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Guild Wars 2 Path of Fire

Guild Wars 2: Path of Fire Beta Eindruck

Einblick in die Geschichte von Path of Fire

Inzwischen spiele ich fast fünf Jahre Guild Wars 2. Ich habe als Vorbestellerin mit den Betas begonnen und seitdem einige schöne Stunden mit dem Spiel verbracht. In dieser Zeit habe ich auch die Entwicklung des Spiels miterlebt und verfolgt. Nach der kürzlich erfolgten Ankündigung von Guild Wars 2: Path of Fire wollte ich mir das erste Beta-Wochenende natürlich nicht entgehen lassen. Also bin ich zusammen mit ein paar Gildenmitgliedern losgezogen, um die Kristalloase zu erkunden. Meine Eindrücke möchte ich in diesem Artikel festhalten und mit euch teilen.

Anfangen werde ich mit der Story, die man ein Stück weit spielen darf. Alles beginnt damit, dass ihr per Luftschiff die Wüste erreicht. Ihr seht, wie riesige Trümmer von gigantischen Pyramiden in die Tiefe stürzen. Selbst wenn ihr einen großen Spielercharakter habt, wirkt der neben den beeindruckenden Bauwerken winzig. Unser Weg führt uns direkt in das Innere, wo eine große Menge Trashmobs auf uns wartet – gefolgt von einem dicken Gegner. Der Schwierigkeitsgrad ist ordentlich, aber nicht zu hoch. Halb abwesend Autoattack und kein Movement funktioniert hier definitiv nicht.

Haben wir die ersten Kämpfe überstanden, müssen wir in einer Siedlung Hilfe leisten, Feuer löschen und so Raptoren vor den Flammen retten. Zudem dürfen wir nun auch selbst auf einem solchen Raptor platznehmen. Der Raptor ist ein Mount und damit eine der großen Neuerungen, die Spieler mit Guild Wars 2: Path of Fire erwarten. Alles in allem wirkt der spielbare Teil der Story interessant und abwechslungsreich, da nicht nur gekämpft werden muss. Die Dialoge sind interessant. Die Geschichte von Path of Fire schließt nahtlos an die dritte Staffel der lebendigen Geschichte an. So folgen die Spieler Balthasar in die Wüste und treffen dort sowohl alte und neue Bekannte. Spieler von Guild Wars 1 dürfen sich zudem auf bekannte Orte und Figuren freuen, so beispielsweise den Seborhin-Garten und Palawa Joko. Letzterer wird im kommenden Addon wieder eine wichtige Rolle spielen. Natürlich kann man von diesem kleinen Ausschnitt nicht auf den Rest der Geschichte schließen. Der Auftakt ist aber durchaus vielversprechend und vom Schwierigkeitsgrad etwa auf Heart of Thorns-Niveau.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Liebe zum Detail

Hat man den kleinen Story-Abschnitt beendet, kann man sich an die Erkundung der Kristalloase machen. Diese ist in der Wüste zu finden, was zunächst sehr langweilig klingen mag. Wüsten stellt man sich nicht unbedingt aufregend und abwechslungsreich vor. ArenaNet ist es allerdings gelungen, eine malerische Spielumgebung zu erschaffen. Große Pyramiden laden zum Erkunden ein, neue Kreaturen fordern zum Kampf und im Kasino kann man am Glücksspiel teilnehmen.

Besonders beeindruckend finde ich, wie viel Liebe zum Detail hier bewiesen wird. So findet man zum Beispiel eine Gruppe von Tieren, die an Der König der Löwen erinnert. Gleich zu Beginn kann man bei einem Händler in einem Käfig einen Asura betrachten und nur wenige Meter weiter möchte ein eifriger Händler Palawa Joko Merchandise an interessierte Käufer verscherbeln. Wer ein wenig Zeit investieren mag, kann auch einem sehr langen Dialog zweier Frauen lauschen, die ein Streitgespräch darüber führen, welche wohl die besseren Vasen anbietet. In der Wüste findet man ein Rätsel, welches an den Vorgänger Guild Wars erinnert.

Überhaupt merkt man Guild Wars 2 in letzter Zeit stark an, dass die Entwickler wieder mehr zurück zu den Wurzeln gehen. Guild Wars 2 ist zwar schon immer an den Vorgänger angelehnt, viele Spieler waren aber der Meinung, dass man sich von dem zu weit entfernt hat. Auch ich bin der Meinung, dass man da lange viel Potenzial verschenkt hat, da Guild Wars eine großartige Lore zu bieten hat. Trotzdem ist es nicht zu spät, sich endlich auf diese zu besinnen und sie häufiger einfließen zu lassen. Endlich merkt man dem Spiel an, dass es nicht nur dem Namen nach ein Guild Wars-Nachfolger ist.

