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Assassin’s Creed Origins

Assassin’s Creed: Origins Review

Entwickler:         Ubisoft Montreal
Publisher:          Ubisoft
Genre:              Action, Open World
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: https://assassinscreed.ubisoft.com/game/de-de/home/

Bayek, Senu und eine fantastische Spielwelt

Schon als Kind faszinierte mich Ägypten. Die lang zurückliegende Zeit der Pharaonen versprüht eine gewisse Magie und Mystik. Daher wünsche ich mir auch schon seit vielen Jahren ein Assassin’s Creed mit einem solchen Setting. Seit dem Moment seiner Ankündigung fand ich das Projekt Assassin’s Creed spannend, da es erfrischend und neuartig wirkte. Schnell freundete ich mich mit der Reihe an. In den folgenden Jahren wurde diese Liebe allerdings auf eine harte Probe gestellt und ich ging auf Abstand. Zu wenig Innovation, zu viel Routine und immer modernere Settings konnten bei mir zunehmend weniger punkten. Glücklicherweise hat Ubisoft selbst eingesehen, dass das Spiel eine Pause braucht und wagt nun mit Assassin’s Creed: Origins den Neuanfang. Ein Neuanfang, der geglückt ist und auf den hoffentlich auch die Konkurrenz schaut. Warum man wieder den richtigen Weg eingeschlagen hat, erzähle ich euch in meinem Assassin’s Creed: Origins Review.

Das Spiel führt euch in das alte Ägypten und lässt euch in die Rolle des Medjai Bayek schlüpfen. Ein Medjai ist ein Beschützer des Landes. Sie kümmern sich um das Volk und deren Belange. Bayek ist der letzte Medjai und hat stets ein offenes Ohr für seine Mitmenschen. Eines Tages trifft ihn ein harter Schicksalsschlag, der ihn dazu veranlasst seine Heimat zu verlassen. Der Beginn einer rastlosen Jagd, die ihn zunehmend in einen moralischen Konflikt treibt. Einerseits ist Bayek fürsorglich und immer bemüht seinem Umfeld zur Seite zu stehen, andererseits läuft er Gefahr während seiner Jagd Grenzen zu überschreiten. Wenngleich ihn sein Weg manchmal zweifeln lässt, gibt es doch zwei Konstanten in seinem Leben. Aya und Senu. Aya ist die Frau an der Seite von Bayek, auch wenn sie räumlich häufig voneinander getrennt sind. Ihre Herzen sind stets verbunden.

Senu ist die treue Begleiterin von Bayek und ein Adler. Senu ist gleichzeitig ein wichtiges Spielelement. Per Tastendruck könnt ihr in ihre Rolle schlüpfen und die Spielwelt aus der Luft heraus bewundern und praktischerweise auch ausspähen. So lässt sich mit Senu zum Beispiel leicht in Erfahrung bringen, wie gut eine gegnerische Festung bewacht ist, wo die Einheiten positioniert sind, wo Schätze lauern und wichtige NPCs zu finden sind. Mit der Zeit könnt ihr die Wahrnehmung von Senu noch verbessern, indem ihr die Aussichtspunkte erklimmt und mit ihnen synchronisiert. Bisweilen wirkt Senu allerdings auch übermächtig, da ihr so sämtliche Gegner einer Festung markieren könnt.

Die Spielwelt von Assassin’s Creed: Origins ist nicht nur sehr groß, sondern auch wunderschön. Die Entwickler haben mit sehr viel Liebe und einem Blick für Details eine virtuelle Version des alten Ägyptens geschaffen, die zum Erkunden einlädt. Wüste, wohin das Auge reicht, das dicht besiedelte und grüne Nildelta, beeindruckende Bauwerke und alte Städte geben sich die Klinke in die Hand. Dazu kommt die Götterkultur der alten Ägypter, die den Grundstein für viele Bauwerke liefert. Ich liebe diese Spielwelt. Sie ist eine der schönsten und optisch beeindruckendsten Spielwelten, die ich je betreten habe.

Ubisoft hat ein gutes Händchen bei der Auswahl des Settings bewiesen. Für die Handlung wurde eine Zeit gewählt, in der die Römer in Ägypten bereits Fuß gefasst hatten. Dadurch ergeben sich für die Gestaltung der Spielewelt vielfältigere Möglichkeiten, die wiederum zu einem tollen Gesamtbild führen. Auf der einen Seite sind da die ägyptischen Elemente samt der beeindruckenden Bauwerke, auf der anderen der römische Teil, der nicht minder beeindruckende Elemente beisteuert. Dazu kommen sehr bekannte Namen wie Kleopatra und Julius Cäsar. Selbst Geschichtsmuffel dürften zumindest Mal von diesen beiden Personen gehört haben.

