gemeinsamkeiten findet man allerdings auch spielerisch. Wir haben es hier ebenfalls mit einem Prügler zu tun, der ebenfalls auf weibliche Charaktere setzt und ebenfalls seine Story in der typischen Visual Novel Erzählweise präsentiert. Letzteres hat mir schon bei Senran Kagura sehr gut gefallen. Auch bei VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- funktioniert das Prinzip gut. Ich muss aber gestehen, dass ich die Dialoge in Senran Kagura unterm Strich lieber gelesen habe.

Dies liegt aber nicht an der sehr klischeehaften Story, sondern an der Länge. Manchmal werden einem die gefühlt nicht endenden Dialogfelder einfach zu viel. Für mich war dies gerade zu sehr später Stunde ein paar Mal der Grund, nach einer erfolgreich gemeisterten Mission einen Schlussstrich zu ziehen und ein anderes Mal weiter zu machen. Dabei versprüht das Spiel einiges an Humor. Die typischen zweideutigen Dialoge die unter der Gürtellinie angesiedelt sind fehlen selbstverständlich auch nicht. Trotzdem ist der Dialogpart zwischen den Kämpfen manchmal recht langatmig. Wer keinen Wert auf die Story legt, kann sich natürlich durchklicken.

Die Story schickt euch übrigens auf die Insel Bhikkhuni, wo wir auch schon beim Unterschied zum Anime sind. Dieser spielt auf der Insel Mermaid. Neben der Location gibt es auch andere Charaktere und eine eigenständige Geschichte. Nichtsdestotrotz ist diese an den Anime angelehnt. Eine Reihe junger Mädchen wird auf eine Insel geschickt. Sie alle teilen ein Schicksal – sie wurden von einem Virus infiziert. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen dabei die Schwestern Rinka und Ranka, die gegen das V-Virus kämpfen. Eine Variation des bekannten A-Virus. Die Mädchen gehen auf der Insel zur Schule und müssen lernen zu kämpfen. Nur so haben sie vielleicht eines Tages die Gelegenheit, wieder in ihr altes Umfeld zurück zu können. Die Geschichte bietet ordentlich Umfang, sodass ihr hier auf gut zwei Dutzend Stunden kommt. Einen Teil dieser Zeit verbringt ihr allerdings mit Features wie der Herstellung neuer Unterwäsche und dem Kauf neuer Gegenstände – wie Haarschmuck. Das Geld dafür wird in Kämpfen gesammelt.

VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- Screenshot

Das Spiel setzt dabei auf ein sehr interessantes System. Einige der Mädchen sind sogenannte Extars während die anderen Liberators sind. Extar und Liberator sind voneinander abhängig. Ein Liberator kann nämlich dafür sorgen, dass ein Extar zur menschlichen Waffe wird. Dieser Vorgang nennt sich Drive. Das Kampfsystem von VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- hat mir sehr gut gefallen. Es bietet genug Tiefgang um zu begeistern und ist dennoch leicht zu erlernen. Das Spiel hat dank dem Drive-System auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Gekämpft wird – wie in Senran Kagura – auf mehreren Ebenen. Ihr könnt eure Feinde nicht nur auf dem Boden angreifen, sondern auch in der Luft.

Auch optisch kann das Game überzeugen. Die Grafik geht zwar nicht als Referenz für PC-Spiele durch, das Spiel präsentiert sich aber mit ordentlicher Optik, die sich nicht verstecken muss. Ich war ein wenig erstaunt, wie gut die PC-Version läuft. Das Spiel hat seinen Ursprung immerhin auf der PlayStation Vita. Die hat für einen Handheld natürlich einiges an Power. Trotzdem bin ich begeistert, wie gut Valkyrie Drive auf dem Rechner aussieht. Es ist zudem eine wirklich brauchbare Portierung. Wer Marvelous-Spiele auf dem PC schon Mal zum Launch gespielt hat weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Der letzte Senran Kagura-Ableger kämpfte beispielsweise mit vielen Abstürzen, während Little King´s Story von einem Soundbug und anderen Fehlern geplagt wurde. Wenn ihr ähnliche Erfahrungen machen musstet und nun unsicher seid, kann ich euch beruhigen. Valkyrie Drive läuft von Anfang an sehr zufriedenstellend.

