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Blossom Tales: The Sleeping King

Blossom Tales: The Sleeping King Review (Nintendo Switch)

Entwickler:         Castle Pixle
Publisher:          FDG Entertainment
Genre:              Action-Adventure
Plattformen:        Nintendo Switch,  PC
Preis:              ca. 14,99 Euro 
Offizielle Website: https://www.fdg-entertainment.com/games/blossom-tales-sleeping-king/

Erzähl mir eine Geschichte Opa!

Vor einigen Monaten begeisterte FDG Entertainment Switch-Besitzer mit Oceanhorn. Der Titel eroberte im Sturm Verkaufscharts und Spielerherzen. Böse Zungen behaupten, dass das nur der damals noch mangelnden Spielauswahl geschuldet ist und der Titel ein dreister Zelda-Klon ist. Als solchen werden wohl auch einige Leute den neuesten Streich von FDG betiteln – Blossom Tales: The Sleeping King. Dem Erfolg tut dies aber keinen Abbruch. Blossom Tales entwickelte sich über Nacht zum gefeierten Kassenschlager. Ein Erfolg, den sich das Spiel mehr als verdient hat.

Als Spieler schlüpft ihr in die Rolle von Lily. Das Abenteuer des jungen Mädchens beginnt ziemlich verschlafen. Gerade rechtzeitig schafft sie es ins Schloss, wo sie zu einer Ritterin der Rose wird. Ihr erster Auftrag lässt nicht lang auf sich warten – sie soll im Kellergewölbe vom Schloss Ratten ausschalten. Was nach einer leichten Aufgabe klingt, entpuppt sich als Hinterhalt, dem die junge Ritterin entkommen kann. Dem Gegenspieler gefällt dies freilich nicht. Das Blütenkönigreich wird vom Dunkel bedroht und Lily muss in alle Himmelsrichtungen losziehen, um wichtige Gegenstände aus Dungeons zu beschaffen. Auf ihrem Weg findet sie glücklicherweise Verbündete und wertvolle Kampfitems wie Bomben und Bumerang. Diese Ausrüstungsgegenstände sind wichtig, um den weiteren Weg zu bestreiten.

Zelda-Fans dürfte dieses Grundgerüst bekannt vorkommen. Tatsächlich erinnert das Spiel an den beliebten Klassiker The Legend of Zelda: A Link to the Past. Es überrascht nicht, dass die Entwickler das Spiel von Nintendo als eine der Inspirationsquellen nennen. Dies ist zwar unverkennbar, schadet dem Spielspaß aber nicht. Die Geschichte von Blossom Tales: The Sleeping King macht Spaß und sie profitiert von einem tollen Erzählstil. Ehe ich mich versah, war ich dem charmanten Spiel auch schon verfallen. Blossom Tales hat das Potenzial, Spielerherzen im Sturm zu erobern. Ihr erlebt das Abenteuer von Lily als eine Erzählung. Ein Geschwisterpaar sitzt mit dem Opa am Kamin, der die Geschichte von Lily zum Besten gibt. Die Erzählung ist geschickt in die Handlung des Spiels eingewoben und wird von euren Handlungen zum Teil beeinflusst. Sterbt ihr beispielsweise, korrigiert der Opa die Erzählung. Hat Lily ein Item, welches sie wieder auferstehen lässt, spricht der Opa von verbleibender Kraft. Erzählung und Handlung harmonieren gut miteinander.

Blossom Tales: The Sleeping King Screenshot 06

Das Gameplay von Blossom Tales: The Sleeping King mag dem von The Legend of Zelda: A Link to the Past ähneln. Blossom Tales versprüht aber seinen ganz eigenen Charme und traut sich etwas, was sich Zelda bis heute nicht getraut hat – es bietet eine weibliche Protagonistin. Zelda-Fans bleibt bis heute nur die Hoffnung auf ein eigenständiges Abenteuer mit Linkle. Darüber hinaus müsst ihr eure Vorräte an Items wie Bomben und Pfeilen nicht auffüllen, indem ihr Krüge und Gras zerschlagt. Stattdessen habt ihr einen unbegrenzten Vorrat zur Verfügung. Einen kleinen Haken gibt es dann aber doch. Mit jeder Benutzung leert sich eure Energieleiste, die sich erst mit der Zeit wieder füllen muss. Zu Spielbeginn ist die Leiste noch ziemlich kurz, weshalb nach ein paar Bomben oder dann auch Pfeilen schon wieder Schluss ist. Im Zweifelsfall solltet ihr euch also etwa aus dem Kampfgeschehen zurückziehen und auf die Regeneration der Leiste warten. Stellenweise bekommt ihr es nämlich gleich mit ganzen Horden von Gegnern zu tun.

