Guild Wars 2 Path of Fire

Guild Wars 2: Path of Fire Review

Entwickler:         ArenaNet
Publisher:          ArenaNet
Genre:              MMO, Onlinespiel
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 29,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.guildwars2.com/de/

Story und Mounts

Guild Wars 2: Path of Fire ist da und wir sind für euch in die Kristallwüste abgetaucht. Mit der Erweiterung schlägt das MMO Guild Wars 2 einen neuen und lange überflüssigen Weg ein. Eine der größten Stärken des Vorgängers ist die Story. Guild Wars hat eine wunderbare Lore, die man im Nachfolger leider viel zu lange an den Rand geschoben hat. Als Fan des Vorgängers bin ich positiv überrascht, wie sehr man sich nun auf diesen besinnt. Überall gibt es kleine Details, Anspielungen und Zusammenhänge, die die beiden Spiele enger miteinander verknüpfen.

In der Geschichte von Path of Fire nehmen die Götter eine große Rolle ein, nachdem diese in Guild Wars 2 jahrelang nur eine Randerscheinung waren. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Gott Balthasar, der sich scheinbar gegen die Menschen gewandt hat. Die Geschichten schließt unmittelbar an den Ereignissen der dritten Living Story Staffel an. In den drei Akten der Path of Fire-Kampagne begebt ihr euch auf die Suche nach Antworten und sammelt neue Verbündete. Nun ja, zumindest mehr oder weniger. Ich bin nach Abschluss der Story ein wenig enttäuscht darüber, dass man diese Karte nicht noch etwas mehr ausgespielt hat. Für meinen Geschmack hätten ruhig mehr neue Charaktere eingeführt werden können. In der Hinsicht fand ich Heart of Thorns wesentlich spannender. Auch das Ende ist nur mäßig befriedigend, da es mit einem großen Cliffhanger abschließt. Man muss also auf die nächste Staffel Living Story hoffen. Nichtsdestotrotz bin ich insgesamt zufrieden mit der Story. Die Fortsetzung folgt mit der vierten Staffel der Living Story.

Guild Wars 2: Path of Fire finde ich unterm Strich wesentlich interessanter, als das erste Add-on. Heart of Thorns hat meine Sympathie damals schnell verspielt, da die Kartenmechaniken nicht für Gelegenheitsspieler brauchbar waren. Erst lange Zeit nach Release haben die Entwickler hier nachgebessert. Derlei Experimente gibt es dieses Mal glücklicherweise nicht. Die neuen Karten gleichen von den Mechaniken her den Maps des Hauptspiels. Neu ist allerdings die Möglichkeit der Erkundung. Mit Path of Fire stehen Spielern in Guild Wars 2 erstmals Mounts zur Verfügung. Im Verlauf des Spiels ist es euch möglich, fünf Reittiere zu erspielen: Raptor, Springer, Schweberochen, Schakal und Greif. Letzterer wurde vor Launch nicht angekündigt – eine gelungene Überraschung.

Jedes Reittier bietet andere Eigenschaften. Der Raptor ist beispielsweise ziemlich schnell und mit dem nötigen Beherrschungs-Rang in der Lage, weite Abgründe zu überspringen. Der Schweberochen schützt euch vor fiesen Umgebungseffekten, weshalb ihr so auch unwirtliche Gebiete problemlos passieren und über Wasser gleiten könnt. Der Springer bringt euch dank seiner Sprungkraft hoch hinaus, während der Schakal Portale nutzen kann und so gänzlich neue Wege öffnet. Jedes Reittier kann durch einen Beherrschungs-Pfad aufgewertet werden. Die Punkte dafür lassen sich sehr gut erspielen. Ich hatte viele Mounts schon vor Abschluss der Geschichte fast komplett aufgewertet. Ein wenig schade ist die Tatsache, dass mir dabei einige Erfahrungspunkte verloren gingen. Wie schon im Hauptspiel und bei Heart of Thorns sind Beherrschungspunkte nötig. Die muss man sich zunächst erspielen, was grundsätzlich auch keine große Hürde ist. Trotzdem hat man am Anfang wohl eher die Erfahrungspunkte zusammen, als die nötigen Beherrschungspunkte. Von denen braucht man glücklicherweise nur eine überschaubare Menge.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Optisch und spielerisch ansprechende Gebiete

Mit Guild Wars 2: Path of Fire geht es in die Kristallwüste, die bereits im Vorgänger eine wichtige Rolle spielte. Wenn man Wüste liest, denkt man wohl zunächst an Einöden voller Sand oder Gestein. Weit gefehlt! Optisch sind die neuen Karten wunderschön gestaltet und voll mit liebevollen Details. Da ist zum Beispiel auf einem Basar ein Asura in einem Käfig und der beeindruckende Tempel der Kormir. Natürlich gibt es auch einige Bereiche, die eher monoton und schlicht gestaltet sind. Auf jeder Karte gibt es aber wunderschöne Flecken zu entdecken, die das Auge erfreuen. Die neuen Gebiete gehören optisch zu den schönsten, die Guild Wars 2 zu bieten hat. Ihr solltet unbedingt mit einem Greif die Aussicht von oben genießen – es lohnt sich.

