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Warriors All-Stars

Warriors All-Stars Review

Entwickler:         Koei Tecmo
Publisher:          Koch Media
Genre:              Action, Musou, Hack and Slash 
Plattformen:        PC, PS4
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.koeitecmoamerica.com/warriorsallstars/

Hallo Freunde!

Vor über zehn Jahren kam ich zum ersten Mal mit einem Spiel in Berührung, welches mir actionreiche Massenschlachten bot. Den Begriff Musou hatte ich zu dieser Zeit noch nie gehört und das Spiel landete damals nur aus einer Laune heraus in meinem Laufwerk. Seit ich zurückdenken kann, war ich offen für neue Spielerfahrungen. Es gibt kaum etwas, was ich nicht zumindest Mal ausprobiert hätte. Inzwischen ist Musou fest in meinem Wortschatz verankert und ich bin ein Fan solcher Spiele. Warriors All-Stars ist daher für mich ein Pflichttitel. Ich habe mir die PC-Version des Spiels gründlich angesehen und ganze Horden von Gegnern ausradiert. Ob sich das Spiel auch für euch lohnt, kläre ich in meinem Warriors All-Stars Review.

Der Name des Spiels deutet bereits an, was Programm ist. Das Game ist ein sogenannter All-Stars-Titel. Das heißt, ihr dürft euch auf zahlreiche bekannte Charaktere aus diversen Spielereihen freuen. Zu denen gehören zum Beispiel Lu-Bu und Wang Yuanji aus der Dynasty Warriors Serie, Horō und Tokitsugu aus Toukiden, Sophie und Plachta aus Aterlier, Kasumi und Honoka aus Dead or Alive, Laegrinna und Millennia aus Deception und Arnice und Christophorus aus Nights of Azure. Insgesamt bietet Warriors All-Stars 30 Charaktere. Neben den eben aufgeführten kommen noch einige aus weiteren Serien hinzu. Dazu gesellen sich Original-Charaktere wie Tamaki, Setsuna und Shiki.

Die vielen Charaktere aus diversen Spielereihen sind meiner Meinung nach auch eine der größten Stärken des Spiels. Jeder Kämpfer und jede Kämpferin fühlt sich einzigartig an. Den Entwicklern ist es gelungen, die Eigenarten der einzelnen Figuren beizubehalten, was vor allem für jene Leute interessant ist, die viele dieser Figuren kennen. Man hat tatsächlich das Gefühl, die jeweilige Figur zu spielen und nicht nur einen beliebigen Kämpfer mit entsprechendem Skin. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass ihr etwas rumprobieren müsst, wer euch gut liegt und wer weniger. Obwohl die Steuerung identisch bleibt, fühlen sich die Charaktere anders an. Aufgrund der großen Vielfalt ist dies aber kein Problem. Jeder sollte mühelos einige Favoriten finden.

Bevor ihr die meisten der 30 Kämpfer einsetzen könnt, müsst ihr diese aber zunächst freischalten. Ihr beginnt euer Abenteuer mit einer überschaubaren Auswahl an Figuren. Habt ihr die Einführung gemeistert, eröffnet sich euch die Weltkarte. Von dort wählt ihr eure nächste Schlacht aus. Einige geben euch Materialien, andere treiben die Story voran, manche versprechen reichlich Erfahrungspunkte und wieder andere bescheren euch neue spielbare Charaktere. Praktischerweise seht ihr anhand eines Bildes sofort, wen ihr freispielen könnt.

Die Weltkarte ist generell sehr übersichtlich gestaltet. Anhand der Symbole erkennt man auf den ersten Blick, was einen wo erwartet. Nach den ersten Missionen hat man zig Schlachten zur Auswahl. Welche man spielt, kann man beinahe frei entscheiden. Einige kleine Hürden gibt es dennoch. Manche Schlachten schalten sich erst frei, wenn ihr zuvor andere erfolgreich beendet habt. Andere stehen euch zwar früh zur Verfügung, aber sie setzen ein hohes Level voraus. In diesem Fall solltet ihr die Finger davon lassen, wenn eure Charaktere noch deutlich darunter liegen. Die vielen Trashmobs sind kein großes Problem. Stärkere Gegner wie Leutnants und Bosse werden euch allerdings binnen Sekunden zerlegen. Bei den meisten Missionen steht euch übrigens frei, welche Charaktere ihr einsetzt. Bei einigen müsst ihr aber Vorgaben erfüllen oder auf bestimmte Kämpfer verzichten.

Warriors All-Stars Screenshot 01

Bekannte Stärken, bekannte Schwächen

Was ich ein wenig schade finde, ist der Aufbau der Missionen. Obwohl es auf den ersten Blick viele verschiedene Arten von ihnen gibt, fühlen sich letztlich alle gleich an. Egal ob ihr nun einen Charakter freischalten möchtet, die Story vorantreibt oder schnell Material farmen wollt – es endet darin, dass man ein paar Basen einnimmt und von Ausrufezeichen zu Ausrufezeichen stürmt. Hier hätte man mutiger vorgehen sollen, um das Spiel dynamischer zu gestalten. Natürlich gibt es innerhalb der Missionen kleine Unterschiede – aber die fallen kaum auf.

