Lady Layton

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre Review

Entwickler:         LEVEL-5
Publisher:          LEVEL-5
Genre:              Puzzle
Plattformen:        Android, iOS
Preis:              ca. 17,99 Euro
Offizielle Website: http://www.laytonseries.com/

Gelungene Mobile-Variante mit verzeihbaren Schwächen

Eigentlich bin ich ja bekennender Fan von Handhelds und nicht so sehr für Mobilespiele zu haben. Ich schätze mein Smartphone vor allem für simple Spiele wie Fruit Ninja und Languinis. Was auf meinem Gerät landet, soll vor allem kurzweilig sein, damit ich mir eventuell auftretende Langeweile bei Zugfahrten vertreiben kann. Für mein Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre Review habe ich nun aber eine von wenigen Ausnahmen gemacht. Obwohl ich mich auf die Nintendo 3DS-Version freue, die im Herbst erscheint, war die Neugier sehr groß.

Erstaunlicherweise spielt sich die Smartphone-Variante von Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre angenehm. Beim Smartphone habt ihr zwar keine zwei Bildschirme, dafür haben die Entwickler das Geschehen aufgeteilt. Im unteren Bildschirmbereich findet man die Karte, über die man die Szene wechseln kann. Das Spielgeschehen selbst läuft im oberen Teil des Bildschirms ab. Dadurch, dass nicht immer der ganze Bildschirm ausgenutzt wird, ist ein halbwegs großes Gerät natürlich von Vorteil. Eigentlich schade, dass man hier nicht etwas mehr von der Teilung abgerückt ist. Es wäre schön gewesen, wenn die Karte einfach hinter einem Menüpunkt verschwunden wäre und beim normalen Ermittlergeschehen der gesamte Bildschirm genutzt werden würde. Oft wäre die Teilung gar nicht erforderlich. Spielt man auf einem Tablet, erübrigt sich dieses Thema natürlich, da dieses einen mehr als ausreichend großen Bildschirm hat. Ein Smartphone mit kleinem Bildschirm kann zum Problem werden.

In Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre verbringt ihr nämlich sehr viel Zeit damit, über den Bildschirm zu gleiten und potenziell interessante Stellen zu entdecken. Auf diese Art und Weise lassen sich Hinweismünzen, Rätsel, Dialoge und Anhaltspunkte finden. Manche dieser Spots sind relativ groß – andere Male aber auch nur ein kleines Objekt. Doch wozu überhaupt die Ermittlungsarbeit?

Ihr schlüpft in dem Spiel in die Rolle von Katrielle Layton, die die Tochter des berühmten Professor Layton ist. Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Und so eröffnet die junge Dame zu Beginn des Abenteuers ihre eigene Detektei in London. Kaum hängt das Schild über der Eingangstür, steht auch schon ein sprechender Hund vor Katrielle, der wenig später seinen Pfotenabdruck unter einen Vertrag setzt. Kat soll ihm dabei helfen, seine Identität zu klären – der sprechende Hund scheint nämlich an Amnesie zu leiden. Aus diesem Grund wird er auch Sherl getaut, da er seinen Namen nicht kennt. Unglücklicherweise klopft wenig später Scotland Yard an die Tür unserer Protagonistin und erhofft sich Hilfe von Kat. Prompt rückt der Fall von Sherl in den Hintergrund und der Hund findet sich in der Rolle einer Spürnase wieder. Unterstützung bekommt Katrielle außerdem von Ernest, der schwer in sie verliebt ist und sich daher wie ein Schoßhund behandeln lässt. Sherl zieht ihn gern damit auf.

Am Rande treten auch einige bekannte Charaktere des Layton-Universums auf. In erster Linie konzentriert man sich hier aber auf eine neue Geschichte und frische Gesichter, was so völlig in Ordnung ist. Katrielle ist eine zauberhafte und zugleich etwas verrückte Protagonistin. Sie hat einen gesunden Appetit, merkwürdige Vorgehensweise und eine ziemlich selbstsichere Art. Es kann schon Mal vorkommen, dass sie mitten in einem Fall auf Essen im Restaurant besteht, oder eine Boutique unsicher machen möchte. Ihr etwas eigenwilliger Charakter passt allerdings gut in das Gesamtbild, da der Professor selbst auch eine ziemlich ausgefallene Persönlichkeit hat. Insgesamt ist die Aufmachung so gestaltet, dass vor allem Kids sehr viel Freude daran haben werden.