Auch spielerisch gefallen mir die neuen Maps gut. Heart of Thorns hat eine Weile gebraucht, um seine wenig casualfreundlichen Mechaniken über Bord zu werfen. Path of Fire macht seine Sache deutlich besser. Es gibt die altbekannten Herzen, einige Herausforderungen in Form von schwer erreichbaren Beherrschungspunkten und neue Jumping Puzzles. Um alle Bereiche erkunden zu können, sind diverse Mounts nötig. Dadurch gibt einem das Spiel einen Grund, später auch in die Anfangsgebiete zurückzukehren. In Heart of Thorns musste man für den Kartenabschluss diverse Champions legen, was allein nicht immer machbar ist. Dergleichen hat man dieses Mal nicht integriert.

Eine Neuerung sind die sogenannten Kopfgeldjagden. Auf jeder Map warten diverse Kopfgeldziele darauf, von euch ausgeschaltet zu werden. Dafür winken einzigartige Belohnungen, deren Highlight besondere Rüstungen sind. Viele dieser Bosse erfordern Gruppenspiel, da sie solo nicht legbar sind. So haben auch Zergs auf den neuen Karten etwas zu tun. Größere Eventketten gibt es ebenfalls, die an die bekannten Meta-Events erinnern. Auf der ersten Karte ist zum Beispiel eine Sammel-Eventkette beim Casino. Werden alle Stufen gemeistert, kommt ein Pinata-Boss. Es gibt auf den neuen Karten also einen ordentlichen Mix aus Gruppen- und Solo-Content. Heart of Thorns war hier mit seinen großen Eventketten noch deutlich stärker auf Gruppeninhalte fokussiert.

Apropos Gruppen – die Story scheint teilweise nicht für solche ausgelegt zu sein, obwohl es sich um ein MMO handelt. Eine Mission musste ich zusammen mit meinen Begleitern dreimal starten, da ich mit meinem Mount in einen Abgrund gesprungen bin, mich nicht wiederbeleben konnte und der Missionsbereich verschoben wurde. Folglich flog ich raus. In anderen Missionen sind Begleiter nur schmückendes Beiwerk, welches kaum eine Funktion einnimmt. Hier darf gern noch nachgebessert werden.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Belohnungen, Loot und neue Skins

Als Buy to Play MMO lebt Guild Wars 2 natürlich auch von seinem Edelsteinshop, in dem man Echtgeld ausgeben kann. Nichtsdestotrotz hat man einige neue Skins via Guild Wars 2: Path of Fire ins Spiel gebracht. Einige Sets unterscheiden sich zwar nur in Details, insgesamt ist die Auswahl aber ordentlich. Dazu kommen zahlreiche Minipets. Es ist löblich, dass man die nicht einfach hinter eine Paywall gesteckt hat. Minipets sind schon in Guild Wars sehr beliebt gewesen und gehören zu Guild Wars einfach dazu. Da man für viele Handelsverträge benötigt, hält die Mini-Jagd auch eine Weile bei der Stange. Die Verträge sind nämlich auch für diverse Rezepte nötig. Erspielen lassen sie sich allerdings ganz gut und winken in allen neuen Gebieten als Belohnung

Eine Besonderheit ist der neue Loot. Man setzt nun vermehrt auf Gegenstände, die sich stapeln lassen. Ihr habt die Wahl, was ihr damit macht. Durch Verwendung bekommt ihr Waffen und Rüstungen raus. Alternativ könnt ihr den Kram für Material direkt zerlegen oder ihr verkauft es an Händler. Das Inventar bleibt dadurch halbwegs aufgeräumt – wenn man Mal von diversen neuen Sammlungen und entsprechenden Items absieht. Wer trotzdem Platzprobleme hat, kann sich nun größere Taschen holen. Die maximale Taschengröße liegt nun bei 32 Slots. Dafür müsst ihr jedoch tief in den Geldbeutel greifen. Glücklicherweise gibt es auch kleine Varianten wie die 24er-Tasche. Diese sind für Casuals deutlich erschwinglicher.