Bleibt die Frage, wie realistisch das Spiel überhaupt ist. Ubisoft hat sich viel Mühe gegeben und Historiker ins Boot geholt, um eine authentische Spielwelt zu schaffen.  Natürlich ist dabei nicht alles zu 100 Prozent korrekt und manches wurde wohl auch angepasst, um das Spiel interessanter zu gestalten. So darf zum Beispiel bezweifelt werden, dass zu dieser Zeit tatsächlich so viel einfache Menschen in blaue Kleidung gehüllt waren. Optisch macht dies natürlich wesentlich mehr her, weshalb dem Spiel derlei Ungenauigkeiten verziehen werden können. Man darf zudem nicht vergessen, dass es sich um ein fiktives Werk handelt. Trotz der hier und dort herrschenden künstlerischen Freiheit ist die Spielwelt glaubhaft und überzeugend. Die Entwickler haben einen guten Mittelweg zwischen historischer Korrektheit und Fiktion gefunden. Das Ergebnis hat genug Potenzial, den ein oder anderen Spieler für die Thematik zu begeistern.

Assassin’s Creed: Origins Reittier

Liebe zum Detail

Assassin’s Creed: Origins begeistert mit einer Fülle an Details. Wer mit offenen Augen durch das Spiel geht, wird davon viele erspähen können. Da ist zum Beispiel dieser Moment gewesen, in dem ich sah wie Geier eine Wache umringten, die ich einige Augenblicke zuvor per Attentat ausgeschaltet hatte. Da ist mein Ausflug in die Wüste, den mir das Spiel versüßte, indem es plötzlich eine Flut an Sternschnuppen vom Himmel regnen ließ und da ist die Wache, die ich beim Pinkeln erwischt habe – sie bezahlte dafür mit dem Leben. Tötet man eine Katze, erklärt das Spiel diese seien heilig.

Fährt man mit einem Boot durch das Wasser oder fliegt mit Senu darüber hinweg, sieht man nicht selten wie Nilpferde und Krokodile verbittert kämpfen. Einmal kaperte ich gerade das Boot eines armen Bauern und vor mir sprang aus dem Wasser ein Nilpferd mit weit aufgerissenem Maul. Solche Momente machen das Spiel zu einem unvergesslichen Abenteuer. Assassin’s Creed: Origins bietet mir viele solcher Augenblicke und ich entdecke selbst nach vielen Spielstunden noch neue. Eine solche Liebe zum Detail ist sehr selten. Das Spiel erinnert mich damit ein wenig an das von mir so sehr verehrte Red Dead Redemption.

Untermalt werden all die schönen Momente von der Musik der Komponistin Sarah Schachner. Der gelungene Soundtrack trägt viel zur Atmosphäre des Spiels bei, tritt aber gelegentlich etwas zu sehr in den Hintergrund. Mal versprühen die Musikstücke die Mystik des alten Ägypten, ein anderes Mal lassen kraftvolle Klänge den Adrenalinspiegel im Kampf zusätzlich steigern. Fans der Reihe dürfen sich zudem darüber freuen, dass auch einige vertraute Arrangements zu hören sein werden.

Reittiere, Kampf, Levelsystem und Ausrüstung

Würdet ihr die Spielwelt von Assassin’s Creed: Origins zu Fuß durchqueren, währt ihr minutenlang unterwegs. Glücklicherweise könnt ihr deren Pracht auch bewundern, wenn ihr auf dem Rücken von Pferd oder Kamel sitzt. Oder ihr besorgt euch direkt einen Streitwagen. Die Reittiere sind jedoch mehr als nur ein Transportmittel. Ihr könnt auch vom Rücken eures Tiers aus in den Kampf ziehen. Ein Streitwagen schränkt euch diesbezüglich ein, während ihr mit Pferd und Kamel zahlreiche Möglichkeiten habt. Besonders brauchbar ist jedoch der Bogen, da ihr damit bequem in alle möglichen Richtungen zielen könnt.

