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Fable Fortune

Fable Fortune Early Access Review

Von Desinteresse zu Begeisterung

Die Ankündigung von Fable Fortune hat mich einst ziemlich aufbrausen lassen. Ich hielt wenig von der Idee, ein Kartenspiel mit dem Namen Fable auf den Markt zu bringen. Seit der Xbox bin ich Fan der Rollenspiele. Umso trauriger war ich, als Microsoft Lionhead geschlossen hat. Der Entwickler gehörte über viele Jahre zu meinen Lieblingsstudios, ich bin dankbar, was Peter Molyneux für die Spielebranche geleistet hat und hätte nach wie vor herzlich wenig gegen ein neues Rollenspiel im Fable-Universum.  Mittlerweile habe ich allerdings auch eingesehen, damals ziemlich schwarz gesehen zu haben. Fable Fortune ist nämlich ein überraschend unterhaltsames Kartenspiel.

Aktuell ist der Titel als Early Access-Spiel erhältlich. Sobald das Spiel vollständig veröffentlicht wird, soll es kostenlos spielbar sein. Momentan kann man nur spielen, wenn man sich ein Founder’s Pack holt. Mit 12,99 Euro ist der Einstieg günstig. Als Gegenleistung gibt es zudem eine kleine Starthilfe in Form von 20 Kartenpaketen und Bonus-Karten.

Was mich sofort überrascht hat, ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels. Wer schon andere Kartenspiele kennt weiß, wie bockschwer diese teilweise sind. In manchen sieht man zunächst kaum Land, da das Glück scheinbar immer der KI hold zu sein scheint. Während die Gegner oft von Anfang an richtig mächtige Karten haben, eiert man selbst mit Standardkarten rum und verliert sich durch, ehe man an einige gescheite Karten gelangen kann. Solche Probleme gibt es in Fable Fortune überhaupt nicht. Gegen die KI konnte ich meistens gewinnen.

Lediglich die ersten Spiele fielen mir etwas schwer, da ich zunächst die Spielmechanik erlernen musste. Als die nach wenigen Anläufen saß, gingen die Partien gut von der Hand. Das Spiel fordert und verlangt den geschickten Einsatz von Karten, ist aber so gestaltet, dass man mit Skill gewinnen kann und nicht das Glück allein entscheidet. Natürlich kann der Faktor Glück bei einem Kartenspiel nicht ganz außer Acht gelassen werden. Darin sehe ich auch überhaupt kein Problem. Fable Fortune bleibt aber stets fair und lässt einem die Möglichkeit, mit gutem Spiel die meisten Partien gegen die KI zu gewinnen. Während mir bei so manchem Kartenspiel schon früh die Motivation entfloh, bin ich hier noch immer hochmotiviert.Fable Fortune gefällt mir allerdings nicht nur wegen der fairen Kämpfe gegen die KI. Das Matchmaking ging bei jeder meiner Sessions angenehm schnell, die Community macht einen guten Eindruck und das Spielprinzip weiß zu gefallen. Obendrein gibt es CrossPlay zwischen PC und Xbox One.

Doch wie wird so eine Partie Fable Fortune überhaupt gespielt? Jeder Spieler hat einen Helden, der beschützt werden muss. Dabei spielen Fußvolk und hoffentlich auch einige mächtigere Karten eine Rolle. Die gespielten Karten kommen in Form von Figuren auf das Spielfeld. Die meisten Einheiten können nur dann dem Gegner Schaden zufügen, wenn dieser keine anderen Figuren auf dem Feld hat. Es gibt zwar auch einige direkte Angriffsmöglichkeiten, diese halten sich aber in Grenzen. In aller Regel muss man erst an der Front aufräumen, ehe man dem Feind – der als übergroße Figur dargestellt wird – ans Leder darf. Ein Held startet mit 30 Lebenspunkten. Fallen die auf Null, ist das Spiel vorbei. Je nach Deck und Karten kann man den Helden heilen. Eine Figur hat fast immer einen Wert für Verteidigung und einen für den Angriff. Je höher der Angriffswert, desto mehr Schaden verursacht eine Einheit. Sind alle Verteidigungspunkte weg, ist die Karte besiegt. Ob ihr Karten überhaupt spielen könnt, hängt von eurem Gold ab. Je stärker eine Einheit, desto teurer ist der Einsatz. Ihr könnt zudem nicht unbegrenzt überlegen, wie ihr agieren wollt. Jeder Zug ist zeitlich begrenzt. Das Zeitlimit ist jedoch mehr als ausreichend. In seinen Grundzügen unterscheidet sich das Spiel nicht von anderen bekannten Kartenspielen. Alleinstellungsmerkmale findet man dann bei den Details.