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre Screenshot 02

Puzzle-Spaß für ein junges Publikum

Ihr dürft hier auf gar keinen Fall eine taffe Ermittlerin erwarten, die das Niveau einer guten Detektivin in einem Krimi oder Thriller hat. Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre richtet sich an ein jüngeres Publikum und setzt entsprechend viel auf eine jugendliche Sprache. Da wird man schon Mal ganz lässig in Jugendsprache von einem NPC begrüßt. Generell findet diese hier viel Anwendung, was ich in Anbetracht der Zielgruppe völlig in Ordnung finde. Ich selbst störe mich daran auch nicht mit meinen 31 Jahren. Von einem Kinderfilm würde ich ja auch keine höchst tiefsinnige und verzweigte Handlung erwarten.

Die Protagonistin und die lockere Art des Spiels sind aber nicht die einzigen Pluspunkte. Auch das Rätseldesign punktet mit Vielfalt und Anspruch. Während man in Adventures Kopfnüsse immer öfter vergeblich sucht, müsst ihr hier noch so richtig ranklotzen. Es gibt Puzzles verschiedener Kategorien, wobei die leichten wirklich ohne Schwierigkeiten zu lösen sind. Es gibt allerdings auch Rätsel mit einem ganz anderen Kaliber, die einen ganz schön ins Grübeln bringen können. Daher empfiehlt sich der Titel auch nicht für sehr junge Kinder.

Ein gewisses Verständnis für Logik und Mathematik sollte vorhanden sein, was in der Regel erst ab Besuch der Grundschule der Fall sein wird. Selbst da dürfte so manches Kind in den niedrigen Klassenstufen noch auf Hilfe der Eltern angewiesen sein. Natürlich hat jedes Kind sein eigenes Tempo. Bei einer solch hochpreisigen App schadet es aber nicht, sich im Vorfeld kritisch mit diesem Thema zu befassen und das eigene Kind diesbezüglich einzuschätzen. Als Orientierung sind 10 Jahre ein guter Wert. Vorausgesetzt das Kind hat Freude an Mathe und Logik und ist auf den Gebieten halbwegs fit. Andernfalls sollte man eher 12 bis 14 Jahre ansetzen.

Die Rätsel wissen weitestgehend zu gefallen. Bisweilen gibt es aber auch ein paar Ausläufer. So kommt beispielsweise fast zu Beginn eine Aufgabe, bei der man bestimmen soll, wie oft man die Zeiger einer Uhr berühren muss, damit eine bestimmte Uhrzeit angezeigt wird. Die richtige Antwort lautet in diesem Fall Null. Begründung? Die Uhr läuft schließlich weiter und irgendwann erreicht sie auch die gefragte Zeit. Wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt, erscheint die Antwort zwar durchaus logisch, viele dürften aber lange in eine ganz andere Richtung denken, ehe sie aus Verzweiflung und Ratlosigkeit Null als Antwort eingeben. Unterm Strich sind die Puzzles aber in Ordnung. Zudem kann man diese auch abbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Wer aufmerksam die Spielumgebung untersucht, darf sich zudem über jede Menge Hinweismünzen freuen. Mit denen kann man sich Tipps anzeigen lassen, bis hin zum Supertipp in letzter Instanz. Die Antwort muss trotzdem selbst gefunden werden. Die Hinweise geben nur Denkanstöße und Teillösungen. Damit man nicht in Versuchung kommt sich durch das Spiel zu raten, gibt es für das Lösen der Rätsel eine Währung. Je weniger Anläufe, desto mehr Punkte wandern auf das Rätselkonto. Da es wirklich viele Hinweismünzen gibt, dürfte sich eine hohe Punktzahl aber für Rätselfans gut realisieren lassen. Es ist hilfreich, wenn man sich bei dem Spiel Zettel und Stift in greifbare Nähe legt. Das Spiel hat zwar auch selbst eine Notiz-Funkion, Zettel und Stift sind aber angenehmer zu bedienen. Viele Rätsel sind so aufgebaut, dass sie leichter zu lösen sind, wenn man sich Notizen und Zwischenschritte zur Lösung notiert. Zum Beispiel bei einem Rätsel, bei dem das Alter einer Person gefunden werden soll. Dabei steht eine siebenköpfige Familie mit fünf Kindern im Fokus. Man erhält einige Daten und muss anhand dieser feststellen, wer wie alt ist. Bei der Menge Personen kommt man schnell durcheinander, wenn man nur mit dem Kopf arbeitet.