Aus der nun schon mehrfach erwähnten großen Spielwelt ergeben sich allerdings auch kleine Schwächen. Es gibt zahlreiche Regionen im Spiel, die von Gegnern unterschiedlicher Levelhöhe beheimatet werden. Es ist kein Kunsstück, von einem Gebiet mit schwachen Gegnern in 30er Gebiet zu geraten – schließlich zeigt euch nur ein unscheinbarer Schriftzug an, dass ihr eine neue Region entdeckt habt. Sind die Gegner deutlich über eurer Stufe, erledigen sie euch mit einem oder wenigen Treffern. Nur wer geschickt schleicht oder schnell unterwegs ist, kann schon früh alle Regionen aufsuchen. Dabei verleitet Assassin’s Creed: Origins spätestens dann zur Erkundung, wenn zum ersten Mal in der Ferne die berühmten Pyramiden von Gizeh erspäht werden. Das Spiel ist wie dafür gemacht.

Unglücklicherweise haben die Quests eine feste Stufe. Vergesst ihr eure Aufgaben, werdet ihr rasch leichtes Spiel haben, da sich die Anforderungen nicht erhöhen. Gegner haben ein festes Level, dass sich nach Region und Quests richtet. Wenn ihr halbwegs gefordert werden möchtet, sollte dieses etwa eurer Stufe entsprechen. Bayek könnt ihr bis auf Stufe 40 hochspielen. Gegner die einige Stufen über euch sind, können noch knackig schwer sein – vor allem wenn es stärkere Gegnertypen sind. Nur wenige Level unter eurem und sie sind lächerlich leicht zu schlagen. Stealth ist übrigens kein Garant für leichtes Spiel. Ein Schleichangriff führt nicht zur Tötung, wenn euch der Gegner deutlich überlegen ist. Schon gar nicht, wenn es ein starker Gegner ist.

In Assassin’s Creed: Origins werden euch mehrere Schwierigkeitsgrade angeboten. Erfahrene Spieler und Assassin’s Creed-Veteranen können sich direkt am höchsten probieren. Im Zweifelsfall könnt ihr immer noch nach unten stellen. Normal ist jedoch für erfahrene Spieler keine Herausforderung. Eine große Neuerung stellt das Kampfsystem dar. Dieses tritt wesentlich dynamischer als in den Vorgängern auf. Je nach Gegnerart und Menge, kann ein taktisches Vorgehen erforderlich sein. Ihr müsst starke Angriffe parieren, gezielt kontern und euch mit eurem Schild schützen. Zwar lässt sich das Kampfsystem bedingt austricksen – beispielsweise ist der Kampf vom Pferd aus einfacher und Brandbomben machen viel Schaden – andererseits, ist für starke Gegner meist eine Kombination unterschiedlicher Aspekte erforderlich. Einen Kriegselefant legt man nicht Mal eben im Vorbeigehen und in der Arena müsst ihr euch mit vorgegebenen Waffen arrangieren. Eine wichtige Rolle nimmt der Fernkampf mit dem Bogen ein – nicht nur wenn ihr Elefanten legen möchtet. Der Bogen ist die Grundlage für diverse taktische Vorgehensweisen wie einzelne Gegner unbemerkt per Kopfschuss ausschalten, anzulocken oder Ölfässer für einen Brand zu zerstören.

Waffen wie Bögen, Speere, Schwerter und Stäbe bekommt ihr auf vielfältige Art. Zum Beispiel durch Tötungen, aus Truhen und durch Quests. Wenn ihr fleißig Material und Drachmen (Geld) sammelt, könnt ihr eure Waffen aufrüsten und so aufstufen. Liebgewonnene Stücke lassen sich also bis zum Schluss behalten, wenn ihr möchtet. Material gibt euch die Spielwelt zum Beispiel, indem ihr wilde Tiere wie Krokodile und Leoparden tötet. Andere Materialien erarbeitet ihr euch durch Überfälle auf entsprechende Transporte oder später auch durch den Kauf von Händlern. Solche bieten euch auch neue Reittiere an.

Wie fähig Bayek überhaupt ist, bestimmen die erlernten Fähigkeiten. Dabei solltet ihr euch zunächst auf Fähigkeiten konzentrieren, die eurem Spielstil entsprechen. Es wird am Ende nämlich mühsam, zusätzliche Fähigkeitspunkte zu erspielen. Durch das Erlernen von Fähigkeiten könnt ihr zusätzliche Ausrüstung wie Hilfsmittel freischalten, zusätzliche Erfahrungspunkte verdienen, mehr Schaden austeilen und auch ganz neue Arten des Kampfes erlenen. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit aus der Luft heraus einen Nahkampfangriff auszuführen oder bei einem Sprung die Zeit kurz zu verlangsamen, wenn ihr einen Bogen benutzt. Assassin’s Creed: Origins bietet euch zahlreiche Fähigkeiten, die das Spiel erleichtern. So könnt ihr euch zum Beispiel auf Stealth konzentrieren oder ihr wollt lieber offensiv in die Schlacht ziehen und rüstet entsprechend auf. Im späteren Spielverlauf müsst ihr euch nicht mehr festlegen, da ihr reichlich Fähigkeitspunkte erspielen könnt. Zieht ihr die Stealth-Variante vor,  hat dies natürlich gewisse Vorzüge. Gegner eurer Stufe lassen sich per Attentat ausschalten, wenn man von hinten an sie rankommt. Mit Geschick ist dies jederzeit möglich.

