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Dragon Ball FighterZ

Dragon Ball FighterZ Review

Entwickler:         Arc System Works
Publisher:          Bandai Namco
Genre:              Beat ’em up
Plattformen:        PC, PlayStation 4, Xbox One
Preis:              ca. 59,99 Euro 
Offizielle Website: https://de.bandainamcoent.eu/dragon-ball/dragon-ball-fighterz

Unerwartetes Wiedersehen mit Dragon Ball

Einen großen Teil meiner Reviewmuster frage ich an. Gelegentlich kommt es aber vor, dass ich Titel einfach zugeschickt bekomme und so überrascht werde. Eine solche Überraschung war für mich auch der Prügler Dragon Ball FighterZ. Dadurch kam es zu einem unerwarteten und unterhaltsamen Wiedersehen mit Dragon Ball. Als Teenie habe ich gelegentlich den Anime im TV gesehen. Regelmäßig habe ich diesen aber nicht verfolgt, da ich vor allem für Magical Girl zu begeistern war. Folglich bin ich auch keine Expertin, was die Franchise Dragon Ball betrifft. Dafür habe ich eine Vielzahl an Beat ’em ups gezockt.

Starten wir mit einer guten Nachricht. Dragon Ball FighterZ ist leicht zugänglich, einsteigerfreundlich und auch für Gelegenheitsspieler geeignet. Ihr werdet als solcher online vielleicht keine erfolgreiche Karriere als Kämpfer hinlegen, es braucht allerdings nicht viel, um mit dem Titel Spaß zu haben. Besonders einfach fällt der Einstieg in das Spiel, wenn ihr euch durch die Story kämpft, die euch Stück für Stück die Kampfgrundlagen lehrt und einen annehmbaren Schwierigkeitsgrad hat. Der sollte auch Genreneulingen keine großen Probleme bereiten und schnell Erfolgserlebnisse ermöglichen. Qualitativ ist die Story für ein Beat ’em up in Ordnung – mehr aber auch nicht. Sie ist humorvoll und auch für mich als Nicht-Fan durchaus unterhaltsam gewesen. Insgesamt bleibt sie aber einfach gestrickt und ein Mittel zum Zweck. Genrefans dürften nicht überrascht sein – schließlich ist man es kaum anderes gewohnt. Ist euch die Story zu flach, könnt ihr bei den Dialogen schnell weiterklicken.

Besonders gut gefällt mir der Aufbau vom Story-Modus. In diesem werdet ihr verschiedene Karten abschließen müssen. Für jede Karte steht euch eine bestimmte Anzahl an Zügen zur Verfügung. Stellt euch die Karten wie eine Art Spielbrett vor. Ihr müsst entscheiden, welche Routen ihr einschlagt, ob ihr für einen plötzlich aufgetauchten Kampf einige Schritte zurückgeht und alle Abschnitte aufsuchen möchtet. Selbstverständlich könnt ihr Karten erneut spielen und so möglicherweise verpasste Events abschließen. Gerade zu Beginn ist die Versuchung groß, möglichst schnell das Ziel zu erreichen, um nicht am Ende zu versagen und aufgrund fehlender Restzüge zu scheitern. Sorgen müsst ihr euch diesbezüglich allerdings nicht machen.

Spielspaß für jeden Anspruch

Während der Story-Modus eher einfach ist, fordert der Arcade-Modus mehr. Ich habe mich schon nach wenigen Kapiteln der Story zum ersten Mal daran versucht und war überrascht, dass dieser spürbar anspruchsvoller ist. Er richtet sich daher vor allem an jene Spieler, die schon etwas Erfahrung gesammelt haben und das Gameplay zumindest halbwegs verinnerlicht haben. Schließt ihr einen Teil vom Arcade-Modus erfolgreich ab, könnt ihr diesen auch mit höherem Schwierigkeitsgrad spielen.

