Fate/EXTELLA: The Umbral Star

Fate/EXTELLA: The Umbral Star Review (Nintendo Switch)

Entwickler:         MARVELOUS
Publisher:          MARVELOUS, XSEED
Genre:              Action, Musou 
Plattformen:        Nintendo Switch, PC, PlayStation 4, PlayStation Vita
Preis:              ca. 54,99 Euro
Offizielle Website: http://www.fateextella.com/

Musou to go

Irgendwann im Herbst bringt Nintendo Fire Emblem Warriors raus. Glücklicherweise müssen wir nicht auf das Spiel von Omega Force warten, um uns in Musou-Schlachten stürzen zu dürfen. Andere Mütter haben nämlich auch schöne Töchter. Obwohl der Großteil aller Musou-Spiele von Omega Force und Koei Tecmo kommt, versuchen sich gelegentlich auch andere Studios daran. Zum Beispiel Marvelous. Der Entwickler und Publisher hat nun Fate/EXTELLA: The Umbral Star auch für die Nintendo Switch veröffentlicht. In wenigen Tagen folgt zudem eine PC-Version. Ich durfte schon seit einigen Tagen die Switch-Version testen und bin nun so richtig im Musou-Fieber.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star ist nämlich ein toller Vertreter seines Genres. Das Game spielt sich auf der Switch angenehm. Selbst im Handheld-Modus ist das Spielerlebnis von Anfang an gut gewesen. Ich war positiv überrascht, wie leicht mir der Einstieg gefallen ist. Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich das Genre mag und weiß, wie solche Spiele funktionieren. Trotzdem ist ein guter Einstieg auf einem kleineren Bildschirm keine Selbstverständlichkeit.

Ich habe unzählige Stunden mit Hyrule Warriors Legends verbracht. Damals fielen mir die ersten Schritte aber deutlich schwerer. Man gewöhnt sich zwar auch auf dem 3DS daran, die Switch ist meiner Ansicht nach aber eine bessere Plattform, für derlei Spiele. Der verbaute Bildschirm für den Handheld-Modus ist angenehm groß. Das Spielerlebnis stimmt trotz unzähliger Gegner und vieler bunter Effekte. Daher gehe ich nun schon einige Tage mit Fate/EXTELLA und meiner Switch ins Bett, um vor dem Schlafengehen noch ein bisschen zu spielen.

Natürlich bin ich nicht nur angetan, weil Fate/EXTELLA: The Umbral Star im Handheld-Modus super spielbar ist. Der Titel überzeugt auch inhaltlich. Vorausgesetzt, ihr könnt mit japanischen Titeln etwas anfangen. Das Spiel bedient nämlich einige Klischees. Kulleraugen, buntes Haar, teilweise quietschige Stimmen, süße Mädchen, ein paar Einflüsse aus der Geschichte – vornehmlich Antike – und Waifu sind nur einige davon. Fate-Fans dürfen sich hingegen freuen. Das Spiel vereint diverse Fate-Universen und lässt Charaktere aus Titeln wie Fate/stay night, Fate/ Grand Order und Fate/Apocrypha auftreten. Die Story wird aus Sicht von drei Servants erzählt. Außerdem schaltet ihr im Spielverlauf regelmäßig neue Nebenquests frei, die die Story aus anderen Blickwinkeln beleuchten.

Bei der Erzählung merkt man sofort, dass die Fate-Spiele sonst im Visual Novel-Bereich angesiedelt sind. Die Dialoge sind sehr ausführlich und es gibt einiges an Text zu lesen. Lesemuffel dürften also schnell genervt sein. Es lohnt sich allerdings, regelmäßig von der Talk-Option Gebrauch zu machen. Mit der Zeit stärkt ihr so nämlich das Band zu anderen Charakteren. Erfreulicherweise kann man aber schon im ersten Spieldurchgang Dialoge und Videos überspringen. Nicht nur für Lesemuffel ein praktisches Feature. Die Protagonisten können sich nämlich ganz Magical Girl like verwandeln, was zwar ganz hübsch aussieht, einem aber irgendwann zum Halse raushängt.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star Screenshot 03

Effektgewitter und durchschnittliche Grafik

Spielerisch macht Fate/EXTELLA: The Umbral Star auf jeden Fall Spaß. Die Charaktere können den eigenen Wünschen entsprechend durch Skills angepasst werden, ihr könnt in den Dialogen häufig Antwortmöglichkeiten auswählen und man hat verschiedene Outfits zur Verfügung. Die Kämpfe sind angenehm flott, die Missionen haben eine gute Länge und es gibt ordentlich Content, um sich lange mit dem Spiel beschäftigen zu könenn. Dafür gewinnt die Optik des Spiels keinen Blumentopf. Die Grafik ist nicht schlecht, aber eben auch nicht der Rede wert. Während die Charaktere hübsch aussehen und die Zwischensequenzen im Anime-Stil überzeugen, wirken die Spielumgebungen nur durchschnittlich und oft auch relativ schlicht.