Positiv finde ich auch das Design des spielbaren Bereichs. In der Beta konnte man einen Ausschnitt des Gebiets Kristalloase betreten und erkunden. Heart of Thorns punktet mit Gebieten, die mehrere Ebenen besitzen und dieses System teilweise sehr ausgiebig nutzen. Ich mag den komplexen Aufbau der Gebiete, finde es aber trotzdem sehr gut, dass man mit Guild Wars 2: Path of Fire scheinbar wieder mehr zu den klassischen Gebieten zurückkehrt. Natürlich könnt ihr auch hier eine Unterwasserwelt erkunden und hoch hinaus. Es wäre auch schade, wenn man dieses Konzept nach Einführung der Gleiter fallenlassen würde. Der bisher spielbare Bereich der Kristalloase ist aber nicht so verwinkelt, sondern wieder etwas eindimensionaler.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Die Erkundung ist dadurch natürlich auch etwas einfacher. Gerade auf Karten wie Grasgrüne Schwelle und Verschlungene Tiefen ist es teilweise gar nicht so einfach, bestimmte Orte zu finden. Die Baumkronen in der Grasgrünen Schwelle erreicht man bei Tag sogar nur dann, wenn man bei den Beherrschungen einige im Bereich Gleiten hat und den komplizierten Aufweg durch die Lüfte entdeckt. Ich mag dieses Konzept, finde aber den Umschwung zurück zu den Wurzeln gut, da man so wieder eine andere Dynamik ins Spiel bringt.

Während man in Heart of Thorns viel mit dem Gleitschirm unterwegs ist, kann man nun weite Landstriche auf dem Rücken eines Mounts erkunden und sich schnell fortbewegen. Erkundungstempo- und -gefühl sind dadurch anders. Der Raptor ist flink, wendig – aber nur für Landausflüge gedacht. Vor Wasser scheut er zurück. Der Raptor fühlt sich im Spielverhalten sehr natürlich an. Das trifft sowohl auf das Detailreichtum der Animationen zu als auch auf deren Glaubwürdigkeit. Hier hat man das Gefühl, man säße wirklich auf dem Rücken einer Urzeitechse – und es macht Spaß! Einen individuellen Touch erhält das Reittier mit einer eignen Färbemöglichkeit, so könnt ihr die Farbakzente an die eures Charakters anpassen. Via Beherrschungspfad lassen sich Mounts verbessern. Der Raptor kann so dann zum Beispiel weiter springen und dadurch größere Abgründe überwinden. Die anderen drei Mounts weisen ebenfalls besondere Fähigkeiten auf. Der Schweberochen wird dann zum Beispiel über das Wasser gleiten können. Die neuen Gebiete sind an das hohe Bewegungstempo der Reittiere angepasst und die bisher größten im Spiel.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Events, Kopfgelder und Co.

Natürlich konnten in der Guild Wars 2: Path of Fire Beta auch diverse Events, Kopfgelder und Co. gemacht werden. Diesbezüglich bin ich noch ein wenig zwiegespalten. Was ich während der Beta gesehen und gespielt habe, wirkte durchaus abwechslungsreich. Die Event-Dichte erschien mir aber teilweise noch etwas niedrig. Dazu muss man sagen, dass das nach ein paar Stunden Beta nur schwer beurteilt werden kann. Events sind in der Regel an Zeiten gebunden. Man kann auch lange durch alte Gebiete die in Sachen Events gut aufgestellt sind laufen, ohne viele zu bemerken. Daher will ich hier auch gar nicht zu viel in meine Beta-Erfahrungen reininterpretieren und warte lieber ab, wie sich die Sache nach Launch dann entwickelt. Erst dann werden wir sehen, welche neuen Meta-Events im Spiel sind, ob es wieder Karten-Events gibt, wie diese gestaltet sind und wie gut die Maps wirklich in Sachen Events aufgestellt sind. Was ich bisher gesehen habe lässt zwar nach oben noch etwas Luft, war aber in Ordnung.

Positiv empfand ich die Skalierung. Ich und meine Begleiter haben relativ spät am Abend gespielt und es war auf der Map gefühlt wenig los. Trotzdem ließen sich Kopfgelder, Events und Co. gut spielen. Apropos Kopfgelder. Was man davon in der Beta sehen konnte, war noch ein wenig enttäuschend und für meinen Geschmack etwas zu simpel gestrickt. Ich hoffe, diesbezüglich wird es im Add-on dann noch etwas mehr geben. Es bleibt zwar nach oben noch Luft, aber die Beta hat insgesamt einen guten und abwechslungsreichen Eindruck hinterlassen. Da es auch wieder Beherrschungspunkte, Events und Co. gibt, bin ich zuversichtlich. Auch Heart of Thorns hat viel zu bieten gehabt. Dort haben mich eher die Mechaniken gestört, die sehr spielerunfreundlich waren. Inzwischen hat man diesen Fehler allerdings selbst bemerkt und das Spiel auf einen Stand gebracht, der deutlich zufriedenstellender ist, als die Zeit nach dem Launch vom ersten Add-on.

