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Senran Kagura: Peach Beach Blast

Senran Kagura: Peach Beach Splash Review

Entwickler:         Tamsoft, Honey Parade Games
Publisher:          Marvelous
Genre:              Shooter
Plattformen:        PlayStation 4
Preis:              ca. 49,99 Euro 
Offizielle Website: http://peachbeachsplash.com/home.html

Vom Prügler zum Shooter

Senran Kagura ist vor allem für seine guten Beat ’em up-Spiele bekannt. Auf den ersten Blick mögen diese abschrecken, da die Titel nur so vor Fanservice sprühen. Tatsächlich verbirgt sich dahinter aber eine tolle Reihe mit guten Mechaniken. Stundenlanger Spielspaß garantiert. Neben den Prüglern erscheinen auch immer wieder andere Titel unter dem Namen Senran Kagura. So wie jetzt Senran Kagura: Peach Beach Splash. Der Name gibt bereits einen Hinweis darauf, was euch erwartet. Es wird gespritzt – mit Wasserpistolen. Ob das feuchtfröhliche Abenteuer mit Homura und Co. langfristig motivieren kann, verrate ich euch in meinem Senran Kagura: Peach Beach Splash Review.

Eine gewöhnliche Wasserschlacht würde natürlich nicht zum Namen Senran Kagura passen. Ein bisschen abgedreht ist Pflicht. In Peach Beach Splash ziehen die Mädchen daher nicht nur bewaffnet mit Wasserpistolen in den Kampf, sondern sie schnallen sich auch ein Hydro-Jetpack um. Ebenen spielen bereits im Prügler eine große Rolle. Auch hier wird nicht nur auf einer Ebene gekämpft. Der Einsatz vom Jetpack möchte jedoch gut überlegt sein. Ihr habt im Spiel Wassertanks, die sich ziemlich flott leeren. Auffüllen ist grundsätzlich kein Problem, kostet aber wertvolle Zeit. Ein bisschen erinnert das Spiel an Splatoon. Mit dem Unterschied, dass hier reichlich nackte Pixelhaut zu sehen ist und ihr den Mädchen im Gegnerteam die ohnehin oft knappe Bekleidung wegspritzen könnt.

Senran Kagura: Peach Beach Splash ist ein Arena-Shooter. Zur Auswahl stehen euch mehr als zwei Dutzend spielbare Charaktere. Darunter natürlich einige Lieblinge der Fans wie Asuka, Minori, Yomi und Homura. Die Mädchen wurden zu einem mysteriösen Wettkampf eingeladen, der mit Wasserpistolen entschieden wird. Wobei Einladung wohl das falsche Wort ist – eine Wahl lässt man ihnen nämlich nicht. Es sei – so sagt uns das Spiel – eine alte Shinobi Tradition. Die Hintergrundgeschichte ist flacher als die Oberweite der meisten Darstellerinnen. Wer Lust hat diese zu erkunden, darf sich auf den Storymodus freuen, der den typischen Senran Kagura-Humor versprüht und damit gut unterhält. Außerdem gilt es noch diverse Nebenstorys zu ergründen.

Im Storymodus könnt ihr euch auch eure erste Ausrüstung erspielen. In Senran Kagrua: Peach Beach Splash greift ihr nämlich auf ein Kartendeck zurück, wobei ihr praktischerweise mehrere speichern könnt. Ein Deck besteht aus eurem Charakter, einer Waffe, drei Tierkarten und sechs Skillkarten. Dank der über 800 Karten hält das Spiel auch dauerhaft bei der Stange. Die Karten gibt es in verschiedenen Seltenheitsstufen. Legendäre Karten sind natürlich ein netter Bonus. Besonders dann, wenn sie aufgewertet wurden. Eure Karten könnt ihr verbessern, indem ihr andere Karten opfert. Davon bekommt ihr zum Glück reichlich. Ihr benötigt allerdings auch bergeweise für Upgrades. Wenn ihr etwa eine Charakterkarte auflevelt, bekommt die Protagonistin mehr Lebenspunkte, was vor allem online sehr hilfreich ist. Andere Karten unterstützen euch im Kampf durch Supportfähigkeiten oder mächtige Angriffe. Es lohnt sich, regelmäßig das Deck anzupassen und mit überflüssigen Karten aufzuwerten. Das Spiel sortiert eure doppelten Karten praktischerweise automatisch zu jenen Karten, die ihr für die Aufwertung anderer nutzen könnt.