Davon bekommt man teilweise aber nur wenig mit. Im Kampf kommt es häufig zu Effektgewittern. Vor allem dann, wenn ihr Spezialangriffe ausführt und mächtige Kombos einsetzt. Wer mit Fate/EXTELLA: The Umbral Star Spaß haben möchte, muss in der Hinsicht auf jeden Fall einiges abkönnen. Auf dem Bildschirm ist farblich einiges los. Bisweilen so viel, dass es schwer fällt, den Überblick zu behalten. Wirklich schlimm ist diese Tatsache aber nicht, da wichtige Gegner durch Pfeile angezeigt werden. Zusätzlich dazu hilft die Minimap bei der Orientierung. Von daher spielt es keine große Rolle, wenn auf dem Bildschirm alles blitzt und blinkt. Auch schnelle Bewegungen sollten euch nicht stören. Der Übergang von Sektor zu Sektor ist nämlich auch alles andere als dezent.

Die Spielwelt ist zwar optisch nur durchschnittlich, überzeugt dafür aber durch unterschiedliche Kampfumgebungen. Wesentlich weniger abwechslungsreich sind die vielen Trash-Mobs. Von denen müsst ihr zahlreiche erledigen, damit wichtige Gegner wie die Aggressoren auftauchen. Die wiederum müsst ihr besiegen, um Sektoren für euch einzunehmen. Während die Bosse abwechslungsreich gestaltet sind, gibt es für das Auge kaum Abwechslung bei den Plants, Aggressoren und den ganz simplen Trash-Mobs. Musou-Spiele bekleckern sich in dieser Hinsicht ohnehin selten mit Ruhm. Man kämpft halt gegen Klonarmeen. Trotzdem ist die Abwechslung hier selbst in Anbetracht des Genres mager.

Was ebenfalls nicht ganz überzeugen kann, ist die KI der Mitstreiter. Genretypisch kippen die ziemlich leicht aus den Latschen. Wenn ihr auf leichtem Schwierigkeitsgrad spielt, fällt dieser Umstand nicht zwingend auf, da die Schlachten in dem Fall relativ schnell und einfach zu bewältigen sind. Ab Mittel wird dann aber rasch deutlich, wie wenig die KI-Kollegen aushalten. Die erwähnten Schwierigkeitsgrade sind übrigens eine tolle Sache. Fate/EXTELLA: The Umbral Star ist ein Musou-Spiel für jeden Anspruch. Im einfachsten Schwierigkeitsgrad können auch Anfänger und Genreneulinge schnell Erfolge verbuchen. Dafür ist es auch nicht nötig, sämtliche Feinheiten des Spiels zu verstehen. Genreliebhaber können sich hingegen mit dem schweren Grad fordern. Obwohl Fate/EXTELLA nicht so einfach wie mancher Genrevertreter gestrickt ist, stellt es eine gute Wahl für Einsteiger und Neulinge dar. Praktischerweise zeigt das Spiel vor Schlachten sogar an, welcher Charakterlevel für welchen Schwierigkeitsgrad empfohlen wird. Eine hilfreiche Orientierung.

Fate/EXTELLA: The Umbral Star Screenshot 05

Mein Fazit:

Fate/EXTELLA: The Umbral Star macht auf der Nintendo Switch viel Spaß. Wer Mosou-Spiele mag, kann getrost zuschlagen. Einsteiger kommen hier allerdings auch auf ihre Kosten. Fate/EXTELLA ist sehr einsteigerfreundlich und aufgrund des frei wählbaren Schwierigkeitsgrades auch für Neulinge gut spielbar. Optisch ist das Spiel nur durchschnittlich und in Sachen Gegner wäre auch mehr Abwechslung drin gewesen. Dafür bietet der Titel eine interessante Erzählstruktur. Die ist nämlich an andere Fate-Spiele angelehnt, die im Visual Novel-Genre angesiedelt sind. Die Geschichte ist entsprechend dialoglastig, bietet dafür aber zahlreiche Dialogoptionen. Ihr dürft euch auf Dutzende Stunden Spielspaß freuen.

Am meisten hat mich bei Fate/EXTELLA: The Umbral Star die gute Spielbarkeit im Handheld-Modus überrascht. Auf dem Schlachtfeld ist natürlich in einem Musou-Spiel einiges los. Trotzdem behält man im Handheld-Modus gut den Überblick. Wenn ihr ein mobiles Musou-Spiel sucht, solltet ihr zugreifen. Ihr bekommt ein gutes Spiel, welches fast alles richtig macht und durch die typische Marvelous-Note zumindest ein wenig frische Luft ins Genre bringt. Wer den Reiz vom Genre bisher nicht nachvollziehen konnte, wird auch hier keine Erleuchtung finden.

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