Insgesamt hat man mit Path of Fire eine ganz gute Balance hinbekommen. Gelegenheitsspieler können sich viele Sachen in einem überschaubaren Zeitrahmen erspielen und werden nicht mit zu hohen Anforderungen an den Kopf gestoßen. Für jene die gern etwas mehr Zeit und Aufwand investieren gibt es auch einige Anreize.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Spezialisierungen und Inhalte nach Guild Wars 2: Path of Fire

Eine wichtige Addition sind die Path of Fire-Spezialisierungen. Jede Klasse hat eine neue Elite-Spezialisierung erhalten. Die sind insgesamt auch relativ interessant, wenngleich ich einige noch etwas blass und wenig reizvoll finde. Andere wie der Weber, der Elemente kombiniert oder der Seelenwandler, der die Waldläufer-Tiergefährte mit dem Spielercharakter eins werden lässt sind durchaus spannend. Auch in Sachen Balance kann man zufrieden sein. Natürlich gibt es einige Klassen, die nutzvoller als andere erscheinen. Die aktuelle Meta gibt aber etwas für jede Klasse her. Vorbei sind die Zeiten, in denen keiner mit Waldläufern spielen wollte und Diebe im besten Fall als fünftes Rad am Wagen angesehen wurden. Durch die neuen Elite-Spezialisierungen ergeben sich natürlich auch in den Raids einige neue Optionen. Davon können vor allem die Gelegenheitsspieler profitieren, für die so der ein oder andere Boss etwas einfacher werden sollte. Geübte Gilden können so an neuen Bestzeiten schrauben.

Neue Raids gibt es leider noch nicht. In den nächsten Monaten soll die nächste Staffel der Living Story veröffentlicht werden. Darüber hinaus wird erwartet, dass noch in diesem Jahr mindestens ein neuer Raidwing erscheinen wird. Bedauerlicherweise gibt es für Guild Wars 2 keine Roadmap, weshalb derzeit nicht präzise gesagt werden kann, wann mit welchen neuen Inhalten zu rechnen ist. Pläne haben die Entwickler einige – wie neue Fraktalbelohnungen. Letztlich muss aber die Zeit zeigen, wann neue Raidflügel und Co. Einzug in Guild Wars 2 halten. Im Moment ist dergleichen aber meiner Meinung nach nicht nötig. Path of Fire sollte auch Vielspieler noch ein Weilchen bei der Stange halten. Durch die Beherrschungen, Kartenabschlüsse, Spezialisierungen, Sammlungen und Co. hat man einiges zu tun. Da mich das Add-on nach dem eher schwachen Heart of Thorns sehr positiv überrascht hat, habe ich reichlich Zeit nach Launch im Spiel verbracht. Trotzdem stehen noch einige Dinge auf meiner To-Do-Liste.

Technisch treibt Guild Wars 2: Path of Fire das Spiel auf neue Höhen. Auch wenn die Engine mittlerweile betagt ist, kann man dennoch die tolle Optik von Heart of Thorns noch einmal übertreffen. ArenaNet zeigt eindrucksvoll, dass Technik nicht alles ist und es auch auf den Einsatz ankommt. Egal ob verwehte Sandwüste, weite Sümpfe, trostlose Einöde oder verschneite Gipfel. All diese Orte wirken wie aus einem lebendig gewordenen Gemälde. Die neuen Gebiete brillieren mit zahlreichen Details und zeigen, wie Artdesign geht. Das trifft auch auf die hervorragenden Animationen der Reittiere zu, die auch noch mit Witz umgesetzt sind. Falls ihr Mal zu viel Sand in den Augen habt, solltet ihr die Lauscher aufsperren. Die Melodien sind nicht nur an das Original Guild Wars angelehnt, sondern übermitteln wahrlich das Feeling aus 1000 und eine Nacht. Dabei ist die Musik deutlich weniger pompös als noch bei Heart of Thorns. Jeremy Soule ist zwar nicht mehr für den Soundtrack verantwortlich, doch sein Nachfolger Maclaine Diemer füllt die Fußstapfen voll und ganz aus.