Spaßiger aber mäßig besuchter Onlinemodus

Online konnte ich übrigens relativ problemlos ohne großes Kartenarsenal spielen – zumindest im Koop. Dieser stellt eine Art Hordemodus dar. Mit meinem ersten Deck und wenigen Aufwertungen habe ich es dort problemlos bis zu den letzten Stufen geschafft. Der Koop ist sogar eine gute Möglichkeit, sich schnell einiges an Geld und Kartenpacks zu erspielen. Sofern man ein halbwegs gutes Team erwischt, ist ein herausragendes Deck nicht so wichtig. Viel entscheidender sind Mitspieler, die es schaffen zumindest einen der Punkte gegen die KI-Gegner zu verteidigen. Mit etwas Organisation und gutem Stellungsspiel gut machbar.

Nichtsdestotrotz solltet ihr bemüht sein, eure Decks möglichst rasch zu verbessern. Gerade Ranked ist es empfehlenswert, einige vernünftige Karten in der Hinterhand zu haben. Idealerweise bringt ihr gleich noch ein paar Mitspieler mit. Online ist nämlich zeitweise sehr wenig los. Dabei fällt rasch das schlechte Matchmaking auf. Startet ihr die Spielersuche, wird euch das Spiel binnen Sekunden rauswerfen, wenn kein Match zu finden ist. Auf Dauer ziemlich nervig, da man unter Umständen dutzende Male eine Spielersuche startet, ehe man endlich etwas gefunden hat. Egal ob im Koop oder Ranked. Es wäre wesentlich entspannter, wenn die Spielersuche weiterlaufen würde.

Die besten Erfahrungen habe ich bisher mit dem Koop gemacht. Dort habe ich meist innerhalb von wenigen Minuten ein Team finden können. Ranked gestaltete sich als wesentlich schwieriger. Hier ist es mir bisher kaum gelungen, Mitspieler zu finden. Dadurch konnte ich die Modi auch kaum ausprobieren. Selbst zu Stoßzeiten wie dem frühen Abend war es teilweise nicht möglich, ein Team zu finden. Es empfiehlt sich daher, sich über Foren und Co. Mitspieler zu suchen. Senran Kagura: Peach Beach Splash dürfte sehr von CrossPlay profitieren können, sollte der Titel je für weitere Plattformen erscheinen. Schade, dass online teilweise so wenig los ist. Das Spiel macht nämlich richtig Spaß.

Auch in Sachen Spielmodi lässt der Titel keine Wünsche offen. Das Spiel liefert ein breites Angebot von Story bis hin zu Hordemodus, Team Deathmatch und einen an Capture the Flag angelehnten Modus. In diesem Fall allerdings Capture the Bra. Gepaart mit dem Kartensystem kann man so unzählige Spielstunden mit Senran Kagura: Peach Beach Splash verbringen.

Vorausgesetzt, man stört sich nicht an den schrägen Seiten des Spiels. Es dürfte nicht jeder Gefallen daran finden, wenn ein Mädchen aus dem Gegnerteam am Boden liegt und von euch mit einer Quietscheente nassgespritzt werden kann. Wenn man dabei besonders geschickt vorgeht, ist sogar das Bikinihöschen oder Oberteil weg. Auch die Dialoge sind sehr flach und schlüpfrig. Man sollte sich an nackter Pixelhaut nicht stören. Wer japanische Titel zu abgedreht findet, wird bei Senran Kagura die Hände entsetzt über dem Kopf zusammenschlagen lassen. Fans der Reihe dürfen sich hingegen auf typische Serienelemente freuen. Natürlich ist auch die gute alte Umkleidekabine wieder mit von der Partie. Sofern ihr eure wohlverdienten Credits nicht für neue Kartenpacks ausgebt, könnt ihr die in schicke neue Frisuren, Kleidung, Accessoires und Co. investieren. Wünsche bleiben dabei keine auf. Es gibt ganz wie gewohnt alles von Engelsflügeln bis hin zu Schuluniformen. Anfassen ist – wie sollte es anders sein – auch wieder erlaubt. Das Spiel bietet also gewohnt viel Stoff für Seximus-Debatten. Zimperlich dürft ihr nicht sein, wenn ihr das Spiel kaufen möchtet und auch noch Spaß drin sein soll. Virtuelle Fleischbeschau gehört zu einem Senran Kagura dazu und wird hier aufgrund der Thematik auf die Spitze getrieben.

