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Chaos auf Deponia

Chaos auf Deponia Review (PlayStation 4)

Entwickler:         Daedalic Entertainment
Publisher:          Daedalic Entertainment
Genre:              Adventure
Plattformen:        PlayStation 4, Xbox One, PC
Preis:              ca. 29,99 Euro 
Offizielle Website: http://www.deponia.de/depo2/

Ein Held für Goal?

Endlich hat es Chaos auf Deponia auch auf PlayStation 4 und Xbox One geschafft. Gut Ding will eben Weile haben. Ob sich die lange Wartezeit auf die Portierung des beliebten Adventures gelohnt hat, verrate ich euch in meinem Chaos auf Deponia Review. Für dieses bin ich erneut in die Rolle von Rufus geschlüpft, habe ein gigantisches Sägeblatt durch die Luft gewirbelt und jede Menge anderen Mist gebaut. Aber Stopp! Lasst uns von vorn beginnen …

Im Oktober 2012 erschien das Adventure Chaos auf Deponia für den PC. Das Spiel stammt aus der Feder von Jan Müller-Michaelis (Poki) und ist der zweite Teil der beliebten und vielfach ausgezeichneten Deponia-Reihe. Dabei galten Adventures zu dieser Zeit quasi als ausgestorbene Spielegattung. Daedalic hat auf derlei Aussagen nicht viel gegeben und mit zahlreichen Adventures gezeigt, dass totgesagte länger leben. Inzwischen räumt man auch eifrig mit einem anderen Klischee auf. Klassisch angehauchte Adventures und Konsolen? Es funktioniert, auch wenn diese Kombination lange ähnlich unbeliebt wie Konsole und Strategiespiel war.

Zugegebenermaßen ist die Steuerung zunächst ganz schön gewöhnungsbedürftig gewesen. Ich habe bisher kein Spiel mit vergleichbarer Steuerung auf einer Konsole oder mit Controller gespielt und musste mich zunächst zurechtfinden. Maus und Tastatur sind freilich sehr komfortabel, wenn man auf bestimmte Gegenstände oder Bereiche klicken möchte. Einfach, zielsicher und schnell. In der Konsolenversion von Chaos auf Deponia könnt ihr mit den Schultertasten zwischen relevanten Items und Bereichen wechseln, mit denen ihr interagieren könnt. Dies geschieht dann per Tastendruck. Mit etwas Übung geht die Steuerung gut von der Hand. Gerade am Anfang habe ich mich aber ziemlich oft „verklickt“. So dürfte es wohl jedem Spieler ergehen, der derlei Titel sonst mit Maus und Tastatur spielt. Trotzdem ist es auch für alte PC-Hasen gut machbar, wenn man der Sache etwas Zeit zur Eingewöhnung lässt.

Diese Investition lohnt sich ohne Frage. Chaos auf Deponia ist ein wunderbares Adventure voll mit schwarzem Humor und mit einer abgedrehten Story. Dazu kommen die liebenswerten Charaktere. Allen voran Rufus, der unglaublich chaotisch ist und zwei linke Hände hat. In seiner Nähe ist nichts und niemand sicher. Schon in den ersten Spielminuten sorgt Rufus mit einem Feuer für eine für seine Verhältnisse eher kleine Katastrophe. Nur Minuten später hat er die fatale Idee sich mit einer selbstgebauten Maschine in die Lüfte zu katapultieren. Mit dem gigantischen Blatt einer Kreissäge gelingt es die Wahnsinnsidee in die Tat umzusetzen. Erwähnte ich schon, dass das Ding auch noch brennt? Natürlich richtet Rufus dabei reichlich Schaden an. Er spaltet das Bewusstsein von Goal, die daraufhin nach Deponia zurückkehrt. Rufus hat die Aufgabe alle drei Persönlichkeiten von Goal zu überzeugen, um diese schließlich wieder zu vereinen. Zusammen mit Goal soll es dann nach Elysium gehen. Natürlich nicht ohne ein edles Ziel. Deponia soll vor der Zerstörung gerettet werden. Irgendwo unter den chaotischen Zügen von Rufus steckt doch sicher ein strahlender Held, oder?

Die Deponia-Spiele sind praktischerweise alle für sich abgeschlossen. Daher kann man diese auch als eigenständige Spiele angehen und zocken. Vorkenntnisse sind ohne jede Frage nützlich, aber nicht nötig. Für Adventure-Fans gibt es allerdings keinen Grund auf Teile der Reihe zu verzichten. Außer die Tatsache, dass diese auf den Konsolen noch nicht abgeschlossen ist. Goodbye Deponia und Deponia Doomsday fehlen noch. Den ersten Teil gibt es dafür schon für 10 Euro. Chaos auf Deponia liegt aktuell noch bei 29,99 Euro, was für etwa 10 bis 15 Stunden Spielzeit aber ein durchaus angemessener Preis ist. Über das Alter des Spiels kann man hierbei getrost hinwegsehen, da man dieses aufgrund des zeitlosen Grafikstils ohnehin nicht sieht. Nur für PC-Besitzer ist der Kauf zu diesem Preis nicht unbedingt lukrativ. Für 30 Euro gibt es im Sale die komplette Reihe. Alle anderen dürfen sich darüber freuen, endlich auch in den Genuss dieser Adventure-Perle zu kommen. Fans von Trophäen dürfen sich obendrein über ein paar leicht verdiente Trophies freuen. Vorausgesetzt, ihr bleibt nicht an den teilweise abgedrehten Rätseln hängen. Die haben es teilweise in sich.

Chaos auf Deponia Screenshot 04

Mein Fazit:

Chaos auf Deponia mag ein paar Jahre auf dem Buckel haben, aber das Spiel ist zeitlos und unterhält noch immer gut. Hier gibt es garantiert keinen Schrott für euer Geld – außer die Müllberge auf Deponia. Der Preis mag ein wenig hoch erscheinen und ist eher abschreckend, wenn man auch einen PC zur Verfügung hat – davon abgesehen aber gerechtfertigt. Auch die Steuerung ist nicht so intuitiv wie die mit Maus und Tastatur. Trotzdem kann man sich selbst als Spieler der PC-Version daran gewöhnen. Die Steuerung ist ungewöhnlich, aber man wird mit ihr warm. Wenn man die Hürde der Eingewöhnung erfolgreich genommen hat, geht diese sauber und zügig von der Hand. Der Titel zeigt, wie man klassische Adventures auch auf Konsolen spielbar machen kann.

Für die PlayStation 4 und die Xbox One ist Chaos auf Deponia eine tolle Bereicherung. Der tiefschwarze Humor begeistert mich auch 2017 noch ungemein und den chaotischen Rufus muss man einfach ins Herz schließen. Die Deponia-Spiele zeigen eindrucksvoll, wie gut Daedalic im Erschaffen von Charakteren ist. Das Spiel wirkt im Gesamtbild sehr rund. Tolle Soundkulisse, super Songs, eigenwillige Charaktere und eine hübsch gezeichnete Spielwelt formen ein tolles Gesamtprodukt. Erwähnte ich schon die Schnabeltiere? Hey liebe Leser, es gibt Schnabeltiere in Chaos auf Deponia. Deponia bietet die wohl coolsten Schnabeltiere der Videospielgeschichte.

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