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Fortnite

Fortnite Early Access Review

Entwickler:         Epic Games
Publisher:          Epic Games
Genre:              Survival, Basisbau, Koop
Plattformen:        PC (Testversion), PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 39,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.epicgames.com/fortnite/de/home

Der Rahmen um Fortnite

Es ist eine Weile her seitdem Fortnite 2011 angekündigt wurde. Der als kooperativ vorgestellte Survival Shooter sollte für das Studio eine völlig neue Richtung darstellen. Kein Wunder, 2011 war Gears of War die große Marke von Epic Games, Minecraft gerade erst aus der Beta raus und Survivalspiele noch ein Nischenprodukt. Fortnite versprach mit seiner Mischung aus Shooter-, Sammel-, Crafting- und Bauelementen gar eine kleine Revolution zu sein.

Schon bald nach der Ankündigung wurde es still um Fortnite, Informationen hatten Seltenheitswert. Erst 2017 tauchte das Spiel wieder auf dem Schirm Interessierter auf. Schließlich ist der Titel jetzt als Early Access Version veröffentlicht. Voraussichtlich 2018 soll das Game dann als Free-to-play-Spiel veröffentlicht werden.

Wer Fortnite jetzt schon spielen möchte, muss ein Spielepaket erwerben. Das günstigste Standardpaket geht bei knapp 40 Euro los. Weitere Pakete enthalten dann unter anderem einige Starthilfen für das Spiel. Für 90 Euro gibt es die Superdeluxe-Variante mit einer zusätzlichen Standardlizenz für einen Freund. Mit der 150 Euro Gründer-Version dürfen sogar zwei Freunde mitspielen.

Fortnite Screenshot 03

Erkunden, Sammeln, Bauen, Überleben- Fortnite!

Fortnite stellt einen Mix aus erkunden, sammeln, craften, bauen und schießen dar. Seit der Ankündigung des Titels hat sich an dieser Idee nicht viel geändert. Ihr erkundet die Welt in kleinen offenen Arealen. Dabei begleiten euch bis zu drei Mitspieler. Auf dem Weg durch die Zonen ist nichts niet- und nagelfest. Annähernd alles was ihr seht, könnt ihr abreißen und plündern, um unterschiedliche Ressourcen zu erhalten. Die Welt lädt nicht nur dazu ein, sondern sie fordert von euch erkundet und abgebaut zu werden, denn nicht anders entdeckt ihr seltene Rohstoffe und Waffen für Bau und Kampf.

Der Bau erfolgt dabei in vier Grundelementen, in einer Rasteransicht werden diese per einfache Klicks angepasst, um neue Formen zu erschaffen. Zur Verfügung stehen euch beim Bau die Grundressourcen Holz, Stein und Stahl. Natürlich baut ihr nicht aus Spaß an der Freude. Jede Karte hat ein Ziel, welches die Gruppe erreichen muss. Im Prinzip ähnelt das einem Tower Defense Spiel. Ihr zieht eine kleine Basis hoch, die ihr mit Fallen verseht, die ihr craftet und findet. Die Variation reicht dabei von Boden, über Wand, bis hin zu Deckenfallen in unterschiedlichen Ausführungen. Wenn ihr dann soweit seid, geht es darum Horden voller Gegner abzuwehren. Gelingt euch die Verteidigung, gibt es am Ende eine Belohnung, deren Qualität von der Anzahl erreichter Nebenziele abhängt.

Wenn ihr nicht gerade Gebäude in den einzelnen Missionen aufbaut, dann expandiert ihr eure Heimatbasis. Bei dieser sind euch zeitlich keine Grenzen gesetzt. So könnt ihr bauen, was das Herz begehrt – oder zumindest, bis ihr das Baulimit erreicht. In kleinen Missionen vergrößert ihr die Baufläche der Heimatbasis immer weiter, sodass aus einer kleinen Hütte im Laufe der Zeit eine mächtige Festung wird. Für all die Bauten braucht ihr viel Material. Erwähnte ich schon, dass ihr  viele Ressourcen sammeln werdet? Nein, viel mehr! Noch mehr!

Bei dem Bau von Gebäude und Fallen ist nämlich noch nicht Schluss. Auch eure Waffen stellt ihr her, denn diese nutzen sich mit der Zeit ab. So werden nur die Blaupausen permanent freigeschaltet, mit denen ihr die Waffen immer wieder herstellen könnt. Verstärkt werden die Waffen mittels dem Levelsystem der Blaupausen. Die benötigten Erfahrungspunkte erhaltet ihr durch den Abschluss bestimmter Missionen. Sehr praktisch: Wollt ihr eine Blaupause nicht mehr und zerlegt diese, erhaltet ihr fast alle Erfahrungspunkte wieder zurück. So könnt ihr die Punkte in andere Waffen investieren. Dazu gibt es noch Helden und Überlebende. Die Fallen kann man natürlich auch Upgraden. Ihr merkt, es wird langsam unübersichtlich.