Als Senran Kagura Fan habe ich viel Freude mit Peach Beach Splash. Die Shooter-Variante macht erstaunlich viel Spaß, das Spielprinzip geht gut auf, es motiviert langfristig und obendrein sieht das Spiel hübsch aus. Es ist zwar alles andere als eine Grafikreferenz, bietet aber einen ansehnlichen Animestil. Das Sommer-Feeling, welches versprüht wird, ist zudem ideal für die nun anstehenden kalten Jahreszeiten. Im Winter werde ich wohl noch so manches Mal das Spiel starten, ein paar Karten erspielen und mich in feuchtfröhliche Wasserschlachten stürzen. Der Titel ist kurzweilig, kann einen aber auch über Stunden an den Controller fesseln. Das Decksystem bringt natürlich den Nachteil mit, dass Spieler die erst nach Release einsteigen zunächst aufschließen müssen. Mit den richtigen Spielmodi – wie dem Koop – geht dies aber ziemlich flott. Wer zunächst einmal ein bisschen offline die Story und Nebenepisoden erkundet, hat eine solide Basis.

Abgerundet wird das für Fans unterhaltsame Wasserpistolen-Abenteuer durch die japanische Sprachausgabe, die gewohnt überzeugend ist. Wieder vorausgesetzt, ihr mögt japanische Titel. Manch einer wird die Stimmen wohl als zu kindlich und aufdringlich beschreiben. Ähnlich fällt der eingängige Soundtrack aus, der gute Laune versprüht. Die poppigen Songs wird nicht jeder mögen. Ähnlich klischeehaft fallen die Spielumgebungen aus. Hier gibt es alles vom Piratenschiff bis hin zum tropischen Paradies. Getrübt wird die Freude ein wenig aufgrund der DLC-Politik. Es gibt schon jetzt Dutzende Erweiterungen, für die ihr tief in die Tasche greifen könnt. Selbst zusätzliche Charaktere wie Sonico oder einige Gastcharaktere aus Dead or Alive kosten Geld.

Mein Fazit:

Während sich Koei Tecmo nicht getraut hat Dead or Alive Xtreme 3 in den Westen zu bringen, hat Marvelous sich mit Senran Kagura: Peach Beach Splash diesen Schritt getraut. Sehr zu meiner Freude. Als Senran Kagura-Fan habe ich viel Spaß mit dem spritzigen Arena-Shooter gehabt. Die virtuellen Wasserschlachten machen Spaß, sie beinhalten den gewohnt flachen Senran Kagura-Humor und natürlich wieder die geliebten optischen Anpassungen wie Frisuren, Accessoires und Kleidung.

Die Spielmechanik hält auch langfristig bei der Stange, da das Spiel mehr als 800 verschiedene Spielkarten bietet, mit denen ihr euch ein Deck erstellt. Durch euer Deck erhaltet ihr Supporfähigkeiten, mächtige Angriffe und natürlich eine von zahlreichen Waffen. Das Waffenarsenal ist üppig und lässt kaum bis keine Wünsche offen. Wer ein gut ausbalanciertes und aufgewertetes Deck möchte und möglichst flexibel sein mag, kann viel Zeit mit Senran Kagura: Peach Beach Splash verbringen. Egal ob ihr nur zehn Minuten Zeit mitbringt oder einen ganzen Abend – Peach Beach Splash bietet eben jene kurzweilige Unterhaltung, die in jedem Fall Spaß macht. Die kalten Jahreszeiten werde ich mir mit dem Titel sicher so manches Mal versüßen. Fans der Franchise sollten unbedingt zuschlagen.

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