Trotz einiger Makel hat mir VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- gut gefallen. Die Erzählweise ist ein wenig langatmig, weshalb ich gelegentlich eine Pause brauche. Es macht allerdings Spaß, mit Ranka und Co. in den Kampf zu ziehen. Das Kampfsystem ist erfrischend einzigartig. Auch die Mädchen sind sehr sympathisch. Schade, dass es nur eine sehr überschaubare Anzahl an Charakteren gibt. Wenn ihr bereit seid 14,99 Euro in den DLC zu investieren, dürft ihr euch immerhin über zwei weitere Figuren freuen – die übrigens aus dem Anime stammen. Die Erweiterung bietet Mamori und Mirei. Außerdem gibt es über 150 neue Gegenstände on top. Diesbezüglich bietet das Hauptspiel selbst aber auch mehr als genug. Ihr könnt euch also ordentlich austoben. Wer mit dem Game Spaß haben möchte, sollte allerdings einiges an Klischee aushalten können und kein Problem mit zweideutigen Dialogen haben. Viel nackte Haut und große Brüste sollten euch ebenfalls nicht stören. Die Story ist deutlich flacher, als die Oberweiten der Mädchen. Wer Senran Kagura mag, kann getrost zuschlagen. Wer bei Senran Kagura angeekelt das Gesicht verzieht, verzichtet auch hier lieber.

VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- Screenshot

Mein Fazit:

VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- ist ein interessanter Mix aus Visual Novel und Prügler. Die Dialoge haben allerdings teilweise meine Nerven strapaziert, da sie mir hier und dort zu langatmig sind. Ironischerweise bin ich ein bekennender Visual Novel-Fan. Die Geschichte erfüllt reichlich Klischees, überzeugt aber durch die sympathischen Mädchen und ihre lockere Art. Die flachen Witze peppen die ganze Sache auf – vorausgesetzt, man steht überhaupt auf diese Art Spiel. Pixelbrüste, schlüpfrige Dialoge und eine große Auswahl an wechselbarer Unterwäsche sollten euch nicht stören. VALKYRIE DRIVE -BHIKKHUNI- ist eines dieser Spiele, welches Fanservice großschreibt. Die Geschichte ist hingegen vernachlässigbar und die typische Story, die auf einen Bierdeckel passt. Mehr wird aber niemand ernsthaft erwarten, der bereits ähnliche Games gezockt hat.

Das Kampfsystem punktet hingegen auf ganzer Linie. Es bietet genug Tiefgang, um einen langfristig zu motivieren und bei der Stange zu halten. Gleichzeitig ist es überschaubar genug, um es leicht zu erlernen. Die Kämpfe haben mir unglaublich viel Spaß gemacht – umso ärgerlicher ist es dann natürlich, wenn man sich minutenlang durch Dialoge klickt, bis man endlich wieder ran darf. Wer möchte, darf sich übrigens auch online prügeln. Dort ist aber bisher nicht übermäßig viel los. Da wir es mit einem Nischenspiel zu tun haben, wird sich daran wohl auch in Zukunft nicht viel ändern. Idealerweise kennt ihr also ein paar Gleichgesinnte.

Für knapp 30 Euro definitiv eine PC-Portierung, die sich lohnt. Vor allem dann, wenn ihr Games wie Senran Kagura mögt. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist ordentlich, der Titel bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten und er läuft trotz wenig Leistungshunger sauber und mit 60fps. Die Portierung war eine positive Überraschung. Ich kenne einige Marvelous-Spiele auf dem PC, hatte aber noch keines, welches von Anfang an so rund und sauber lief. Marvelous!

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