Guild Wars 2 Path of Fire Kristalloase

Christines Fazit:

Danke ArenaNet, endlich hat mich Guild Wars 2 wieder. Ich spiele das MMO seit der Beta und habe seitdem viele tolle Stunden mit dem Spiel verbracht. Die erste Erweiterung Heart of Thorns konnte bei mir aber kaum punkten. Glücklicherweise besinnt sich Guild Wars 2: Path of Fire auf alte Stärken. Als Guild Wars-Veteranin fühle ich mich hier verstanden. Endlich greift man die gute Lore des Vorgängers auf und bindet sie mehr ein.

Auch das Gameplay gefällt mir wesentlich besser. Die Maps von Heart of Thorns sind gelungen – aber die Mechaniken waren zu lang auf ausgedehnte Spielsitzungen ausgelegt. Solche Experimente versucht man mit Path of Fire erst gar nicht. Stattdessen könnt ihr die neuen Karten ganz gemütlich allein erkunden und euch dabei an den vielen wunderschönen Orten erfreuen. Gruppenspieler kommen natürlich nicht zu kurz. Die Kopfgelder setzen Gruppenspiel voraus, in größer angelegten Event-Ketten ist Teamwork gefragt und die neuen Elite-Spezialisierungen geben Raum für Experimente. Im PvP sind neue Builds entstanden, im WvW sind viele der neuen Elite-Spezialisierungen gern gesehen und in den Raids lassen sich neue Gruppenkonstellationen ausprobieren.

So motiviert wie derzeit habe ich schon lange kein Guild Wars 2 mehr gespielt. Guild Wars 2: Path of Fire macht vieles richtig und vermittelt das Gefühl, man habe endlich auf die Spieler gehört. Mounts wurden lange gewünscht – genauso wie das Aufgreifen der Lore des Vorgängers. Ein paar kleine Wermutstropfen gibt es dennoch. Die Taschen füllt man euch wieder unnötig mit nutzlosem Zeug und lange geforderte Features wie das Speichern von Builds, neue Gildenmissionen und die Erweiterung der Gildenhalle fehlen noch immer. Trotzdem bin ich mit dem aktuellen Zustand von Guild Wars 2 zufrieden. Ich fiebere der neuen Living Story und dem nächsten Raidflügel entgegen. So etwas wäre mir vor einigen Monaten definitiv nicht passiert. Die Entwicklung von Guild Wars 2 läuft wieder in eine annehmbare Richtung. Ich bin zuversichtlich, dass die noch vorhandenen Baustellen mit der Zeit auch beseitigt werden. Weiter so!

Tims Fazit:

Guild Wars 2 Path of Fire ist nicht nur die zweite große Erweiterung für das beliebte MMO, sondern markiert zugleich auch den Höhepunkt des Spiels. Dabei fällt Path of Fire in vielerlei Hinsicht konservativer aus als sein Vorgänger Heart of Thorns. Das sorgt für weniger Baustellen und zugleich für ein runderes Gesamtkonzept.

Mit Guild Wars 2: Path of Fire begrenzt man sich inhaltlich auf fünf neue Gebiete in der Kristallwüste. Dabei bedeutet Wüste weitaus mehr als nur Sand und Dreck. Die Gebiete sind vielfältig gestaltet und von den Dimensionen her das Größte, was das Spiel bisher zu bieten hat. Auch bei den Reittieren setzt man lieber auf Qualität statt auf Quantität. Zudem ergänzen sie fabelhaft die neuen Karten und bieten neue Wege, ältere Inhalte neu zu erkunden.

Vorbei auch die Zeiten, in denen ihr Beherrschungen mühsam suchen und leveln musstet. Das geschieht in Guild Wars 2: Path of Fire quasi nebenbei und setzt den Spieler somit weniger unter Druck. Somit könnt ihr euch auf das Wesentliche der neuen Gebiete konzentrieren: Das Erkunden, denn es gibt wirklich viel zu entdecken. Guild Wars 1 Veteranen dürfen sich darüber hinaus auf zahlreiche Referenzen freuen. Die eigentliche Story von Path of Fire fällt zwar kurz aus, ist aber gut inszeniert.

Raids, WvW und PvP müssen erst einmal warten. Hier setzt man auf getrennte Veröffentlichungen, wie auch bei der Living Story – die übrigens noch in diesem Jahr fortgesetzt werden soll. Vielleicht gibt es dann auch den ersten neuen Raidflügel.

Ein herzlicher Dank geht an meine Gilde Silver Sunshine und meine Freunde im Spiel. Diese haben mir bei der Arbeit am Review und den Guides durch ihre wertvolle Hilfe, Tipps, Anmerkungen und Informationen geholfen. Wir sehen uns im Spiel. xoxo Yala

Bildquelle: ArenaNet

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