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre Screenshot 03

Spürbare Liebe

Optisch ist das Ganze übrigens sehr ansehnlich in Szene gesetzt. Das virtuelle London wirkt sehr detailreich und man merkt den Hintergründen an, wie viel Liebe in die Gestaltung geflossen ist. Charaktere und Kulissen sind sehr niedlich gestaltet und lassen sofort das junge Zielpublikum erkennen. Die Musik sticht oft nicht so sehr hervor, was in diesem Fall aber begrüßenswert ist. Es wäre eher nervig, wenn man Rätsel lösen möchte und dann von lautem Gedudel abgelenkt wird. Die Synchronisation ist ordentlich und hochwertig. Erfreulicherweise steht das Spiel auch auf Deutsch zur Verfügung. Die Qualität der Übersetzung ist ordentlich. Hier und da sind Dialoge optisch etwas komisch anzusehen – inhaltlich gehen die aber in Ordnung. Trotz Synchronisation muss viel gelesen werden, da nur ein Teil des Spiels vertonte Dialoge hat. Die Textmenge ist in Ordnung und auch für jüngere Spieler nicht zu viel. Durch die lockere Sprache liest es sich zudem sehr angenehm. Mit Fremdwörtern wird hier gegeizt. Gelegentlich fallen Begriffe wie Profiler, diese werden dann aber auch vom Spiel grob erklärt.

Alles in allem ein ordentliches Layton-Spiel, welches mit kleinen Ausnahmen gut für Mobile-Geräte angepasst wurde. Man hätte sicher die Bildschirmteilung etwas weniger konsequent durchziehen können und häufiger die ganze Größe des Mobile-Bildschirms ausnutzen können. Gelegentlich habe ich auch den Stylus vom 3DS vermisst – was natürlich kein Thema ist, wenn man etwas in diese Richtung für sein Smartphone hat. Vielleicht eine gute Gelegenheit, Mal meinen Kuli mit Touchfunktion zu suchen.

Die Story hätte etwas mehr Zusammenhang bieten können und die Aufmachung dürfte einige Erwachsene überhaupt nicht ansprechen. Häufig erahnt man sehr früh, wie ein Fall enden wird. Diese Tatsache möchte ich aber den Entwicklern gar nicht ankreiden, da die nun einmal eine Wahl treffen mussten, an wen sich der Titel in erster Linie richten soll. Vor dem Kauf solltet ihr euch bewusst machen, dass das Spiel eine auf Kids zugeschnittene Story hat. Das hier ist nicht N.C.I.S., Ciminal Minds oder Akte X. Die Lösung der Fälle ist meist ziemlich skurril bis albern. Man kann natürlich einem jungen Publikum keinen grausamen Mord mit zahlreichen blutigen Details servieren.

Mir hat der Titel trotzdem sehr gut gefallen. So gut, dass ich mir auch im Herbst die Nintendo 3DS-Version holen werde. An dieser Stelle möchte ich auch noch ein paar Worte zum vermeintlich hohen Preis von Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre verlieren. Der mag zunächst sehr hoch erscheinen. Man bekommt dafür aber ein hochwertiges Spiel. Selbst wenn die 3DS-Version günstig sein sollte, wird diese wohl mindestens 35 Euro kosten. Die Mobile-App kostet keine 20 Euro. Dafür gibt es einige Kostüme für Katrielle nur als kostenpflichtige DLCs. Die junge Dame kann nämlich umgezogen werden. Übrigens könnt ihr auch ihre Detektei verändern, indem ihr Möbel, Gardinen und Co. mit anderer Farbe und in einem anderen Stil aufstellt. Dafür zahlt ihr jedoch mit einer Ingame-Währung, von der ihr pro fünf gelöste Rätsel eine bekommt. Die Individualisierungsmöglichkeiten sind schlicht, aber es dürfte für (fast) alle Geschmäcker etwas dabei sein. Halt eine kleine Spielerei.

