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Monster Hunter Stories

Monster Hunter Stories Review

Entwickler:         Capcom
Publisher:          Nintendo
Genre:              Rollenspiel
Plattformen:        Nintendo 3DS
Preis:              ca. 39,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.nintendo.de/Spiele/Nintendo-3DS/Monster-Hunter-Stories

Auf der Jagd nach Monsties

Mit Monster Hunter Stories gibt es endlich ein einsteigerfreundliches Spiel der Reihe. Der Name Monster Hunter steht sonst vor allem für spaßige Koop-Action, knackige Herausforderungen und ein nicht Mal eben erlernbares Spielprinzip. So mancher hat bei Monster Hunter schon das Handtuch geworfen. Der Einstieg erfordert ein wenig Ausdauer und einen Geduldsfaden, der nicht zu schnell reißt. Wer bisher mit Monster Hunter Schwierigkeiten hatte darf sich freuen. Monster Hunter Stories geht einen gänzlich anderen Weg, ist leicht zu erlernen und trotzdem ein fesselndes Spiel für Monsterjäger.

Stories ist ein Rollenspiel, das sich stark von der Hauptreihe abhebt. Los geht es schon bei der Optik. Die RPG-Variante sieht herzallerliebst aus, erinnert mit seinem Stil an Anime und wirkt deutlich farbenfroher. Dazu passen auch die Charaktere, von denen einige noch im Kindesalter sind. Auch eure Spielfigur – die wahlweise männlich oder weiblich sein kann – ist ein Kind. Ihr schlüpft in die Rolle eines sogenannten Riders. Bevor ihr zu diesem werdet, müsst ihr zunächst eine Prüfung bestehen. Anschließend belohnt man euch mit einem Bindungsstein. Habt ihr den erlangt, beginnt euer Abenteuer. Ihr könnt dank des Steines eine Bindung mit mehr als 60 Monstern aus dem Monster Hunter-Universum eingehen. Zumindest wenn ihr es zu einem erfolgreichen Rider schafft. Euren Stein müsst ihr erst im Spielverlauf aufwerten, um alle Monsties – so werden die Kreaturen genannt – besitzen zu können. Am Anfang sind die Möglichkeiten noch relativ überschaubar. Ihr könnt euch die ersten Spielstunden wie bei Pokémon vorstellen. Ihr wisst von den vielen tollen Kreaturen, bekommt aber nur Rattfratz, Taubsi und Co. zu Gesicht.

In den ersten Spielstunden werdet ihr gemütlich an die Möglichkeiten, die euch Monster Hunter Stories bietet, herangeführt. So können auch jüngere und unerfahrene Spieler problemlos mithalten. Vor Überforderung müsst ihr keine Angst haben. Das Spiel ist ein Rollenspiel für Groß und Klein. Als erfahrene Spielerin fühlte ich mich genug gefordert aber zu keinem Zeitpunkt überfordert. Das Kampfsystem erfordert ein wenig Einarbeitung, da es drei Typen von Angriffen gibt – Geschwindigkeit, Technik und Stärke. Jedes Monster hat Stärken und Schwächen. Kennt ihr die, fallen die Kämpfe wesentlich einfacher aus. Zu den einfachen Angriffen gesellen sich Fähigkeiten, Bindungsangriffe und Kombinationsangriffe. Einfach nur die A-Taste hämmern ist hier also nicht drin, was mich positiv überrascht hat. Teilweise empfand ich es als ein wenig undurchsichtig, die Schwächen der Monsties herauszufinden. Viele Kreaturen sind sehr offensichtlich zu durchschauen, einige hingegen erschienen mir mehr Trial and Error zu sein. Darüber hinaus finde ich die Steuerung ohne Touchscreen und Stylus ein wenig umständlich. Obwohl mich das Kampfsystem nicht wunschlos glücklich macht, ist es insgesamt in Ordnung. Ich empfehle euch die Optik der Monster als Anhaltspunkt zu nehmen. Der Körperbau lässt meist darauf schließen, mit welcher Art von Attacke Monster angreifen. Mit Technik schlagt ihr Kraftangriffe und Kraft lässt sich mit Geschwindigkeit schlagen. Monster Hunter Stories Screenshot 02

Eure Kampfkünste werden spätestens dann auf die Probe gestellt, wenn ihr es mit einem der unzähligen größeren Monster zu tun habt. Das Spiel konfrontiert euch regelmäßig mit Bossen und stärkeren Gegnern. Eine tolle Sache, mit einem fiesen Nebeneffekt der weniger positiv ist. Teilweise liegen die Speicherpunkte ein Stück weit auseinander. Ich selbst hatte damit kein Problem. Da der Titel von der Aufmachung her allerdings auf jüngere Spieler abzielt, hätte ich mir diesbezüglich aber mehr Flexibilität gewünscht. Aus Muttersicht weiß ich, wie begrenzt die Spielzeit von Kindern sein kann. Für diese ist es umso ärgerlicher, wenn ihre wenige Spielzeit verschenkt war, weil sie länger nicht abspeichern konnten. Stellenweise kann man großzügig seinen Spielstand sichern, es gibt hier und dort aber einige fiese Durststrecken. Ältere Semester dürften sich daran nicht weiter stören, da die Kämpfe nicht so schwer sind, dass man viel zu befürchten hat. Man muss sich ziemlich ungeschickt anstellen, wenn man ein Game Over zu Gesicht bekommen möchte.