Blossom Tales setzt nicht nur optisch auf einen Retro-Style, sondern spielt sich auch trotz einiger moderner Elemente entsprechend. Erwartet hier keinen Spaziergang, auch wenn der Titel mit der Zeit deutlich einfacher wird. Das Spiel verlangt gerade zu Beginn einiges an Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen. Zu Spielbeginn stehen euch drei Herzen Lebensenergie zur Verfügung, zu denen fix ein viertes hinzukommt. Bis zum ersten Dungeon sollten die kein Problem darstellen. Dort wird es aber spätestens dann knifflig, wenn ihr euch einen Weg durch zahlreiche Geschosse bahnen müsst und auf klaffende Abgründe achten müsst. Mit steigender Anzahl an Herzcontainern bekommt ihr natürlich einen kleinen Puffer und die Routine tut ihr übriges. Die Geschichte von Lily wird euch etwa 12 Stunden in Beschlag nehmen – vorausgesetzt ihr legt keinen Wert auf 100 Prozent und möchtet wirklich nur die Geschichte erleben. Andernfalls könnt ihr noch einige Stunden in Nebenaufgaben stecken. Begleitet werdet ihr dabei vom gelungenen Soundtrack des Spiels.

Bemängeln kann man bei Blossom Tales nur wenig. Stellenweise ist der Titel recht linear und er dürfte gern häufiger zur Erkundung animieren. Darüber hinaus wiederholen sich die Rätsel flott. So werdet ihr gleich im ersten großen Dungeon mit diversen Bodenrätseln konfrontiert, bei denen ihr jede Platte nur einmal betreten müsst und die richtige Reihenfolge finden sollt, damit sich alle Platten umfärben. Bei diesen Rätseln fällt auch auf, dass die Steuerung mit den Pfeiltasten präziser ist. Der Stick stellt in den meisten Spielabschnitten kein Problem dar, bei den Bodenplatten kann man trotz Präzision aber rasch eine falsche  Bodenplatte erwischen.

In Sachen Rätseldesign wäre sicher mehr drin gewesen. Teilweise wirkt Blossom Tales: The Sleeping King hier etwa uninspiriert. Durch die vielen Wiederholungen nutzen sich die Mechaniken rasch ab, was wiederum der Routine in die Hände spielt. Dadurch sind die Dungeons allerdings auch angenehm umfangreich.

Blossom Tales: The Sleeping King Screenshot 04

Mein Fazit:

Blossom Tales: The Sleeping King erschien Ende 2017 für die Nintendo Switch und bescherte uns so noch einmal einen tollen Höhepunkt zu Jahresende. Das Spiel hat einen charmanten Stil, mit dem es an The Legend of Zelda: A Link to the Past erinnert. Auch in Sachen Gameplay und Spielaufbau orientiert man sich am großen Vorbild. Ihr müsst Dungeons erkunden und erhaltet in denen neue Items wie zum Beispiel einen Bumerang und Pfeil und Bogen. Dank dieser Items erreicht ihr Orte, die zuvor nicht für euch zugänglich waren. Außerdem wartet am Ende eines Dungeons ein Endboss auf euch. Nichtsdestotrotz geht Blossom Tales eigene Wege. Blossom Tales mag in einigen Hinsichten Retro sein. Dafür ist es in anderen deutlich moderner. So setzt der Titel zum Beispiel auf eine klar erkennbare weibliche Protagonistin, die obendrein auch noch ein Kind ist. Ihr schlüpft in die Rolle der kleinen Lily, die zur Ritterin der Rose wird und das Blütenkönigreich vor dem Dunkel retten muss.

Wenn ihr die klassischen Zelda-Titel mit Spaß gespielt habt, wird euch auch Blossom Tales: The Sleeping King gut unterhalten. Ein zauberhaftes Action-Adventure, mit einer angenehmen Länge, für das ihr nicht tief in die Tasche greifen müsst. Gleichzeitig unterstreichen Spiele wie diese, dass die Switch längst eine gute Wahl für Fans von Indiespielen ist. Wer die mag, kommt um Blossom Tales quasi nicht herum.

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Es gibt deutlich schlechtere Vorbilder als Zelda, erst recht, wenn es A Link to the Past ist. :)
Die Mechanik mit der Energieleiste gab es übrigens im Sequel, A Link between Worlds, auch. Insofern würde ich noch etwas mehr Inspiration sehen. Aber das, was ich sehe, gefällt mir sehr, das würde ich echt gerne spielen.

Ein eigenes Spiel mit Linkle wäre auch cool, gerne auch als Action-Adventure. Aber ich bin tatsächlich nur bedingt ein Freund davon, ein „richtiges“ Zelda-Spiel mit weiblichem Link zu machen. Kommt ja auch niemand auf die Idee, aus Samus Aran einen Mann zu machen, oder aus Lara Croft… ;)