Habt ihr genug von Kämpfen gegen die KI, könnt ihr verschiedene Möglichkeiten nutzen, um mit anderen Spielern eure Kampffähigkeiten zu messen. Dies ist sowohl lokal möglich als auch online. In diversen Spielmodi könnt ihr gegen andere Spieler – von denen es reichlich gibt – antreten. Onlinekämpfe sind angenehm schnell gefunden. Nichtsdestotrotz könnte die Spielersuche ein Update vertragen. Selten kommt es vor, dass man im Spiel die Meldung erhalt, es wäre ein Spieler gefunden. Verbindet man zum Kampf, heißt es plötzlich die Bedingungen würden nicht übereinstimmen. Es wäre schön, wenn das Spiel entsprechende Spieler beim Matchmaking direkt ignorieren würde. Positiv sind dafür die Filtermöglichkeiten. Ihr könnt zum Beispiel bestimmen, ob ihr nur mit Spielen auf etwa identischem Niveau kämpfen möchtet oder es auch erfahrenere Gegner sein dürfen.

Wenn ihr online zunächst gemächlich einsteigen möchtet, bieten sich die lockeren Kämpfe an. Dort tummeln sich einige Spieler mit kurzer Onlinekarriere. Ranglistenkämpfe dürfen in einem Beat ’em up natürlich nicht fehlen. Ein interessanter Ort ist auch die Arena, in der ihr Gruppenkämpfe austragen könnt. Bis zu sechs Spieler können hier die Fäuste von Son Goku und Co. fliegen lassen. Dragon Ball FighterZ bietet eine ordentliche Auswahl an Spielmodi, die für jeden Geschmack etwas bereithalten und Abwechslung versprechen.

Auch der Umfang kann sich sehen lassen. Das Spiel bietet mehr als 20 spielbare Charaktere. Eine ordentliche Anzahl, bei der jeder seinen Favoriten finden sollte. Natürlich sind noch größere Roster nett. Diese haben aber üblicherweise den Nachteil, dass die Balance unter zu vielen Charakteren leidet. In dieser Hinsicht macht Dragon Ball FighterZ eine gute Figur. Auch die Anzahl der Stages und Musikstücke ist ordentlich.

Dragon Ball FighterZ

Tolle Inszenierung und Z-Kapseln

Da wir gerade bei guter Figur waren – die macht der Titel auch optisch. Die Charaktere sind toll in Szene gesetzt und das 2,5D überzeugt. Die Moveliste ist relativ einfach gestrickt, aber nicht zu simpel. So werden unerfahrene Spieler und langjährige Beat ’em up-Fans gefordert. Dadurch können auch mächtige Angriffe wie die Super-Moves mit wenigen Tasten ausgelöst werden. Die besonders mächtigen Angriffe sind optisch sehr hübsch anzusehen und beeindruckend inszeniert, ohne zu sehr auf den Putz zu hauen. Sie passen gut zu Dragon Ball und entfachen ein ansehnliches Effektfeuerwerk auf dem Bildschirm. Besonders beeindruckend wird es, wenn ihr mit einem Super-Move eure Gegner durch eine Reihe von Bergen befördert und so Teile der Kampfumgebung zerstört. Obwohl ich kein Fan der Franchise bin, hab ich schnell an der actionreichen Inszenierung Gefallen gefunden. Diese Freude dürften Fans der Marke und jüngere Spieler mit mir teilen. Für unerfahrene Spieler ist es ein tolles Erfolgserlebnis, wenn schon nach kurzer Spielzeit der Gegner durch das Kampfgebiet saust und große Berge zerteilt.

Egal ob ihr offline oder online spielt – für Motivation sorgen die Lootkisten, die ihr mit euren verdienten Zeni verdient. Egal ob ihr in der Story einen Kampf abschließt, online den Kürzeren zieht oder erfolgreich den Gegner vermöbelt … ihr werdet immer vom Spiel belohnt. Für eine Lootkiste benötigt ihr 1.000 Zeni, die schnell erspielt sind. Damit ihr nicht unnötig klicken müsst, könnt ihr auch direkt einen Zehnerpack kaufen. Ein wenig schade finde ich, dass es auf größere Mengen keinen Rabatt gibt. In den Kisten findet ihr zum Beispiel Lobby-Charaktere, neue Farben für diese und sogar Kämpfer. Der Inhalt bleibt dem Zufall überlassen, weshalb auch hier Luft für Verbesserungen ist. Es wäre zum Beispiel angenehm gewesen, wenn man – gegebenenfalls etwas teurer – Z-Kapseln mit festgelegten Inhalten erwerben könnte. Ein solches System bietet zum Beispiel Senran Kagura Peach Beach Splash. So könnte ich als Spieler selbst entscheiden, ob ich lieber auf einen Lobby-Charakter hoffe, oder doch lieber auf eine schicke neue Farbe hoffe.