Fortnite Screenshot 05

Die Facetten

In der Tat benötigen die vielen Möglichkeiten und die komplexe Navigation durch diese etwas Eingewöhnung. Nicht selten passiert es am Anfang, dass man sich wild durch die Menüs klickt auf der Suche nach dem eigentlichen Ziel. Stellenweise gibt es kurze Hinweise und Erklärungen, außerdem schaltet ihr die vielen Möglichkeiten erst nach und nach frei. Doch Fortnite fordert und erwartet von seinem Spieler viel Mikromanagement. Überlebende, Helden, Fallen, Waffen, Fertigkeiten und das in vielen Menüs verschachtelt. Es ist eine Münze mit zwei Seiten. Einerseits bietet das Spiel so viele Möglichkeiten, den eignen Spielstil zu entdecken und zu entfalten. Andererseits kann es dadurch gerade zu Beginn schnell überfordern.

Eine Charakterentwicklung eurer Helden gibt es auch. Diese erfolgt neben dem Levelsystem über einen Fertigkeitenbaum und einen Forschungsbaum. Wobei die Begriffe irritierend sind. Das Wenigste sind tatsächlich Fertigkeiten. Meist erwarten euch Werteverbesserungen für die Charaktere. Dazu gibt es vier Stufen. Jede höhere enthält mehr Fertigkeiten zum freischalten als die vorherige. Forschungspunkte sind übrigens time-gated. Habt ihr genug gesammelt – diese füllen sich mit der Zeit automatisch – könnt ihr „forschen“.

Während ihr euch auf Missionen befindet, werdet ihr von einer charamanten weiblichen Stimme begleitet. Diese erzählt euch mit fortschreitender Geschichte Details über die Welt. Zwar kommt eine gewisse Sympathie herüber, doch insgesamt wirkt die Geschichte eher belanglos – ein Mittel zum Zweck. Denn was eignet sich besser für so ein Spiel als eine Welt, in der es offenbar kaum noch Menschen und dafür zahllose Zombie-ähnliche Kreaturen gibt? Das Spiel nimmt sich selbst nicht sehr ernst, da wirkt der schräge Humor passend.

Ein paar Steine zur Technik

Auch wenn die Geschichte nicht wirklich von Belang ist, so macht es Spaß die Welt rundherum zu erkunden. Das liegt auch an der hübschen Optik des Spiels. Trotz Comicstils weiß die Unreal Engine 4 hier an manchen Ecken zu glänzen, besonders bei den Effekten. Sei es nun dichter Nebel, Blitze oder Waffenfeuer. Fortnite sieht hübsch aus und auch die Akustik untermalt den comichaften Charme und Witz. Realismus steht hier im Hintergrund und Spielspaß im Vordergrund. Schließlich gehört hierzu auch, dass der Titel ein Shooter sein will. Epic Games kann Shooter, das steht außer Frage. Darum überrascht es nicht, dass man jeder Waffe – egal ob Pistole, Gewehr, Brecheisen oder Schwert – ihre Kraft anmerkt. Das trägt ungemein zum Spaß beim Gemetzel bei und rundet das Spielkonzept ab.

Mein Fazit:

Mit einem Preisschild von 40 Euro tut sich Fortnite keinen Gefallen. Obwohl das Spiel ungemein Spaß macht, schreit es an vielen Ecken und Enden nach Free-to-Play. Es steht völlig außer Frage, dass die Grind- und Upgradespiralen zu den Grundpfeilern des Spiels gehören. Dabei wirken sie noch nicht einmal störend, denn das Spiel an sich stimuliert häufig genug das Belohnungszentrum. Sowohl in, nach als auch während der Missionen. Dennoch steht dieses Spielprinzip dem Kaufpreis entgegen.

Fortnite ist Early Access, darauf weisen die Entwickler oft genug hin. Darum erhalten Käufer des Spiels mit dem Kauf die Gelegenheit den Titel mitzugestalten. Wobei der Gestaltungsfreiraum eingeschränkt wirkt, denn rein spieltechnisch macht Fortnite einen weistestgehend fertigen Eindruck. Eben wegen diesem Eindruck und den ganzen Systemen, die dahinterstecken, macht der Titel sehr viel Spaß. Es ist zwar manchmal unnötig komplex und verworren, doch man gewöhnt sich daran.

Wer sich mit dem Kauf unsicher ist, sollte möglicherweise auf die Veröffentlichung im nächsten Jahr warten. Dann nämlich wird der Einstieg kostenlos. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann, erlangt mit dem nötigen Kleingeld frühzeitigen Zugriff zum Spiel.

Der Grind erinnert einen stets daran, dass es sich bei Fortnite um ein kommendes F2P-Spiel handelt. Das ist nicht schlimm, denn der Titel weist eine gute Balance auf bei dem, was er bietet und fordert. Nichtsdestotrotz, wer weiter kommen will muss beachtlich viel Zeit investieren. Der Ingameshop ist nur eine begrenzte Erleichterung. Kein Pay-to-Win Alarm. Gegen wen auch? Bei Fornite handelt es sich um ein kooperatives Spiel und hier liegt eine große Stärke.

Spätestens mit der F2P-Veröffentlichung 2018 sollte man einen Blick in Fortnite riskieren. Der Survival-Scavenging-Aufbau-Shooter macht ordentlich Laune und bietet ein klasse Koop-Erlebnis – trotz Grind.

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