Im Kampf kommen normale Angriffe, Spezialangriffe und sogenannte Rush-Angriffe zum Einsatz. Mit den einfachen Angriffen erledigt ihr vor allem die vielen Trashmobs. Die Spezialangriffe eignen sich prima dazu, größere Gruppen von Kanonenfutter zu bekämpfen. Da es einen Cooldown gibt, solltet ihr euren Spezialangriff möglichst passend einsetzen. Die größte Besonderheit sind die Rush-Attacken. Setzt ihr eine solche ein, startet eine Art Rush-Mode. Dies erkennt ihr daran, dass sich das Umfeld optisch etwas verändert. Außerdem beginnt ein Timer von 20 Sekunden nach unten zu zählen. Innerhalb dieser Zeit solltet ihr versuchen, möglichst viele Gegner zu besiegen. Steigt der K.O.-Zähler hoch genug, gibt es fünf Sekunden Bonuszeit. Dieser Vorgang lässt sich ein paar Mal wiederholen. Den Rush-Modus könnt ihr pro Schlacht nur wenige Male einsetzen, da die Sterne zum auslösen sehr selten gefunden werden können. Daher ist es ratsam, ihn in passenden Momenten zu nutzen.

Antreten tut ihr übrigens nicht allein – außer ihr möchtet es. Ihr könnt euch bis zu vier Mitstreiter ins Boot holen. Je mehr Charaktere ihr freispielt, desto größer die Auswahl. Eure Mitstreiter stehen euch zum Beispiel im Rush-Mode zur Seite. Außerdem könnt ihr im Kampf den Charakter wechseln, was vor allem hinsichtlich der Spezialangriffe interessant ist – aber auch einiges an Taktikgefühl voraussetzt. Obendrein erhaltet ihr im Spielverlauf zahlreiche Heldenkarten. Die wiederum könnt ihr aufwerten, indem ihr ihnen nützliche Boni wie Resistenzen zuweist. Dafür geht ihr in eure Basis, wo auch Trainingsplatz, Taverne und Co. auf euch warten.

In eurer Basis könnt ihr zudem Aufträge von freigeschalteten Charakteren annehmen. Erfüllt ihr diese, profitiert ihr durch erhöhte Freundschaftswerte und ihr erhaltet neue – meist sehr starke – Karten. Habt ihr keine Lust zu leveln, könnt ihr das verdiente Gold beim Trainingsplatz investieren und Charaktere leveln. Es lohnt sich, immer Mal einen Blick in die Basis zu werfen und dort den Gesprächen zu lauschen. Die Beziehungen spielen zwar keine nennenswerte Rolle, aber in den Dialogen erfährt man mehr über die Charaktere. Vorausgesetzt, ihr versteht die englische Sprache. Das Spiel ist japanisch vertont und mit englischen Untertiteln und Menüs.

Trotz kleiner Macken ist Warriors All-Stars eines der besten Musou-Spiele, die derzeit auf dem Markt sind. Der Titel macht sehr vieles richtig und lässt wenig Wünsche offen. Musou-Fans können hier dutzende Spielstunden verbringen, ohne Langeweile zu verspüren. Sofern man Fan der vielen aufgegriffenen Spielereihen ist, dürfte man sich zudem sehr über die große und gelungene Charakterauswahl freuen. Die weniger positiven Aspekte lassen sich als Fan des Genres gut verkraften. Die gegnerische KI ist leider ziemlich miserabel, was die Kämpfe vor allem in den niedrigen Schwierigkeitsgraden manchmal lächerlich einfach macht. Außerdem ist die Vielfalt der Gegner sehr unterschiedlich. In einigen Missionen trifft man auf diverse Gegnertypen, in anderen schlägt man nur Hunderte Klone. Dazu kommt die hübsche aber unspektakuläre Spielumgebung und die Tatsache, dass es nur den Story-Modus gibt. Von der Geschichte dürft ihr übrigens – Warriors-typisch – nicht viel erwarten. Die ist nur schmückendes Beiwerk.

Als Genrefan kommt man nur schwer an Warriors All-Stars vorbei, da der Titel viele beliebte Warriors-Features vereint. Die von mir gespielte PC-Version entpuppte sich als ordentliche Portierung. Obendrein macht die PC-Version optisch eine gute Figur. Die PC-Steuerung geht übrigens auch mit Maus und Tastatur ganz gut von der Hand, wenn man sich etwas eingewöhnt hat. Alternativ kann man mit Controller spielen. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die umfangreiche Enzyklopädie, die euch mit allen wichtigen Daten versorgt.

Warriors All-Stars Screenshot 04

Mein Fazit:

Wer Musou mag, hat keinen guten Grund auf Warriors All-Stars zu verzichten. Das Spiel macht Spaß und bietet 30 spielbare Charaktere. Diese stammen aus bekannten Reihen wie Dead or Alive und Atelier. Erfreulicherweise fühlt sich jeder Charakter einzigartig an, obwohl die Steuerung identisch bleibt. Die ist übrigens einfach zu erlernen und auch mit Maus und Tastatur gelungen. Spieler dürfen sich auf eine passable Story, diverse Enden, zahlreiche Missionen und virtuelle Freundschaften freuen. On top gibt es einige Anspielungen auf die Reihen, aus denen die Charaktere kommen. Ein Paradies für Tecmo-Fans.

Wenn ihr bisher wenig mit Musou am Hut hattet, wird euch auch Warriors All-Stars keine Freudenschreie entlocken können. Der Titel macht vieles richtig und vereint einige beliebte Features der Warriors-Reihe. Gleichzeitig ist er weit davon entfernt, das Rad neu zu erfinden. Dazu kommen genretypische Kritikpunkte wie miese Gegner-KI und die üblichen Klonarmeen. Obendrein verschenkt man bei den Missionen einiges an Potenzial – die spielen sich nämlich alle ähnlich. Als Genrefan kann man über derlei Dinge problemlos hinwegsehen. Die sind im Grunde genommen nicht mehr als alte Bekannte. Klonarmeen und mäßige Gegner-KI gehört zu Musou wie der Deckel auf den Topf. Aus Sicht eines Musou-Fans bin ich begeistert.

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