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Demon Gaze II

Demon Gaze II Review (PlayStation 4)

Angestaubte Technik trifft interessante Mechaniken

Mit der Shin Megami Tensei Reihe entdeckte ich vor einigen Jahren das Genre Dungeon Crawler für mich. Besonders viele Genrevertreter findet man auf PlayStation 4 und PlayStation Vita. So auch das kürzlich veröffentlichte Demon Gaze II, welches ich auf meiner PlayStation 4 gezockt habe. Ob sich die Dämonenjagd gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem Demon Gaze II Review.

Rein optisch betrachtet merkt man der PlayStation 4-Version nicht an, dass es eine solche ist. Der Titel wirkt auf den ersten Blick eher unspektakulär. Die Spielumgebungen sind hübsch, aber oft wenig detailreich und die Animationen im Kampf erinnern an die Pokémon-Spiele. Sie sind schlicht aber zweckmäßig. Dazu kommt das klassische Gameplay, mit dem der Titel an klassische Dungeon Crawler erinnert. Ihr bewegt euch per Analogstick durch die engen Gänge, was ein wenig Feingefühl erfordert. Andernfalls rennt ihr ständig gegen die Wände, was eurer Party auf Dauer nervige Geräusche entlockt. Items und Gegner erkennt ihr an schlichten Symbolen. Darüber hinaus erwarten euch immer wieder Zufallskämpfe. Die Kämpfe werden in einem rundenbasierten Kampfsystem ausgefochten.

Rein technisch betrachtet wirkt Demon Gaze II unspektakulärer als so mancher Dungeon Crawler auf dem Nintendo 3DS. Dafür überzeugt der Titel in anderen Bereichen. Da wäre zum einen die gute Zugänglichkeit. Viele Spiele des Genres neigen dazu schwer zugänglich zu sein. Nicht selten sind Dungeon Crawler sehr komplex und der Schwierigkeitsgrad zieht oft rasch an. Demon Gaze II bietet einen vergleichsweise einfachen Einstieg ins Genre und ist daher auch für Neulinge gut geeignet. Dafür sorgen unter anderem mehrere Schwierigkeitsgrade. In den untern Schwierigkeitsgraden ist es schwer einen Game Over Bildschirm zu Gesicht zu bekommen. Scheitert ihr im Kampf, könnt ihr einmal eure komplette Gruppe wiederbeleben lassen. Diese steht dann mit aufgefüllten Lebenspunkten und MP wieder auf der Matte. Wer es lieber etwas knackiger mag, sollte sich darauf einstellen immer Mal wieder Erfahrungspunkte grinden zu müssen.

Erfahrenen Spielern bietet Demon Gaze II allerdings mehr als nur höhere Schwierigkeitsgrade. Der Titel selbst hat eine Spielzeit von etwa 40 bis 50 Spielstunden. Wer den Endgame-Content angehen möchte, kann locker einige weitere Dutzend Stunden Zeit investieren, die mit Spielspaß belohnt werden. In diesen werdet ihr ordentlich gefordert und ihr müsst unter Beweis stellen, dass ihr das Kampfsystem verstanden habt.

Demon Gaze II führt euch nach Asteria, wo der tyrannische Magnastar herrscht. Die sogenannte Revolutionist Party stellt sich ihm in den Weg. Als Operationszentrale dient der Ort Stella’s Place, der zuvor als Theater und Waisenhaus genutzt wurde. Die Schwestern Muse und Prim spielen eine zentrale Rolle beim Wiederstand. Während Muse die Managerin ist, sorgt Prim mit ihrem Gesang für Aufsehen. Dieser wird über eine Untergrund-Radiostation verbreitet. Die Broadcasts werden von der blauhaarigen Prometh geschrieben, die zu den schrägsten Charakteren des Spiels gehört. Sie hat einen Teilzeitjob als Bestatterin und sammelt Schädel. Ihr selbst schlüpft in die Rolle von Demon Gazer Signa, der seit Kindertagen mit Muse und Prim befreundet ist. Daran kann er sich jedoch zunächst nicht erinnern, da er sein Gedächtnis verloren hat.

Die Charaktere sind sehr klischeehaft, wie man es aus japanischen Titeln gewohnt ist. Lediglich der übergewichtige Elf Lezerem Rantile fällt hier ein wenig aus dem Bild. Trotzdem macht es Spaß, die Geschichte von Demon Gaze II zu verfolgen, da dieses sehr humorvoll ist. Der Titel hat mich so manches Mal zum Lachen gebracht.

Apropos Klischees – denen bleibt man auch bei den Dämonen treu. Ein beachtlicher Teil der Dämonen gleicht optisch jungen Mädchen. Dabei darf auch der ein oder andere Charakter mit freizügigem Outfit und beachtlicher Oberweite nicht fehlen. Wesentlich mehr Stirnrunzeln dürfte aber die sogenannte „Maintenance“ verursachen. Bei der könnt ihr eure Beziehung zu den Dämomen die ihr für eure Sache gewonnen habt vertiefen. Gelingt dies, wartet ein Date auf euch. Zunächst müsst ihr einen passenden Kristall erbeutet haben, mit dem ihr dann die „Maintenance“ starten könnt. Dort bekommt ihr ein Bild des gewählten Dämons vorgesetzt und müsst per Tastendruck einen Spot auswählen – sprich eine Körperstelle. Das Spiel liefert euch daraufhin Feedback, ob ihr mit eurer Wahl gut liegt. Idealerweise findet ihr den Spot der ein „Perfect“ bedeutet, was nicht selten die Brüste sind. Nach einigen Übungsversuchen müsst ihr eure finale Entscheidung treffen, aufgrund der eure Beziehung mehr oder weniger stark verbessert wird.

Erreicht ihr 100 Prozent, wartet ein Date, wenn man dies so nennen darf. Libra zum Beispiel ließ mich während eines Dates wissen, dass sie alle technischen Errungenschaften aus ihrem Leben verbannen möchte. Quasi back to nature. Ehe ihr einschreiten könnt, zerschlägt sie ihre Brille und es beginnt ein chaotisches Date. Libra führt euch daraufhin ziemlich planlos durch Asteria, bis es zur erwarteten Katastrophe kommt. Ihr tragt sie wieder zurück und lasst die Brille reparieren. Ganz schön schräg. Wer eher westliche Titel mag, dürfte bei Demon Gaze II spätestens nach wenigen Spielstunden die Hände entsetzt über dem Kopf zusammenschlagen. Das Spiel richtet sich eindeutig an Fans solcher Nischenspiele.

Mein Fazit:

Demon Gaze II ist ein unterhaltsamer Dungeon Crawler, der auch für Einsteiger leicht zugänglich ist. Dafür sorgen unter anderem verschiedene Schwierigkeitsgrade. Technisch ist der Titel relativ angestaubt. Dafür punktet er bei der Story und seinen Charakteren. Die bedienen zwar reichlich Klischees, aber sie können überzeugen. Auch die musikalische Untermalung überzeugt. Während das Spiel optisch keine Augenweide sind, begeistern die Zeichnungen der Charaktere und die Zwischensequenzen im Anime-Stil. Aufgrund der eher altbackenen Technik ist das Spiel vor allem für Liebhaber und Fans interessant. Für den Massenmarkt taugt es wenig. Fans klassischer Dungeon Crawler können bedenkenlos zugreifen.

 

 

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