Eine kleine Revolution ist der praktische neue Loot. Ihr erhaltet weniger Ausrüstung von Gegnern, dafür wiederverwertbare Gegenstände. Verwertet ihr diese wieder, gibt es reichlich Materialien. Das schafft Platz im Inventar für die neuen Skins, davon verspricht Path of Fire mehr zu haben als die letzte Erweiterung.Außerdem lohnt es sich zu erkunden, denn neben Schatzsuchen finden sich auch reichlich versteckte Ausrüstung und Truhen in der Wüste. Diese geben eine nette Extrabelohnung und ergänzen die ohnehin schon spaßige Erkundung. Die Herzen aus dem Basisspiel sind ebenfalls zurück. In Heart of Thorns gab es diese nicht. Wie schon bei den neuen Karten der Lebendigen Geschichte kann man bei den Herzen jeden Tag Belohnungen abgreifen.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Grafik und Soundtrack

Was mir sofort ins Auge gefallen ist, ist der Look der neuen Erweiterung. Das Beta-Gebiet ist optisch sehr ansprechend gestaltet und erinnert an das alte Ägypten. Wenn die Mechaniken und der Content stimmen, werde ich dort wohl künftig einige Stunden verbringen. Man merkt stellenweise, dass das Gerüst von Guild Wars 2 schon etwas älter ist und dadurch in Sachen Optik einige Limitierungen unvermeidbar sind. Diese Tatsache ändert aber nichts daran, dass die Kristalloase wunderschön aussieht und zu vielen Erinnerungsbildern animiert. Einige meiner Screenshots habe ich unten für euch in eine Galerie gepackt. Elona hat mich schon in Guild Wars begeistert. Hier könnte man die tolle Spielwelt des Vorgängers aber sogar noch einmal übertreffen. Man darf gespannt auf den Rest der Erweiterung sein.

Sofern man einen leistungsstarken Rechner hat, kann man sich an den den Reflexionen im Wasser erfreuen und den aufgewirbelten Staub in der Wüste bewundern. Auch die Gegnermodelle sind teilweise sehr überzeugend. Vor allem bei den beeindruckenden Hydras fallen die Details auf. Sofern man im Kampf die Möglichkeit hat, sich diese aus der Nähe zu betrachten und auf die Animationen zu achten, sehen diese imposant aus. Die Sandhaie machen ebenfalls eine gute Figur, wenn sie aus dem Sand gesprungen kommen. Am allermeisten hat mich aber der Nachthimmel verzaubert. Die Wüste bei Nacht ist ein Traum, wenn der Mond im Wasser reflektiert wird und die Sterne am Himmelszelt leuchten. Solltet ihr selbst in der Kristalloase spielen, empfehle ich etwas Zeit für diesen tollen Anblick zu erübrigen und ihn wirken zu lassen. Die Kristalloase ist viel zu liebevoll und hübsch gestaltet, um einfach fix von A nach B zu sprinten und die Umgebung zu ignorieren. Der Soundtrack unterstreicht die optischen Eindrücke passend. Die neuen Klänge wirken sehr exotisch und wie aus Tausend und Einer Nacht. Es lohnt sich also, mit eingeschalteter Musik zu spielen.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Guild Wars 2: Path of Fire Beta Fazit

Nach Guild Wars: 2 Heart of Thorns habe ich mir von Path of Fire ehrlich gesagt nur wenig versprochen. Inzwischen kann ich mit Heart of Thorns ganz gut, daran hat sich aber erst vor einer Weile etwas geändert. Ich mochte die ursprüngliche Version der Erweiterung überhaupt nicht. Die Mechaniken waren mir zu sehr darauf ausgelegt, lange und aktiv auf einer Karte zu spielen. Als Mutter habe ich diese Dinge besonders hart zu spüren bekommen. Inzwischen ist man da etwas casualfreundlicher geworden, ohne die Coregamer zu vergessen. Raid und hochstufige Fraktale bieten einen ansprechenden Schwierigkeitsgrad und fördern das Gruppenspiel.

Umso überraschter bin ich nun nach der Path of Fire-Beta. Zunächst hat mich das Add-on ziemlich kaltgelassen, da mir Heart of Thorns lange nicht gefallen hat. Inzwischen sieht es aber anders aus. Ich bedauere es fast schon, dass das Beta-Wochenende so kurz ist und ich nicht bis zum Launch weiterspielen darf. Zum Glück kommt noch ein zweites Beta-Wochenende. Was ich bisher von Path of Fire gesehen habe, macht Lust auf mehr. Ich bin neugierig, auf die anderen Mounts, die neuen Beherrschungen und auf den Rest der neuen Spielwelt. Ich hoffe, diese weist die Qualität auf, die der bisher spielbare Teil der Kristalloase hat. Ich würde nicht sagen, dass die Beta perfekt war – aber sie konnte überzeugen. Ich bin nun auf jeden Fall neugierig genug, um die komplette Erweiterung spielen zu wollen. Vor einigen Wochen hätte ich dergleichen selbst nicht für möglich gehalten. Guild Wars 2 entwickelt sich derzeit so positiv, wie schon lange nicht mehr. Die Entwickler haben meiner Meinung nach sehr viel richtig gemacht und eine gute Balance gefunden. Es gibt nach wie vor diverse Baustellen, aber die Entwicklung ist insgesamt sehr positiv. Mit Path of Fire könnte dieser Weg weitergegangen werden. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass die positive Entwicklung anhält.

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