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My Time At Portia

My Time At Portia Preview

Meine Zeit im wunderschönen Portia

Durch einen Zufall bin ich auf das Spiel My Time At Portia aufmerksam geworden. Vor einer Weile flatterte eine Mail in mein Postfach und ich wurde gefragt, ob ich Interesse an einem Preview habe. Bis zu diesem Moment habe ich von dem Spiel keine Notiz genommen, obwohl es bei Kickstarter erfolgreich finanziert wurde. Inzwischen findet man Unmengen an Spielen auf der Crowdfunding-Plattform und es ist selbst für Leute wie mich schwierig, noch den Überblick zu behalten. Vieles geht also unweigerlich an mir vorbei.

Für meine Vorschau durfte ich eine frühe Version von My Time At Portia zocken. Das Spiel ist ein Open World Rollenspiel. Der Spieler erstellt sich einen kindlichen Charakter und übernimmt den alten Workshop vom Vater. Der Workshop ist ganz schön heruntergekommen und im schlechten Zustand. Zum Glück steht dieser vor den Toren des malerischen Ortes Portia. Euch wird hilfreich unter die Arme gegriffen. Außerdem warten in der Umgebung überall Rohstoffe wie Steine, Äste und Fasern auf euch. Stück für Stück renoviert ihr so euer kleines Geschäft und fügt ihm neue Werkstationen hinzu. Besonders wichtig werden schon bald die Aufträge von den Bewohnern des Städtchens. Mal wollen sie bloß ein paar Rohstoffe, Mal müsst ihr diese auch weiterverarbeiten. Crafting spielt in My Time At Portia eine wichtige Rolle. Dazu kommt der Faktor Zeit. Die läuft nämlich stetig weiter und ein Tag ist begrenzt. Außerdem lassen sich viele Items nur über Zeit craften und mit anderen als Antrieb. Da Aufträge eine Deadline haben, muss mit Bedacht gewählt werden. Andernfalls verzettelt man sich schnell.

Über die Zeit verbessert ihr euren Ruf und schließlich könnt ihr auch euren Workshop ausbauen. Nach kurzer Spielzeit dürft ihr zudem die erste Ruine betreten und dort nach Rohstoffen suchen. Zum Einsatz kommen dabei eure selbsterstellten Werkzeuge. Bei all diesen Aktionen müsst ihr jedoch stets eure Energie im Auge haben. Ist diese leer, könnt ihr nicht einmal mehr Äste vom Boden auflesen. Dann hilft nur noch eine stärkende Mahlzeit oder eine Nacht Erholung. Die Tage haben allerdings eine angenehme Länge und die Ausdauer ist von Anfang an nicht niedrig. Mit der Zeit könnt ihr euren Charakter zudem durch Levelaufstiege verbessern.

My Time At Portia Screenshot 06

Bei all der harten Arbeit solltet ihr zudem euer Umfeld nicht vergessen. Redet ihr mit anderen Personen, stärkt dies euer Band. Wirklich interessant wird es, wenn ihr Geschenke macht. Jeder Bewohner von Portia hat Vorlieben und Abneigungen. Ihr könnt euch mit einem falschen Geschenk schnell ins Abseits schießen und mit einem richtigen Geschenk eine Freundschaft intensivieren. Wenn ihr euch richtig ins Zeug legt, ist sogar eine Beziehung drin. Beschenken könnt ihr übrigens nicht nur eure Mitbewohner. Auch Tiere freuen sich über ein Geschenk – wenn es die richtige Wahl war.

Das Spiel erinnert an Harvest Moon und Stardew Valley. Tatsächlich hat My Time At Portia sehr viel Potenzial, ähnlich erfolgreich zu werden. Der Titel ist sehr liebevoll gestaltet, der Look ist niedlich und die Spielwelt überzeugt. Obendrein gibt es reichlich Arbeit für euch. Obwohl es viele Parallelen zu Spielen wie Harvest Moon gibt, geht My Time At Portia auch eigene Wege. So könnt ihr zum Beispiel Duelle austragen und Stein-Schere-Papier mit NPCs spielen.

Obwohl es noch ein Weilchen bis zum Release hin ist, funktionierte die Testversion schon ausgezeichnet. Die Entwickler haben ordentliche Arbeit geleistet, das Spiel läuft stabil und die Features funktionierten. Einzig die Balance ist noch etwas unausgewogen. Schon früh im Spiel braucht man teilweise enorme Mengen Rohstoffe, um Items zu craften. Die sind allerdings für den Fortschritt der Story nötig. Hier sollten die Entwickler meiner Meinung nach etwas zurückschrauben und die Hürde zumindest für den Einstieg senken. Es ist natürlich verständlich, dass größere Bauprojekte auch einiges an Material und Zeitaufwand verlangen. Nur steigt diese Kurve im Spiel für meinen Geschmack ein bisschen zu schnell und früh an.

Darüber hinaus sollte der Anfang den Spieler etwas mehr an die Hand nehmen. Das Spiel würde ungemein von einem guten Tutorial profitieren – gerade weil es aufgrund seiner Thematik und Machart auch viele junge Spieler ansprechen wird. Hin und wieder habe ich ein Weilchen gebraucht, um zu verstehen was getan werden soll. Der Einstieg ist also noch nicht ideal. Eine weitere Baustelle sind die Duelle. Die gewinnt man derzeit ganz simpel, indem man die Flucht ergreift. Läuft die Zeit aus, ist der Sieg in der Tasche. Da bis zur Veröffentlichung im Januar noch Zeit bleibt, kann man hier aber gelassen bleiben. Was dem Spiel jetzt noch fehlt, ist etwas Feinschliff. Die Zeit bis Launch sollte da noch einiges ermöglichen.

Ich freue mich mich wahnsinnig auf die Vollversion von My Time At Portia. Man merkt schon jetzt, wie viele Liebe in dieses Projekt geflossen ist. Wenn ihr Spiele wie Harvest Moon und Stardew Valley gern spielt, solltet ihr euch My Time At Portia unbedingt auf den Wunschzettel packen und das Projekt im Auge behalten. Das Ding könnte der nächste große Hit nach Stardew Valley werden, wenn die Entwickler noch ein wenig dran rumschrauben.

My Time At Portia wird von Pathea Games entwickelt und soll Anfang 2018 erscheinen. Der Titel befindet sich für Nintendo Switch, PC, PlayStation 4 und Xbox One in Arbeit. Ich durfte die PC-Version testen.

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