Assasin’s Creed: Origins Ausrüstung zerlegen

Verbesserungspotenzial und der Shop

Nicht ganz überzeugend ist die neue Art des Kletterns. Einerseits ist es super, wie leicht man nun überall nach oben kommt, da man nicht nur einzelne Punkte nutzen kann, sondern fast überall hoch darf. Andererseits fallen dadurch auch die klassischen Parcours weg. Außerdem hat Bayek vergleichweise häufig Wegfindungsprobleme. Gerne bleibt er ohne ersichtlichen Grund stecken oder bewegt sich nicht weiter. Irgendwie schade, doch hier könnte der ein oder andere Patch noch Abjilfe schaffen. Ein weiterer – nach wie vor bestehender Kritikpunkt – ist die Gegenwart. Ginge es nach mir, könnte man den Part gern komplett über Bord werfen. So richtig überzeugt der auch in Origins nicht, wenngleich sich da inzwischen viel getan hat. Science fiction bleibt also auch mit dem neusten Ableger Teil der Serie.

In Sachen Nebenbeschäftigung gäbe es bei Assassin’s Creed: Origins ebenfalls Verbesserungsbedarf. Die Menge und Vielfalt ist deutlich besser als früher, vieles ähnelt sich dann aber doch. Die Nebenquests an sich erzählen interessante Geschichten, sind allerdings vom Ablauf ähnlich sind. Zu oft schickt man euch in feindliche Lager, die ihr zuvor schon besucht habt, wo ihr euch nochmal durch Gegnerhorden meuchelt. Abseits der Quests arbeitet man sich nur von Fragezeichen zu Fragezeichen. Verstecke bieten oft immer gleiche Waffen an. Höhepunkte sind wenn dann große Festungen oder rein optischer Natur. Der eingeschlagene Weg ist zwar gut, doch etwas weniger immer gleiche Außenposten und Schatzfundstellen hätten dem Spiel nicht geschadet. So wird der Inhalt nur künstlich gestreckt. Auch die Ausrufezeichen, die zufällig ausgelöste Ereignisse sind reißen da nicht viel raus. Grundsätzlich sorgen die dafür, dass das Spiel immer eine Beschäftigung bietet. Irgendwann lassen einen die Raubtierüberfälle und Befreiung von Rebellen aber kalt. Hier fehlt ebenfalls die Abwechslung.

Positiv hervor stechen die Geschichten rund neben der Hauptgeschichte, die auch gerne zueinander Referenz nehmen. Manche Aufgaben sind auch stufenweise aufgebaut, sozusagen Questketten die zu größeren Ereignissen in der Spielewelt gehören. Meist bleiben die aber ohne tatsächliche Konsequenzen, auch wenn die NPCs sich an eure Taten erinnern. Viele Quests sind von ihrer Aufgabenart außerdem gleich; „rette jene“ „töte den“ „suche die“. Die Inszenierung ist unterm Strich aber überzeugend und meistens liegt ein gutes Storytelling zugrunde, dass sich prima in die Welt einfügt-

Weitere Fragezeichen wirft hingegen der Shop auf, in dem ihr mit Echtgeld Ingame-Gegenstände kaufen könnt. Dort kann man zahlreiche Waffen und sogar ein Einhorn erwerben. Genau deshalb sehe ich den Shop aber auch recht entspannt. Ein Einhorn würde das Spiel für mich nur kaputtmachen. Da fällt der Verzicht sehr leicht. Zwar könnt ihr euch auch Gold und Fertigkeitenpunkte kaufen, doch nötig ist das nicht. Allerdings müssen sich Spieler die Bayeks Fertigkeitenbaum vervollständigen wollen, gegen Ende auf viel Grind einstellen.