Wer sich zu den Erfolgs- oder Trophäenjägern zählt, darf sich übrigens auf reichlich Stunden Zeni-Farm einstellen. Ihr benötigt etliche Zeni, um alle Erfolge oder Trophäen zu erhalten. Selbst wenn ihr Farmmethoden benutzt, gehen dafür etliche Stunden drauf. Da man sich die Währung für die Z-Kapseln (Lootboxen) erspielt, finde ich das System trotzdem deutlich angenehmer, als die inzwischen weit verbreiteten Bezahlkisten, die mit Echtgeld erworben werden müssen. Die Erspielbarkeit der Zeni ist zudem recht angenehm. Eine Kiste ist in wenigen Spielminuten erarbeitet – auch wenn man nicht gezielt Zeni farmt. Legt ihr Wert auf alle Inhalte, müsst ihr trotzdem einen langen Atem haben. Praktischerweise werden doppelte Inhalte in Z-Coins umgewandelt, mit denen ihr garantiert neue Dinge freischaltet. Nehmen müsst ihr aber auch dann, was ihr vom Spiel zufällig bekommt.

Mein Fazit:

Es gibt Zufälle, die entpuppen sich als glückliche Zufälle. Ein solcher ist auch Dragon Ball FighterZ für mich gewesen. Ich habe viel Spaß mit dem Beat ’em up gehabt, obwohl ich es nur zufällig in die Hände bekommen habe. Selbst wäre ich vermutlich nie auf die Idee gekommen, mir den Titel zu holen. Eine Fehleinschätzung, wie ich nun weiß. Der Umfang kann überzeugen, die Spielmodi bieten etwas für jeden Geschmack und reichlich Abwechslung. Auch die Charakterauswahl ist mit mehr als 20 spielbaren Figuren ordentlich. Die Balance leidet darunter nicht – diese ist ordentlich.

Dragon Ball FighterZ gelingt der Spagat zwischen Gelegenheitsspieler und Genrefan erstaunlich gut. Der 2,5D Prügler ist einsteigerfreundlich und leicht zu erlernen. Meistern kann man ihn allerdings nur, wenn man bereit ist, eine angemessene Menge an Zeit und Übung zu investieren. Egal ob im Singleplayer oder online – erfahrene Spieler werden ordentlich gefordert. Vor allem ein gutes Timing ist sehr wichtig und nur mit Übung zu finden. Gleichzeitig dürfen sich Genreneulinge schon nach kurzer Zeit über Erfolgserlebnisse freuen.

Zu dem gelungenen Gameplay und dem Umfang gesellt sich eine ansehnliche Inszenierung. Der Sound passt, die Vertonung ist gelungen und der Titel ist actionreich inszeniert. Die mächtigen Superattacken sind relativ leicht zu schaffen und so dürfen sich auch Anfänger und wenig geübte Spieler schon bald darüber freuen, dass ihre Kämpfer mit mächtigen Angriffen ein schickes Effektfeuerwerk entfachen. Dieses ist allerdings nicht so übertrieben, dass man Gefahr laufen würde im Kampf den Überblick zu verlieren. Dragon Ball FighterZ ist ein Vorzeige-Prügler und spielt mühelos in der Liga der besten Genrevertreter mit. Egal ob Fan von Dragon Ball oder nicht – das Spiel macht einfach Laune. Nur selten bin ich so positiv überrascht. Natürlich hat das Spiel seine Ecken und Kanten – welches ist schon perfekt. Das Gesamtpaket könnte aber kaum besser sein.

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