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American Angst

American Angst Review

Entwickler:         M3G1DD0 
Publisher:          M3G1DD0 
Genre:              Textadventure 
Plattformen:        PC
Preis:              ca. 2,99 Euro (Deluxe Edition), sonst kostenlos
Offizielle Website: http://misha.wtf/games/americanangst/

Gefangen in der Dunkelheit

Jedes Jahr zu Halloween lese ich ein paar Gruselgeschichten. Dies ist für mich schon zur Tradition geworden. Inzwischen fällt es mir allerdings schwer, noch neue Storys zu finden. Einen beachtlichen Teil der Geschichten die umhergeistern kenne ich mittlerweile.  Umso erfreulicher ist es, dass ich dieses Jahr pünktlich zu Halloween das textbasierte Adventure American Angst testen durfte. Ob mir die Geschichte gefallen hat, verrate ich euch in meinem American Angst Review.

Für einen Spieldurchgang müssen etwa 45 Minuten eingeplant werden. Eine ideale Länge für eine Gruselgeschichte. Nicht zu kurz aber eben auch nicht zu lang. Ich selbst habe inzwischen laut Statistik zwei Stunden zusammenbekommen. Es gibt nämlich mehrere Enden in American Angst. Das Grundgerüst bleibt dabei allerdings gleich. Ihr wacht ohne Gedächtnis in einem düsteren Raum auf und habt keine Ahnung, warum ihr euch dort befindet. Aus einem euch nicht bekannten Grund befindet ihr euch in einem Gebäude, welches einem Gefängnis gleicht. Während ihr eure Umgebung erkundet stoßt ihr immer wieder auf Wärter, die euch wenig freundlich gesonnen sind.

Ihr klickt euch allerdings nicht einfach durch die Geschichte, sondern müsst immer wieder Entscheidungen treffen. Diese bestimmen, wie eure Story weitergeht. Selbst eine scheinbar banale Entscheidung kann weitreichende Folgen haben. Je nachdem welche Route ihr geht, endet euer Ausflug mehr oder weniger schnell. Bei mehrfachem Durchspielen und Abschluss des Epilogs ergibt sich schließlich ein Gesamtbild. Während eures Abenteuers könnt ihr einige Gegenstände aufnehmen, die im Verlauf der Story möglicherweise noch nützlich sein werden. Auch in den Kämpfen könnten sich diese als hilfreich herausstellen. Außerdem gilt es zu entscheiden, welchen Weg ihr einschlagen möchtet.

Schon als Kind fand ich Bücher spannend, in denen man mehrere Handlungsstränge verfolgen kann. Leider gab es damals wenig Auswahl in diese Richtung. In Spielen ist so etwas hingegen recht weit verbreitet. In Textadventures und japanischen Visual Novels findet man häufig Entscheidungen, die den Fortgang des Spiels bestimmen. American Angst ist ein Textadventure und verzichtet daher auf Bilder. Stattdessen kommen Unterschiedliche Farben bei den Texten und Hintergründen zum Einsatz, um die Handlung zu unterstreichen. Ton gibt es ebenfalls nicht. Ihr könnt euch gänzlich auf euch, eure Fantasie und den Text konzentrieren, ohne dabei abgelenkt zu werden.

Die Geschichte steht in englischer Sprache zur Verfügung, ist jedoch leicht verständlich. Der Text ist vom Niveau her mit Visual Novels vergleichbar. Er ist sauber und o.k. geschrieben, aber kein Shakespeare. Ihr braucht keine weitreichenden Englischkenntnisse, um die Handlung erfassen und verstehen zu können. Stellenweise hätte ich mir weniger Wortwiederholungen gewünscht. Pitch-black liest man gefühlt alle drei Seiten. Hier hätte noch etwas mehr mit Worten gespielt werden können. Nichtsdestotrotz ist die Qualität vom Text in Ordnung, was in der Preiskategorie keine Selbstverständlichkeit ist.

Wer kurze Horrorgeschichten mag, wird hiermit vermutlich wie ich Freude haben. Der Umfang des Textadventures liegt bei rund 70.000 Wörtern. Ihr solltet also keine supertiefe und komplexe Story erwarten. Diese erinnert viel mehr an die Gruselgeschichten, wie man sie sich früher an dunklen Abenden oder Lagerfeuern auf Klassenfahrt erzählt hat. Da der Autor nicht alles bis ins kleinste Detail ausgeschrieben hat, bleibt hier einiges an Spielraum für Spekulationen, was für zusätzlichen Reiz sorgt. Genau so stelle ich mir eine Gruselgeschichte für Halloween vor. Eine Prise Humor rundet das Abenteuer ab.

Mein Fazit:

Pünktlich zu Halloween ist das Textadventure American Angst erschienen. Ihr wacht in völliger Dunkelheit auf und leidet unter Amnesie. Warum befindet ihr euch in einem Gebäude, welches offenbar ein Gefängnis ist? Seid ihr Insasse oder Angestellter? Während eures Abenteuers hofft ihr auf Antworten. Dabei müsst ihr diverse Entscheidungen treffen, die den weiteren Spielverlauf bestimmen – es gibt nämlich mehrere Enden.

Ein Durchgang benötigt etwa 45 Minuten. Damit hat American Angst die perfekte Länge für eine kleine Gruselgeschichte. Die ist ordentlich und sauber geschrieben, hier und dort mit humorvollen Einlagen aufgelockert und trotz des englischen Textes gut zu verstehen. Eine schöne und kurze Horrorgeschichte, die ihr entweder in Kürze kostenlos ausprobieren dürft oder bei Steam für 2,99 Euro in der Deluxe-Edition erhaltet. Diese beinhaltet das Hauptspiel, den Epilog und zwei ebenfalls textbasierte Minispiele.

 

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Lisa

Ich wollte schon länger mal eine Art „Spiel“ wie dieses ausprobieren, bin an sich aber leider kein großer Lesefreund mehr. Aaaber durch die Horrorthematik und deine Worte über den Titel bin ich doch neugierig geworden. Meine nächsten 2,99 € werde ich bei Steam wohl in American Angst investieren.