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Life Is Strange: Before the Storm

Life is Strange: Before the Storm – Erwacht Review

Entwickler:         Deck Nine
Publisher:          Square Enix
Genre:              Adventure, Modern Adventure
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 16,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.lifeisstrange.com/de

Wiedersehen mit Chloe

In den letzten Jahren hat mich kaum ein Spiel so sehr wie Life is Strange gefesselt. Der Titel schneidet einige schwierige Themen an und behandelt sie mit dem nötigen Fingerspitzengefühl. Trotzdem war ich skeptisch, als man sowohl einen Nachfolger als auch Before the Storm ankündigte. Letzteres spielt vor den Ereignissen von Life is Strange. Außerdem schlüpft man als Spieler dieses Mal in die Rolle der rebellischen Chloe, die gerade auf dem besten Wege ist, auf die schiefe Bahn zu geraten.

Die Wahl der neuen Protagonistin erscheint keinesfalls abwegig. Schon in Life is Strange fand der Teenager mit den blaugefärbten Haaren viele Fans. Viele meinen sogar, Chloe hat einen wesentlich interessanteren Charakter. Tatsächlich ist Max eine eher zurückhaltende Person, die nicht gern im Fokus steht. Sie ist das reine Gegenteil von Chloe. Bescheiden, leise, pflichtbewusst und unauffällig.

Eine wichtige Neuerung sind die fehlenden Superkräfte. Wir erinnern uns zurück – Life is Strange ermöglicht es dem Spieler, die Zeit zurückzuspulen und so Handlungen ungeschehen zu machen. In Life is Strange: Before the Storm – Erwacht habt ihr keinerlei Superkräfte. Chloe ist einfach ein rebellischer Teenager – ohne besondere Fähigkeiten. Ich war skeptisch, ob das Spiel so überhaupt an den grandiosen Vorgänger anschließen kann. Inzwischen ist jeder Zweifel wie weggepustet.

Entscheidungen spielen auch in Life is Strange: Before the Storm – Erwacht eine wichtige Rolle. Nur müsst ihr euch dieses Mal direkt festlegen. In Life is Strange konnte man sich zumindest die unmittelbaren Folgen ansehen und gegebenenfalls noch einmal umschwenken. Nun müsst ihr euch auf euer Bauchgefühl verlassen. Ist es ratsam mit Chloe aufbrausend zu agieren, oder sollte sie doch gelegentlich etwas zahmer sein? Ist es ratsam zwielichtige Typen zu provozieren? Nicht jede Auswirkung zeigt sich unmittelbar. So hielt ich einige Entscheidungen zunächst für ziemlich dumm, imponierte damit aber offensichtlich Rachel.

Life is Strange: Before the Storm lebt vor allem durch seine großartigen Charaktere. Allen voran die wilde Chloe, die die Schule hasst und mit dem Tod ihres Vaters kämpft. Obendrein ist da der neue Mann im Leben ihrer Mutter. Die Familiensituation ist ausgesprochen angespannt. Chloe hält nur wenig von Regeln und Strukturen. Stattdessen überschreitet sie immer mehr Grenzen und bringt sich so in Gefahr. In einer solch gefährlichen Situation steht ihr Rachel Amber zur Seite. Der Auftakt einer tiefen Freundschaft.

Die erste Episode Life is Strange: Before the Storm – Erwacht beginnt zunächst relativ unspektakulär, fast schon langatmig. Zwischenzeitlich habe ich mich sogar gefragt, ob da noch etwas kommt. Ich habe vor dem Spielen viele positive Meinungen gehört und war verwundert. Letztlich braucht das Spiel aber nur ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen. Am Ende wird es dann richtig emotional. Nachdem mich die Auftaktepisode lange ziemlich kalt gelassen hat, riss mich das Finale dann gänzlich mit. Das Ende ist hervorragend. Ich rate allerdings dazu, vor Before the Storm Life is Strange zu spielen – falls noch nicht geschehen. Vieles hat mich nicht zuletzt deshalb berührt, weil ich die Charaktere bereits aus Life is Strange kenne und künftige Ereignisse erlebt habe. Durch Before the Storm bekommt man einen anderen Blick auf diverse Charaktere – allen voran Chloe. Da sie im vorherigen Spiel nur eine Nebenrolle spielte, blieb vieles verborgen. Durch Before the Storm gewinnt Chloe spürbar an Tiefe und ihr Verhalten wirkt nachvollziehbar. Dafür hat man bei der Musikauswahl ein gutes Händchen bewiesen.

Life is Strange: Before The Storm Screenshot 01

Mein Fazit:

Nach dem eher mäßigem Auftakt von Life is Strange: Before the Storm – Erwacht bin ich zunächst skeptisch gewesen. Das Durchhalten hat sich aber definitiv gelohnt. Das Finale hat mich sehr berührt und überzeugt. Ich freue mich auf den zweiten Teil und hoffe, er knüpft da an, wo Episode 1 aufhört. Ihr habt in Life is Strange: Before the Storm zwar keine Superkräfte, dafür dürft ihr euch auf gut ausgearbeitete und tiefgründige Charaktere freuen. Vor allem Chloe wirkt gut nachvollziehbar. Schon mit Life is Strange eroberte sie viele Spielerherzen im Sturm. Ich bin mir sicher, mit Before the Storm wird sie noch mehr Fans finden.

Life is Strange: Before the Storm ist ein gelungenes Modern Adventure, mit überzeugender Story und Entscheidungen, die teilweise nicht einfach fallen. Wer Life is Strange mochte, wird höchstwahrscheinlich auch Before the Storm mögen. Das neue Entwicklerteam leistet bisher gute Arbeit. Nur in Sachen Länge darf man gern noch eine Schippe draufpacken. Mit rund drei Stunden Spielzeit ist die Auftaktepisode nämlich ziemlich kurz. Details wie Hände sehen zudem unschön aus und einige wenige Animationen fielen negativ auf. Dabei habe ich vor allem Victoria im Kopf, wie sie auffällig mit dem Hintern wackelnd einen Abgang macht. Den Soundtrack werde ich sicher noch öfter hören.

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