Decks, Modi und Karten

Bei den Decks gibt es aktuell sechs Stück zur Auswahl. Mein persönlicher Favorit ist Shapeshifter, da man damit in kurzer Zeit viel Schaden austeilen kann und Feinde betäuben darf. Jedes Deck hat Vor- und Nachteile. Außerdem hat jeder Held eine einzigartige Heldenfähigkeit. Mit dem Deck Prophet kann man zum Beispiel zwei Punkte heilen, während Knight schwaches Fußvolk beschwören darf. Es lohnt sich, mit den Decks zu experimentieren und die unterschiedlichen Spielweisen selbst zu testen, um einen Favoriten zu finden. Man kann Fable Fortune mit verschiedenen Strategien spielen und hat die Möglichkeit, ein entsprechendes Deck zu wählen. Dazu kommt noch die Gesinnung. Man darf beim Spielen mehrere Pfade einschlagen und hat die Möglichkeit, sich für Gut oder Böse zu entscheiden. Diese Wahl lässt sich später auch ändern.

Zum Testen eignet sich der Trainingsmodus sehr gut, da man hier gegen die KI spielt. Man hat die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsgraden. Ernst wird es, wenn ihr in die PvP-Season einsteigt, oder euch an der laufenden Koop-Herausforderung probiert. Vor letzterer muss man sich nicht scheuen. Im habe ganz wunderbare Erfahrungen im Koop machen können und hatte dort auch keine Schwierigkeiten, als ich noch nicht viel Erfahrung mit dem Spiel hatte. Praktischerweise kann der Mitspieler sogar optisch Hinweise liefern. Im Koop stehen diverse Quests zur Verfügung. Im PvP verdient ihr euch Medaillen. Für das Erreichen bestimmter Ziele werdet ihr schließlich entlohnt. Sowohl im Koop als auch PvP können Mitspieler direkt eingeladen werden. Dadurch könnt ihr ohne Probleme mit euren Freunden spielen.

Das Erspielen neuer Karten dauert aktuell noch relativ lang. Mit dem Founder Pack hat man jedoch ohnehin eine sehr gute Basis an Karten, da man aus den 20 Paketen etliche Karten bekommt. Überflüssige kann man zerlegen – was sich derzeit aber nur sehr bedingt lohnt. Ich rate dazu, zunächst Mal zu  horten und abzuwarten, ob sich das Zerlegen künftig mehr lohnen wird. Es ist auch ein Crafting-System vorhanden, dank dem man – zumindest in der Theorie – gezielt Karten herstellen kann. In der Praxis ist es noch nicht möglich, die nötigen Items zu bekommen.

Wer bereit ist reales Geld zu investieren, kann sich Kartenpakete kaufen. Ein Paket mit fünf Karten kostet 1.000 Ingame-Münzen. Hat man die nicht, kann man ab 8,99 Euro Packs erwerben. In diesem Fall bekäme man 7 Kartenpacks. Die teuerste Option sind 60 Packs für 62,99 Euro. Ich selbst hatte bisher nicht den Bedarf, Karten zu kaufen. Mit dem was ich aus dem Founder-Paket habe, kam ich bisher gut klar. Mit der Zeit erspielt man sich zudem Münzen, was die Kartenmenge langsam aber stetig wachsen lässt.

Für das Auspacken der Karten wünsche ich mir noch eine Option, Kartenpakete mit einem Klick auspacken zu dürfen. Packt man viele Packs hintereinander aus, zieht sich dies nämlich zeitlich ganz schön in die Länge. Bei den ersten Malen sind die Animationen sicher noch ganz hübsch – mit der Zeit habe ich aber immer mehr den Bedarf, einfach alle Karten mit einem Klick umzudrehen. Was in den Packs ist, hängt natürlich vom Glück ab. Es gibt sowohl neutrale Karten, als auch Karten die bestimmten Decks zugeordnet sind. Je Pack bekommt man fünf Karten.

Mein Fazit:

Fable Fortune hat mich positiv überrascht. Ich habe im Vorfeld nicht erwartet, dass das Spiel so gut wird. Die KI erscheint hier nicht übermächtig, der Koop hat es mir angetan und das auf Fable basierte Kartenspiel macht Spaß. Die Mechanik ist flott erlernt und leicht verständlich. Trotzdem bietet das Spiel diverse Strategiemöglichkeiten und genügend Anspruch. Gerade da wir es hier mit einer Early Access-Version zu tun haben, ist der Zustand erstaunlich. Bisher sind mir weder Bugs, noch sehr grobe Balance-Schnitzer aufgefallen. Die vorherige Closed Beta hat man offenbar gut genutzt. In Sachen Balancing gibt es hier und dort trotzdem noch ein wenig Arbeit für die Entwickler. Die Decks könnten ausgeglichener sein.

Das Fable-Universum ist ein netter Bonus, wenn man die Rollenspiele kennt und gespielt hat. Voraussetzung ist dies aber nicht. Natürlich freut es einen als Fable-Fan, wenn man während des Spiels eine Gesinnung wählen darf und diese und jene Dinge erkennt. Wer nie Fable gespielt hat, muss sich aber keinesfalls davon abschrecken lassen. Spätestens mit der Umstellung auf F2P sollte ein Blick Pflicht sein.

Bis dahin dürfen gern noch ein paar zusätzliche Spielmodi wie eine Kampagne und Herausforderungen folgen. In Sachen Spielmodi ist die Auswahl noch ziemlich übersichtlich. Die Kartenzahl ist hingegen schon jetzt sehr ordentlich.Der Gesamteindruck ist positiv.

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