Im Mittelpunkt steht in Monster Hunter Stories aber nicht das Erlegen der wilden Kreaturen, sondern das Sammeln und Ausbrüten von Monstereiern. Überall in der Spielwelt warten Monsterhöhlen auf euch. In diesen findet sich ein Nest, aus dem man ein Ei entwenden kann. Davon könnt ihr praktischerweise mehrere mit euch tragen, wenngleich es pro Monsterbau nur eines gibt. Manchmal wird das Nest von stärkeren Monstern bewacht. Ein Problem stellen die allerdings nicht dar, wenn man das Kampfsystem verstanden hat. Wer den Anspruch hat alle Monster zu sammeln, kann zahlreiche Spielstunden mit Monster Hunter Stories verbringen. Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit Monster mit guten Werten zu ergattern. Wenn ihr im Stall ein Ei ausbrütet, müsst ihr dieses mehrfach berühren. Je nachdem wo ihr es berührt, bekommt ihr unterschiedliche Boni wie mehr Stärke. Ideal für Jäger und Sammler. Dabei solltet ihr unbedingt die Lautstärke aufdrehen – der Soundtrack ist nämlich hörenswert.

Zwischen den Kämpfen könnt ihr gesammeltes Material in Upgrades für Rüstung und Waffen stecken oder gänzlich neue Gegenstände herstellen. Dazu kommt die Möglichkeit zahlreiche Nebenquests anzunehmen. Diese findet ihr vor allem an einer Art Schwarzem Brett. Für Quests müsst ihr üblicherweise bestimmte Items sammeln oder Monster erlegen. Schließt ihr eine Aufgabe ab, werdet ihr belohnt. Via Nintendo eShop könnt ihr diverse DLCs kostenlos herunterladen, die das Spiel zusätzlich erweitern. Es lohnt sich, einen Blick auf die Erweiterungen zu werfen. Diese bereichern das Spiel. Die vielen kostenlosen DLCs sind sehr lobenswert, da das Spiel mit seiner Aufmachung viele junge Spieler anspricht.

All diese Komponenten ergeben ein schönes Gesamtbild. Monster Hunter Stories ist kein hochkomplexes Rollenspiel, die Geschichte ist in Ordnung aber nicht herausragend und der Anspruch hält sich aufgrund der Zielgruppe in Grenzen. Nichtsdestotrotz hat der Ausflug in die Monsterwelt sehr viel Spaß gemacht. Darüber hinaus bietet das Spiel einen guten Einstieg in die Franchise Monster Hunter. Stories schlägt zwar eine gänzlich andere Richtung ein, aber gewisse Kernelemente bleiben bestehen. Wer die Hauptreihe spielt, sollte hier spielerisch nicht zu viel erwarten. Der Schwierigkeitsgrad ist deutlich geringer. Außerdem fehlt die kooperative Komponente. Trotzdem lohnt der Ausflug.

Mein Fazit:

Monster Hunter Stories ist ein Rollenspiel im Monster Hunter-Universum. Das Spiel lässt euch in die Rolle eines Riders schlüpfen, der mittels Bindungsstein Monster als Gefährten gewinnen kann. Mit diesen könnt ihr die hübsch gestaltete Spielwelt erkunden und Kämpfe gegen wilde Kreaturen austragen. Apropos Kreaturen – ihr sammelt Monsties, indem ihr Monstie-Eier beschafft und diese ausbrütet. Der Zufallsfaktor ist etwas nervig und der Einstieg in Sachen Monster ein wenig fad, weil man in den ersten Spielstunden nur wenig verschiedene Monster bekommt. Nichtsdestotrotz macht das Spiel Spaß.

Monster Hunter Stories ist ein liebevoll gestaltetes Rollenspiel für Groß und Klein. Der Schwierigkeitsgrad dürfte Monster Hunter-Fans enttäuschen. Er ist dennoch hoch genug, um auch erfahrene Spieler nicht zu langweilen. Stories ist ein guter Monster Hunter Einstieg und auch für jene Spieler geeignet, die sich bei den Hauptspielen überfordert fühlen. Veteranen sollten sich jedoch nicht zu viel Anspruch erhoffen. Der Titel möchte eine jüngere Zielgruppe ansprechen, was man ihm auch anmerkt. Dennoch gelingt es dem Titel, sowohl ältere als auch jüngere Spieler anzusprechen. 3DS-Besitzer dürfen sich über ein weiteres tolles Rollenspiel freuen. Der Titel hat zwar ein paar Ecken und Kanten, gehört aber in die Sammlung von RPG-Fans. Insbesondere Pokémon-Fans sollten einen Blick riskieren – es lohnt sich.

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