Da ich selbst Mutter bin, begrüße ich in diesem Fall den hohen Preis. Es gibt sehr viele kindgerechte Spiele im Bereich Mobile. Mich stört es aber persönlich, wenn diese auf F2p setzen. Meist sind dann zwischendurch Missionen so schwer, dass Frust aufkommt und der Drang zu Ausgaben steigt. Leider sind potenzielle Investitionen nicht selten extrem hoch, da man mit kleinen Beträgen oft nicht weit kommt. Oder es muss im Gegenzug viel Zeit investiert werden. Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre kann man auch mit wenig verfügbarer Zeit gut spielen, da einem das Spiel bei jedem Start eine Zusammenfassung vorheriger Ereignisse lifert und stets den Weg weist. Daher fällt der Wiedereinstieg auch nach längerer Pause leicht.

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre Screenshot 01

Mein Fazit:

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist zwar ein relativ teures Mobile-Spiel, überzeugt dafür aber mit Qualität. Das Spiel bietet eine Deutsche Lokalisation, eine ordentliche Synchronisation und reichlich Inhalt. Auch optisch macht der Titel viel her. Das virtuelle London ist liebevoll gestaltet und man hat hier sehr viele Sehenswürdigkeiten reingebracht. Damit auch nach Ende der zwölf Rätsel keine Langeweile aufkommt, bietet das Spiel als Bonus tägliche Rätsel an. Die Puzzles im Spiel sind teilweise echt knackig, was den Titel auch für ältere Semester interessant macht. Vorausgesetzt man kann als solcher Spieler darüber hinwegsehen, dass die Aufmachung sonst sehr auf jüngere Spieler ausgelegt ist. Die Dialoge und die Geschichte sind sehr kindlich. Dessen solltet ihr euch vor dem Kauf bewusst sein – vor allem wenn ihr bisher nicht mit der Layton-Reihe in Berührung gekommen seid.

Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre ist ein tolles Logikspiel für Kids und Teenager. Aufgrund der anspruchsvollen Rätsel, spreche ich als Richtwert 10 Jahre aus. Freude an Logik und Mathematik vorausgesetzt. Fallen dem Kind diese Bereiche noch schwer, sollte man beim Alter sogar noch etwas höher ansetzen. Oder man rätselt gemeinsam mit dem Nachwuchs. In jedem Fall sollte man darauf vorbereitet sein, gelegentlich um Rat gefragt zu werden.

In Anbetracht der Zielgruppe finde ich das gewählte Bezahlmodel von Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre die beste Lösung. Perfekt ist das neue Layton-Abenteuer trotzdem nicht. Ich finde es schade, dass man den Bildschirm sehr konsequent teilt. Häufig wäre dies nicht nötig gewesen und das Spiel würde davon profitieren, wenn man sich hier etwas mehr von der 3DS-Vorlage entfernt hätte. Zudem sind einige Rätsel schlecht. Da der Großteil gelungen ist, kann man die verzeihen. Alles in allem ein ordentliches Layton-Spiel, wenngleich die Geschichte hier etwas weniger zusammenhängend ist und man sich von Fall zu Fall arbeitet, ohne zunächst überhaupt einen Zusammenhang zu erkennen. Das Spiel mag nicht der beste Teil der Layton-Reihe sein, Fans können aber trotzdem getrost zuschlagen. Katrielle ist eine tolle Protagonistin, die frischen Wind in die Reihe bringt. Ich hoffe, es gibt in künftigen Spielen ein Wiedersehen mit Lady Layton.

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