Assassin’s Creed: Origins Wilde Tiere

Die PC-Version

Die getestete PC-Version von Assassin’s Creed: Origins hinterlässt gemischte Gefühle. Zuerst einmal bietet sie gegenüber PlayStation 4 und Xbox One natürlich die meisten Einstellungsmöglichkeiten und auch das meiste Potenzial. Bereits mit einem guten Mittelklassesystem lässt sich das Spiel in all seiner Pracht genießen. Wer allerdings mit 60 Bildern pro Sekunde (FPS) spielen möchte, braucht einen sehr starken Rechner. Hier stellt sich aber ein völlig neues Spielgefühl ein. Für Besitzer starker Systeme dürfte also die PC-Version die erste Wahl sein. Wer ein vernünftiges System besitzt und mit 30 FPS leben kann, wird hier leicht auf dem optischen Qualitätsniveau der Konsolen spielen können oder es sogar übetreffen. Während der 60 Stunden Spielzeit konnten wir fünf Abtürze verzeichnen, das ist verkraftbar, da das Spiel regelmäßig von selbst speichert.

Mein Fazit:

Der große Star in Assassin’s Creed: Origins ist die wunderschöne Spielwelt, die mit tollen Bauwerken, dem belebten Nildelta und mysteriösen Ruinen zum Erkunden verleitet. Die Story lässt sich so sehr schnell aus den Augen verlieren. Dabei ist die durchaus gelungen, vor allem wegen der überzeugend dargestellten Hauptcharaktere. Die Entstehungsgeschichte der Bruderschaft entpuppt sich vor allem gegen Ende als gelungene Erzählung. Erwähnenswert sind die zahlreichen Details, die zeigen wie viel Liebe man in den Neuanfang der Assassin’s Creed-Reihe gesteckt hat. Geht Bayek durch hohes Gras, streckt er seine Hand aus. Durchquert ihr die Wüste, könnt ihr manchmal einen Regen aus Sternschnuppen bewundern und bei großer Hitze strauchelt der Protagonist irgendwann und die Sicht verschwimmt. Dadurch wirkt die Spielwelt lebendig und glaubhaft. Hier und dort gibt es trotzdem ein paar Unstimmigkeiten, vor allem was historische Korrektheit betrifft. Wir sollten aber bedenken, dass das Spiel ein fiktives Werk ist. Dazu kommt die Tatsache, dass auch Historiker oft unterschiedliche Theorien aufgestellt haben und sich keinesfalls immer einig sind.

Ein großer Pluspunkt von Assassin’s Creed: Originsder Schwierigkeitsgrad. Wer mag, kann den nach unten schrauben und sich stattdessen auf die Erkundung konzentrieren, während Spieler vom höchsten Grad gefordert werden. Im höchsten Schwierigkeitsgrad kommen die vielen Möglichkeiten, die das Gameplay bietet, auch erst so richtig zur Geltung. Ihr könnt den Titel eher actionlastig angehen oder euch in bester Assassinen-Manier von hinten an eure Gegner schleichen und diese Schritt für Schritt ausschalten. Mit zunehmender Spielzeit erweitern sich eure möglichen Vorgehensweisen, da ihr durch Fähigkeitspunkte Dinge wie Brandbomben oder Angriffe aus der Luft freischalten könnt. Durch die Möglichkeit des berittenen Kampfes und das vielfältige Waffenarsenal ergeben sich zahlreiche Optionen. Trotz kleiner Schwächen ist dieser Neuanfang geglückt. Das Spiel wirkt modern und wartet mit einer überzeugenden Vielfalt auf. Nur selten habe ich zuletzt innerhalb so kurzer Zeit Dutzende Spielstunden angesammelt. Assassin Creed ist mit einem lauten Paukenschlag zurückgekehrt und zeigt, warum die Reihe in der Vergangenheit diverse Auszeichnungen gewinnen konnte. Dank Origins dürften weitere hinzukommen. Zweifelsohne eines der besten Assassin’s Creed-Spiele, die je erschienen sind.

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MooDs

Sehr gut geschrieben! Steht auch noch auf meiner To Play Liste :)

Zimmy

Verdammt, nach deinen Zeilen habe ich übelst Lust drauf. Eigentlich wollte ich mir das Spiel ja zu Weihnachten schenken lassen, das macht das Warten nurn unerträglicher. Hätte ich genug „Kleingeld“ würde ich sofort bestellen :D Cool, dass du auch so fasziniert von Agypten bist wie ich. War auch als Kind angefixt worden. Meine Mutter hatte ein Bildband und gerade die Pharaonen und Pyramiden begeisterten mich… aber genug off topic. Jammer… will auch. Schöner und sehr ausführlicher Test mit Auge auf Details. Me gusta.