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Life Is Strange: Before the Storm

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World Review

Entwickler:         Deck Nine
Publisher:          Square Enix
Genre:              Adventure, Modern Adventure
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 16,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.lifeisstrange.com/de

Starke Charaktere, aber …

Von Spielen im Episodenformat habe ich mich lange ferngehalten. Ich neige zur Ungeduld und konnte der Idee zunächst nur wenig abgewinnen. Dann kam Life is Strange. Seit der Ankündigung zog es mich zu dem Spiel hin. Also holte ich mir den Titel mit Release von Episode 1 und wurde mit jeder weiteren mehr begeistert. Life is Strange gehört für mich zu den besten Spielen, die ich in den letzten Jahren gespielt habe. Trotzdem – oder gerade deshalb? – fiel es mir schwer, mit Before the Storm warm zu werden. Erst gegen Ende konnte mich der Auftakt umstimmen. Umso gespannter wartete ich auf Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World. Vollends konnte aber auch die nicht bei mir Punkten. Warum mir die Fortsetzung trotzdem besser als die Auftaktepisode gefällt, erfahrt ihr in meinem Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World Review.

Nachdem Episode 1 lange ziemlich ruhig blieb, endete sie schließlich mit einem Knall. Turbulent aber weniger dramatisch startet die zweite Episode. Chloe und Rachel werden in das Büro von Schulleiter Wells zitiert. Eine unangenehme Begegnung, die wenig Gutes verheißt. Als wäre dieses unfreiwillige Zusammentreffen nicht schlimm genug, nimmt die Mutter von Chloe die Situation zum Anlass, um David weiter in das Leben der Familie zu lassen. Sie ist ratlos und mit der Situation spürbar überfordert. Auch Chloe scheint den neuen Lebensumständen nicht gewachsen zu sein. Die einstige Familienidylle weicht mehr und mehr einem Albtraum. Während der Riss zwischen Chloe und ihrer Mutter bedrohlich größer zu werden droht, wird ihr Band zu Rachel immer fester.

Auf präzise Details zur Story möchte ich an dieser Stelle verzichten, da das Spiel von seiner Geschichte lebt. Die möchte ich euch nicht unnötig mit Spoilern verderben. Insgesamt hat mir diese in der zweiten Episode jedoch besser gefallen. Obwohl ich auch hier den Einstieg wieder zu zäh und langatmig finde, kommt man mit dem zweiten Teil näher an die Qualität von Life is Strange heran. Brave New World nimmt sich einiger schwierigen Themen an. Auf diese werde ich hier allerdings wegen möglicher Spoiler ebenfalls nicht näher eingehen. Obwohl Before the Storm nun auch den Schritt hin zu schweren Bereichen wagt, kommt es bisher nicht an die Wucht heran, mit denen Life is Strange den Spieler mit solchen konfrontiert. Das Abenteuer mit Chloe in der Hauptrolle wirkt hier manchmal noch ein wenig zahm und unnötig zurückhaltend.

Wesentlich auffälliger ist mit Episode 2 allerdings, dass Life is Strange nicht zuletzt auch von der besonderen Fähigkeit lebt, die die Protagonistin Max hat. In Before the Storm könnt ihr dafür zwar in Dialogen versuchen die Meinung euren Gegenüber zu beeinflussen, das Feature wirkt aber wie eine schlechte Entschädigung. Life is Strange fesselte mit seinen Entscheidungen, die oftmals sehr schwer fielen, obwohl Max die Zeit zurückspulen kann. Dieses Gefühl kann mir das Abenteuer mit Chloe bisher einfach nicht vermitteln. Mehr als 24 Stunden nach dem Ende meines Spieldurchgangs ist mir die Story auch schon wieder egal. Es gab einfach keine Entscheidungen, die mich langfristig beschäftigen. Schade.

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World macht nämlich auch einiges richtig. Die Charaktere sind überzeugend und sie handeln gut nachvollziehbar. Besonders interessant wird es natürlich, wenn bereits Life is Strange gespielt wurde. Man spürt förmlich die Verzweiflung von Chloes Mutter und die Unsicherheit der Protagonistin. Nathan spielt zwar nur eine kleine Rolle in der zweiten Episode, lässt aber erkennen, warum er später ein eher unangenehmer Zeitgenosse ist. In der Hinsicht machen die Entwickler also alles richtig. Auch beim Soundtrack hat man ein gutes Händchen bewiesen.

Alles in allem bin ich nicht unzufrieden mit Life is Strange: Before the Storm. Im Moment fehlt mir allerdings noch etwas, damit das Spiel die Qualität von Life is Strange erreicht. Überzeugende Charaktere allein reichen einfach nicht. Ich möchte mich wieder wochenlang gedanklich mit meinen Entscheidungen beschäftigen und dieses Gefühl der Hilflosigkeit trotz möglicher Zeitmanipulation. Ich bin gespannt, ob die dritte Episode einen Ausgleich schafft. Vor allem bin ich gespannt, wohin meine Entscheidungen führen werden. Bisher fühlt sich das Spiel hier noch sehr unbedeutend an. Ein Stück weit ist dies wohl der Tatsache geschuldet, dass es eben eine Vorgeschichte ist. So konnte ich oft mit den Schultern zucken und mir denken: „Pft, weiß ja eh wo es endet.“

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World Screenshot 04

Mein Fazit:

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 – Brave New World ist gut und meiner Meinung nach besser, als die erste Episode. An Life is Strange reicht es aber nach wie vor nicht heran. Die zweite Episode greift einige schwierige Themen auf und glänzt mit überzeugenden Charakteren. Der Story fehlen aber einfach noch die krassen Höhepunkte, die den Spieler noch Tage später sprachlos zurücklassen. Auch wirken die getroffenen Entscheidungen im Schnitt zu belanglos. Life is Strange beschäftigte mich noch etliche Tage nach dem Durchspielen einer Episode. Before the Storm gelingt dies bisher leider nicht. So bleibt „nur“ ein gutes Spiel mit tollen Charakteren, einem super Soundtrack und gutem Setting. Episode 3 sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen, da ich nach zwei guten aber nicht herausragenden Episoden leise Zweifel habe. Wird die letzte Episode reichen, um qualitativ doch noch zu Life is Strange aufschießen zu können? Immerhin bleibt es so spannend.

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